William Landay

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Autor von Verschwiegen, Jagdrevier und weiteren Büchern.

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William LandayVerschwiegen
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Verschwiegen
Verschwiegen
 (11)
Erschienen am 17.04.2012
William LandayJagdrevier
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Jagdrevier
Jagdrevier
 (6)
Erschienen am 03.12.2007
William LandayStrangler
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Strangler
Strangler
 (1)
Erschienen am 04.12.2008
William LandayVerschwiegen: Thriller
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Verschwiegen: Thriller
Verschwiegen: Thriller
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Erschienen am 17.04.2012
William LandayDefending Jacob. Verschwiegen, englische Ausgabe
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Defending Jacob. Verschwiegen, englische Ausgabe
William LandayMorte di uno sbirro
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Morte di uno sbirro
Morte di uno sbirro
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Erschienen am 01.10.2014
William LandayMission Flats
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Mission Flats
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Erschienen am 12.06.2012
William LandayThe Strangler
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The Strangler
The Strangler
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Erschienen am 12.06.2012

Neue Rezensionen zu William Landay

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safidos avatar

Rezension zu "Verschwiegen" von William Landay

Rezension zu "Verschwiegen" von William Landay
safidovor 6 Jahren

Zum Inhalt:

Im April 2007 wird die Leiche von Ben Riffkin gefunden. Er war gerade Mal 13 Jahre alt und wurde erstochen. Staatsanwalt Andrew Barber übernimmt die Leitung in diesem Fall.

Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig und zäh. In der Schule von Ben, auf die auch Andrews Sohn Jacob geht, will sich niemand mit der Polizei und schon gar nicht mit dem Staatsanwalt unterhalten. Auf Facebook hingegen lassen sich die Schüler darüber aus, dass Jacob der Mörder von Ben ist.

Andrew Barber muss sich aber nicht nur mit seinem Sohn, sondern auch mit sich selbst beschäftigen …

Meine Meinung:

Die Geschichte wird komplett aus der Sicht von Andrew Barber erzählt und beginnt an einem Tag, an dem Andrew als Zeuge vor einer Grand Jury aussagt. In diese Aussage wird das eigentliche Geschehen, der Mord an Ben Riffkin und die Ermittlungen, eingebaut. So weit, so gut. Ich habe jedoch selten einen so interessant geschriebenen Thriller gelesen. Wobei interessant geschrieben irgendwie doch nicht die richtige Beschreibung ist. Vielleicht eher ungewöhnlich aufgebaut, oder doch eine Mischung aus beidem.

>>Ihnen ist bekannt, dass Sie das Recht haben, die Aussage zu verweigern?>Selbstverständlich.<<
>>Und Sie machen keinen Gebrauch davon?<<
>>Offenbar, denn ich sitze ja hier. Und ich sage aus.<<
Gekicher vonseiten der Grand Jury. Logiudice legte seinen Block zur Seite und mit ihm vorgeblich für einen Augenblick auch seinen Schlachtplan.
>>Mister Barber, Andy, darf ich Sie etwas fragen? Warum machen Sie keinen Gebrauch davon? Warum schweigen Sie nicht einfach?<<
Die nächsten Worte sagte er nicht laut: Ich an Ihrer Stelle würde genau das tun. (S. 13)

Unter anderem hat mich die Ausführlichkeit, mit der Landay, der selbst ehemaliger Staatsanwalt ist, viele Dinge beschreibt, begeistert. Auch wenn diese Ausführungen stellenweise ein wenig zu sehr in die Länge gezogen waren, waren sie nie langweilig. Es verhielt sich vielmehr so, dass mir diese Ausführungen das Gefühl gaben, dass ich selbst diese Geschichte erlebe. Ich war auf einmal nicht mehr bloß die Leserin eines Buches, sondern steckte mittendrin. Ich war Staatsanwältin, Polizistin, Mutter, Vater, Sohn, Zeugin, Geschworene, Anklägerin und Angeklagte.

