William Boyd Einfache Gewitter

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Inhaltsangabe zu „Einfache Gewitter“ von William Boyd

Von einem Moment auf den anderen ändert sich das Leben des jungen und erfolgreichen Adam Kindred: Zufällig lernt er in einem Restaurant Philipp Wang, den leitenden Mitarbeiter eines Pharmakonzerns, kennen. Kurz darauf findet er Wang in dessen Apartment erstochen auf. Aus Angst, des Mordes bezichtigt zu werden, flüchtet Adam und taucht in den Londoner Untergrund ab. Von dort aus möchte er seine Unschuld beweisen, nicht ahnend, gegen welche gefährlichen Mächte er sich dabei zur Wehr setzen muss. Die packende Geschichte eines jungen Mannes, der durch eine falsche Entscheidung alles verliert.

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  • Rezension zu "Einfache Gewitter" von William Boyd

    Einfache Gewitter
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    21. January 2011 um 10:48

    “Einfache Gewitter vermögen es, sich zu Mulizellengewittern von unbegrenzter Komplexität aufzubauen. Solche Multizellengewitter gewinnen dabei bedeutend an Schwere und ihre Lebensdauer kann sich um den Faktor 10 verlängern. Der Urvater aller Gewitter jedoch ist das Superzellengewitter. Hierzu ist zu bemerken, dass selbst Einfache Gewitter in der Lage sind, zu Superzellengewittern auszuarten. Solche Gewitter bauen sich nur sehr langsam ab.“ INHALT: Als der amerikanische Klimatologe Kindred in London für eine neue Stelle vorspricht, ahnt er noch nicht, dass dieser Tag sein Leben für immer verändern wird. Die zufällige Restaurantbekanntschaft mit dem Pharmaentwickler Dr. Philip Wang soll Kindreds Leben für immer verändern. Kindred möchte Wang nur die Unterlagen bringen, die dieser im Restaurant vergessen hat. In dessen Hotelzimmer findet er jedoch nur noch den sterbenden Forscher vor, bevor der Mörder zurückkommt. Plötzlich ist Kindred auf der Flucht vor Wangs Mörder und der Polizei, die ihn als dringend Tatverdächtigen sucht. Wangs Unterlagen scheinen für gewisse Leute von unschätzbarem Wert zu sein. Ohne konkreten Plan taucht Kindred ab in die Welt der Londoner Obdachlosen. MEINUNG: Was wie der Beginn eines rasanten, hitchcock’schen Thrillers anmutet, entwickelt sich schon bald unvorhergesehen zu einer Sozialstudie. Adam Kindred gewöhnt sich mehr und mehr an sein Leben als Obdachloser. Er lernt die Schatten- und die Sonnenseiten der Besitzlosigkeit kennen, lernt sich zu organisieren und sogar neuen Mut zu schöpfen in seiner neuen Existenz. Der Zufall lässt Kindred mit Personen zusammentreffen, die für ihn wichtig werden, lässt ihn Plätze aufsuchen, die bedeutend sind für sein weiteres Schicksal. Dabei muss Kindred auf nahezu alle „Vorteile“ des modernen Lebens verzichten, um seine Verfolger nicht auf seine Spur zu bringen. Allmählich fügt sich Adam Kindred in sein selbstgewähltes Schicksal. Er durchläuft eine Metamorphose, die ihn zu einem vollständig anderen Menschen machen wird. Auch die weibliche Hauptfigur, die Wasserschutzpolizistin Rita Nashe wird absolut klischeehaft in Kindreds Nähe geführt und man meint schnell zu wissen, was nun kommt, doch letztendlich lernt Rita Kindred erst über auffallend verschlungene Pfade kennen. Ein weiteres Beispiel, wie gekonnt Boyd mit der Erwartungshaltung des Lesers/Hörers spielt. Dazwischen lässt William Boyd immer wieder die Krimihandlung aufblitzen. Sei es durch die Szenen mit Ingram Fryzer, dem noch amtierenden CEO von Calenture-Deutz, dessen Leben in Bedeutungslosigkeit erstarrt und dessen Stellung in der Firma mehr als gefährdet ist oder durch Szenen mit Wangs Mörder Jonjo Case, der es als persönliche Niederlage ansieht, dass Kindred ihm entkommen ist und der alles daran setzt, ihn auf eigene Rechnung wieder zu finden. Wer hier einen geradlinigen Thriller erwartet wird möglicherweise enttäuscht. Dennoch sollte man auch als Thrillerfan dieser Kombination aus Krimi Noir mit Millieu- und Sozialdrama eine Chance geben und sich, wie in meinem Fall, positiv überraschen lassen. William Boyd gelingt es unaufdringlich, den Leser/Hörer in Adam Kindreds Welt zu ziehen ohne irgendwelche oberflächlichen Tricks anzuwenden. Die Figurenzeichnung ist grandios und selbst die Nebenfiguren sind äußerst plastisch gezeichnet. Das Finale - Kindred gelingt es mit einigen Manipulationen und Winkelzügen Calenture-Deutz bloßzustellen – scheint wieder aus einem John Grisham-Roman zu stammen und wirkt im Vergleich zur Gesamthandlung etwas zu hastig und gefällig. DAS HÖRBUCH: In der Hörbuchversion trägt David Nathans (Synchronsprecher von Johnny Depp, George Eads, James Marsters) ruhiger aber kraftvoller Vortrag wesentlich dazu bei, den Hörer in William Boyds Roman eintauchen zu lassen.

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