William Andrews Das Schicksal der Drachentöchter

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Inhaltsangabe zu „Das Schicksal der Drachentöchter“ von William Andrews

Die dramatische Geschichte einer starken Frau, ihren Mut und die Macht der Vergebung.

Die junge Anna Carlson macht sich in Korea auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Doch sie kommt zu spät, denn die Mutter lebt nicht mehr, und Annas Suche nach ihren Wurzeln scheint zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat.
Ein Hinweis führt Anna zu der eleganten Hong Jae-hee. Eine Begegnung, die ihr Leben für immer verändert, denn die Erzählungen der faszinierenden alten Dame führen tief hinein in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Besatzung Koreas durch die Japaner. Über zweihunderttausend Koreanerinnen wurden damals gezwungen, den Soldaten als »Trostfrauen« zu dienen – ein schreckliches Stück koreanischer Geschichte, das mehr mit Annas Familie zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

Ein tolles Buch, über ein sehr wichtiges Thema. Nur zu empfehlen

— Kunterbuntegrunewelt

Dieses Buch und die Geschichte über Jae-hee hat mich vom Anfang bis zum Ende sehr in den Bann gezogen. Ein tolles Buch 😍👍

— GinaFelisha87

Wird den Frauen nicht gerecht

— Anima_Obscura

Die erschütternde Lebensgeschichte einer Koreanerin.

— Ruffian

ein wichtiges Thema, unkonventionell angefasst, unbedingte Leseempfehlung

— Kathrin_Schroeder

Ein wichtiges Thema, von dem die Öffentlichkeit endlich erfahren muss, leider nicht gut umgesetzt (Schreibstil, mangelnde Tiefe).

— Lovely_Lila

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  • Manches darf nicht vergessen werden

    Das Schicksal der Drachentöchter

    Kunterbuntegrunewelt

    07. June 2018 um 09:52

    Selten hat mich ein Roman so wütend gemacht. Nicht etwa auf die Hauptfigur oder den Autor, nein. Ich war wütend über das Schicksal der armen koreanischen Mädchen, die zu tausenden aus ihren Familien gerissen wurden und für die japanischen Besatzer als Trostfrauen arbeiten mussten. Genauer heisst das, dass sie mehrfach am Tag von Soldaten vergewaltigt wurden. Das Japanische Militär verfolgte diese Technik, um die Moral der Soldaten hochzuhalten und ihre Disziplin zu stärken. Bis heute wird das Schicksal der Trostfrauen nicht überall anerkannt, und während noch darüber diskutiert wurde ob und wie die Frauen entschädigt werden sollten, sind die meisten von ihnen leider schon verstorben.Der Autor hat mit diesem Buch einen wichtigen Schritt getan, um das Schicksal der Trostfrauen öffentlicher zu machen.Der Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben, zum einen die Geschichte von Anna, die ihre leibliche Familie sucht, und zu anderen Jae-hee`s Erzählung über ihr Schicksal. Ähnlich wie Anna wurde ich von ihrem turbulenten und tragischem Leben in Bann gezogen, und bewundere sie für die Stärke, die sie trotz allem erlangt hat. Der Autor hat ihre Geschichte frei erfunden, und zusätzlich noch andere fiktionale Elemente eingebunden. Dennoch nimmt Jae-hee die Leser mit auf ihre Reise zu einigen der wichtigsten Schauplätze des Koreas im 20. Jahrhundert.Das Buch ist definitiv nichts für Leute mit schwachen Nerven, aber ich würde es dennoch weiter empfehlen. Es behandelt ein wichtiges Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird.

