Einfache Gewitter

von William Boyd 
4,0 Sterne bei68 Bewertungen
Einfache Gewitter
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (50):
P

Kommt anfangs etwas schwer in die Gänge, wird dann aber zu einem Roman den man gut lesen kann.

Kritisch (6):
rainbowlys avatar

Ziemlich anstrengend zu lesen, die Handlungen der Hauptperson waren für mich nicht nachvollziehbar und das Ende nicht besonders spannend...

Alle 68 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Einfache Gewitter"

Adam Kindred muss untertauchen, sofort. Nur Stunden zuvor hat er in einem kleinen italienischen Restaurant in London Philip Wang kennengelernt, Chef-Entwickler eines großen Pharmakonzerns. Als er ihn wenig später in seinem Apartment aufsucht, findet er einen sterbenden Mann vor. In Panik flieht Adam, alle Indizien weisen auf ihn. Er versteckt sich auf Brachland nahe der Themse und muss nun im Untergrund, im Verborgenen leben.Kontakt zur Familie ist nicht möglich, Kreditkarte und Handy darf er nicht benutzen, wenn er unerkannt bleiben will. Mit einem Mal erfährt Adam, wie zerbrechlich seine so sicher geglaubte Identität ist,aber auch, welche Kräfte jemand entwickelt, dem allesgenommen ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783833307010
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Berlin Verlag Taschenbuch
Erscheinungsdatum:09.10.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.08.2009 bei Der Audio Verlag erschienen.

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    carolawolffs avatar
    carolawolffvor 4 Jahren
    Lesenswert

    Eigentlich will er nur etwas Gutes tun: Adam Kindred, angesehener Wissenschaftler, trägt einer Zufallsbekanntschaft aus einem Cafe dessen verlorene Unterlagen nach. Und plötzlich hat er einen Toten am Hals und wird als Mörder gesucht.

    So die Ausgangslage.

    Hat mich nicht so ganz überzeugt, warum der Held nicht doch einfach zur Polizei geht.

    Weitergelesen habe ich trotzdem, weil Boyd ein meisterhafter Erzähler ist und es unglaublich spannend war mitzuverfolgen, wie ein Mensch mitten in einer Millionenstatd wie London, einfach untertauchen und unsichtbar werden kann. Wie die Stadt 'von unten' aussieht. Und auf was für wackeligen Beinen das steht, was wir unsere 'Identität' nennen.


    Fazit:

    Lesen!

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    Ulf_Borkowskis avatar
    Ulf_Borkowskivor 6 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Adam Kindred ist ein vor kurzem geschiedener Klimatologe, der aufgrund eines Verhältnisses mit einer seiner Studentinnen, das ihn seine Ehe und seine Dozentenstelle an einer renommierten amerikanischen Universität kostete, zurück nach England gekommen ist, um sich am Londoner Imperial College als Research Fellow zu bewerben. Nach seinem Vorstellungsgespräch geht er in einem italienischen Restaurant in Chelsea essen und begegnet kurz dem Immunologen Dr. Philip Wang, der versehentlich eine Akte vergisst, die Adam ihm daraufhin in Wangs Londoner Wohnung bringen will. Doch in Wangs Wohnung findet Adam selbigen mit einem Messer im Körper sterbend vor. Auf Wangs Bitten entfernt Adam das Messer und nimmt die Akte an sich.

    Da alle Indizien auf Kindred als Mörder deuten, flieht er mit der Mappe und versteckt sich fortan in einem Gebüsch an der Chelseabrücke am Themseufer. Die Polizei sucht ihn, und offenbar ist noch jemand anderes hinter ihm her. Adam beschließt, in den Untergrund gehen, zerschneidet seine Karten und alles das ihn identifizieren könnte. Schon bald führt das Leben eines Tramps, sucht in Mülltonnen nach Nahrung und wagt sich nur nachts aus seinem Versteck. In der Zwischenzeit beschließt er, aus der Akte herauszufinden, warum Wang ermordet wurde und ob es irgendeine Verbindung zu Calenture-Deutz, dem Pharmaunternehmen für das Wang arbeitete, gibt.

