Die Schwärmer

von Willi Hetze 
4,9 Sterne bei13 Bewertungen
Die Schwärmer
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Magpies avatar

Eine Mischung aus Dystopie und Steampunk mit teils erschreckendem Bezug zur Realität.

rikkons avatar

Großartige Vision einer dystopischen Gesellschaft, die den Leser nachdenklich werden lässt. Ein Muss für alle Science-Fiction Fans!

Alle 13 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Schwärmer"

Teo ist ein junger Postbote aus einem vergessenen Teil des Landes. Als das Briefverteilzentrum seiner Provinz aus unbekannten Gründen geschlossen wird, muss er in die Hauptstadt reisen, um der Sache nachzugehen. Dort zeigt sich, dass eine neue Technologie, der „Schwarm“, das Briefeschreiben überflüssig gemacht hat. Die „Schwärmer“ verbinden sich über einen Funknerv, den sie im Kopf haben, und tauschen dort nicht nur Nachrichten, sondern auch Gefühle aus.

Als seltsame Albträume sich unter den Nutzern verbreiten, greift schnell auch eine unaufhaltsame Angst um sich: Unbekannte Feinde sollen ihr Unwesen in der Provinz treiben, aus der Teo stammt.
Und auch Teo gerät in den Datenstrudel aus Gerüchten und Fake News. Die Schwärmer entsenden Truppen und ein schwer durchschaubarer Krieg um die digitale Evolution wird entfesselt.

Der Mediensoziologe Willi Hetze schreibt über eine revolutionäre Zukunft, deren Anbruch wir bereits spüren. Seine Romanhelden zeichnen einen neuen Menschentypus des digitalen Zeitalters: die Schwärmer.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783941757844
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:376 Seiten
Verlag:salomo publishing
Erscheinungsdatum:15.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,9 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne12
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    shnarphlas avatar
    shnarphlavor einem Monat
    Dystopie, die nachdenklich stimmt

    Klapptext

    Teo ist ein junger Postbote aus einem vergessenen Teil des Landes. Als das Briefverteilzentrum seiner Provinz aus unbekannten Gründen geschlossen wird, muss er in die Hauptstadt reisen, um der Sache nachzugehen. Dort zeigt sich, dass eine neue Technologie, der „Schwarm“, das Briefeschreiben überflüssig gemacht hat. Die „Schwärmer“ verbinden sich über einen Funknerv, den sie im Kopf haben, und tauschen dort nicht nur Nachrichten, sondern auch Gefühle aus.

    Als seltsame Albträume sich unter den Nutzern verbreiten, greift schnell auch eine unaufhaltsame Angst um sich: Unbekannte Feinde sollen ihr Unwesen in der Provinz treiben, aus der Teo stammt.
    Und auch Teo gerät in den Datenstrudel aus Gerüchten und Fake News. Die Schwärmer entsenden Truppen und ein schwer durchschaubarer Krieg um die digitale Evolution wird entfesselt.

    Cover

    Auf dem Cover ist eine Stadt mit Hochhäusern zu erkennen, der eingefärbte Himmel zeigt die künstliche Animation aus dem Buch und auch die Rakete ist zu sehen. Dadurch wird schon ein Bezug zu der Geschichte hergestellt.

    Schreibstil

    Der Autor schreibt in einer sehr bildhaften Art mit vielen Beschreibungen, auch oft mehreren für einen Bestandteil in der Geschichte. Trotzdem wirkt es nicht überladen und man kann sich so die gegensätzliche Welt der Provinz und der fortschrittlichen Stadt sehr gut vorstellen. Die Spannung wechselt sich mit eher längeren Ausführungen des Lebens und der Vergangenheit ab und bildet somit ein angenehmes Lesevergnügen.

    (Haupt-)Charaktere

    Die große Hauptrolle in diesem Buch spielt Teo, dessen Leben man von Kindesbeinen an bis in das junge Erwachsenenalter begleitet. Trotz seiner Gebrechlichkeit, die aus einem Unfall im Kleinkindalter resultiert, zeigt er einen eisernen Willen und möchte seinen Traumjob als Postbote ausleben. Als er in die Hauptstadt reist, muss er über sich hinauswachsen und in kurzer Zeit viel lernen.
    Konrad ist sein Bruder, der sich für ihn verantwortlich fühlt und in später tatkräftig unterstützt.
    Die Reporterin tritt nur kurz in Teo's Leben, doch sie hinterlässt einen so bleibenden Eindruck, dass er sie um jeden Preis wiedersehen will.
    Den Informatiker lernt Teo auch in der Stadt kennen und trifft ihn in der Provinz wieder, allerdings zweifelt er bald an ihrer ungewöhnlichen Art der Freundschaft.
    Dazu kommen noch ein paar andere Charaktere, die zum Teil immer wieder eine kleine Rolle in der Geschichte spielen.

