William Faulkner Licht im August

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Inhaltsangabe zu „Licht im August“ von William Faulkner

«‹Licht im August› ist ein spannendes, sprachgewaltiges und immer noch verstörendes Werk.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Nobelpreisträger Faulkner erzählt in diesem Klassiker drei Lebenswege in den amerikanischen Südstaaten: Lena Grove zieht hochschwanger in die Fremde, auf der Suche nach ihrem Geliebten. Der Geistliche Gail Hightower verliert Amt und Familie und träumt sich in eine glorifizierte Vergangenheit. Und Joe Christmas, ein Adoptivkind, fürchtet, in seinen Adern fließe «Negerblut». Auf der Flucht vor sich selbst wird er zum Mörder … Einer der größten Romane des 20. Jahrhunderts in neuer Übersetzung

Sprachgewaltig sicher. Aber spannend? Für mich keine Spur. Mühsam.

— MutZurLebenskunst
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  • Licht im August

    Licht im August
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    William Faulkner gilt als schwieriger Autor. Viele seiner Werke gelten als schwer zugänglich und ihre Übersetzung als Herausforderung. Da er aber gleichzeitig als einer der bedeutendsten und für die Moderne wegweisendsten Autoren der USA gilt, ist eine Neuauflage und zeitgemäße Übersetzung eines seiner bedeutendsten Werke, "Licht im August", sehr zu begrüßen.  Doch auch sie stellt den Leser vor eine Herausforderung. Wuchtig, dicht und detailreich wird hier eine Geschichte aus den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erzählt (erschienen ist das Buch erstmals 1932).  Sie spielt in dem fiktiven Südstaaten-Ort Jefferson, angelehnt an Faulkners Heimatort Oxford/Mississippi und Teil seines großen fiktiven Erzählkosmos Yoknapatawpha-County.  Die erzählte Zeit umfasst nur wenige Tage, wird aber durch Rückblenden, Erinnerungen und Gedanken in immer wiederkehrenden Schleifen und Wiederholungen bis in die Vorgeschichte der handelnden Personen ausgedehnt. Diese sind im Kern drei Menschen, die auch die drei Erzählstränge bilden, die sich im Tathergang in Jefferson treffen. Da ist zunächst die junge, reichlich naive, elternlose Lena, die auf der Suche nach dem Vater ihres ungeborenen Kindes ist, nicht wahr haben wollend, das dieser sich aus dem Staub gemacht hat.  Sie trifft am selben Tag in Jefferson ein, an dem der Waise Joe Christmas ein entsätzliches Verbrechen begangen, nämlich seine heimliche Geliebte nahezu enthauptet hat. Nun ist er auf den Flucht.  Eine weitere Rolle nimmt der ehemalige Prediger Hightower ein, der wegen des Ehebruchs und nachfolgenden Selbstmords seiner Frau von der Gemeinde verstoßen, nun mit sich, seinem Glauben und der Menschheit hadert. Verstrickt ist er in die heldenhafte Vergangenheit seines Großvaters, eines Generals des Bürgerkriegs, handlungsfähig in der Gegenwart ist er trotz allem Reflektieren kaum.  Um diese drei Personen gruppieren sich noch eine ganze Reihe anderer Figuren, z.B. der gutherzige Byron Bunch, der sich Lenas annimmt.  Erzählt wird von einem allwissenden Erzähler, aber multiperspektivisch, oft in Bewusstseinströmen, was sehr modern und experimentell anmutet. Handlung und Sprache sind roh, archaisch, erschreckend gewalttätig.  Sie kreisen um Rassismus, religiösen und sonstigen Fanatismus, unterdrückte Sexualität, aber auch, zumindest ansatzweise in der Figur Lenas, wie die Lebenslast mit frappierender Gleichmut getragen werden kann, in der Figur des Byron Bunch, wie die Spirale des Hasses gebrochen werden kann.  Was schließlich mit der Niederkunft Lenas in einer Art heiligen Familie mündet, dem "Licht im August" - zeitgleich mit der Ermordung Joe Christmas. Symbollastig ist das Geschehen, monumental und wuchtig die Figuren in ihrem Kampf mit ihrem Schicksal.  Denken und Handeln der Personen sind dem heutigen Leser schwer verständlich. Besonders die Absurdität der Rassenideologie, die schließlich auch Joe Christmas in den Wahnsinn und den Mord treibt.  Dieser zweifelte von Kindheit an an seiner Identität. Floss tatsächlich "Niggerblut" in seinen Adern? Hass und Selbsthass bestimmte sein Leben.  Und eine tiefe existenzielle Einsamkeit, die er mit vielen der Figuren teilt.  Und die Last der Vergangenheit, die, so das wohl berühmteste Zitat William Faulkners "nicht tot (ist). Sie ist nicht einmal vergangen." Ein beeindruckendes Buch, wüst, archaisch, zeitweise sehr spannend, streckenweise aber auch schwerfällig und sperrig, hat es mich ziemlich gefordert. Ein Lesevergnügen war das nicht. Lohnend war es sicher.

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  • Rezension zu "Licht im August" von William Faulkner

    Licht im August
    tomassvevo

    tomassvevo

    05. April 2012 um 14:58

    William Faulkners Bücher bleiben mir ein Rätsel. Bewundert von nahezu allen Autoren, die ich schätze, langweilen mich seine Geschichten. Und seine Sprache (Übersetzung) ist mir sperrig und umständlch. Um die gleiche Zeit schrieb auch etwa ein Raymond Chandler: welch ein Feuerwerk dagegen. Jedes Wort ein Treffer, jeder Dialog geistreich. Bei Faulkner finde ich NICHTS dergleichen. Ich erwartete viel und finde gar nichts.

