William M. Thackeray Jahrmarkt der Eitelkeit

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Inhaltsangabe zu „Jahrmarkt der Eitelkeit“ von William M. Thackeray

Entlang der Darstellung der Lebenswege von Betty und Amelia, die zwei völlig unterschiedliche Charaktere sind, entwirft William M. Thackeray ein panoramisches Bild der englischen Gesellschaft zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Zentrales Thema des ab 1847 erschienenen Gesellschaftsromans ist die Entlarvung menschlicher Eitelkeit – nicht scharf und erbarmungslos, sondern mit ironisch-skeptischer Distanz, mit ein wenig Nachsicht für menschliche Schwächen.

Thackeray schreibt charmant sarkastisch. Ich habe das Buch wirklich wahnsinnig gerne gelesen...

— Miamou
Miamou

nachdem wie viel ich von diesem Buch gehört hatte, habe ich mehr erwartet.

— Karolina
Karolina

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    Jahrmarkt der Eitelkeit
    Miamou

    Miamou

    Was passiert, wenn zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, einander treffen…richtig: Es entsteht ein ungemein charmanter Roman. So etwas darf man zumindest erwarten, wenn man sich William M. Thackerays „Jahrmarkt der Eitelkeit“ zu Gemüte führt. Die Handlung beginnt damit, dass Amelia und Becky aus einem Internat entlassen werden, da ihre Ausbildung zu Ende ist. Während Amelia bei ihren Mitschülerinnen und Lehrerinnen sehr beliebt war, kann man das über Becky nicht behaupten. Trotzdem freut Amelia sich sehr, dass sie Becky vorübergehend im Haus ihres Vaters aufnehmen kann, bis diese ihre Stelle bei Sir Pitt Crawley als Gouvernante seiner beiden Töchter antreten wird. Becky scheint vom Leben nicht sehr begünstigt. Ihr Mutter war eine französische Balletttänzerin, ein Beruf, der in den bessern Londoner Gesellschaftskreisen nicht wirklich hoch im Kurs steht. Es wäre daher dringend notwendig, dass Becky sich gut verheiratet. Zum Glück hat Amelia einen älteren Bruder, Joseph. Dieser kann jedoch nicht mit Beckys Avancen umgehen. Und Amelia selbst hat sowieso nur Augen für ihren George Osborne. Und dessen Freund William Dobbin hat nur Augen für Amelia. So begleitet der Leser Thackerays Figuren durch einige Jahr, erlebt ihre Aufs und Abs, am königlichen Hof, aber auch der persönlichen Armut. Er begleitet sie aufs Kriegsfeld nach Waterloo und mitunter auch in die britischen Kolonien in Indien. Ein sehr facettenreiches Werk hat uns der Autor hier überlassen, für mich persönlich in Hinsicht auf die Figuren. Amelia ist das sehr gut behütete Mädchen der Familie Sedley. Sie hat sich in ihrem Leben nie um etwas wirklich bemühen müssen und es scheint tatsächlich so, als würde ihr alles in den Schoß fallen. Seit Kindertagen ist sie George Osborne versprochen und hat ihr gesamtes Leben danach ausgerichtet. Als ihr Vater den Konkurs seiner Firma melden muss, stürzt die Familie nicht nur in eine finanzielle, sondern auch in eine gesellschaftliche Krise und der alte Osborne erlaubt seinem Sohn natürlich nicht, dass er die verarmte Amelia heiraten darf. Dieser tut es aber auf Anraten seines Freundes Dobbin trotzdem. Im Nachhinein gesehen, ein verheerender Schritt, denn George weiß nicht, wie er mit Amelias Liebe umgehen soll. Er spielt lieber und schaut lieber anderen Mädchen hinterher. Amelia war eine Zeitlang daher wirklich im „Goldenen Käfig“ gefangen. Und eigentlich dachte man, dass sie ohnehin nicht mehr weiter sinken könnte, was aber dann tatsächlich passiert ist. Irgendwann war dann der Zeitpunkt erreicht, wo man als Leser wusste, dass es nun mit ihr bergauf gehen muss und zum Glück hat Thackeray den Leser dahingehend auch nicht enttäuscht. Amelia musste sehr viel Leid ertragen, macht das aber immer sehr zäh und ohne sich viel zu beschweren. Ein Charakterzug, der einer Figur eigentlich sehr würdig ist. Wobei man ihr aber nicht zusehen wollte, war ihr furchtbarer Umgang, was zwischenmenschliche Beziehungen betrifft. Sie war da so blauäugig, dass man sie oft am liebsten einfach geschüttelt hätte. Geschüttelt hätte man Becky auch oft am liebsten. Im Grunde stellt sie es sehr schlau an, sich in den „besseren“ Kreisen der Londoner Gesellschaft einen Platz zu ergattern und obwohl das zu Anfang des Buches auch noch wirklich witzig war, so muss man als Leser dann doch sehr schnell entdecken, dass Becky ein wahrhaft skrupelloses Frauenzimmer ist (obwohl das den Witz nicht wirklich nahm :-)), das über Leichen gehen würde. Sie heiratet den Sohn ihres Arbeitgebers, Rawdon Crawley, aber nicht unbedingt weil sie schwer verliebt in ihn ist, sondern, weil er der reiche Erbe seiner Tante werden soll. Zu dumm, dass die alte Miss Crawley diese Verbindung nicht gerne sieht und Rawdon deswegen enterbt. Die beiden jungen Menschen stecken daher in großen Schulden, durch Beckys Geschick können sie sich aber immer durchschwindeln um am Platz der Sonne das Leben zu genießen. Dass andere dadurch in den Ruin getrieben werden, ist Becky ziemlich egal. Auch bei ihr war aber klar, dass die ganze Sache früher oder später auffliegen muss. Was muss sich Becky auch immer auf andere Männer einlassen?!Kurzum hat Thackeray zwei Mädls erschaffen, die sich in nichts gleichen (außer im Geschlecht). Dazu hat er einen sehr breiten Fundus an Nebencharakteren angelegt, die alle Ihresgleichen suchen. Man leidet mit ihnen, man hofft mit ihnen, man freut sich mit ihnen, man schämt sich mit ihnen, man liebt mit ihnen. Sehr scharf trennt er sie in ihren Charakterzügen voneinander und diese bleiben ihnen bis zum bitteren Ende erhalten. Man darf also nicht mit reumütigen und sehr wandelbaren Charakteren rechnen. So bleibt beispielsweise die alte Miss Crawley bis zu ihrem Tod eine zynische Schreckschraube, aber eine, die zu unterhalten weiß.Apropos Unterhalten! Ich habe mich noch nie mit einem Klassiker so gut unterhalten wie mit „Jahrmarkt der Eitelkeit“. Thackeray legt nicht nur einen extrem trockenen englischen Humor an den Tag, dieser ist zusätzlich noch extrem sarkastisch, gleichzeitig aber auch ungemein charmant. Man liest das Buch mit einem ständigen Schmunzeln im Gesicht. Sehr schonungslos hält Thackeray der Londoner Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht und man hat wirklich einen Heidenspaß aus diesem Spiegel zu lesen. Und obwohl sein Roman 1847/48 erschienen ist, hat er an Aktualität äußerst wenig eingebüßt. Von meiner Seite gibt es daher eine klare Leseempfehlung. Und obwohl „Jahrmarkt der Eitelkeit“ (der Titel passt nebenbei, wie die Faust aufs Auge) ein dicker Schinken ist, ist er eigentlich gar nicht dick. Und obwohl es ein Klassiker ist, liest sich das Buch nicht wie ein Klassiker. Einfach ein tolles Werk!