    Persönliche Meinung

    Man beginnt mit der Kindheit von Teo und bekommt so Einblicke in sein Leben, seine Gedanken und Träume. Als er schließlich seinen Traumjob als Postbote ausüben kann, tauchen bald die ersten Zustellprobleme auf und er macht sich auf den weiten Weg in die Hauptstadt, um das Problem zu lösen. Dort wartet eine so fremde und überwältigend andere Welt auf ihn, dass er zunächst Probleme hat. Doch er ist nicht auf den Kopf gefallen und mit der Unterstützung wunderlicher Mitbewohner kommt er langsam seinem Ziel näher. In der Stadt leben fast nur Menschen mit einem Funknerv, der sie zwar alle verbindet und im Schwarm vereint, doch trotzdem einsam macht. Die Analogen im Untergrund haben sich von dem Funknerv gelöst und versuchen mit Aufständen die Leute zu warnen. Auch Teo lernt bald einen Analogen kennen und wird gewarnt, doch reicht das aus, um ihn vor der digitalen Macht zu bewahren?
    Als dann noch Albträume Angst und Verwirrung stiften und ein Krieg ausbricht, kehrt Teo in die Heimat zurück, um Licht ins Dunkel zu bringen. Kann er die Geheimnisse rechtzeitig lüften, oder ist die Menschheit dem Untergang geweiht?

    Fazit

    Lesenswerte Dystopie, die eine mögliche Zukunft vor Augen führt und nicht nur gut unterhält, sondern auch warnt.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Magpies avatar
    Magpievor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Mischung aus Dystopie und Steampunk mit teils erschreckendem Bezug zur Realität.
    Ein Buch, das lange nachhallt.

    Teo wächst in einer Kleinstadt in der Provinz auf, wo alle noch "analog" leben. Als die Verbindung zur Stadt langsam abbricht, bricht er auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch in der Großstadt findet er sich kaum zurecht, alles wirkt chaotisch und fremd. Nur dengjenigen, die einen Funknerv besitzen und mit dem Schwarm verbunden sind, werden Fragen beantwortet ...

    Ich muss zugeben, das Cover hatte mich nicht sonderlich angesprochen, aber ich bin sehr froh, dennoch einen zweiten Blick darauf gewprfen zu haben.
    Es ist eine ganze Zeit her, dass mich eine Dystopie zu begeistert hat wie diese.
    Die Welt ist fiktiv und erinnert ein wenig an Steampunk. Die Verbindung vom Zeitalter der Uhrwerke und alter Dieselloks mit hochtechnischer Digitalisierung scheint anfangs etwas sprunghaft, zeigt aber gut die beiden Extreme, die hier aufeinandertreffen. Vom Ursprünglichen, dass sich kaum einen Schritt weiterbewegt, zum Fortschritt, der schneller davoneilt, als man hinterherkommen könnte.
    Der Autor schafft es, mit sehr anschaulicher Schreibweise Bilder im Kopf des Lesers zu kreieren, die dem Schwarm nicht unähnlich sind. Der Bezug zur heutigen Zeit der Digitalisierung ist erschreckend deutlich: Die Leute im Schwarm werden bequem, unbeständig, das Zwischenmenschliche geht verloren, Beziehungen wechseln.
    Von Fake-News bis hin zur Steuerung durch Angst wirkt man mit Vernetzung beinahe menschlicher als ohne.
    Dieses Buch enthält viele philosophische Aspekte, Bilder und Methapern und bringt einen zum Nachdenken.
    Ein absolutes Muss für Dysopie-Fans und sicher wertvolle Lektüre für alle social media Nutzer.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    rikkons avatar
    rikkonvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Großartige Vision einer dystopischen Gesellschaft, die den Leser nachdenklich werden lässt. Ein Muss für alle Science-Fiction Fans!
    Science-Fiction in seiner Bestform

    Mir wurde das Buch von einer Teilnehmerin der Leserunde empfohlen und da ich selbst Soziologe und großer Science-Fiction Fan bin, musste ich natürlich direkt zugreifen.