„Während die Ermittlungen zu einem Gewaltverbrechen laufen, verspürt man oft einen gerechtfertigten Hass auf den Kriminellen, noch bevor man irgendeine Ahnung hat, um wen es sich handelt. Normalerweise blieb ich von dieser leidenschaftlichen Anwandlung verschont, doch in diesem Fall konnte ich den Mörder schon jetzt nicht ausstehen. Weil er diesen Mord begangen hatte und weil er uns verarschte. Weil er sich nicht ergab. Weil er die Lage im Griff hatte. Sobald mir sein Name und sein Gesicht bekannt würden, müsste ich meine Verachtung für ihn nur noch in die passende Dimension bringen.“ (S. 46)

Durch den Klappentext scheint so ziemlich alles verraten zu sein, worum es in diesem Buch geht. Zum Großteil stimmt das auch, aber eben nur zum Großteil. Die Frage: In welchem Fall sagt Andrew da als Zeuge aus? hat mich fast das ganze Buch über begleitet. Während ich anfangs noch der festen Überzeugung war, dass es sich natürlich um Jacobs Fall handeln würde, war ab einem gewissen Zeitpunkt klar, dass es genau darum eigentlich nicht gehen kann. Und die Auflösung dieser Frage, die wirklich erst ganz zum Schluss beantwortet wird, hat mich mit offenem Mund dasitzen lassen, schockiert und zum Nachdenken angeregt.

„Die Vorstellung, dass Jacob ein Mörder sein könnte, war einfach absurd, und ich habe sie damals nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Eigentlich dachte ich nur, dass Jacob uns etwas verschwieg. Sobald sich dieser Verdacht bei mir festgesetzt hatte, durchlebte ich alles in doppelter Funktion: als ermittelnder Staatsanwalt und als besorgter Vater, der eine der Wahrheit auf der Spur, der andere die Wahrheit fürchtend.“ (S. 91)

Der Thrill in diesem Thriller entsteht nicht durch die üblichen Dinge, die normalerweise einen richtig guten Thriller für mich ausmachen. Es handelt sich bei diesem Buch aber auch nicht um einen „normalen“ Thriller. Es ist ein sehr gut zu Papier gebrachter Justizthriller gepaart mit einem eindringlichen Familiendrama. Und diese Mischung hat mir auch ohne ekelig zugerichtete Leichen, wahnsinnigem Serienkiller und dergleichen gut gefallen.

„Unser blindes Vertrauen in die Justiz basiert auf Ignoranz und Wunschdenken, und ich würde einen Teufel tun und diesem Apparat das Schicksal meines Sohnes überlassen. Nicht, weil ich von seiner Schuld überzeugt war, sondern im Gegenteil, weil ich mir seiner Unschuld sicher war. Ich tat das wenige, was mir blieb, um das richtige Ergebnis, das gerechte Ergebnis herbeizuführen. Wenn sie mir nicht glauben, dann verbringen Sie mal ein paar Stunden in einem Gericht in Ihrer Nähe, und dann entscheiden Sie, ob Sie immer noch glauben, dort würden keine Fehler gemacht. Entscheiden Sie, ob Sie ihm Ihr Kind überlassen würden.“ (S. 120)

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ManfredsBuecherregals avatar

Rezension zu "Verschwiegen" von William Landay

Rezension zu "Verschwiegen" von William Landay
ManfredsBuecherregalvor 6 Jahren

Andrew Barber ist Staatsanwalt. Sehr erfolgreich. Doch dann übernimmt er einen Fall, bei dem sein eigener Sohn der Hauptverdächtige ist. Was wird Barber tun und wie weit wird er gehen, um ihn zu beschützen?

Ein toter Junge wird im Park aufgefunden: Ben Riffkin, dreizehn Jahre alt. Andrew Barber, stellvertretender Bezirksstaatsanwalt, übernimmt den Fall. Anfangs scheint dies ein Fall wie jeder andere zu sein. Andrew verfolgt eine Spur, die zu einem vorbestraften Sexualtäter führt. Doch was Barber nicht ahnen kann, sein eigener Sohn entpuppt sich als der Hauptverdächtigte. Aufgrund von Befangenheit wird Andrew von dem Fall abgezogen und beurlaubt. Doch er kann sich einfach nicht vorstellen, dass sein Sohn etwas mit der Tat zu tun haben soll. Doch einiges scheint darauf hinzuweisen, dass Jacob der Täter ist. Von einem Tag auf den anderen werden die Barber´s behandelt wie Aussätzige. Freundschaften werden beendet und die Andeutungen auf dem gerade entstehenden Portal von Facebook, das damals noch überwiegend von Schülern genutzt wird, erhärten die Vorwürfe. Auch er selbst birgt ein Geheimnis, welches eine Rolle bei Jacobs Gerichtsverhandlung spielen könnte. Sogar seine Frau schließt die Möglichkeit von Jacobs Schuld nicht aus. Doch Andrew ist sich sicher, dass sein Sohn unschuldig ist.

