William H. Richter

 3.8 Sterne bei 6 Bewertungen

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Deine Augen, dein Tod

Deine Augen, dein Tod

 (6)
Erschienen am 21.02.2013

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SarahKreativeFeders avatar

Rezension zu "Deine Augen, dein Tod" von William H. Richter

Dunkle Augen sehen Tod
SarahKreativeFedervor 5 Jahren

Ein Mann sieht mit Wallys Augen.
Die 16-Jährige Wally lebt auf der Straße, kämpft jeden Tag zusammen mit ihren Freunden ums Überleben. Dann der Schock: Wally erfährt auf eigenartiger Art und Weise, dass sie adoptiert wurde und ursprünglich aus Russland stammt. Sie gräbt tief in ihrer Vergangenheit und stellt fest: Sie ist nicht die Einzige, die nach ihrer leiblichen Mutter sucht. Je länger sie forscht, desto mehr Menschen sterben. Der Countdown läuft…

Rasante Handlungen, blutverschmierte Leichen, Verfolgungsjagten und aufregende Detektivarbeit- Ein Thriller auf hohem Niveau mit Verfilmungspotenzial.

Seine Augen sind dunkel, genauso wie Wallys.  

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Kittyzers avatar

Rezension zu "Deine Augen, dein Tod" von William H. Richter

Hat zu viel gewollt
Kittyzervor 6 Jahren

"Ochee chornya...", flüsterte Wally.
"Was?", flüsterte Ella zurück. "Was heißt das?"
Dunkle Augen, dachte Wally, ohne es laut auszusprechen. Dunkle Augen, genau wie meine.
In der Ferne waren Polizeisirenen zu hören. Die beiden Männer gaben die Suche auf und liefen ostwärts die 87th Street entlang von der Bank weg, wo Wally und ihre Crew zusammengekauert, atemlos und zitternd saßen.
"Sie werden zurückkommen", sagte Wally. "Wir können nicht mehr hierbleiben."

--

INHALT:
Obwohl sie von einer liebevollen Familie adoptiert wurde und behütet aufgewachsen ist, ist die junge Wally zu einer wütenden, trotzigen Jugendlichen geworden, die auf der Straße lebt. Als sie Informationen über ihre leibliche Mutter erhält, macht sie sich auf die Suche. Doch sie ist nicht allein - ein Mann ist hinter ihr und ihrer Familie her, und er besitzt die gleichen Augen wie sie...

MEINE MEINUNG:
Drehbuchautor William Harlan Richter hat sich mit "Deine Augen, dein Tod" zum ersten Mal ans Schreiben eines Buches gewagt und sich dabei das Genre des Jugendthrillers ausgesucht. Der Roman sticht vor allem durch seine russische Hintergrundthematik aus der Masse hervor. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der personalen Sicht der Hauptfigur, zwischenzeitlich kommen allerdings auch ein Kommissar und ein Killer zu Wort. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und überzeugt besonders bei den Umgebungsbeschreibungen, wirkt allerdings für Straßenkinder und Verbrecher manchmal etwas zu geschliffen.

Wally ist mit ihrer Dickköpfigkeit und ihrem Trotz ein typischer Teenager, ihr Wunsch nach Freiheit lässt sich sowohl mit ihrem Straßenleben als auch mit ihrer Identitätssuche gut verbinden. Dabei ist sie zwar durchaus unkonventionell gestylt - sehr ungewöhnlich für einen Roman aus dem Young Adult-Bereich -, dennoch wirkt sie glaubwürdig, mit ihrer klaren Ausdrucksweise ist sie eine Figur zum Identifizieren. Ihre Freunde, die sie ihre "Crew" nennt, stehen ihr immer zur Seite und helfen, wo sie nur können, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Die drei sind sympathisch und tragen zur Story bei, bleiben allerdings nicht lange im Gedächtnis.