    Die Geschichte fängt sehr seicht und unauffällig an. Der Leser begleitet den Hauptprotagonisten Teo in den ersten Kapiteln durch das schwere Leben in seiner kindlich, jugendlichen Entwicklung. Auf diese Weise entwickelt sich direkt eine Verbindung zu dem jungen Mann. Nachdem Teo in die Hauptstadt gereist ist, kehrt er verändert in sein kleines Dorf zurück und auch der Leser ist nicht mehr der gleiche wie noch zu Anfang des Buches. Man spürt regelrecht die Zerrissenheit des Jungen, will ihm helfen oder ihn warnen. Auf der anderen Seite möchte man aber auch mehr über den Schwarm erfahren und ihn durch Teo erleben. Die nachfolgenden Erlebnisse lassen den Leser teils fasziniert, teils aufgeregt und nicht selten auch verstört zurück. Der Einfluss des Schwarms auf die Gesellschaft ist enorm und zeichnet ein sehr glaubwürdiges Bild davon, wie futuristische Technik unser Leben verändern könnte. Die Ereignisse spitzen sich schnell zu, so dass zu keinem Zeitpunkt Längen enstehen und die Geschichte um Teo ein furioses, wenn auch etwas kurz geratenes Ende nimmt.

    Mich hat dieser Roman großartig unterhalten. Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich noch lange über die Auswirkungen von Technik auf unser Leben nachgedacht. Natürlich sind einige dieser Entwicklungen in dem Buch bewusst übertrieben, doch viele Einflüsse einer Technik dieser Art auf die Gesellschaft halte ich für absolut möglich. Genau das macht den Schrecken und die Faszination dieser Geschichte aus: Dass es nicht ganz abwegig ist, dass es uns einmal ähnlich geht wie dem kleinen Teo, der zu anhänglich war.

    Kommentare: 1
    4
    Teilen
    stefanbs avatar
    stefanbvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: "Wer Angst hat, sieht überall Feinde." Sprachgewaltig geschrieben. Sollte man 2018 gelesen haben!
    Wer Angst hat, sieht überall Feinde

    „Moorstedt liegt unter einer Glasglocke, einsam und allein mit seiner Vergangenheit, seinen Traditionen und sich selbst. Wohin auch immer du gehst, Moorstedt liegt hinter dir.“ [224] Und so kommt es, dass Teo der „anhängliche Provinzjunge“ [261], seines Zeichens Postbote, sich gezwungen sieht in die Hauptstadt Sybaris zu reisen und dort zu recherchieren warum Moorstedt keine Briefe mehr bekommt.
    Dort angekommen stellt er fest, dass die „Schwärmer“ sich über einen Funknerv im Kopf verbinden und somit Nachrichten und Gefühle austauschen. „Der Funknerv ist die größte Errungenschaft der Bioelektronoik“ [287] und macht deshalb das Briefeschreiben überflüssig.

    „Wer Angst hat, sieht überall Feinde“ [282]
    Dieser Satz ist des Öfteren im Buch zu finden. Auf der einen Seite trifft er gut auf die Bewohner Moorstedts zu. Diese haben gar kein Interesse daran etwas an ihrem Leben, in ihrer Provinz zu ändern. Der Technik stehen sie skeptisch gegenüber. Auf der anderen Seite kann der o.g. Satz sehr gut auf die Bewohner der Hauptstadt angewendet werden. Diese speichern alle Informationen nur noch im Schwarm ab. Sozialkontakte? Fehlanzeige! Personen werden nur noch auf die sie beschreibenden Funktionen reduziert. Dass das Gehirn auf einen solchen Overkill an Informationen gar nicht eingestellt ist, Gefühle außen vor bleiben und sich alles irgendwie aufs Bewusstsein auswirkt, kann man erahnen.

