Willi Achten

 4,3 Sterne bei 59 Bewertungen
Autor von Die wir liebten, Nichts bleibt und weiteren Büchern.
Autorenbild von Willi Achten (©Ludwig Koerfe)

Lebenslauf von Willi Achten

Willi Achten wuchs in einem Dorf am Niederrhein auf. Er studierte in Bonn und Köln und wurde Lehrer in Aachen. Seit den frühen 90er Jahren ist er als Schriftsteller tätig. Achten erhielt mehrere Literaturpreise, darunter den Diotima-Literaturpreis und den Düsseldorfer Lyrikpreis. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Willi Achten lebt im niederländischen Vaals.

Alle Bücher von Willi Achten

Cover des Buches Die wir liebten (ISBN: 9783492059947)

Die wir liebten

 (36)
Erschienen am 02.03.2020
Cover des Buches Nichts bleibt (ISBN: 9783865325686)

Nichts bleibt

 (22)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Dahinter das Meer. Ausgewählte Gedichte (ISBN: 9783944011530)

Dahinter das Meer. Ausgewählte Gedichte

 (0)
Erschienen am 21.06.2016
Cover des Buches Corso über dem Wind (ISBN: 9783865326249)

Corso über dem Wind

 (0)
Erschienen am 24.10.2018
Cover des Buches Die wir liebten (ISBN: 9783492318594)

Die wir liebten

 (0)
Erscheint am 01.09.2021
Cover des Buches Nichts bleibt (ISBN: 9783865326256)

Nichts bleibt

 (0)
Erschienen am 13.07.2018
Cover des Buches Die florentinische Krankheit (ISBN: 9783941795600)

Die florentinische Krankheit

 (1)
Erschienen am 01.12.2010

Neue Rezensionen zu Willi Achten

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Cover des Buches Die wir liebten (ISBN: 9783492059947)camilla1303s avatar

Rezension zu "Die wir liebten" von Willi Achten

Coming of Age und Gesellschaft in den 70er Jahren
camilla1303vor 9 Monaten

Der Roman „Die wir liebten“ von Willi Achten ist im Piper Verlag erschienen.

Als sich der Vater einer Familie bei einem Dorffest in die Tierärztin verliebt bricht das harmonische Familienleben der beiden Brüder Edgar und Roman auseinander. Nach dem Auszug des Vaters verfällt die Mutter in eine Depression, die eine Vernachlässigung der Kinder nach sich zieht. Und bald schon steht das Jugendamt vor der Tür und den beiden droht ein Heimaufenthalt. Doch es sind die 70er Jahre in Deutschland und in vielen Heimen haben die dunklen Methoden der Nazis überdauert…

„Die wir liebten“ portraitiert nicht nur das Leben der beiden Brüder, sondern auch die Gesellschaft der 70er Jahre. Die ersten beiden Drittel des Buches weisen einige Längen auf, bevor im letzten Drittel des Buches die Grausamkeit der Kinderheime die LeserInnen mit voller Wucht trifft. Für mich noch immer unverständlich, wie sich schwarze Pädagogik so lange halten konnte und wie leicht es ist, Gewalt in solchen Strukturen anzuwenden.

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Cover des Buches Die wir liebten (ISBN: 9783492059947)Maddinliests avatar

Rezension zu "Die wir liebten" von Willi Achten

Ein beschwertes Schicksal
Maddinliestvor 10 Monaten

Edgar und sein größerer Bruder Roman leben in den Siebzigern mit ihren Eltern ein relativ normales und harmonisches Familienleben. Bei einem Dorffest wirft der Vater aber ein Auge auf die ansässige Tierärztin, was das zukünftige Leben der Vier nachträglich verändern soll. Die ehemalige Gemeinschaft fällt immer mehr auseinander und die Mutter verfällt in eine Depression, die eine Vernachlässigung der Kinder nach sich zieht. Edgar und Roman sind immer mehr sich selbst überlassen und so ist es nicht verwunderlich, dass kurze Zeit später das Jugendamt auf die auseinanderbrechende Familie aufmerksam wird. Den beiden Brüdern droht ein Heimaufenthalt...