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  • Bewegendes Buch über das Leben einer starken Frau

    Das Schicksal der Drachentöchter

    Thala

    30. May 2018 um 17:16

    Handlung: Als die junge Anna Carlson ihre leibliche Mutter in Korea aufspüren will, ahnt sie nicht, wie tief sie mit ihren Nachforschungen in die Vergangenheit des Landes vorstoßen wird. Eine alte Frau scheint ihre Mutter gut gekannt zu haben und erzählt ihr von dem schweren Schicksal der sogenannten »Trostfrauen«. Diesen Namen gab die japanische Besatzungsmacht den schätzungsweise 20.000 jungen Frauen und Mädchen aus Korea und China, die sie während des Zweiten Weltkriegs in ihren Militärbordellen zur Prostitution zwang. Mit der Zeit erkennt Anna, wie sehr die Erzählungen der alten Frau und die Geschichte Koreas mit ihrem eigenen Schicksal zusammenhängen.Meine Meinung: Das Schicksal der starken Hong Jae-Hee hat mich sehr mitgenommen. Bisher hatte ich mich noch gar nicht mit koreanischer Geschichte befasst und habe so einiges über die Geschichte des Landes erfahren. Auch über die Greueltaten der Japaner in Korea habe ich nichts gewusst, so dass mich die Ausbeutung und Misshandlung der Trostfrauen sehr schockiert hat.Die Geschichte wird in einem flüssigen Schreibstil aus der Perspektive Hong Jae-Hees als alte Frau erzählt. Ich konnte der Geschichte gut folgen und war wie gebannt von der Geschichte. Vor allem hat mich die Stärke dieser Frau, die so vieles erlebt hat, wenn auch als fiktive Person, schwer beeindruckt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses Buch.

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  • Ein wichtiges Thema, doch vieles fehlt

    Das Schicksal der Drachentöchter

    Anima_Obscura

    21. May 2018 um 18:25

    Es fehlt vor allem an Authentizität der Charaktere, die man leider auch nicht erreicht, wenn man aus persönlichen Gründen egal welcher Natur nicht in der Lage ist, gewalttätige Szenen wiederzugeben, auch wenn sie noch so grausam sind. (Dies hat der Autor in einem Interview zu Protokoll gegeben). Den betroffenen Frauen hat der Autor damit in meinen Augen keinen Gefallen getan; schlimm genug, dass die Regierung in Teilen noch immer leugnet. Die Geschichte hätte Potenzial gehabt. Schade, ich habe mehr erwartet.

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  • Die erschütternde Lebensgeschichte einer Koreanerin.

    Das Schicksal der Drachentöchter

    Ruffian

    16. May 2018 um 21:22

    Die 20jährige Anna wurde in Korea geboren und mit 5 Monaten von einem amerikanischen Ehepaar adoptiert. Sie wächst in Amerika in einem liebevollen Zuhause auf, doch als ihre Mutter stirbt hinterlässt sie eine Lücke, die Anna gerne füllen würde. Sie reist nach Korea um dort nach ihren Wurzeln zu suchen. Ganz unerwartet findet sie ihre Großmutter Jae-hee in Seoul, die Anna nach und nach ihre Lebensgeschichte erzählt... Jae-hees Geschichte ist die Haupthandlung des Buches und beginnt im September 1943 in Nordkorea als sie im Alter von 14 Jahren vom japanischen Militär mit einer List von Zuhause weggelockt wird. Sie wird mit vielen anderen Mädchen in die Mandschurei verschleppt, wo sie gezwungen werden als Trostfrauen den japanischen Soldaten zu dienen. Dieser Abschnitt war für mich sehr schwer zu lesen. Es wird geschildert, wie oft sie täglich vergewaltigt werden und wie die Mädchen mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden. Am erschreckendsten ist, dass es sich hier um Tatsachen handelt und wie Japan mit diesem Kriegsverbrechen umgeht. Jae-hees Schicksal führt sie an weitere wichtige Orte, an denen sich Koreas Geschichte entscheidend ändert und anhand ihres Lebens bekommt der Leser einen groben Einblick in die jüngste Historie Koreas bis hin zum Jahr 2008. Es ist kein einfaches Leben und ein ständiger Kampf ums Überleben und um Anerkennung. Der Schreibstil des Autors war manchmal etwas spröde, fast schon schlicht und alle Figuren außer Jae-hee sind relativ blass. Dadurch fehlte mir ab und zu die emotionale Tiefe, die diese Geschichte verdient hätte. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Auf jeden Fall habe ich einiges über ein wichtiges Thema und über Koreas Entwicklung erfahren. 