    Mit seinem Roman „Die Schwärmer“ gelingt Hetze ein Blick in die ferne Zukunft und er führt uns eigentlich schon jetzt vor, wie es uns ergehen könnte. Eigentlich hält der Autor der Gesellschaft den Spiegel vor. Wir unterscheiden uns in gewissen Situationen nicht von den Sybaris-Bewohnern.
    Schaut man sich aktuell an, was große Konzerne erforschen, dann stellt man fest, dass die Menschheit gar nicht zu weit von der Vernetzungsvision entfernt ist:

    MIT-Forscher analysieren wie das menschliche Gehirn Erinnerungen abspeichert.
    Facebook will Gedanken und Schrift auf dem Computer umwandeln.
    Google experimentiert mit selbstfahrenden Autos und Amazon erprobt die Zustellung per Drohne.

    All dies greift Hetze in seinem Buch auf, führt es weiter aus. Heraus kommt ein sprachgewaltiger Roman der bildgewaltig und atmosphärisch daher kommt. Äußerst spannend geschrieben, teils sogar philosophisch. Man taucht ab in eine wunderbar gezeichnete Welt – dazu passt übrigens das düster gehaltene Cover - und fiebert an vielen Stellen des Buches mit einigen unerklärlichen Dingen mit und wird mit einigen Gedankenspielen bedacht, welche auch nach dem Lesen noch wirken.

    Mein Fazit:
    „Die Schwärmer“ muss man unbedingt gelesen haben. Einfach großartig!

    Kommentare: 4
    150
    Teilen
    P
    Petzipetravor 3 Monaten
    Kurzmeinung: spannender Science Fiction und Dystopie
    abtauchen in eine andere Welt

    In einem vergessenen Teil des Landes ist Teo ein junger Postbote. Sein Briefverteilzentrum wird aus unbekannten Gründen geschlossen, da muss er in die Hauptstadt reisen.

    Dort verbinden sich die Schwärmer über einen Funknerv, den sie im Kopf haben und tauschen dort Gefühle und Nachrichten aus. Plötzlich treibt eine Angst ihr unwesen, den unter den  Nutzern verbreiten sich seltsame Albträume. Wenn ihr mehr wissen wollt müsst ihr lesen, denn ich spoiler nicht. 

    Das Buch ist eine pure Überraschung eine Mischung aus Science Fiction und Dystopie. Die Schwärmer lassen einen in eine andere Welt eintauchen. Sehr spannend geschrieben mit einigen Überraschungen, auf die ich so nie gekommen wäre.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Jacky2708s avatar
    Jacky2708vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch, dass zum nachdenken anregt.
    Gelungene Geschichte, die zum nachdenken bewegt.

    Der junge Postbote Teo lebt in der Provinz Moorstedt, die ein vergessener Teil des Landes ist. Der Briefversand wird aus unbekannten Gründen eingestellt. Teo macht sich auf den Weg in die Hauptstadt Sybaris 6. Was ihn dort erwartet, hätte er nicht vermutet.


    Das Buch hat einen tollen bildlichen Schreibstil. Man kann sich alles sehr genau vorstellen und taucht komplett in die Geschichte ein, zumindest mir erging es so. In jedem Teil der Geschichte gibt es unglaubliches zu entdecken. Der Autor schafft es die Geschichte realistisch darzustellen. Es wäre für mich furchtbar ein Schwarmwesen zu sein, aber man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Mich hat die Geschichte komplett gepackt und mich nachdenklich zurück gelassen. Die heutige Digitalisierung ist schon weit voran geschritten, wie wird es wohl in der Zukunft weiter damit gehen? Eventuell sind wir auch irgendwann dort angelangt, was das Buch beschreibt.

    Absolut empfehlenswert! Lest dieses Buch und ihr werdet die digitale Welt mit anderen Augen sehen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Frollein_von_Kunterbunts avatar
    Frollein_von_Kunterbuntvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Scheinbar ferne Zukunftsmusik, und dennoch schon so nah.
    Scheinbar ferne Zukunftsmusik, und dennoch schon so nah.

    Ich liebe Bücher, die mich nicht nur während des Lesens unterhalten und mir ein kurzweiliges Abtauchen in eine andere Welt ermöglichen, sondern etwas in mir auslösen, mich zum Nachdenken bringen und lange nachklingen.
    „Die Schwärmer“ von Willi Hetze hat all das geschafft und mich geschockt zurück gelassen. Noch ist dieses Buch ein absoluter Geheimtipp, ich hoffe jedoch sehr, dass sich dies bald ändern wird. 


