William Boyd Brazzaville Beach

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Inhaltsangabe zu „Brazzaville Beach“ von William Boyd

Die junge Verhaltensforscherin Hope Clearwater lebt am Brazzaville Beach. Nach ihrer gescheiterten Ehe mit einem Mathematiker hat sie sich nach Afrika abgesetzt und erzählt von ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in einem Forschungscamp mitten im Urwald, wo sie das Zusammenleben wilder Schimpansen untersucht. Das Land leidet unter einem erbitterten Bürgerkrieg, doch auch im Mikrokosmos des Camps herrscht Unfrieden, denn die Erkenntnisse, die Hope aus ihren Feldstudien gewinnt, stimmen mit den Aussagen des renommierten Schimpansenforschers Eugene Mallabar nicht überein. Raffiniert verwebt William Boyd eine hochspannende Romanhandlung vor dem Hintergrund des dunklen Kontinents Afrika mit Betrachtungen über Wissenschaft und Philosophie.

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  • Von Schimpansen und Menschen

    Brazzaville Beach
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2011 um 23:03

    Nachdem ich T.C. Boyles "Wassermusik" in einem Stück verschlungen und mich an Conrads "Herz der Finsternis" ergötzt hatte, fiel mir dieser Roman in die Hände, welcher mich vom Klappentext sowohl inhaltlich als auch geographisch an die beiden anderen erinnerte. Vorneweg: "Brazzaville Beach" von Boyd kann den Vergleich mit den Werken Boyles und Conrad nicht standhalten, sollte mit diesen aber auch nicht unbedingt in Verbindung gebracht werden. Boyds inhaltlicher Ansatz, seine Sprache und Intentionen, sind völlig andere. "Brazzaville Beach" wird rückblickend von der Verhaltensforscherin Hope Clearwater erzählt, welche nach einer gescheiterten Ehe in das Camp Grosso Avore im Dschungel Westafrikas geflüchtet ist, um dort eine Gruppe Schimpansen zu beobachten. Die Entdeckungen die sie während ihrer Forschungen macht, verstören sie nicht nur zutiefst, sondern bringen sie gleichzeitig in Lebensgefahr. Ihre aufgestellten Thesen drohen alle bisherigen Annahmen über die Menschenaffen in Frage zu stellen und führen zu Problemen in dem abgelegenen Camp, in dem sich eine Gesellschaft mit ihren eigenen Regeln entwickelt hat. Doch nicht nur im Mikrokosmos von Grosso Avore brodelt es. Auch im Land herrscht ein erbitterter Bürgerkrieg, der sich gefährlich nah dem Camp nähert. Boyd gelingt es mit Bravour die mehreren Ebenen und Handlungsstränge des Romans zu verflechten, ohne dabei den Leser zu verwirren. Die Ereignisse um den Zerfall von Hopes Ehe in England, welche weder sentimental noch zynisch anmuten, sondern vielmehr nur glaubhaft wirken, schildert er aus der dritten Person. Der eigentliche Hauptstrang in Afrika wird dagegen in der Ich-Perspektive wiedergegeben. Zugang zum Plot ist schnell gefunden, was in erster Linie daran liegt, dass die Sprache einfach und klar ist, wenngleich auch stellenweise wenig anspruchsvoll. Zudem thematisiert Boyd das Thema Schauplatz Afrika erfrischend klischeearm. Weder oberflächliche Schwarzafrika-Romantik noch westliches Mitleid kommen zum tragen. Stattdessen zeigt er auf, dass die Flucht vor der Wirklichkeit unmöglich ist, was auch Hope erkennen muss, als die Kriegsereignisse schließlich auch sie erfassen. Boyd mahnt nicht mit erhobenem Zeigefinger und schiebt stattdessen nur langsam die Realität vor die Augen des Lesers. Insgesamt ist "Brazzaville Beach" ein empfehlenswertes, allerdings auch irgendwie unspektakuläres Buch, das besonders diejenigen ansprechen dürfte, die sich für Verhaltensbiologie interessieren. Ein Roman aus der Sicht einer starken Frau, der mich zwar nicht begeistert, mit seinen Gedankengängen aber noch lange bei mir nachgewirkt hat. Nicht mein letztes Buch von Boyd!

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  • Rezension zu "Brazzaville Beach" von William Boyd

    Brazzaville Beach
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    05. February 2010 um 16:14

    Boyd verwebt drei Zeitebenen in diesem Buch miteinander, die zentrale Ebene ist dabei nicht die, aus der rückblickend erzählt wird, sondern vielmehr die chronologisch betrachtet mittlere Ebene, in der die Hauptfigur Hope Clearwater im afrikanischen Busch Verhaltensforschung an Affen betreibt. Eingewebt in diese Geschichte, ist die Erinnerung an Hopes gescheiterte Ehe mit dem Mathematiker John Clearwater, der an seinen Ansprüchen und auch an seiner Genialität scheitert und eine anschließende Zeit, die Hope ebenfalls in Afrika verbringt. Zeitlich ist das Buch in der zweiten Hälfte des 20. Jh. angesiedelt, geographisch in einem nicht genauer bezeichneten, vom Bürgerkrieg zerrissenen Land in Afrika. Im Camp "Grosso Avore" beobachtet Hope Schimpansen in freier Wildbahn und muss dabei feststellen, dass diese längst nicht so friedlich sind, wie von ihrem Vorgesetzten vorausgesetzt. Als sie ihre Entdeckungen publik machen will, kommt es zum Streit, Hope flieht aus dem Camp und gerät in die Hände von Rebellen... Die Beschreibungen der Schimpansen sind teilweise sehr ausführlich, für die Entwicklung des Buches aber wichtig, so dass sie auch weniger biologisch interessierte Personen fesseln können. Durch die Wechsel zwischen den Zeitebenen steigert Boyd die Spannung für den Leser, da lange unklar bleibt, was genau Hope bewegt hat, ihre Ehe zu beenden und nach Afrika zu gehen sowie ihre Position im Forschungscamp aufzugeben. Aus meiner Sicht ein spannendes, aber nicht besonders anspruchvolles Buch, das gut zu lesen ist und interessante Einblicke in die Gesellschaftsstruktur der Schimpansen ebenso wie der Menschen bietet.

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