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  • "Trostfrauen" und die koreanische Geschichte

    Das Schicksal der Drachentöchter

    Kathrin_Schroeder

    28. April 2018 um 15:43

    Das Schicksal der Drachentöchter, William Andrewsgelesen dank Netgalley im April 2018 als ebook (kindle)Genre: Historischer RomanRomane, die tiefere Einblicke in das Leben in China und Japan bieten, lese ich schon seit Jahrzehnten mit Begeisterung. Auch andere asiatische Länder habe ich in diesem Zusammenhang gestreift und gerade die Bücher, die in vergangenen Zeiten in diesen Gegenden spielen, faszinieren mich. Da bot sich auch dieses Buch an, bei dem mich schon das Cover besonders ansprach, vor allem, da Korea für mich doch ein ziemlich weißer Fleck auf meiner lesenden Landkarte ist."Das Schicksal der Drachentöchter" beginnt mit der Reise von Anna, einer in Amerika adoptierten Koreanerin, die nach dem Tod der Adoptivmutter ihre Wurzeln sucht und die leibliche Mutter kennenlernen möchte. Statt dieser lernt sie eine alte Frau, ihre Großmutter kennen und bekommt nicht nur einen außergewöhnlichen Kunstgegenstand, sondern auch eine ganz besondere Lebens- und Leidensgeschichte an der Geschichte Koreas entlang erzählt.Die Großmutter, Frau Hong wurde im zweiten Weltkrieg von den Japanern als "Trostfrau" mißbraucht und überlebte diese Zeit nur knapp, bevor sie danach in Nordkorea als Übersetzerin arbeitete. Auch in der Folge verläuft ihr Leben innerhalb der geschichtlichen Verwerfungen der Geschichte Koreas. So hat sie ihrer Enkeltochter eine Aufgabe und eine Verbindung zu ihrem Herkunftsland zu geben aus der Wege in deren Zukunft führen.Das Buch schildert schonungslos direkt, notwendig aber nicht übertrieben grausam das überaus dunkle Kapitel des Leidens zahlloser asiatischer Frauen unter dem japanischen Heer. Obwohl der Autor als Amerikaner einer völlig anderen Kultur entstammt, versucht er sich mit dem Blick von innen heraus (Großmutter) gleichermaßen wie von außen darauf (Enkelin). Die geistige Haltung der eigenen Scham und Schande, der Zwiespalt zwischen der aufgewendeten Kraft zu überleben und der Mischung aus Verzweiflung und Bürde entwickelt eine ganz eigene Kraft. Die Trostfrau ist gezwungen ihre Geschichte zu verheimlichen um nicht nach ihrem Leiden aus der Gesellschaft ausgestoßen zu werden. Später als Mutter muss sie versuchen einen Mann zu finden um durch einen Familienstammbaum der Tochter den Schulbesuch zu ermöglichen. Leid und Qual die zugefügt wurden und im Kindesalter zuschlugen verurteilen in den Augen der Mitmenschen zu einem Leben außerhalb der Gesellschaft.Aber sie ist stark, talentiert, mutig und für ihre Gesellschaft unkonventionell. An dieser Stelle ist die alte Frau Hong nicht das Bild einer typischen koreanischen Trostfrau, die überlebt hat, sondern wird in der Betrachtung des Autoren zu einer mythischen Heldin. Sie ist besonders schön, besonders wenig betroffen von dauerhaft körperlichen Folgen durch Geschlechtskrankheit oder Schwangerschaft und Abtreibung. Sie ist intelligent, belesen, eine gute Gesellschafterin, so talentiert für Sprachen, dass sie (und später die Enkeltochter) in unnatürlich kurzer Zeit neue Sprachen fehler- und akzentfrei lernt.Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte Koreas inklusive der besonders dunklen Kapitel, nein es baut zusätzlich einen mythologischen Überbau, indem es die beiden Frauen in all der logischen und erklärbaren Entwicklung in den Kontext der koreanischen Mythologie einbaut. Der Drachenkamm und seine Bedeutung, die sich im Laufe des Buches erschließt macht aus der reinen Geschichte eine Mythologie ohne sich festzulegen. War es Zufall, dass der Kamm wundersamerweise nie verloren ging? Dass er an einigen Stellen seiner Geschichte Auswege zeigte, dass er eindeutig nach und nach die Herkunft erklärte?Das Besondere an diesem Buch ist seine Nähe zu anderen Geschichten aus dem asiatischen Raum. Nicht der Inhalt, der war für mich neu und unbekannt, aber die Art wie die beiden Heldinnen subtil aufgebaut wurden, wie wundersame Eigenschaften von Gegenständen und herausragende Talente und Eigenschaften in den Raum gestellt wurden, ohne sich festzulegen, was davon tatsächlich geschieht und was nur der Fantasie entsprang, hatte manche Ähnlichkeit mit einzelnen traditionellen chinesischen Geschichten und auch anderen, die ich über die Jahre gelesen habe.Der Schreibstil von Herrn Andrews ist recht einfach, stellenweise spröde, aber ob dies seine Schreibe oder die Übersetzung verursachte, kann ich nicht sagen -die Fortsetzung werde ich um dies festzustellen wahrscheinlich auf englisch lesen. Seine Recherche und seine historischen Belege, wie sie im Nachwort zu finden sind, sind fundiert und gehaltvoll.Das Buch ist insgesamt sehr gut lesbar, wenn es sich auch im Mittelteil etwas zieht. Die Thematik ist wichtig, die Hauptpersonen sind gut ausgebildet und wo sie uns stückweise schattenhaft erscheinen, vermute ich dies mit Absicht angelegt um die Regeln und Vorgaben der koreanischen Kultur, die sich im Verhalten und Denken wiederspiegeln, auszudrücken. Nebenfiguren sind in großen Teilen eher schwach angelegt, nur die wirklich notwendigen Charakterzüge sind dargestellt. Dies kann so verstanden werden, dass der Autor es nicht besser beherrschte, ich vermute aber auch hier Absicht.Laut Klappentext ist Herr Andrews der koreanischen Kultur durch seine Adoptivtochter verbunden, warum sollte er da nicht auch Stilelemente der Literatur in einen ansonsten amerikanisch geschriebenen Roman eingebunden haben.Für mich hat dieses Buch eine Leseempfehlung für:* historisch interessierte Menschen mit Themenschwerpunkt 3. Reich, asiatische/koreanische Geschichte* Menschen, die mythologisch geprägte Geschichten mögen und Zugang zu verschiedener asiatischen Literatur haben* Menschen, die das Thema Frauenrechte, Gewalt gegen Frauen usw. interessiert* Leser (ich hasse Genderendungen), die unkonventionell starke Frauengestalten schätzen.Zu einem "großen" Buch ist noch ein wenig Luft nach oben. Daher nicht ganz die volle Punktzahl, aber eine uneingeschränkte Leseempfehlung.#DasSchicksalDerDrachentöchter #NetGalleyDE