Der erfolgreiche und langjährige Autor Willi Achten konnte bereits mehrere Literaturpreise erlangen, so dass ich mit hohen Erwartungen in sein neues Buch "Die wir liebten" gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in einem bild-reichen und teilweise schon poetischen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Das Schicksal der beiden Brüder Edgar und Roman wird darin von Beginn an aufgearbeitet und endet im letzten drittel des Buches in dem im Klappentext angekündigten Erziehungsheim. Die Hinführung zur eigent-lichen Thematik fällt damit aus meiner Sicht deutlich zu langatmig aus, was zwischendurch mein Durchhaltevermögen mehr als in Anspruch genommen hat. Ich bin aber froh, dass ich durchgehalten habe, denn das letzte Drittel wertet das Buch wieder deutlich auf. Gerade der historische Hintergrund des Heims und der agierenden Personen, die noch von den Geschehnissen der dunklen Stunde Deutschlands geprägt sind, verleihen dem Buch einen prägenden Stempel, der den Leser nachdenklich zurück-lässt und die Geschichte aus der Belanglosigkeit hervorhebt.

Insgesamt ist der Roman "Die wir liebten" von Willi Achten ein aus meiner Sicht lesenswerter Roman, der allerdings Längen aufweist und in erster Linie von der blumigen Sprache des Autors lebt. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

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Cover des Buches Die wir liebten (ISBN: 9783492059947)booklovings avatar

Rezension zu "Die wir liebten" von Willi Achten

Eindrucksvoller Roman
booklovingvor 10 Monaten

INHALT

Zwei Brüder, die 70er und ein Heim, in dem das dunkle Deutschland überdauert
Die Siebziger in der westdeutschen Provinz. Ein Dorf, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Für Edgar und seinen Bruder Roman ist das Leben überschaubar und gut. Bis sich ihr Vater am Maifest in die Tierärztin verliebt und die Familie verlässt. Die Mutter zieht sich immer mehr in ihren Lotto-Laden zurück. Die Jungen sind bald sich selbst überlassen. Schließlich steht das Jugendamt vor der Tür, um Edgar und Roman in den Gnadenhof zu holen. 

Ein Heim, in dem die Methoden der Nazis fortbestehen.
In glühenden Bildern erzählt Willi Achten von einem spannungsvollen Jahrzehnt, dem unauflösbaren Band zwischen Geschwistern und vom Aufbruch einer Generation, die dem dunklen Erbe ihrer Eltern mit aller Entschiedenheit entgegentritt.

(Quelle: Piper Verlag)

MEINE MEINUNG

In seinem jüngsten Roman „Die wir liebten“ erzählt der rheinische Autor Willi Achten eine fesselnde Coming-of-age-Geschichte von zwei Brüdern und sehr bewegende Familiengeschichte, die einen noch lange Zeit beschäftigt.

Zugleich zeichnet Achten ein äußerst lebendiges und sehr stimmiges Gesellschaftsporträt der 1970ger Jahre in Deutschland und lässt gekonnte eine spannungsvolle Zeit voller Veränderungen, Zuversicht, Widersprüche, Tabus und beklemmender Moralvorstellungen der Ewiggestrigen lebendig werden.

Mit seinem äußerst bildhaften und atmosphärisch dichten Schreibstil nimmt uns Achten mühelos mit auf eine fesselnde und sehr anschauliche Zeitreise in die 1970ger Jahre. Rasch tauchen wir an der Seite von den beiden Protagonisten Edgar und Roman in eine vermeintlich heile Welt ein. Wir begleiten die beiden sehr unterschiedlichen Brüder durch ihre anfangs recht unbeschwerte Jugendzeit, die sie in einem ländlich geprägten Ort am Niederrhein verbringen. Achten erzählt eine emotionale, sehr stimmungsvolle Familiengeschichte mit jeder Menge Zeitkolorit, in der wir nach und nach die Alltagswelt der beiden Brüder und ihrer Familie kennenlernen. Doch ihr harmonisches Familienleben erfährt mit der Affäre und dem Auszug des Vaters ein jähes Ende. Bedrückend ist es mitzuerleben, wie der psychische Zusammenbruch der zuvor so patenten, selbstständigen Mutter und ihre Flucht in den Alkohol die Familie unaufhaltsam auseinanderbrechen lässt und die Teenager zunehmend auf sich selbst gestellt sind. Mit seinen eindringlichen Schilderungen gelingt es dem Autor hervorragend, ein zunehmendes Unbehagen beim Lesen zu erwecken, denn großes Unheil kommt auf die Familie und die beiden Brüder zu, die schließlich als Problemkinder abgestempelt werden, in eine unsägliche Maschinerie geraten und ihr aller Leben unwiderruflich verändern wird. 