    Calenture-Deutz ist ein Unternehmen, das von Ingram Fryzer, dem anderen Protagonisten des Romans geleitet wird. Ingram ist verheiratet, hat drei Kinder und ist im Begriff, große Gewinne aus der Einführung eines neuen Anti-Asthma-Medikaments, Zembla-4, dessen klinische Studien von Dr. Wang betreut wurden, zu erwirtschaften. Doch Ingram Fryzers Leben nimmt nicht mehr den von ihm gewünschten Verlauf. seine erwachsenen Kinder entfernen sich von ihm, seine Ehe ist zur Routine erstarrt und bei Calenture-Deutz hat sich der großspurige südamerikanische Pharma-Entrepreneur Alfredo Rilke eingekauft. Dessen Truppe macht sich Sorgen wegen verschwundener Akten. Fryzer wird immer mehr in die Enge getrieben, die Markteinführung von Zembla-4 von Seiten Rilkes stark forciert, Entscheidungen werden über Fryzers Kopf hinweg getroffen. Schließlich muss er einsehen, dass er die Kontrolle über viele Bereiche verloren hat. Außerdem beginnt ihn ein körperliches Problem zu plagen, er hat Sprachaussetzer und Konzentrationsschwächen.
    Der Irak-Veteran Jonjo Case war damit beauftragt, Philip Wang zu ermorden und ist jetzt hinter Kindred und den Akten her. Mit der Verbissenheit eines Söldners gibt er niemals auf und kommt Adam mehrmals gefährlich nahe, nur der Zufall verhindert den Erfolg. Schließlich wird er völlig überraschend und für ihn enttäuschend von seinem Kontrakt entbunden, was ihn allerdings nicht hindert, weiter an der Verfolgung zu bleiben.

    Die Polizistin Rita Nashe, die soeben zur Wasserschutzpolizei versetzt wurde und mit ihrem Vater auf dem Themse-Hausboot Bellerophon lebt, wird mehrfach die Wege Kindreds kreuzen, sie wird ihm unwissentlich das Leben retten und später mit ihm eine leidenschaftliche Affäre anfangen.

    Adam durchläuft als Verfolgter und Flüchtling mehrere Phasen. Während er sich zunächst nur versteckt, beginnt er –nachdem ihm das Geld ausgegangen ist erfolgreich zu betteln. Im weiteren Verlauf findet er Anschluss an die Sekte der Church of John Christ um den selbsternannten Bischof Yemis, auf die er durch die Prostituierte Mhouse hingewiesen wurde, für die und ihren Sohn Ly-on er eine gewisse Zuneigung entwickelt und zeitweise in deren Sozialwohnung wohnt. Später zieht Adam mit Primo Belem, den er ebenfalls in der genannten Sekte kennen gelernt hat, in eine einfache Wohnung. Als dieser unvermittelt stirbt, nimmt Adam Kindred dessen Identität an und beginnt eine Arbeit als Pflegehelfer im St.-Botolph-Krankenhaus, um gut getarnt weiter an seiner Rehabilitierung zu arbeiten.

    Mit „Einfache Gewitter“ unternimmt William Boyd eine rasante Verfolgungsjagd durch Londons Großstadtdschungel. In gewohnt präziser Sprache offenbart sich dem Leser ein detailliertes Bild der englischen Metropole und ein ebenso erschreckendes Bild des Zerfalls einer menschlichen Identität durch die Zufälligkeit der Ereignisse.

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    R
    R-E-Rvor 6 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Dies war das zweite Buch von William Boyd, das ich gelesen habe. Ich stelle fest, das es dem Autor gefällt, seine Hauptfiguren völlig neuen Lebenssituationen auszusetzen. In seinem Roman “Eine große Zeit” lässt sich ein junger Schauspieler der britischen Oberschicht zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Wien wegen Potenzproblemen behandeln und gerät unverhofft als Spion zwischen die Fronten des ersten Weltkriegs. Im vorliegenden Buch möchte der Klimaforscher Adam Kindred eigentlich nur wieder in seiner Heimatstadt London beruflich Fuß fassen. Dazu kommt es auch. Nur anders als gedacht. Statt des Forschungsstipendiums am Imperial College landet er als Obdachloser unter einer Brücke an der Themse.

