William Makepeace Thackeray

 3,9 Sterne bei 138 Bewertungen
Autor von Jahrmarkt der Eitelkeit, Vanity Fair und weiteren Büchern.

Lebenslauf

† 24. Dezember 1863 in London

Alle Bücher von William Makepeace Thackeray

Cover des Buches Jahrmarkt der Eitelkeit (ISBN: 9783596905300)

Jahrmarkt der Eitelkeit

(54)
Erschienen am 16.05.2013
Cover des Buches Jahrmarkt der Eitelkeit (ISBN: 9783538076136)

Jahrmarkt der Eitelkeit

(10)
Erschienen am 18.07.2011
Cover des Buches Jahrmarkt der Eitelkeit (ISBN: 9783423139991)

Jahrmarkt der Eitelkeit

(7)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Das Buch der Snobs (ISBN: 9781533157362)

Das Buch der Snobs

(8)
Erschienen am 09.05.2016
Cover des Buches Memoiren des Barry Lyndon (ISBN: 9783746627045)

Memoiren des Barry Lyndon

(6)
Erschienen am 23.04.2011
Cover des Buches Das Snobbuch (ISBN: 9783867300285)

Das Snobbuch

(2)
Erschienen am 01.07.2007
Cover des Buches Jahrmarkt der Eitelkeit. Dünndruck (ISBN: 9783423011112)

Jahrmarkt der Eitelkeit. Dünndruck

(1)
Erschienen am 01.01.1975

Neue Rezensionen zu William Makepeace Thackeray

Jahrmarkt der Eitelkeit

William Makepeace Thackerays Roman „Jahrmarkt der Eitelkeit“ ist Weltliteratur, keine Frage und so, könnte man meinen, steht er eigentlich über laienhaften Rezensionsversuchen. Ich will mich deshalb auch hauptsächlich auf die Übersetzung des Romans beziehen.
Von „Jahrmarkt der Eitelkeit“ gibt es mehrere deutsche Übersetzungen von zum Teil namhaften Autorinnen und Autoren, teilweise sind diese nur noch antiquarisch erhältlich. Es ist mir deshalb nicht so recht verständlich, warum die Übersetzung bei den hier veröffentlichten Rezensionen keine Rolle spielt. Es kann doch nicht egal sein, ob z.B. von Miss Sharp die Rede ist oder von „Fräulein Sharp“ wie in der Übersetzung von Heinrich Conrad, diese übrigens hat die meisten Rezensionen hier auf der Plattform. Leider habe ich im ach so tollen Internet (Ironie) keine Möglichkeit gefunden, die verschiedenen Übersetzungen in Auszügen zu vergleichen.

Die ersten Übersetzung ins Deutsche erschien 1851 kurz nach Erscheinen des Romans in England von Dr. Christoph Friedrich Grieb. Es gibt eine Ausgabe beim Verlag Rütten & Loening (1964), welche mir hier vorliegt und auf der meine Rezension basiert und auch mehrere Ausgaben bei weniger namhaften Verlagen.
Es folgte 1909 eine Übersetzung vom erwähnten Heinrich Conrad, diese ist heute beim Fischer Verlag erhältlich. Einige Jahre später erschien die Übersetzung von Hermann Röhl (Insel Verlag).
In den 1950er Jahren kamen die Übersetzungen von Mira Koffka (1957, Rowohlt), Theres(i)a Mutzenbecher (1958, Winkler Verlag, später Deutscher Taschenbuch-Verlag) und Katja Mann, der Ehefrau von Thomas Mann (1951, List Verlag) dazu. In der Schweiz erschien im Manesse Verlag 1959 die Übersetzung von Elisabeth Schnack.
Eine Neuübersetzung gibt es seit 2023 von Hans-Christian Oeser (Reclam Verlag).

Kurz zur Geschichte: Rebekka Sharp und Amelia Sedley sind Freundinnen und könnten doch unterschiedlicher nicht sein. Erstere ist selbstbewusst und nur auf ein Ziel orientiert, nämlich in der Gesellschaft einen gewissen Rang und Status zu erreichen, Amelia dagegen ist angepasst, nett und jedermanns Freundin. Was sie eint, ist, dass beide ohne Zustimmung der betroffenen Familie heiraten und dadurch einige gesellschaftliche Widrigkeiten zu überstehen haben. Thackeray spart dabei nicht an Ironie und Gesellschaftskritik, was sich durchaus amüsant lesen lässt.