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  • 2,5 Sterne: Wichtiges Thema, leider mangelhaft umgesetzt

    Das Schicksal der Drachentöchter

    Lovely_Lila

    21. April 2018 um 12:32

    * Die Rezension enthält Spoiler! Vor diesen wird aber im Text noch einmal gewarnt. *~ In „Das Schicksal der Drachentöchter“ beleuchtet William Andrews ein wichtiges Thema, von dem die breite Öffentlichkeit endlich erfahren soll. Gerade weil die Geschichte so viel Potential hatte, enttäuschte es mich umso mehr, dass dieses in vielen Bereichen nicht genutzt werden konnte. Probleme hatte ich mit dem oberflächlichen, teilweise lieblos wirkenden Schreibstil, den Spannungseinbrüchen, den teilweise blassen Figuren und der Beschreibung des Innenlebens der Protagonistinnen, die nicht detailliert und nuanciert genug war, um wirklich mit ihnen mitleiden und mitfiebern zu können. Generell hätte ich mir insgesamt mehr Tiefe gewünscht. ~ Übersicht Einzelband oder Reihe: Band #1 (Es gibt eine Fortsetzung mit dem Titel „The Dragon Queen“, diese ist Amerika bereits erschienen.) Erzählweise: Ich-Erzähler, Präteritum & Präsens Perspektive: aus weiblicher Perspektive (Anna und Jae-hee) Kapitellänge: mittel Tiere im Buch: + Es werden keine Tiere gequält oder getötet. Warum dieses Buch? Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht, da ich (wie vermutlich viele andere) über das Thema „Trostfrauen“ bisher noch nichts gehört hatte. Meine MeinungEinstieg (+) Der Einstieg fiel mir sehr leicht, ich konnte mich sofort in Anna hineinversetzen und war gespannt darauf, was es mit dem Kamm auf sich hat. Auch der Einstieg in Jae-hees Geschichte verlief später problemlos und angenehm. Inhalt, Themen & Botschaften (+/-) Es ist ein unglaublich wichtiges Thema, das der Autor für dieses Buch gewählt hat – ein Thema, von dem die Welt (die breite Öffentlichkeit) endlich erfahren muss. Zehntausende junge Frauen, hauptsächlich aus Korea und oftmals sogar noch minderjährig (teilweise sogar unter 13 Jahren), wurden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in japanische Soldatenbordelle gebracht, wo sie dann zur Zwangsprostitution gezwungen wurden. Die Umstände dort waren furchtbar, die Lebensbedingungen sklavisch. Doch nicht allein Vergewaltigungen mussten die jungen Frauen ertragen, auch Gewalt, Folter und sogar Mord schienen an der Tagesordnung zu stehen. Es wird geschätzt, dass ein Drittel der Trostfrauen während oder kurz nach dem Krieg ermordet oder hingerichtet wurden oder Suizid begingen. Unglaublich auch der Umgang Japans mit seinen Kriegsverbrechen: Bis heute werden die Tatsachen in den Schulbüchern falsch dargestellt, immer noch wird teilweise behauptet, die Frauen hätten freiwillig gedient und noch immer steht eine angemessene Entschuldigung aus. Darum protestieren noch heute die überlebenden Trostfrauen gemeinsam mit Aktivisten und Aktivistinnen jeden Mittwoch vor der Botschaft in Soul, Südkorea (nachzulesen in diversen Zeitungsartikeln). Doch der Autor behandelt in seiner Geschichte noch viel mehr: Er zeigt auch die Ausbeutung koreanischer Mädchen durch die Amerikaner, die schwere Zeit nach dem Krieg, in der viele Menschen verhungerten, und die Versuche, eine einheitliche Regierung für das ganze Land aufzubauen. Vielleicht hat er sich da zu viel vorgenommen und es wäre besser gewesen, sich weniger Themen auszusuchen und diese dafür tiefgehender zu behandeln. In manchen Rezensionen wurde kritisiert, dass es William Andrews trotz seiner genauen Recherchen nicht gelungen sei, die koreanische Kultur und Denkweise so einzufangen, wie sie wirklich ist – dies kann ich leider nicht beurteilen, da ich noch nie in Korea war und mich mit den Eigenheiten der Kultur nicht auskenne. Allerdings