    Klappentext

    Teo ist ein junger Postbote aus einem vergessenen Teil des Landes. Als das Briefverteilzentrum seiner Provinz aus unbekannten Gründen geschlossen wird, muss er in die Hauptstadt reisen, um der Sache nachzugehen. Dort zeigt sich, dass eine neue Technologie, der „Schwarm“, das Briefeschreiben überflüssig gemacht hat. Die „Schwärmer“ verbinden sich über einen Funknerv, den sie im Kopf haben, und tauschen dort nicht nur Nachrichten, sondern auch Gefühle aus. 

    Als seltsame Albträume sich unter den Nutzern verbreiten, greift schnell auch eine unaufhaltsame Angst um sich: Unbekannte Feinde sollen ihr Unwesen in der Provinz treiben, aus der Teo stammt.
    Und auch Teo gerät in den Datenstrudel aus Gerüchten und Fake News. Die Schwärmer entsenden Truppen und ein schwer durchschaubarer Krieg um die digitale Evolution wird entfesselt.
    Der Mediensoziologe Willi Hetze schreibt über eine revolutionäre Zukunft, deren Anbruch wir bereits spüren. Seine Romanhelden zeichnen einen neuen Menschentypus des digitalen Zeitalters: die Schwärmer.


    Dieses Buch steckt voller Überraschungen.
    Man kann dieses Buch nicht nur einem einzigen Genre zuordnen. Es ist Science Fiction, fantastischer Roman und Dystopie in einem. Ein Mix, der wunderbar miteinander verschmilzt.
    Es Buch verblüfft mit einer wortgewaltigen, detailreichen und bildhaften Sprache. Die Beschreibungen der Personen und der Umgebungen, der Handlungen, aber auch der Gefühle und Gedanken der Protagonisten sind großartig, jedoch ohne einen zu übermannen oder überfordern.  

     

    Ich möchte an dieser Stelle gar nicht viel zur Handlung sagen, einfach weil ich nichts vorwegnehmen möchte. Es passieren viele unerwartete Dinge und die Handlung entwickelt sich von Abschnitt zu Abschnitt in immer neue Richtungen, hin zu einem gewaltigen und düsteren Showdown. 


    Ich möchte dieses Buch vor allem auf Grund der Themen empfehlen, die angesprochen werden. Ich weiß nicht, ob es richtig ist zu sagen, es ist eine Kritik an unserer heutigen digitalen Gesellschaft. Vermutlich ist 'Kritik' an dieser Stelle das falsche Wort, denn es werden sowohl Risiken als auch Chancen der digitalen Evolution aufgezeigt, und vor allem ihre Folgen.
    In diesem Buch geht es um den Wandel von digitaler Kommunikation und den Verfall unserer Kommunikationskultur durch die sozialen Medien.
    Es handelt von der Funktion und dem Nutzen der Menschen in einer technikbasierter und -gesteuerten Welt und seiner Funktionslosigkeit, wenn der Alltag von Computern und Drohnen gelenkt und geführt wird.
    Es erzählt vom Wert der persönlichen Daten in einer datenbasierten und -dirigierten Welt.  
    Es thematisiert den Argwohn gegenüber allem Neuen und Unbekannten.
    Es zeigt auf was passiert, wenn wir in einer Filterblase leben.
    Es stellt dar was passiert, wenn wir einzig und allein von unserer Angst getrieben und gesteuert werden. 

    Es mag ein Buch über fiktive technische Neuerungen und deren Auswirkungen auf die Menschheit sein, jedoch sind die dystopischen Züge dieses Romans keine Zukunftsmusik mehr, sondern hinterlassen beim Lesen einen faden Beigeschmack, wissen wir doch selbst, dass bereits heutige Medien und Techniken uns teilweise bereits ebenso denken und handeln lassen. 


    Ein großartiges, aufrüttelndes und erschütterndes Buch für alle ab 14 Jahre.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    _Arya_s avatar
    _Arya_vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich bin mehr als überzeugt von diesem Buch!
    Mehr als überzeugt!