Leider ist seine Erzählweise sehr ausufernd und schleppt sich arg hin, der zeitliche Erzählstrang geht oft vor und zurück, beides erschwert das Lesen sehr. Er bringt z.B. ständig Personen ins Spiel, die mit der Erzählung selbst nichts zu tun haben:

„Zweifellos wird Jones, der dieses Buch in seinem Klub liest, alle diese Einzelheiten äußerst töricht, unbedeutend, geschwätzig und übersentimental finden. Ja ich sehe direkt, wie Jones in diesem Augenblick - gerötet nach dem Genuß seiner Hammelkeule und einem Glas Wein - seinen Bleistift zückt, die Worte „töricht, geschwätzig" und so weiter unterstreicht und „sehr richtig" an den Rand schreibt. Ja, er ist ein Mann von großem Geist und bewundert das Erhabene und Heroische im Leben und im Roman; und deshalb sollte er sich lieber warnen lassen und sich anderem zuwenden.“

Gemeint ist mit Jones irgend ein Durchschnittsbürger.
... an anderer Stelle:

„Ich kenne einen alten Herrn von achtundsechzig Jahren, der mir eines Morgens beim Frühstück aufgeregt berichtete: „Ich habe heute nacht geträumt, Doktor Raine hätte mich geprügelt." Die Phantasie hatte ihn im Laufe jenes Abends um fünfundfünfzig Jahre zurückgeführt. Im Innersten flößten ihm Doktor Raine und sein Stock jetzt mit achtundsechzig Jahren ebensoviel Furcht ein wie mit dreizehn. Wäre nun der Doktor mit einer großen Rute jetzt, in seinen alten Tagen, vor ihm erschienen und hätte ihm mit schrecklicher Stimme zugerufen: Junge, die Hosen herunter! …“

Offensichtlich ein Bekannter des Autors.
Oder er schweift vom eigentlichen Erzählstrang ab:

„Diese Bowle Arrakpunsch war der Anlaß zu der ganzen Geschichte; und warum soll nicht eine Bowle Arrakpunsch ein ebenso guter Anlaß sein wie jeder andere? War nicht eine Schale mit Blausäure der Grund, weshalb die schöne Rosamunde sich von der Welt zurückzog? War nicht ein Becher Wein die Ursache für das Ableben Alexanders des Großen? (Zumindest behauptet es Dr. Lemprière.) Nun beeinflußte dieser Arrakpunsch das Schicksal sämtlicher Hauptpersonen in diesem „Roman ohne Helden", den wir jetzt erzählen. Er wirkte auf ihr ganzes Leben ein, obgleich die meisten von ihnen keinen Tropfen davon kosteten.“

Diese Erzählweise mag anfangs noch ganz gut zu lesen sein. Sie zieht sich aber durch den ganzen Roman und das Ermüdende daran potenziert sich noch durch die Übersetzung von Grieb. In dieser 175 Jahre alte Übersetzung werden gelegentlich Ausdrücke verwendet, die heute eine andere Bedeutung haben, so macht man jemanden Vorstellungen (=Vorschriften) oder Frauen „trippeln“ stets heran oder davon.
Auch gibt es bedenkliche Formulierungen:

„Die Mulattin da heiraten? … Ich mag die Farbe nicht. … Ich jedenfalls heirate keine Hottentottenvenus.“

Wer also vielleicht den treffsicheren und wohlausgefeilten Stil einer Jane Austen erwartet (wobei es natürlich auch da auf die Übersetzung ankommt), wird zumindest bei Grieb enttäuscht.

Positiv dagegen ist das wirklich sehr umfangreiche Verzeichnis, Anmerkungen genannt, am Ende jedes der zwei Teile. Kaum ein Begriff, eine Redewendung oder eine erwähnte Person, die dem Leser unbekannt sein könnte, wird nicht erklärt. Das ist etwas, was die Ausgabe von Rütten & Loening anderen Ausgaben voraus hat.
Letztlich habe ich mich (das mag an mir liegen) durch die zwei Bände aber doch recht sehr gequält und, ich gestehe, ab der Mitte von Band 2 die Seiten nur noch quergelesen. Ich kann den Roman zumindest in dieser Ausgabe nicht so recht empfehlen.