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    • 7
  • Leserunde zu "Jahrmarkt der Eitelkeit" von William M. Thackeray

    Jahrmarkt der Eitelkeit
    NiWa

    NiWa

    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden. Die Leserunde beginnt am 10.8.2016 und ist für 2 Monate (August & September 2016) geplant.Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. !!! Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost !!!Für den August & September haben wir uns „Jahrmarkt der Eitelkeit“ von William M. Thackeray vorgenommen.Klappentext:Entlang der Darstellung der Lebenswege von Betty und Amelia, die zwei völlig unterschiedliche Charaktere sind, entwirft William M. Thackeray ein panoramisches Bild der englischen Gesellschaft zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Zentrales Thema des ab 1847 erschienenen Gesellschaftsromans ist die Entlarvung menschlicher Eitelkeit – nicht scharf und erbarmungslos, sondern mit ironisch-skeptischer Distanz, mit ein wenig Nachsicht für menschliche Schwächen.Die Leserunde beginnt am 10.08.2016 und ist für 2 Monate (August & September 2016) angelegt. Die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns „Jahrmarkt der Eitelkeit“ lesen will.Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben geben kann.Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!• Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt.• Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!Zur Einteilung der Leseabschnitte------------------------------------------------1. Leseabschnitt: Kapitel 1 - 52. Leseabschnitt: Kapitel 6 - 113. Leseabschnitt: Kapitel 12 - 154. Leseabschnitt: Kaptiel 16 - 205. Leseabschnitt: Kapitel 21 - 256. Leseabschnitt: Kapitel 26 - 307. Leseabschnitt: Kapitel 31 - 348. Leseabschnitt: Kapitel 35 - 389. Leseabschnitt: Kapitel 39 - 4410. Leseabschnitt: Kapitel 45 - 5011. Leseabschnitt: Kapitel 51 - 5412. Leseabschnitt: Kapitel 55 - 5813. Leseabschnitt: Kapitel 59 - 6314. Leseabschnitt: Kapitel 64 - ENDE

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    • 476
  • Rezension zu "Jahrmarkt der Eitelkeit" von William M. Thackeray

    Jahrmarkt der Eitelkeit
    Glimmerfee

    Glimmerfee

    11. November 2012 um 11:29

    Becky Sharp und Amelia Sedley sind zwei völlig unterschiedliche Frauen, deren Lebenswege sich aber immer wieder auf dem gesellschaftlichen Parkett der Schönen und Reichen des 19. Jahrhunderts kreuzen. Dieser Roman hält der Gesellschaft einen ironischen Spiegel vor die Augen und obwohl dieses Buch erstmals 1846/1867 erschienen ist, hat sich an dem Verhalten der Menschen nur wenig geändert. Becky strebt danach in der Gesellschaft anerkannt zu werden und Bewunderer zu ihren Füßen liegen zu sehen, ihre Freundin Amelia benötigt zu ihrem Glück nur den von ihr angebeteten George. Becky hat den denkbar schlechteren Start ins Leben und muss sich um eine Verheiratung selber kümmern. In ihrem Gatten findet sich nicht wirklich eine Stütze, denn der Spieler kümmert sich wenig darum, woher die benötigten Einnahmen kommen. Amelia besitzt zu Anfang alles, aber ihre bescheidene liebevolle Art hilft ihr nur wenig, als ihr Vater Pleite geht. Ich habe die beiden Damen gerne durch ihre Aufs und Abs begleitet und musste feststellen, dass genau wie damals das Glück und Ansehen oftmals mit einem prall gefüllten Geldbeutel eng verknüpft sind. Bitte nicht abschrecken lassen von der stolzen Zahl von 950 Seiten, denn das Buch bietet beste intelligente Unterhaltung und ich habe mich nicht einmal gelangweilt.

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