William Gibson Neuromancer

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Inhaltsangabe zu „Neuromancer“ von William Gibson

Neuromancer is the most influential science fiction novel of our time. Cyberspace and virtual reality were invented in this book. It changed forever the way we look at tomorrow. Now part of the Voyager Classics collection. (Quelle:'Fester Einband/28.03.2013')
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  • Ein Klassiker, der zurecht alle wichtigen Preise abgeräumt hat

    Neuromancer
    paevalill

    paevalill

    30. June 2017 um 13:46

    "Neuromancer" gilt als der Klassiker und Wegbereiter des Cyberpunk-Genres. Wer dabei an nackte Frauenkörper und fragwürdige Abenteurer-Romanzen denkt, ist hier jedoch völlig falsch. Richtiger wären Assoziationen mit Filmen wie Matrix oder dem Manga Ghost In The Shell oder auch dem Pen & Paper-Spiel Shadowrun. Inwiefern hier jeweils tatsächlich Einfluss stattgefunden hat, ist so sicherlich nicht nachweisbar. Neuromancer war allerdings noch vor allen anderen da, nämlich 1984, und hat sich somit zumindest umgekehrt nichts abgekupfert.Inhaltlich beschäftigt sich der Roman mit einem ex-Data Thief, Case, dessen neuronal wichtigen Verbindungen zur Matrix durch ein von einem ehemaligen Auftraggeber verabreichten Nervengift unterbunden wurden.Erst ein Deal mit einem ominösen, wenig vertrauenswürdigen neuen Auftraggeber verschafft ihm die Möglichkeit, wieder in die Matrix zurückzukönnen. Der Auftrag soll jedoch der größte und gefährlichste sein, der ihm je untergekommen ist.Die Stimmung des Romans kann mit einem Adjektiv bestens beschrieben werden: engl. "gritty". Ein äquivalenter deutscher Begriff ist mir dazu leider nicht wirklich eingefallen, "kantig" und düster wäre da wohl am zutreffendsten.Jene Stimmung kommt durch verschiedene Faktoren zustande: Die Personen und Dialoge, die Welt in "real" und innerhalb der Matrix, der Schreibstil allgemein.Mehr Ecken und Kanten könnten Personen prinzipiell wohl nicht aufweisen als in "Neuromancer". Selbst die künstliche Intelligenz, gegen die Case anzukämpfen versucht, ist alles andere als berechenbar. Und Wonder Woman könnte neben der Begleitung Cases, Molly, wahrlich einpacken. Mit verschiedenen Nationalitäten innerhalb der in Japan spielenden Welt wird so selbstverständlich umgegangen, dass man nur so staunen kann.Dafür herrscht neben der absolut fortschrittlichen, technologischen Welt (inkl. der Matrix) viel Elend in den Straßen vor, Korruption und illegale Geschäfte stehen auf der Tagesordnung.Wer nicht kämpft, hat ohnehin schon verloren.Die Matrix wird als ein Raum beschrieben, in dem es unvorstellbar große Datenmengen zu finden und eben auch zu stehlen gilt. Zumindest gehört dies zu den Hauptaufgaben eines Data Thiefs.Obwohl ich meine Englischkenntnisse ziemlich hoch einstufen würde, musste ich deutlich aufmerksamer als sonst lesen. Dies mag zum einen am Erscheinungsjahr und dem damit verbundenen veralteten Wortschatz liegen, außerdem an dem ungewohnten technischen Vokabular.Doch eine wirklich harte Nuss stellten für mich so manche gossenhafte Dialoge dar, dessen Aussagekraft ich teilweise nur aus dem Kontext erschließen konnte.Aussage oder Frage? Durch die Formulierung mancher Sätze diverser Personen nicht eindeutig zu bestimmen.Manchmal hilft es, die Sätze einfach laut vorzulesen, ich vermute mit einem Audiobook ist manches viel selbstverständlicher und ohne Nachdenken zu verstehen. Simples Beispiel: "I wanna favor" --> "I want a favour" (gibt es so nicht) --> "I want you to do a favour".Wer des Englischen also nicht zu 100% mächtig ist und eine niedrige Frustrationstoleranz hat, sobald auch nur ein Begriff nicht verstanden wird, sollte hier womöglich lieber zur deutschen Ausgabe greifen.Mit der klassischen Spannungskurve, dem unvorhersehbaren Ende und der wirklich toll ausgestalteten Welt bin ich wirklich mehr als zufrieden und kann das Buch insofern jedem weiterempfehlen, der mit der Thematik auch nur im Ansatz etwas anfangen kann.

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