Cover des Buches Das Buch der Snobs (ISBN: 9783730600412)
Yolandes avatar

Rezension zu "Das Buch der Snobs" von William Makepeace Thackeray

Yolande
Scharfzüngige Gesellschaftskritik aus dem England des 19. Jahrhunderts

William Makepeace Thackeray wurde am 18. Juli 1811 in Kalkutta, Indien als Sohn eines Kolonialbeamten geboren. Mit 6 Jahren wurde er zum Schulbesuch auf Internate nach England geschickt. Nach verschiedenen Reisen in europäische Länder studierte er Rechtswissenschaften in London und Kunst in Paris.

1836 begann Thackeray als Journalist zu arbeiten und Bücher zu schreiben. Sein berühmtestes Werk Vanity Fair (dt. Jahrmarkt der Eitelkeiten) erschien 1847/48 und machte ihn endgültig zum angesehenen Autor. Heutzutage zählt Thackeray neben Charles Dickens und George Eliot zu den bedeutendsten englischsprachigen Romanciers des Viktorianischen Zeitalters.
William M. Thackeray starb am 24. Dezember 1863 in London. (Quelle: Wikipedia)

Für die wöchentlich erscheinende Satirezeitschrift "Punch" schrieb Thackeray als Kolumnist über die arroganten feinen Pinkel der Londoner Gesellschaft und nannte sie "Snobs". Snobs fand er in der gesamten High Society: unter gekrönten Häuptern, Adligen, Bankiers, Literaten, Professoren und sogar Geistlichen. Mit diesem Buch wurden seine gesammelten Artikel veröffentlicht. Es handelt sich somit nicht um eine fortlaufende Erzählung, auch wenn manche Themen in mehreren Fortsetzungen behandelt wurden.
Mir hat die teilweise schon sehr bissige Gesellschaftskritik in diesen Artikeln gut gefallen. Mit scharfer Zunge verspottet Thackeray die Unterwürfigkeit der Engländer gegenüber dieser High Society, obwohl viele Angehörige dieser oberen Gesellschaftsschicht sich nur durch ihr Vermögen oder den Adelstitel von den anderen abhoben. Er zeichnete sie als dumm, ungebildet, hässlich, bösartig, usw. Wie schon gesagt, ziemlich bissig. Da es sich um wöchentlich erscheinende Artikel handelte, wurde die Lektüre auf die Dauer aber langweilig, weil sich vieles wiederholte. Die Geschichten sind schon amüsant, erfordern aber eine hohe Konzentration um am Ball zu bleiben. Die ganzen Anspielungen auf reale Personen, die er immer hinter sehr lustigen, erfundenen Namen versteckte, konnte ich selbstverständlich auch nicht immer verstehen. 

Fazit: Eine scharfzüngige Gesellschaftskritik, leider durch viele Wiederholungen auf die Dauer langweilig und anstrengend zu lesen.


Cover des Buches Das Buch der Snobs (ISBN: 9783717524083)
Filzblumes avatar

Rezension zu "Das Buch der Snobs" von William Makepeace Thackeray

Filzblume
...ist in jeder Gesellschaftsklasse dieser sterblichen Welt zu finden...-der Snob

Ausgabe Kindle Edition
Originaltitel: The Book of Snobs“
Von Heinrich Conrad übersetzt

„…- möge er aber auch nie vergessen, dass Spott zwar gut, die Wahrheit jedoch besser und die Liebe das allerbeste ist.“

Mit diesen Worten endet das Buch. Ein Klassiker voller Ironie, geschrieben mit spitzer Zunge, Feder, wollte ich meinen.
An Aktualität hat dieses Buch, 1847/ 1848, als Kolumne im „Punch“ erschienen, nicht verloren, wenn auch dort die Rede von „Lady sowieso“ und Lord Tunichtgut“  ist, fallen dem heutigen, in der modernen Zeit lebenden Leser, jede Menge Menschen ein, auf die die satirischen Zeilen passen.
„Zuerst wurde die Welt geschaffen, danach folgerichtig die Snobs! Sie waren seit Jahrtausenden da und blieben dennoch ebenso unentdeckt wie Amerika.“
Die Kapitel sind in die Snobs- Kategorie eingeteilt. z.Bsp. Königliche Snobs; Achtbare Snobs; Der Einfluss der Aristokratie auf die Snobs; Sport-Snobs; Geistliche Snobs; Über Literarische Snobs; Clubsnobs, um hier nur einige zu nennen.