    “Eine scheinbar unbedeutende Entscheidung, und nichts ist mehr, wie es einmal war. Im Bruchteil einer Sekunde entgleitet ein ganzes Leben.” So steht es im Klappentext zu “Einfache Gewitter”. Es ist keineswegs eine unbedeutende Entscheidung die die Hauptfigur trifft, eher eine unüberlegte Handlung. Nach seinem Vorstellungsgespräch lernt Adam beim Essen zufällig den Arzt Dr. Philipp Wang kennen. Der Allergologe vergisst seine Aktenmappe im Restaurant. Adam bringt ihm diese netterweise nach Hause. Er findet den Wissenschaftler blutüberströmt im Schlafzimmer. Ein Messer ragt aus seiner Brust. Adam zieht es heraus und wird so vom zufälligen Zeugen eines Mordes zum Haupttatverdächtigen.

    Was Boyd nun erzählt ist so phantastisch, das es schon wieder wahr sein könnte. Adam entscheidet sich, die Flucht in den Untergrund zu wählen, bis der wahre Täter gefasst wird bzw. selber zu versuchen, diesen zu stellen. Als neues Domizil findet er ein Uferdreieck unter einer Brücke an der Themse. Nur seinen Aktenkoffer, einen Regenmantel und hundert Pfund Bargeld rettet er aus seinem alten Leben. Als ihm auch dies noch bei einem Überfall gestohlen wird, kämpft er ums nackte Überleben.

    Es gibt viele Stellen die gleichzeitig verstören und faszinieren. Als der Hunger am größten ist, erlegt Adam mit angeschwemmtem Strandgut eine Möwe. Nach dem Verzehr des verkohlten Fleisches fühlt er sich gestärkt weitere Herausforderungen zu Bestehen. Und derer hat der Autor einige für seinen Helden vorgesehen.

    Adam kommt der Verschwörung eines Pharmaunternehmens auf die Spur. Der getötete Arzt hat an der Erforschung eines neuen Medikamentes zur Heilung von Asthma gearbeitet. Kurz vor der Einführung auf den Markt, schien ihn irgendetwas bewogen zu haben, auf einen Rückzug zu drängen. Ein millionenschweres Geschäft das zu platzen drohte. Die Manager von Calenture Deutz sind jedenfalls dringend daran interessiert, an die Unterlagen zu kommen, die sich in Adams Besitz befinden und setzen einen Profikiller auf ihn an.

    Boyd ist ein großartiger Erzähler. Er erzeugt Spannung durch eingängige Sprachbilder. Seine Figuren wirken bis ins kleinste Detail authentisch. Selbst sprachliche Unterschiede arbeitet er fein heraus. Er nimmt sich Zeit für den Blick hinter die Fassade jedes seiner unterschiedlichen Protagonisten. Die Handlung wird so zu einem Spiegel der Londoner Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Auch diesen Roman fand ich mehr als unterhaltsam. Er hat mich gefesselt, verblüfft und menschlich berührt. Er war lehrreich und dennoch unterhaltsam. Und es wird nicht das letzte Werk dieses außergewöhnlichen Schriftstellers bleiben, dass ich lesen werde.

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    Golondrinas avatar
    Golondrinavor 6 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Ich sags mal rundheraus: ich werd mit Herrn Boyd nicht warm.