Schade ist allerdings, dass im Rückentext des Buches einige dieser Ereignisse bereits angedeutet und vorweggenommen werden, die in der Geschichte erst viel später geschehen.
 Im dritten Teil des Romans kommt es zu einem unerwartet radikalen Bruch, denn der Leser wird nun mit einer höchst schockierenden und verstörenden Erzählung konfrontiert. Einige der Szenen sind wirklich harte Kost und gehen unter die Haut, da sie sehr detailliert Gewalt, Misshandlungen und Demütigungen beschreiben. Hierin thematisiert Achten sehr detailliert, welche fragwürdigen Erziehungsmethoden praktiziert und furchtbaren Verbrechen in deutschen Kinderheimen in der Nachkriegszeit an den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen verübt wurden. Schwarze Pädagogik war wesentlicher Bestandteil der Lebensrealität vieler Heimkinder, Ärzte und Mitarbeiter, die noch immer der Nazi-Ideologie anhingen und Medikamentenversuche für Pharmafirmen – all dies sind Themen, die Achten offenbar sehr ausführlich recherchiert und in seine Geschichte eingearbeitet hat. Gerne hätte ich über die zeitgeschichtlichen Hintergründe und die Recherchen noch mehr in einem Nachwort des Autors erfahren.

Der Roman endet schließlich mit einem sehr bewegenden und versöhnlich stimmenden Ausklang, der einen sehr nachdenklich zurücklässt. 

FAZIT

Ein ganz besonderer Roman mit einer interessanten Mischung aus fesselnder Coming-of-age-Geschichte, facettenreichem Gesellschaftsporträt der 1970ger Jahre sowie bewegender und erschütternder Familiengeschichte, die einen noch lange Zeit beschäftigt.


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Gespräche aus der Community

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Die 70er in der Provinz. Die Brüder Edgar und Roman erleben eine Jugend voller Freiheiten in einem Jahrzehnt großer Umbrüche. Als sich ihre Eltern trennen, bringt das Jugendamt sie in ein Heim, den Gnadenhof. Hier hat Deutschlands dunkles Erbe die Zeit überdauert.

»Willi Achten schreibt Szenen, die man nicht mehr vergisst. Diese beiden Brüder werden die Leser lange begleiten.« Sylvie Schenk

»Etwas lag in der Luft, etwas wie Aufruhr und Revolte, ein Glanz auf den Gesichtern und in den Blicken.«

Die Siebziger in der westdeutschen Provinz. Ein Dorf, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Für Edgar und seinen Bruder Roman ist das Leben überschaubar und gut. Bis sich ihr Vater am Maifest in die Tierärztin verliebt und die Familie verlässt. Die Mutter zieht sich immer mehr in ihren Lotto-Laden zurück. Die Jungen sind bald sich selbst überlassen. Schließlich steht das Jugendamt vor der Tür, um Edgar und Roman in den Gnadenhof zu holen. Ein Heim, in dem die Methoden der Nazis fortbestehen.
In glühenden Bildern erzählt Willi Achten von einem spannungsvollen Jahrzehnt, dem unauflösbaren Band zwischen Geschwistern und vom Aufbruch einer Generation, die dem dunklen Erbe ihrer Eltern mit aller Entschiedenheit entgegentritt. 

Ihr könnt hier bereits in den Roman reinlesen.