fielen mit beim Lesen schon einige kulturelle Unterschiede auf: Besonders hervorstechend waren hierbei die öffentliche Zurückhaltung, die extreme Höflichkeit, der koreanische Aberglaube und die Schamkultur. Für die letzten beiden Dinge konnte ich in einigen Situationen nicht wirklich Verständnis aufbringen. * Achtung: Spoiler! * Zum Beispiel konnte ich überhaupt nicht verstehen, warum Jae-hee ihrer Tochter dazu rät, das Baby zu bekommen, wenn es doch sehr wahrscheinlich ist, dass sie die Geburt nicht überlebt. Als das Mädchen dann schlussendlich starb und sich Jae-hee Vorwürfe machte, konnte ich nur denken: Das hast du jetzt davon! Auch die Scham und die Schuldgefühle Jae-hees für die Vergewaltigungen konnte ich (von meinem westeuropäischen Standpunkt aus) kaum ertragen, ebenso wenig die Sprüche anderer Menschen zum Thema. Niemals, wirklich niemals ist das Opfer schuld an einem Verbrechen! * Spoiler Ende! * Andrew Williams Botschaft scheint klar: Es geht einerseits darum, das Schweigen zu brechen und aufzuklären über die fürchterlichen Kriegsverbrechen Japans. Andererseits steht auch Jae-hee im Mittelpunkt und ihre Kraft, auch nach den furchtbarsten Erlebnissen wieder aufzustehen und irgendwie weiterzumachen. Struktur & Tipp (+) Interessant sind die Anmerkungen des Autors, das Interview, die Literaturtipps und die Fotos der Troststation am Schluss. In der Ebook-Ausgabe wurden diese leider nicht angezeigt, deshalb hier mein Tipp: Auf der Webseite des Autors können sie ebenfalls angesehen werden, außerdem gibt es dort einige interessante Zusatzinformationen. Ein Besuch lohnt sich also! Schreibstil (-!) Bei all den guten Vorsätzen und bei all dem Potential, scheitert es schlussendlich leider hauptsächlich an Andrew Williams oberflächlichem Schreibstil, den ich stellenweise (gegen Ende des Buches wird es etwas besser) als sehr lieblos empfunden habe. Erzählerisches Talent konnte ich trotz mancher toller Vergleiche und Momente in den vielen einfachen, gleichförmigen, kurzen Hauptsätzen oder Hauptsatzreihen und den oftmals gleichen Satzanfängen nur selten erkennen. Außerdem waren mir manche Formulierungen viel zu pathetisch. Dieses Buch hätte ein großartiges werden können, ein Buch, das uns alle nachhaltig mitnimmt, berührt und schockiert. Auch wenn es wehtut, von den Verbrechen zu lesen, die diesen Mädchen angetan wurden, so verschenkt der Autor unglaublich viel Potential, weil es ihm nur um den Inhalt zu gehen scheint, nicht aber um eine ästhetisch ansprechende Gestaltung des Textes. „Ich stolperte die leeren Straßen Dongfengs entlang zur Krankenstation. Ich hievte mich die dunkle Treppe hinauf zum Krankensaal, ging zu der Stelle, wo Soo-hee gelegen hatte. Dort zog ich den weißen Vorhang beiseite. Sie war nicht mehr da. Ich verließ die Krankenstation und ging zur Troststation.“ Ebook, Position 1660 Hauptfiguren (+/-) Auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken der Figuren war mir (nicht immer, aber) oft zu oberflächlich und ungenau, mehr Arbeit an den Beziehungen der Mädchen untereinander und mehr lebendige Dialoge hätten dem Buch gutgetan. Ich hätte gerne mit der eigentlich sehr sympathischen und beeindruckenden Jae-hee mitgelitten und mich mitgefreut, konnte aber an vielen Stellen leider nur wie eine unbeteiligte Zuschauerin auf die Figuren blicken. Zudem erschien mir ihre Figurenentwicklung nicht immer glaubwürdig. Außerdem agieren beide Protagonistinnen (Anna und Jae-hee) teilweise unlogisch und weisen einige Mary-Sue-Qualitäten auf: Jae-hee ist zum Beispiel wunderschön, die schönste der Prostituierten und dadurch extrem beliebt, außerdem lernt sie unglaublich schnell neue Sprachen und übertrifft mit ihren Fähigkeiten ständig die Erwartungen aller um sie herum. Mir