    Für mich sieht es so aus, dass er seinen eigenen Ansprüchen leider nicht gerecht werden kann: Entlarvung übler Machenschaften der Pharmakonzerne - woanders packender und eindeutiger beschrieben. Identitätskrise und Sinn-Suche, wenn das Leben dem Helden den Boden unter den Füßen wegzieht - bei Boyd gelingt es der Hauptfigur scheinbar mühelos, damit klarzukommen und das Londoner Prekariat eilt beflissentlich zu Hilfe. Auf der anderen Seite die arrogante Londoner Oberschicht, die sich im Angesicht der Firmenkatastrophe selbst zerfleischt, na klar. Und schliesslich noch der üble kampferprobte Ex-Soldate, der die Verfolgung des untergetauchten, aus seiner Existenz geworfenen Helden aufnimmt. Oh je.

    Das alles kann man spannender, packender, kompromissloser nachlesen in diversen Wirtschaftskrimis, Agententhrillern oder Romanen. Bei Boyd bleibt es blass, oberflächlich, fade.

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    vormivor 7 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Schade, mein Fall war es nicht so.
    Obwohl es ein interessanter Krimi war, mit sehr interessanten Querverbindungen zwischen den Protagonisten, obwohl diese es oft gar nicht gemerkt haben.
    Auch die Story an sich war nicht uninteressant.
    Aber leider war mir die Hanlung oft zu langatmig und teilweise war mir die Handlungsweise der Akteure nicht nachzuvollziehen.
    Interessant war es, wie man in unserer heutigen Welt einfach mal so verschwinden kann.
    Und, andersherum, wie man dann auch unter Unständen wieder zu einer neuen Identität kommen kann.
    Fazit - Ein netter Krimi, mal was anderes, aber nicht zwingend nötig zu lesen.

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 7 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    'Das Walten blinden Zufalls!'

    Inhalt:
    Der Klimatologe Adam Kindred kommt eben von einem Bewerbungsgespräch zurück, als sich sein Leben von einer Sekunde auf die andere radikal ändert: in einem italienischen Restaurant trifft er auf den Immunologen Dr. Philip Wang, der schließlich seine Mappe vergisst. Adam bringt ihm diese in seinem Apartment vorbei und findet Dr. Wang blutend auf seinem Bett, mit einem Brotmesser in der linken Seite. Adam entfernt das Messer, Dr. Wang stirbt, und Adam realisiert, dass er überall seine Fingerabdrücke und beim Portier sogar seinen Namen und seine Anschrift hinterlassen hat. Kurz überlegt er, ob er sich stellen soll, doch dann entscheidet er sich dafür, sein bisheriges Leben aufzugeben und in den Untergrund zu gehen.

    Mein Eindruck:
    William Boyd hat mit 'Einfache Gewitter' einen unglaublich spannenden und fesselnden Roman geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Der Autor schildert sehr glaubhaft und überzeugend, wie das Leben von einem Moment auf den anderen durcheinander geraten kann, wie sich plötzlich alles ändert, was man vorher kannte und schätzte, wie man auf einmal ein ganz anderes Leben lebt. Die Protagonisten sind dabei sehr gut charakterisiert und wirken lebensnah. Auch sprachlich ist 'Einfache Gewitter' gelungen, liest sich flüssig und ist dennoch anspruchsvoll.

    Mein einziger Kritikpunkt ist die unbefriedigende Recherche bei der Beschreibung von körperlichen Symptomen und bei prognostischen Angaben gegen Ende des Buches.

    Mein Resümee:
    Beängstigend, spannend, aufwühlend. Sehr empfehlenswert!

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    blueberry7s avatar
    blueberry7vor 7 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Ein klasse Tipp von Georg !!
    Endlich mal wieder ein toller Krimi. Sehr subtil und spannend.
    Im Ganzen ein tolles Buch.
    Aber irgendwie kann ich es nicht glauben, dass der Protagonist, ein promovierter Akademiker, mit einem Leben am Rande der Gesellschaft zufrieden sein kann.......

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    Elocins avatar
    Elocinvor 7 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Adam Kindred wird Zeuge eines Mordfalls. Nicht nur das er nun als Hauptverdächtiger gesucht wird, der eigentliche Täter ist ihm ebenfalls auf der Spur. Er beginnt ein Leben im Untergrund.