Mehr zum Autor: 

Willi Achten wuchs in einem Dorf am Nieder­rhein auf. Er studierte in Bonn und Köln. Seit den frühen 1990er-Jahren ist er als Schriftsteller tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Willi Achten lebt im niederländischen Vaals bei Aachen.

Wir freuen uns auf eure Eindrücke zum Roman in der Leserunde und vergeben 25 Leseexemplare dafür!

326 BeiträgeVerlosung beendet

Liebe Literaturfreunde,
vor ein paar Wochen ist mein neuer Roman „Nichts bleibt“ bei Pendragon erschienen. Aus diesem Anlass möchte ich Euch herzlich  zu einer Leserunde einladen. Es ist meine erste Leserunde. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Euer Feedback.


Zunächst ein paar Sätze, worum es in dem Roman geht:

Franz Mathys ist Kriegsfotograf. Er hat den World Press Foto Award für ein Foto erhalten, das eine Steinigung in Somalia zeigt. Das Grauen begreift und fotografiert man nicht aus der Distanz: eine Maxime seines beruflichen Handelns, die ihn gezeichnet hat. Erschöpft und traumatisiert hat er sich zurückgezogen auf einen einsam gelegenen Hof im Wald.

Mathys lebt zusammen mit seinem Sohn und seinem Vater. Diese betreiben ambitioniert eine Brieftaubenzucht, nehmen mit den Tieren an Wettflügen teil. Doch die Idylle ist nur eine vermeintliche. Der Junge erkrankt schwer. Eine allergisch bedingte Lungenentzündung – ausgelöst durch den Federstaub der Tauben – zwingt Mathys, die Tauben zu töten.

Er trifft auf Karen, es beginnt ein Intermezzo des Glücks und der Erholung. Mathys findet zu sich zurück, der Junge kann seine Krankheit überwinden. Als der Junge schließlich im zugefrorenen See einbricht und nur knapp gerettet werden kann, holt seine Mutter ihn zu sich nach Genf. Mathys ist nun mit seinem Vater alleine und der Verlust des Jungen destabilisiert ihn massiv.

Eines Nachts wird Mathys Zeuge, wie zwei junge Männer einen Hund malträtieren. Er schlägt sie nieder. Die beiden rächen sich an seinem Vater und schlagen den alten Mann brutal zusammen. Getrieben von seiner Wut und dem Willen, nun endlich zu handeln, nachdem er als Fotograf vom Unglück der anderen profitierte und etwa die Steinigung geschehen ließ, statt einzugreifen, beginnt Mathys zu recherchieren. Er findet die Männer und dringt in ihre Zirkel ein.

Obwohl ihm bewusst ist, dass die Rache ihn nicht nur juristisch, sondern vor allem auch psychisch zerstören kann, nimmt der Wunsch auf Rache und Vernichtung ihn immer mehr gefangen. Er lässt Karen und alles, was ihm noch geblieben ist, zurück und beginnt einen subtilen Rachefeldzug gegen die Männer, der ihn am Ende in die Hochgebirgsregionen der Alpen führt… 

Der Roman geht weit über die Schilderung der Rache hinaus. In einer poetischen wie auch sehr präzisen Sprache lotet er aus, wie sehr der Verlust und das Wirken der Zeit ein Leben zerstören, denn nichts bleibt …

Der Roman ist spannend, er ist ein Thriller und ein Liebesroman, es ist ein Roman über das, was das Leben ausmacht und uns nicht genommen werden darf.

 

Der Pendragon Verlag hat 15 Bücher spendiert, die ich Euch gerne signiert zukommen lasse. Die Bewerbungsfrist für die Buchverlosung läuft bis zum 07.05.2017.
Sollte es mehr Bewerber als Freiexemplare geben wird gelost. Um ein Freiexemplar zu ergattern, müsst ihr ein bisschen kreativ werden und einfach mal raten:
Der 3. Täter am See, als dort Schwäne erschossen werden, hat welche Frisur?

 

Selbstverständlich können alle, die kein Freiexemplar mehr bekommen, auch an der Leserunde teilnehmen. Würde mich freuen!
Also, los geht’s! Auf eine spannende Leserunde …
Willi Achten

247 BeiträgeVerlosung beendet

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