    Inhalt
    Teo ist ein junger Postboote im kleinen Örtchen Moorstedt in der Provinz. Als aus unerfindlichen Gründen keine Postsendungen mehr im Postamt ankommen, wird er in die Hauptstadt geschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch obwohl er schon geahnt hat, dass die Hauptstadt um einiges hektischer, moderner und fortschrittlicher sein wird als seine Provinz, war er nicht vorbereitet auf das, was ihn erwartet. Eine Technologie, die alle Zugehörigen zu "Schwärmern" macht, verbindet den Einzelnen zu einem Gesamten. Gefühle, Gedanken, Informationen werden über das riesige Netzwerk ausgetauscht, Funktionen für Menschen sind nur noch begrenzt. Teo ist zuerst skeptisch, doch sieht schließlich die Vorzüge dieser Erfindung. Als er jedoch mehr über einen mysteriösen Krieg erfährt, von dem niemand genau zu wissen scheint, gegen wen eigentlich gekämpft wird, kommen auch die Schattenseiten zutage.

    Meinung
    Noch bevor es richtig mit der Handlung losgeht, war ich vom Schreibstil bereits völlig gefangen genommen. Er lässt den Leser direkt in die Szene eintauchen, fängt die Atmosphäre des Moments ein, legt Wert auf die kleinen Augenblicke und ist dennoch nicht ausschweifend.
    Doch genau so gut wie mir der Schreibstil gefallen hat, hat mich auch die Geschichte vollends überzeugt. In genau der richtigen Geschwindigkeit wird man an die Kernhandlung herangeführt, tastet sich gemeinsam mit Teo an die alles verändernde Technologie heran, lässt sich überzeugen, verwirren und beginnt zu hinterfragen. Man liest nicht einfach, man denkt, fühlt und rätselt mit. Die Figuren sind teils geheimnisvoll, teils durchschaubar und vor allem sehr menschlich gezeichnet, ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, platten oder blassen Stereotypen zu begegnen.
    Die Spannung zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, vor allem durch die im Hintergrund anschwellende Ungewissheit und Bedrohung und die Ahnung, dass selbst die beste Technologie irgendwo einen Haken haben muss.
    Und am Faszinierendsten waren für mich vermutlich die Katzen ... ;)

    Fazit
    Dieses Buch hat mir wieder sehr deutlich gemacht, was ich so an guten Büchern liebe: das Gefangensein in der Geschichte, das Nachhallen der Handlung, selbst wenn das Buch schon zugeklappt ist, das Hinterfragen, Rätseln und Mitfühlen.
    Ich vergebe 5 Sterne, die mehr als verdient sind und eine eindeutige Leseempfehlung!

    Kommentare: 1
    91
    Teilen
    J
    Julia_Kathrin_Matosvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Lesen mit allen Sinnen über die Wechselwirkung zwischen Mensch und Technik
    Lesen mit allen Sinnen über die Wechselwirkung zwischen Mensch und Technik

    Einschätzungen zum Sprach- und Erzählstil:
    Der Sprachgebrauch mit poetischen Einflüssen lässt tief in die Atmosphäre eintauchen, die sich sehr kontrastreich gestaltet. Da ist zum einen die tiefste Provinz, in der „sich Mensch und Landschaft gegenseitig vergessen“, die von Naturbelassenheit, Bodenständigkeit, handwerklicher Arbeit und dem persönlichen Austausch geprägt ist. Diese Welt prallt auf Elemente aus Science-Fiction-, Nahe-Zukunft- und Cyber-Thrillern, überspitzte Bilder einer immer schnelllebigeren Gesellschaft.
    Ein ungewöhnlicher Genre-Mix, der fantastisch funktioniert und eine außergewöhnliche Geschichte formt.
    Bei dem umstrittenen Bestseller "Die Tyrannei des Schmetterlings" findet sich ein ähnliches Sprachkonzept, das aber allzu oft in blumigen Beschreibungen ausufert und die Fokussierung vermissen lässt. Aber hier wird für meinen Geschmack genau das richtige Maß gefunden, damit Bilder im Kopf entstehen und man mithören, mitriechen und vor allem mitfühlen kann, es aber auch mit der Handlung vorangeht.
    Es ist spürbar, dass der Autor etwa drei Jahre lang an den Details gefeilt hat.
    Der Roman ist unterteilt in fünf sowohl thematisch als auch stilistisch klar abgegrenzte Abschnitte in der Vergangenheits- und Gegenwartsform mit prägnanten Überschriften, es gibt insgesamt 33 Kapitel, sehr gelungen wie ich finde.

