William Gibson Peripherie

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Inhaltsangabe zu „Peripherie“ von William Gibson

Flynne und Wilf leben auf zwei Seiten des »Jackpots«, der Apokalypse, die gegen Ende des 21. Jahrhunderts große Teile der Menschheit hinweggerafft hat. Jahrzehnte liegen zwischen ihnen, doch als ein Mord geschieht, nimmt Wilf Kontakt zu Flynne auf …

Flynnes Heimatdorf liegt an der amerikanischen Ostküste, wo sie ihr Geld in einem 3D-Kopierladen verdient. Dort lebt auch ihr Bruder Burton, der heimlich Computerspiele testet, um seine spärliche Veteranenrente aufzubessern. Flynne springt eines Tages für ihn ein und findet sich in einer virtuellen, dunkelfremden Welt wieder, die an London erinnert. Sie ahnt nicht, dass diese Welt die Zukunft ist, in der Wilf lebt, ein PR-Mann, der Promis betreut und ein Problem hat, als eine seiner Kundinnen ermordet wird. Flynne ist die einzige Zeugin des grausamen Verbrechens – und wird von Wilf mithilfe eines Peripherals über den Zeitsprung hinweg kontaktiert. Dadurch wird sich Flynnes Welt ein für alle Mal ändern, während Wilf erfahren muss, dass die Vergangenheit einen langen Schatten hat und die Zukunft kein Spiel ist.

Science Fiction auf dem höchsten Niveau: Ein sprachlich eindrucksvolles Werk mit zwei interessanten Hauptcharakteren.

— FutureMsQ

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  • Kreativ gestalteter Science-Fiction Thriller

    Peripherie

    michael_lehmann-pape

    02. October 2016 um 13:28

    Kreativ gestalteter Science-Fiction Thriller„„Das hier“, sagte er, „ist nicht ihre Welt““.„Was ist es dann? Ein Game?“„Die Zukunft“.Oder, besser gesagt, eine mögliche Zukunft. Noch besser gesagt, eine Zukunft, die für Flynne in ihrer Zeit (die ebenfalls bereits für den Leser einige Jahre in der Zukunft liegt) auf keinen Fall ihre Zukunft sein wird.Denn wenn die Zukunft in die Gegenwart eingreift, verändert sie die Gegenwart und damit wird ein neuer Entwicklungsstrang in den Bereichen eines Multi-Versums aufgetan.Dabei wollte Flynne nur ihrem Bruder, Kriegsveteran, helfen. Der nebenbei (und ohne Kenntnis des Veteranenamtes, was ihm umgehend die Rente kürzen würde) als Game-Tester arbeitet. Und Flynne hat nur ein, zwei Schichten übernommen. Denn auch das Geld für die Medikamente der Krebskranken Mutter will ja verdient werden.Doch es ist kein Game. Und was Flynne beobachtet, als eine junge, schöne Frau getötet wird, hat hohe Bedeutung in der Zukunft, in der sie tätig war.Eine Zukunft, die deutlich menschenleerer ist als gewohnt. Die nach einer Katastrophe, die man landläufig den “Jackpot“ nennt, sich neu organisiert hat. Technisch dabei auf höchstem Stand. Wobei Gibson über lange Zeit kaum mehr als ein paar nebensächliche Informationen zu dieser Welt in der Zukunft im Buch verstreut. Mit dem Effekt, dass der Leser beginnt, sich die Leerstellen in der eigenen Fantasie auszumalen und die gesamte Lektüre über grundlegend neugierig auf all das bleibt, was sich Schicht für Schicht an altvertrautem, aber auch an ganz fremdartigem an Lebensformen und Lebensstil auftun mag.Wichtig dabei sind, vor allem, sogenannte „Periphels“. „Hüllen“, Puppen, aus 3D Druckern gestaltet mit einem Chip versehen, der Ihnen entweder einen Hauch von Leben über eine Cloud einhaucht, oder eben der diese Periphels zu möglichen Hüllen für die Nutzung durch Menschen macht. Menschen, die sich in ein Periphel einloggen und dieses damit als Körper benutzen können.All das entfaltet sich Schicht für Schicht im Lauf der Lektüre, während Flynne und ihre Freunde engere Kontakte zu dieser möglichen Zukunft aufnehmen und dort die Beteiligten alles daransetzen, den Mord zu klären.Während unbekannte Kräfte mit Vehemenz dagegen arbeiten, sogar in der Gegenwart Flyynes aus der Zukunft heraus Auftragsmörder anwerben, um die einzige Zeugin des Geschehens auszuschalten.Gefahr droht bald von allen Seiten, undurchsichtige Charaktere geben das Ihre hinzu, um lange Zeit den Leser im Unklaren über die wahren Absichten und Strippen hinter all den Ereignissen zu lassen. Ob dieser Wilf mit seinem Alkoholproblem vielleicht doch mehr mit all dem zu tun hatte, als nur eine kurze Affäre mit der Schwester der Ermordeten erlebt zu haben? Ob Daedre, die noch lebende Schwester der Toten, mit ihrem tödlichen Besuch bei einer merkwürdigen Gruppe von Kannibalen etwas ausgelöst hat, was weite Kreise zieht?Oder sind vielleicht sogar in der heruntergekommenen Welt von Flynne Ursachen für all das zu suchen?Spannend, in der Beschreibung und inneren Gestaltung der futuristischen Welten packend realistisch und in der Bedrohung der Beteiligten und der Aufklärung des Falles mit vielen überraschenden Wendungen, Gibson erzählt lebendig, bildkräftig und sehr, sehr unterhaltsam.Ein sehr empfehlenswerter Thriller der anderen Art.