Die Geschichte wird uns aus der Sicht von Andrew Barber geschildert. So wie er das ganze erlebt hat. Immer wieder zeigt uns Landay, welchen Einfluss die Ereignisse auch auf das Leben der Familie Barber hat. So empfinde ich VERSCHWIEGEN als einen guten Mix aus Gerichtsverhandlung und Ermittlung. Ständig stand ich vor der Frage: Ist Jacob schuldig oder doch nur ein Opfer falsch interpretierter Beweise? So blieb die Spannung erhalten bis zur letzten Seite.

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M

Rezension zu "Verschwiegen" von William Landay

Rezension zu "Verschwiegen" von William Landay
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Vater, Mutter, Sohn

Andrew Barbers Welt bricht aus den Fugen. Als einer der erfolgreichsten Staatsanwälte in Boston, gut befreundet mit seiner Vorgesetzten, lag sein Leben bisher in gerader Linie vor und hinter ihm. Mit einer Frau verheiratet, die er liebt, mit seinem Sohn, der zwar durchaus jugendliche Probleme mit sich zu tragen scheint, zu dem Andrew aber eng hält.

Da wird am Wohnort der Barbers, einem kleinen und feinen Ort vor den Toren Bostons, ein Jugendlicher erstochen aufgefunden. Einer, der auf die gleiche Schule geht wie Jacob, Andrews Sohn. Noch denkt sich Andrew Barber nicht viel dabei, übernimmt die Ermittlungen, auch wenn eine Befangenheit sich ankündigen könnte, denn natürlich sind auch die Mitschüler des Mordopfers Ben mit im Fokus der Ermittlungen.

Und bald schon wird es haarig für den rechtschaffenen Staatsanwalt. Facebookeinträge seines Sohnes, Aussagen von Mitschülern, mehr und mehr beginnt sich der Verdacht gegen seinen eigenen Sohn Jacob zu richten. Und Andrew Harper überschreitet Grenzen. Lässt Beweismaterial verschwinden, hält fest zu seinem Sohn. Bis er selbst suspendiert wird und fast starr vor Sorge erleben muss, wie sein gesamtes Leben aus den Fugen Gerät. Die Nachbarschaft sich gegen die Familie wendet. Jacob angeklagt wird.
Andrew selbst sieht zudem sein eigenes, wichtigstes Geheimnis in Gefahr, Er, der aus einer Familie stammt, die eine Reihe von Gewaltverbrechern hervorgebracht hat, dessen Vater wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Was er bisher allen gegenüber verschwiegen hat. Kann es sein, das es ein „Mördergen“ gar gibt, eine genetische Disposition zur Gewalt, die er seinem Sohn vererbt hat?

Auf mehreren Ebenen legt William Landay seine Geschichte vor die Augen des Lesers. Im äußeren Rahmen vollzieht er sachgerecht (manchmal allerdings zu kleinteilig) den Indizienprozess gegen Jacob nach, bietet Zeugenprotokolle, Abläufe, Ermittlungen. Dies allerdings in Teilen deutlich zu ausführlich und langatmig auf Kosten der Spannungskurve des Romans. Ergänzend setzt Landay durchaus interessante, moderne genetische Erkenntnis und Verfahrensweisen in den Raum, die er fundiert zu schildern vermag. Die eigentliche Spannungskurve des Romans aber legt Landay in die Entwicklung der Familie und des Umfeldes. Wie Menschen allein schon aus einem Verdacht heraus dauerhaft zu Parias werden. Wie das amerikanische Gerichtssystem auch vielleicht Unschuldigen allein schon durch die Kosten in die Pleite treibt. Vor allem aber, wie eine Familie durch sich immer dichter zuziehende Zweifel fast schon körperlich spürbar verfällt.

Eine Spannungskurve, innerhalb derer dann auch die einschlagenden, überraschenden Momente zum Ende des Buches hin in den Raum treten werden. Wendungen, mit denen der Leser nicht gerechnet hätte, eine innere und äußere Zerstörung, die letztendlich nur am Rande mit dem Prozess selber zu tun haben werden.

Sachkundig und logisch aufgebaut legt Willam Landay einen Gerichts- und psychologischen Roman vor, der trotz mancher Längen und zu detaillierter Schilderungen des Geschehens vor Gericht zu überzeugen weiß. Ein Buch, dass seine eigentliche Dynamik und Kraft aus der Auflösung des familiären Miteinanders der Barbers bezieht und den Leser zudem lange im Unklaren darüber lässt, wer hier eigentlich wirklich der oder die Schuldige ist. Durchaus gute und spannende Unterhaltung mit kleineren Einschränkungen.

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