Bei den Nebencharakteren sticht besonders die verzweifelt um ihre Tochter kämpfende Adoptivmutter Claire hervor, die zwar - verständlicherweise - voller Sorge, gleichzeitig aber auch eine eindeutige Kämpfernatur ist, die für ihre Familie alles tut. Detective Atley, der den Fall einer ermordeten Freundin von Wally bearbeitet, erlangt die Sympathien des Lesers durch seine beherrschte, ruhige und freundliche Art, mit der er versucht, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Der Bösewicht ist wirklich böse und das gefällt gut, weil er auch mal brutal wird und so realistischer rüber kommt - allerdings ist er etwas zu einseitig gezeichnet. Sein Partner ist da noch etwas authentischer, weil man sie bei ihm nie sicher sein kann, was er nun im Schilde führt. Insgesamt sind die meisten Figuren gut, aber nicht überragend, gezeichnet.

Die Geschichte selbst ist aufgrund der Wichtigkeit des Schauplatzes - die Straßen New Yorks - etwas Besonderes. William Richter kennt sich in diesem Gebiet definitiv aus und kann die Suche und vor allem die actionreichen Szenen so authentisch darstellen. Als Jugendthriller ist das Werk blutiger und brutaler als viele andere aus dem Genre, dennoch hat das Ganze so seine Längen. Vor allem, wenn Protagonistin Wally erneut breit und lang davon erzählt, weshalb sie auf der Straße lebt und weshalb sie sich mit ihren Freunden so verbunden fühlt wie einer Familie. Eine kleine Liebesgeschichte gehört ebenfalls zur Story, hält sich aber sehr im Hintergrund und geht anders aus als gedacht. Die Romantik ist so aber irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes, was unentschlossen scheint.

Wallys Suche nach ihrer echten Mutter gestaltet sich aufgrund vieler Gegenspieler äußerst schwierig - durchaus gut dargestellte Verfolgungsjagden und einige Schießereien bleiben also nicht aus. Diese wissen zu fesseln und können mitreißen, wirkten auf mich manchmal allerdings, als wären sie krampfhaft eingebaut worden. Zum Ende hin gibt es viele plötzliche Enthüllungen, von denen mich zwei sogar wirklich überraschen konnten. Als der Autor dann allerdings plötzlich einen weiteren Bösewicht regelrecht aus dem Hut zaubert, wird das Ganze arg unglaubwürdig, und dass gleich mehrere wichtige Figuren umkommen empfand ich als übertrieben. So hat man das Gefühl, dass der Schluss einige Längen im Mittelteil ausbügeln sollte, dabei aber nur den selben Fehler gemacht wurde wie er in vielen anderen Jugendthrillern vorkommt: Zu viel zu wollen und zu wenig zu schaffen.

FAZIT:
"Deine Augen, dein Tod" ist William Richters Debüt und zumindest zu Anfang durch angenehme Härte und einen originellen Hintergrund recht interessant. Dann allerdings wird das Ganze sehr zäh und verirrt sich am Ende auch noch in ein paar Ungereimtheiten. Hier hätte mehr draus gemacht werden können! 3 Punkte.

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Damariss avatar

Rezension zu "Deine Augen, dein Tod" von William H. Richter

Ein etwas härterer Jugendthriller, bei dem es mitunter filmreif zur Sache geht!
Damarisvor 6 Jahren

Jugendthriller haben sich im Laufe der Jahre verändert. Der Anspruch hat sich deutlich erhöht, und die Autoren und Verlage sind diesem Ruf gefolgt. Viele Jugendthriller sind qualitativ erstklassig und der Altersempfehlung fast schon entwachsen. Einige von ihnen würde ich getrost in die Regalreihe für Erwachsene stellen, so gut durchdacht, und vor allem spannend, sind sie mittlerweile. Die Messlatte liegt somit recht hoch. "Deine Augen, dein Tod" stellt sich dieser Herausforderung und punktet (fast) komplett. Auf den jugendlichen und erwachsenen Leser wartet eine gut durchdachte Story, ein tolles Setting, in den Straßen von New York City, und eine spannende Handlung.