    Einschätzungen zu Handlung und Figuren:
    Zur Geschichte möchte ich bewusst nichts verraten. Sie gestaltete sich für mich sehr spannend und faszinierend, bietet einen packenden Showdown und ein krasses, aber stimmiges Ende.
    Die 20-jährige Hauptfigur Teo, aus dessen Perspektive alle Kapitel wiedergegeben werden, wirkt sympathisch. Er ist kein Übermensch, offenbart ein riesiges Repertoire an Gefühlen und klugen Gedanken, was ihn authentisch macht und zum Mitfiebern einlädt.
    Nebenfiguren sind von überschaubarer Anzahl und wissen zu gefallen. Viele treten mehrfach auf, sind mysteriös und auf ihre Weise besonders, alle erfüllen bestimmte Funktionen, verdeutlichen Umstände.

    Weitere Einschätzungen, Besonderheiten:
    Ein Herausstellungsmerkmal bildet das mögliche Mitdenken und Spekulieren über Gleichnisse rund um den Wandel der Kommunikation (Assoziationen zum Internet, zu sozialen Medien usw.), Symbole und tiefere Bedeutungen. Es lohnt sich, zu sinnieren, z. B. über den Wert von Individualität, Sicherheit, Fortschritt, viele schnelle Informationen, Gedankenfreiheit, z. B. anhand dieses Satzes: „Wie schnell man sich daran gewöhnen kann, über alles Auskunft zu erhalten, dachte er, sei sie richtig oder falsch.”
    Mir hat das Denkanstöße gegeben. Gleichzeitig so gut eingebettet, dass ich es nicht als anstrengend empfunden habe und stattdessen großen Spaß hatte. Ein echter Geheimtipp also (noch). Mit Sicherheit ein Buch, das man so schnell nicht vergisst! Für mich als Vielleserin absolut ein Highlight des Jahres 2018.

    Zum Adressatenkreis:
    Da Gewalt auftritt und die Geschehnisse bildhaft düster und beängstigend (nicht gewaltverherrlichend) inszeniert werden, empfehlenswert erst ab etwa 14 Jahren. Eine Vorliebe für ausdrucksvolle, mit Metaphern angereicherte Sprache, gesellschaftskritische und philosophische Töne und ein intellektueller Hintergrund sind von Vorteil, wenn man in den vollen Lesegenuss kommen möchte.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    MadVis avatar
    MadVivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannendes und großes Buch über die absolute Vernetzung der Menschen mit sehr bildlichem Schreibstil.
    Spannendes und großes Buch über die absolute Vernetzung der Menschen

    Teo, der Hauptprotagonist, lebt in einem Randbereich eines unbestimmten Landes, in dem es hauptsächlich handwerkliche Berufe gibt. Seine Mutter arbeitet beim Postamt und er will diesen Beruf ebenfalls ergreifen, bis eines Tages keinerlei Post mehr ankommt. Um den Grund zu erfahren, reist Teo in die Hauptstadt Sybaris und lernt dort ein vollkommen anderes Leben kennen. Alle Menschen dort sind über einen Funknerv im Hirn miteinander verbunden und gehören somit dem Schwarm an. Namen spielen keine Rolle mehr, lediglich die Funktion des Einzelnen ist wichtig. Beziehungen und Wohnorte wechseln täglich, weil es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Teo ist verwirrt und fasziniert zugleich, als er einige Tage dort verbringt. Plötzlich wird immer häufiger von Angriffen und schließlich sogar von Krieg berichtet. Kann der Funknerv dabei helfen, dies zu beenden oder steckt etwas ganz Anderes dahinter...?
    Der Autor zeichnet ein düsteres Bild dieser Welt und benutzt dabei eine sehr bildreiche, aber auch gleichzeitig auf den Punkt gebrachte Sprache. Durch diesen Schreibstil kann der Leser sich die verschiedenen Stationen in Teos Leben sehr gut vorstellen. Ein Spannungsbogen ist durchgängig vorhanden; als Leser möchte man immer noch mehr erfahren und leidet, fiebert aber auch mit Teo mit.
    Man beginnt, die Situationen und Aussagen der Figuren mit dem heutigen Leben, in dem die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten ist, zu vergleichen. Ein wirklich großes Buch, das zum Nachdenken anregt und welches ich nur weiterempfehlen kann!

    Kommentieren0
    6
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Dresdner_Buchverlags avatar
    Liebe Freunde von Dystopien, Utopien und Science Fiction,

    wer möchte bei der Leserunde zu Willi Hetzes neuem Roman "Die Schwärmer" mitmachen?