war das teilweise zu viel des Guten. Anna, die Protagonistin der Rahmengeschichte, blieb zudem seltsam farblos und schien gar keine eigene Persönlichkeit zu besitzen. Sie scheint hier nur das Fenster zu sein, durch das wir in Jae-hees Vergangenheit reisen können. Das ist mir leider nicht genug – ich brauche in Büchern lebendige, komplexe Figuren, die sich weiterentwickeln. Nebenfiguren (+/-) Viele der Nebenfiguren waren mir leider zu schemenhaft und blass. Hier fehlte mir eine liebevollere, tiefgehendere Figurenzeichnung, es fehlten Hintergrundinformationen und Schwächen. Andere Nebenfiguren sind gut gelungen, lassen Selbstzweifel, Probleme und Ängste erkennen. Ein Beispiel, das mir sehr positiv in Erinnerung geblieben ist, ist Jin-mo, dessen Charakterveränderung sich sehr glaubwürdig und schleichend vollzieht. Atmosphäre (+) Die Atmosphäre im Buch ist stellenweise hoffnungslos, schockierend und schwer zu ertragen. Man möchte schreien ob der Ungerechtigkeiten, die der jungen Jae-hee und so vielen anderen Mädchen widerfahren! Aber: Es gibt auch hoffnungsvolle, positive Momente, die die Stimmung heben. Spannung (+/-) Der Spannungsbogen ist nicht konstant. Immer wieder baut der Autor durch den fürchterlichen Inhalt gekonnt Spannung auf, zwischendurch und vor allem am Ende des Buches (das meiner Meinung zuerst zu langgezogen wurden und dann viel zu abrupt und ohne die erwartete Belohnung für die LeserInnen endet) kommt es zu bemerkenswerten Spannungseinbrüchen. Dennoch hatte ich nie vor, das Buch abzubrechen, da ich stets neugierig war, wie Jae-hees Geschichte schließlich ausgehen würde. Geschlechterrollen (+) Jae-hee ist der Inbegriff einer starken Heldin, die sich durch nichts und niemanden brechen lässt. Sie wird oft aktiv, ergreift die Initiative und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Auch wenn Frauen in diesem Buch unterdrückt und verletzt werden, ist stets klar, wie schrecklich das Ganze für die Mädchen war, nichts wird beschönigt. Manches Mal ging mir der Autor aber auch zu sehr ins Detail, hier hätte der Fokus mehr auf Jae-hees Innenleben statt auf die grausamen Einzelheiten der Vergewaltigungen und Gewalt gelegt werden sollen. Problematisch für jüngere LeserInnen könnten Jae-hees Schuldgefühle bezüglich der Verbrechen, die ihr angetan wurden, sein. Mein Fazit In „Das Schicksal der Drachentöchter“ beleuchtet William Andrews ein wichtiges Thema, von dem die breite Öffentlichkeit endlich erfahren soll. Gerade weil die Geschichte so viel Potential hatte, enttäuschte es mich umso mehr, dass dieses in vielen Bereichen nicht genutzt werden konnte. Probleme hatte ich mit dem oberflächlichen, teilweise lieblos wirkenden Schreibstil, den Spannungseinbrüchen, den teilweise blassen Figuren und der Beschreibung des Innenlebens der Protagonistinnen, die nicht detailliert und nuanciert genug war, um wirklich mit ihnen mitleiden und mitfiebern zu können. Generell hätte ich mir insgesamt mehr Tiefe gewünscht. Den zweiten Band werde ich voraussichtlich nicht mehr lesen. Empfehlung: Ich persönlich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen. Interessierte sollen dennoch hineinlesen, da viele Menschen im englischsprachigen Raum sehr begeistert von der Geschichte waren. Allgemein würde ich aber eher empfehlen, ein Sachbuch zum Thema zu lesen. Das werde ich bestimmt auch noch machen. Bewertung Idee, Themen, Botschaft: 4 Sterne Ausführung: 2,5 Sterne Schreibstil: 2 Sterne Hauptpersonen: 1 Sterne (Anna) & 3 Sterne (Jae-hee) Nebenfiguren: 3 Sterne Atmosphäre: 3 Sterne Spannung: 3 Sterne Emotionale Involviertheit: 3 Sterne Geschlechterrollen: + Insgesamt: ❀❀,5 Lilien Dieses Buch bekommt von mir 2,5 Lilien!

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