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  • Zeitreisen für alle, die keine Zeitreisen mögen

    Peripherie

    FutureMsQ

    27. September 2016 um 19:05

    Sechs Jahre nachdem ich wenig glorreich an dem ersten Band der Neuromancer-Trilogie gescheitert bin, habe ich mich an ein anderes Buch von William Gibson herangewagt. Peripherie ist nicht weniger anspruchsvoll als eben jener Titel, aber ich habe das Ziel erreicht, das ich mir selbst auferlegt habe: Durchhalten und durchlesen. Laut New York Times schafft Gibson mit jedem Satz eine Welt und auch mir ist die Sprache in Peripherie besonders aufgefallen. Flynne und Wilf trennen Welten. Zwischen ihnen liegt der "Jackpot", eine Art globales Desaster, das ihre Zeitstränge voneinander abspaltet. So ist die Zukunft, in der Wilf lebt, nicht linear mit der Vergangenheit verbunden, die Flynnes Zuhause ist. Als die Schwester von Wilfs Klientin ermordet wird und Flynne aufgrund eines Zufalls die einzige Zeugin ist, gelangt sie über ein geheimes chinesisches Netzwerk in Wilfs Welt und die Suche nach dem Mörder beginnt. Ein Hilfsmittel dafür ist ein Peripheral, eine Art Roboter, der dem Buch im Englischen auch den Namen liefert, in welches Flynnes Bewusstsein geladen wird. Doch wie unterscheiden sich die Welten der beiden Hauptcharaktere? Während Flynnes Welt von Armut und Korruption geplagt ist, ist Wilfs Welt vollständig technologisiert, aber gezeichnet von den Folgen des Jackpots, welches sich zum Beispiel in Wilfs Ablehnung von Technologien widerspiegelt. Zusätzlich hat er ein Alkoholproblem. Flynne und die Bewohner ihrer Stadt müssen ihr Geld durch halblegale Arbeit verdienen. Der ganze Bezirk lebt von Geld aus der Drogenherstellung. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Persönlichkeiten der Charaktere. Wilf ist während der gesamten Handlung unsicher, was sein Platz in den Geschehnissen sein soll. Die Heldenrolle fällt Flynne zu, die sich zwar nicht ohne Bedenken ist, sich aber dennoch erfolgreich ins Abenteuer stürzt. Gibson vereinfacht das Hineinfinden in die Handlung aber nicht nur durch Charaktere, in die man sich ohne Probleme hineinversetzen kann, sondern auch durch Sprache. Einerseits lässt er die Personen der beiden Zeitperioden auch auf unterschiedlichen Stilebenen kommunizieren. Gerade wenn Wilf und Flynne aufeinander treffen, wird deutlich, wie unterschiedlich sie sprechen. Informeller Wortschatz wird in Wilfs Realität nicht mehr allzu häufig gebraucht, denn er identifiziert Flynnes Art und Weise zu reden sofort als Prä-Jackpot. Andererseits differenzieren sich beide Welten von unserer Wirklichkeit, da viele der Technologien, die im Verlauf der Handlung eine Rolle spielen, wie im Genre üblich (noch) nicht existieren. Sie tragen exotische Namen und ihre Funktion wird dem Leser nicht in jedem Fall sofort erklärt. Die fehlende Erläuterung kann frustrieren, wirkt aber organisch, da den handelnden Personen klar ist, worum es sich handelt. Insgesamt schafft es Gibson die Sprache so zu gestalten, dass man jederzeit genau weiß, in welcher Zeitperiode die Handlung sich gerade zuträgt. Während die schnellen Wechsel zwischen der Sicht von Flynne und Wilf (Jedes Kapitel ist nur wenige Seiten lang, sodass das Buch 124 Kapitel umfasst.) für eine gute Abwechslung beim Lesen sorgen und kein gedanklicher Sprung in der Handlung zurück von Nöten ist, beinhaltet die Handlung keine überraschenden Wendungen. Vielmehr ist es ein vorsichtiges Erkunden der Realität auf der jeweils anderen Seite der Netzwerks und der Versuch eine Katastrophe auf beiden Seiten zu verhindern. Gerade die Welt von Flynne wird von Wilfs Zukunft stark beeinflusst, was zu wirtschaftlichen und geschichtlichen Verschiebungen führt. Jedoch bleibt der so häufig im Genre thematisierte Schmetterlingseffekt aus, denn wie bereits erwähnt, sind die beiden Zeitperioden nicht miteinander verbunden. Auch wenn es mir nicht durchgängig leicht fiel, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen, ist es trotzdem ein spannendes Leseerlebnis. William Gibson schafft eine Welt oder genau genommen zwei Welten, die zwar technisch weiter entwickelt sind als unsere Realität, deren Bewohner aber mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie wir: Armut, Klimawandel, Korruption, Katastrophen und Veränderungen, die über unsere Vorstellungskraft hinausgehen. Peripherie zeigt dem Leser zwei unterschiedliche Wege, in Ereignisse verwickelt zu werden, die hohe Ansprüche an seine Fähigkeiten stellen und an denen er wachsen kann.

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