    Spannender Roman mit witzigen Elementen. Ähnlich gut wie „Ruhelos“.

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    Ay73s avatar
    Ay73vor 7 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Ein interessantes Buch und eine interessante Geschichte. Der Klimatologe Adam Kindred lernt in einem kleinen italienischen Restaurant zufällig einen Immunologen kenne. Kindred der gerade von einem Vorstellungsgepsräch kommt unterhält sich kurz mit Dr. Wang und dieser vergisst eine Mappe auf dem Tisch. Als Kindred ihn anruft, lädt Dr. Wang ihn zu einem Gläschen ein, so dass Kindres auch die Mappe vorbei bringen kann. Als Kindred in die Wohnung eintritt, findet er Dr. Wang blutend auf dem Bett mit einem Messer im Bauch. Er sagt, Kindred solle das Messer herausziehen, natürlich verblutet er. Dann hört Kindred jemanden auf dem Balkon und da begreift er: seine Fingerabdrücke sind auf dem Messer und man wird ihn für schuldig befinden. Mit der Mappe in der Hand flieht Kindred und taucht unter. Und genau das ist der spannende und springende Punkt: er taucht unter, bleibt anonym, gliedert sich unter anderem Namen wieder ein, wird verfolgt und es gelingt ihm anhand der Infos der Mappe dem Pharma-Unternehmen zu schaden.
    Interessant ist, dass man in einer so großen Stadt wie London gut untertauchen kann, vom Betteln leben kann und sich irgendwie helfen kann. Dass man ganz unten ist, kein Geld mehr hat, kein Handy, keine Freunde..nichts… und trotzdem schafft man es…
    Boyd hat einfach ein ziemlich interessates Buch geschrieben. Nichts kommt in dem Buch zu kurz. Thriller, Abgrund, Pharma-Skandal. Denn man weiß nie, was das Leben zu bieten hat oder was kommen wird.

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    ninchen1809s avatar
    ninchen1809vor 8 Jahren
    Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Ähnlich zu „Ruhelos“ von William Boyd geht es auch in diesem Roman um die bewusste, wenn auch nicht gewollte, Identitätsaufgabe einer Romanfigur.
    Adam Kindred, Klimatologe, zieht aufgrund seiner geänderten Lebensbedingungen nach London. Am Tag eines Vorstellungsgespräches trifft er in einem italienischen Restaurant auf den Immunologen, Phillip Wang, der wichtige Unterlagen bei Adam lässt. Der pflichtbewusste Adam will Phillip Wang die Unterlagen in seine Wohnung bringen und findet diesen erstochen vor. Zu allem Unglück sind nun Adams Fingerabdrücke in Wangs Wohnung zu finden. Als Adam den Mörder von Wang in dessen Wohnung eintreten hört, beginnt die Flucht in den Untergrund. Denn nicht nur die Polizei ist hinter Adam her, sondern auch der Mörder von Wang. Von ganz „unten“ schafft es Adam sich eine neue Identität aufzubauen, mit neuem Namen, neuen Personalausweis, Kreditkarte, Wohnung. Nach und nach beschäftigt er sich mit den Unterlagen von Wang und findet Unglaubliches heraus und versucht so seine neue Identität zu sichern.

    Der Roman ist in kürzeren Kapiteln aufgebaut, die das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Da sind Adam, sein Verfolger, eine Polizistin, eine Prostituierte und der Vorstandsvorsitzende eines Pharmaunternehmens. So springt Boyd relativ schnell von einer Perspektive zur anderen und baut damit gute Spannung auf, auch wenn manche Passagen für meinen Geschmack zu sehr konstruiert sind. Boyd hat in seinem Roman keine unfehlbaren Helden gezeichnet, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen. Allerdings empfand ich Adam als Romanfigur in seinem Handeln manchmal etwas unrealistisch. Und: Ich hätte mir mehr psychologische Tiefe der Hauptfiguren gewünscht.
    Aber alles in allem ein guter Krimi, der ein „anderes“ London aufzeigt.

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