Hier ein Beispiel für einen Snob; Jemand, der aus seinen natürlichen Kreisen heraustritt und Lords, Generale, Ratsherren und andere vornehme Leute zu sich einladet, aber knickerig mit seiner Gastfreundschaft gegen Gleichgestellte ist, ist ein Tischgesellschaft-gebender Snob“

Wer dieses Buch liest, sollte sich Zeit nehmen. Für „zwischendurch „ist dieses Buch sehr gut geeignet. Zu viele Kapitel hintereinander ermüden, kommen einem dann langweilig vor, was nicht so ist.

"Urteilen Sie nicht kurzerhand oder geringschätzig über Snobs, Sie beweisen damit nur, dass Sie selbst ein Snob sind.“

4 Sterne für den Klassiker! Lesenswert und witzig, ironisch geschrieben.

 

 

 



 

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Das Buch der Snobs
Apfelgruens avatar
Apfelgruen
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

Da die erste Lektüre so kurz war, haben wir uns dazu entschieden, diesen Monat ein weiteres Buch zu lesen, und zwar "Das Buch der Snobs" von William Makepeace Thackeray.

Klappentext:
Wo die Roben rauschen und wo man elegante Lässigkeit pflegt, da sind sie zu Hause, die Snobs. Mit Opportunismus gepaarte Überheblichkeit zeichnet sie ebenso aus wie die genaue Kenntnis des Adelskalenders und eine Heidenangst, nicht mehr Teil der High Society zu sein. Heute verbreiteter denn je und in aller Munde, wurde der Typus des arroganten Selbstdarstellers überhaupt erst mit diesem Buch berühmt. William Makepeace Thackeray beschrieb als Kolumnist der Londoner Satirezeitschrift «Punch» alle erdenklichen Arten von Snobs – dabei nie um eine Pointe verlegen.

Die Leserunde startet am 10. Juni und alle Interessierten sind herzlich eingeladen mitzulesen.


98 Beiträge
Cover des Buches Jahrmarkt der Eitelkeit
NiWas avatar
NiWa
Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden.

Die Leserunde beginnt am 10.8.2016 und ist für 2 Monate (August & September 2016) geplant.

Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen.

!!! Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost !!!

Für den August & September haben wir uns „Jahrmarkt der Eitelkeit“ von William M. Thackeray vorgenommen.

Klappentext:
Entlang der Darstellung der Lebenswege von Betty und Amelia, die zwei völlig unterschiedliche Charaktere sind, entwirft William M. Thackeray ein panoramisches Bild der englischen Gesellschaft zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Zentrales Thema des ab 1847 erschienenen Gesellschaftsromans ist die Entlarvung menschlicher Eitelkeit – nicht scharf und erbarmungslos, sondern mit ironisch-skeptischer Distanz, mit ein wenig Nachsicht für menschliche Schwächen.

Die Leserunde beginnt am 10.08.2016 und ist für 2 Monate (August & September 2016) angelegt. Die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns „Jahrmarkt der Eitelkeit“ lesen will.


Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben geben kann.

Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.
Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!

• Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt.
• Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!


Zur Einteilung der Leseabschnitte
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1. Leseabschnitt: Kapitel 1 - 5
2. Leseabschnitt: Kapitel 6 - 11
3. Leseabschnitt: Kapitel 12 - 15
4. Leseabschnitt: Kaptiel 16 - 20
5. Leseabschnitt: Kapitel 21 - 25
6. Leseabschnitt: Kapitel 26 - 30
7. Leseabschnitt: Kapitel 31 - 34
8. Leseabschnitt: Kapitel 35 - 38
9. Leseabschnitt: Kapitel 39 - 44
10. Leseabschnitt: Kapitel 45 - 50
11. Leseabschnitt: Kapitel 51 - 54
12. Leseabschnitt: Kapitel 55 - 58
13. Leseabschnitt: Kapitel 59 - 63
14. Leseabschnitt: Kapitel 64 - ENDE
476 Beiträge

Zusätzliche Informationen

William Makepeace Thackeray wurde am 18. Juli 1811 in Kalkutta (Indien) geboren.

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