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  • Rezension zu "Licht im August" von William Faulkner

    Licht im August
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    18. January 2010 um 17:07

    Durch Zufall bin ich auf die neue Übersetzung von Faulkners "Licht im August" gestoßen,den ich vor vielen Jahren in der alten Übersetzung gekauft, aber nicht verstanden hatte.Diese neue Übersetzung entfaltet sofort einen Sog um die drei Menschen, die im Mittelpunkt des Romanes stehen.Im Jahre 1935, als der Roman geschrieben wurde ,herrschte immer noch strikte Rassentrennung und religiöser Fanatismus,die den Figuren ihre Schwierigkeiten bereiten.Einmal ist da dieser Joe Christmas,als Findelkind im Waisenhaus aufgewachsen und später von einem religiösen Fanatiker adoptiert, der danach versucht sein Leben mehr oder weniger in der Griff zu bekommen, was ihm nicht besonders gut gelingt bis er zum Mörder wird.Als Gegenspieler dann dieser von seiner Gemeinde abgesetzte Reverend Hightower,der als Außenseiter versucht so etwas wie einen gesellschaftlichen Durchblick zu bekommen in seiner menschlichen Einsamkeit.Diese Grübeleien werden so intersiv und packend erzählt,auch der multiperspektiver Erzählstil Faulkners wirkt sehr modern und lässt einen selten los.Die einzige scheinbar unversehrte Person ist die junge Lena Grove, die versehentlich geschwängert wurde und nun v ersucht, diesen Tunichtigut von Mann irgendwo zu finden.Menschlich richtig anrührend empfand ich diesen unscheinbaren Arbeiter Byron Bunch, auf den Lena bei ihrer Suche trifft, der sich in sie verliebt und ihr still und leise in ihrer schwierigen Situation hilft und den sie hoffentlich später heiraten wird. Es ist wirklich ein immer noch packendes , sprachgewaltiges Buch, das sich zu lesen lohnt!

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  • Rezension zu "Licht im August" von William Faulkner

    Licht im August
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    23. October 2008 um 10:20

    Dieser Roman erschien bereits 1935 in Deutschland und liegt nun in einer sehr gelungenen und modernisierten deutschen Neuübersetzung vor. William Faulkners „Licht im August“ geriet wie der Autor selbst leider fast in Vergessenheit - ein willkommener Anlass also es mal wieder mit einem „Klassiker“ zu versuchen, zumal es wahrscheinlich Faulkners bedeutendstes und auch lesbarstes Buch ist. Die Geschichte spielt im Süden Amerikas, in der weiten Landschaft des Mississippi. Lena Grove, eine junge schwangere Frau auf einer fremden Landstraße, sucht ihren Geliebten. Joe Christmas, ein farbiger Wanderarbeiter, der keinen anderen Ausweg aus der Spirale von Gewalt und Unterdrückung findet, als selbst zum Mörder zu werden; und der Geistliche Hightower, der Amt und Familie verloren hat und seine Bigotterie nur schwer ablegen kann. Sie alle treffen sich in der Stadt Jefferson zu einem dramatischen, blutigen Showdown, bei dem keiner wirklich frei von Schuld ist. William Faulkner nimmt sich in dem Buch des Themas Rassismus an und zeigt, was der Hass in den Herzen der Menschen alles anrichten kann. Seine Romanfiguren tragen stets tragische Züge und es wird eine von Fanatismus und Rassismus erstarrte Gesellschaft portraitiert. Faulkner steht wie kein zweiter amerikanischer Schriftsteller für den Übergang zur literarischen Moderne. Auch hier kombiniert er die Vielfalt des realistisch-naturalistischen Sittenbildes mit symbolischen Darstellungen und experimentellen Erzählstrategien. Seine Romane sind absolut wirklichkeitsbezogen und beschäftigen sich eingehend mit Traditionen und Lebensbedingungen seiner Heimatregion, dem Norden des Staates Mississippi. Doch das eindringlichste an diesem Buch sind die Innenansichten der Figuren, die „Stürze“ ins Innere der Menschen, die man als Leser miterlebt. Dadurch entsteht eine dichte, emotional-leidenschaftliche Atmosphäre, die das ganze Buch durchdringt und seinesgleichen sucht. Auch wenn man als heutiger Leser so manche detaillierte Beschreibung der Charaktere als etwas langatmig empfindet und gelegentlich die Faulknersche Schwerfälligkeit Einzug hält, wird man am Ende des Buches absolut belohnt. „Licht im August“ ist ein großartiges Buch der Weltliteratur, wüst und unbehauen, ein Epos von alttestamentarischer Wucht, dass einige Zeit braucht bis es seine Wirkung entfaltet. Eine genussvolle Lektüre, die einen nicht mehr so schnell loslässt und lange nachwirkt ist es allemal. Ein Buch für kritische und anspruchsvolle Leser.

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  • Rezension zu "Licht im August" von William Faulkner

    Licht im August
    Maus86

    Maus86

    11. October 2008 um 20:23

    Das ist das erste Buch, das ich von William Faulkner gelesen habe und ich bin überwältigt.
    Eine spannende Geschichte mit psychologischer Tiefe, aus wechselnden Perspektiven geschrieben. Manche Absätze musste ich zugegebenermaßen zweimal lese, aber es hat sich immer gelohnt und soll auf keinen Fall abschrecken. Ein sprachlich wie inhaltlich sehr beeindruckendes Buch.