Für seinen Hauptcharakter Wally verbindet William Richter ihre russischen Wurzeln mit dem modernen Leben eines reichen amerikanischen Teenagers, der aber auf der Straße lebt. Das Mädchen auf dem Cover wird sicher nicht jeden Leser ansprechen, es passt aber sehr gut zu dem Bild, das man sehr schnell von Wally bekommt.
Nach einem rührenden Prolog, der Wally in einem Waisenhaus in Russland zeigt, wie sie von einem amerikanischen Ehepaar adoptiert wird, wurde ich mitten ins spannende Geschehen in New York, etwa 11 Jahre später katapultiert. Wally ist mittlerweile 16, lebt nicht mehr bei ihren Adoptiveltern, sondern auf der Straße. Sie ist die Anführerin einer Crew von vier Straßenkids und gemeinsam schlagen sie sich durch den Alltag. Wallys Leben läuft wie jeden Tag, bis sie einen Hinweis bekommt, der sie zu ihrer leiblichen Mutter führen soll. Wally möchte den diversen Hinweisen, die sie sich nach und nach erarbeitet, nachgehen und ihre Mutter suchen. Ab diesem Zeitpunkt schlittert sie von einer haarsträubenden Situation in die nächste.

Wally ist eine sehr starke Persönlichkeit. In ihrer Straßencrew hat sie eindeutig die Führungsrolle inne. Die meisten (Überlebens)-Situationen hat sie gut im Griff, schwache und verletzliche Momente weist sie oft von sich. Trotzdem ist es ihr wichtig ihre leibliche Mutter zu finden, und auch zu ihrer Adoptivmutter, bei der sie ja nicht mehr lebt, sucht sie regelmäßigen Kontakt.
Einige Nebenpersonen, so zum Beispiel die Kids in Wallys Crew, bleiben eher blass. Zwar erfährt man die kurze Hintergrundgeschichte von jedem, aber die Hauptrolle ist eindeutig Wally zugedacht.
Meistens wird die Geschichte aus der Sicht von Wally (personal, Präteritum) erzählt, in manchen Momenten schwenkt der Erzählstil auch zu wichtigen Personen der Handlung, wie z.B. einem Polizeiermittler, dem Bösewicht oder Wallys Mutter.

"Deine Augen, dein Tod" ist keine zimperliche Geschichte. Neben einigen ruhigeren Momenten geht es ganz schön zur Sache. Der Bösewicht ist richtig böse. Hier werden Personen nicht nur mit Waffen bedroht, sie werden auch angeschossen, nicht wenige sogar getötet. Es fließt Blut und viele Situationen sind gefährlich-spannend. Dass der Autor auch Drehbuchautor ist, fällt hier besonders positiv auf. Vor allem die rasanten Szenen erweckten bei mir den Eindruck, als würde ich einen Film schauen. Dabei gab es ein paar überraschende Wendungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Die Geschichte ist abgeschlossen, führt aber nicht für alle Beteiligen zum Happy-End. Mit dem Schlusssatz hält sich der Autor ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen, doch "Deine Augen, dein Tod" ist sehr gut als Einzelband lesbar.

Fazit
Der Originaltitel "Dark Eyes" und auch der deutsche Buchtitel passen, auch wenn ich anfangs über den Titel "Deine Augen, dein Tod" etwas gestolpert bin. Sehr besonders für einen Jugendthriller ist die Verknüpfung bei Wally von russischer Abstammung und einem Leben in Amerika. Das New Yorker Setting fand ich genial. Wer schon dort war wird vieles wiedererkennen. Allen anderen helfen zwei ganz einfache Karten, vorne und hinten im Buch, bei der Orientierung. Ich empfand den Thriller als sehr tough und spannend, stellenweise äußerst rasant. Ich kann das Buch jedem, der gerne Jugendthriller liest und sich nicht vor filmreifem Mord und Totschlag scheut, empfehlen.

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