    Das Buch:

    Teo ist ein junger Postbote aus einem vergessenen Teil des Landes. Als das Briefverteilzentrum seiner Provinz aus unbekannten Gründen geschlossen wird, muss er in die Hauptstadt reisen, um der Sache nachzugehen. Dort zeigt sich, dass eine neue Technologie, der Schwarm, das Briefeschreiben überflüssig gemacht hat. Die Schwärmer verbinden sich über einen Funknerv, den sie im Kopf haben, und tauschen dort nicht nur Nachrichten, sondern auch Gefühle aus. Als seltsame Albträume sich unter den Nutzern verbreiten, greift schnell auch eine unaufhaltsame Angst um sich: Unbekannte Feinde sollen ihr Unwesen in der Provinz treiben, aus der Teo stammt. Und auch Teo gerät in den Datenstrudel aus Gerüchten und Fake News. Die Schwärmer entsenden Truppen und ein schwer durchschaubarer Krieg um die digitale Evolution wird entfesselt.

    Der Mediensoziologe Willi Hetze schreibt über eine revolutionäre Zukunft, deren Anbruch wir bereits spüren. Seine Romanhelden zeichnen einen neuen Menschentypus des digitalen Zeitalters: die Schwärmer.

    Der Autor:

    Willi Hetze, geboren 1985, studierte Soziologie in Dresden und promovierte 2016 in Erfurt. Neben seiner Tätigkeit in der Verlags- und Kulturbranche arbeitet er heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit den Schwerpunkten Film- und Mediensoziologie und politische Kommunikation. Seit 2012 ist er Vorsitzender des Schriftstellervereins Dresdner Literaturner. Für seine Gegenwartsliteratur wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem poet|bewegt-Preis und dem Preis Dresdner Miniaturen. Vor allem befasst er sich mit dem Einfluss der Neuen Medien auf moderne Lebensentwürfe und der Vermischung virtueller und sozialer Wirklichkeiten. Dadurch gewinnen seine Texte mitunter eine surreale Dimension, die er mit einer ebenso pointierten wie poetischen Sprache erschließt.

    Presse:

    "Orientiert an der Bildwelt von Science-Fiction-Filmen, ist ihm ein Roman gelungen, der einen mit seiner Dramatik und Spannung fesselt. Zugleich ein kluges Buch, das uns weitsichtig die hochbrisante Frage nach den Konsequenzen des globalen Experiments stellt, mittels Digitalisierung den Menschen zu einem allmächtigen Wesen zu machen" (Dresdner Neueste Nachrichten).

    "Die Schwärmer sind eine faszinierende literarische Zukunftsvision, breit angelegt, allegorisch gemalt, die die Ängste der Gegenwart spiegelt" (Oiger - Onlinenews aus Wirtschaft und Forschung)

    "Die Wahrheit ist viel natürlicher und weit furchtbarer: Der Schrecken des Romans ist kein totalitäres System, es ist die Menschheit selbst. Den Spalt zwischen ureigenem Instinkt und hochtechnisierten Möglichkeiten überbrückt kein Bioimplantat. Mensch bleibt Mensch, auch unter Maschinen. Und das mächtigste Gefühl ist die Angst" (Dresdner Kulturmagazin).

    "Damit erbaut Willi Hetze eine sprachliche Dystopie im Zeitalter des digitalen Fortschritts, wirft einen kritischen Blick auf mögliche Folgen, regt zum Nachdenken an" (Urbanite).

    "Hetze beherrscht diesen Stil, jedes seiner Bilder passt [...] Solche Romane findet man selten" (Fantasyguide).

    Info zur Leserunde

    Während der Leserunde stehen der Autor und wir euch für Fragen gerne zur Verfügung.

    Informationen findet ihr auch auf unserer Verlagshomepage.

    Salomo publishing stellt für die Leserunde zehn Bücher (Softcover, 376 Seiten) und fünf eBooks (Kindle/ePUP) zur Verfügung. Wer sich für ein Freiexemplar interessiert, kann sich bis zum 1. Juli melden und folgende Frage beantworten: „Was erwartet ihr von der digitalen Zukunft?“ Wir freuen uns auf eure Antworten! Bitte gebt auch euer bevorzugtes Leseformat (Softcover/eBook) an.


    Euer Team vom Dresdner Buchverlag / salomo publishing
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks