William Makepeace Thackeray Jahrmarkt der Eitelkeit

(41)

Lovelybooks Bewertung

  • 67 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 4 Leser
  • 4 Rezensionen
(18)
(16)
(6)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Jahrmarkt der Eitelkeit“ von William Makepeace Thackeray

Mit seinem ebenso opulenten wie zeitlosen Gesellschaftsroman "Jahrmarkt der Eitelkeit" gelang Thackeray (1811-1863) eine herausragende Satire auf die viktorianische Epoche. An der Seite zweier glänzend gezeichneter Frauenfiguren, der beiden ungleichen Schulfreundinnen Amelia Sedley und Becky Sharp, entführt er den Leser in die Welt einer von Dummheit, Hochmut und Selbstgerechtigkeit zerfressenen Upper Class im England des frühen 19. Jahrhunderts. Thackerays geschliffene Sprache und sein hellsichtiger Blick auf die Unzulänglichkeiten seiner Zeit machen diesen Roman zu einem Klassiker der Weltliteratur.

An und für sich eine tolle Geschichte, doch sie wurde für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen.

— Betsy

Ein Buch ohne Helden. Der Untertitel ist Programm. Es gibt kaum eine wirklich sympathische Figur und trotzdem spannend zu lesen.

— Damarel

Stöbern in Romane

Und es schmilzt

Schockierend, traurig und dramatisch - ein Jugendsommer, nachdem man alle Illusionen begraben kann.

jenvo82

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Außergewöhnlich, jedoch chaotisch!

SophLovesBooks

In einem anderen Licht

Eine tolle Story die die Vergangenheit mit der heutigen Zeit großartig miteinander verwebt

Annabeth_Book

Sonntags fehlst du am meisten

Nachdenkliche Familiengeschichte

Schnuck59

Kleine Fluchten

Wunderschön für zwischendurch

HarleyQuinnQueenofGotham

Kleiner Streuner - große Liebe

Die perfekte Mischung aus Weihnachtszauber, Liebe, Humor und Spannung - selbst für Weihnachtsmuffel und Grinsch!

TanjaJahnke

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der eitle Tanz um das goldene Kalb des Lebens

    Jahrmarkt der Eitelkeit

    Buchgespenst

    Rebekka und Amelia verlassen beide gleichzeitig das Pensionat, doch unterschiedlicher könnte ein Start ins Leben nicht sein: Amelia ist die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns und hat einen gutaussehenden, wohlhabenden Verlobten, den sie abgöttisch liebt. Ihr Weg scheint vorgezeichnet zu sein. Rebekka ist ein Waisenkind mit obskuren Eltern und besessen davon, sich in der Gesellschaft einen Platz zu erobern. Die Gesellschaft – ein Jahrmarkt der Eitelkeit – hat für beide Lebensträume nicht viel übrig. Wetterwendisch, unvorhersehbar und alles aber nicht fair ist er ein Tummelplatz für allerlei Abenteuer und Skurrilität. Amelia und Rebekka sind Teil von ihm und seinem Treiben, erleben Höhen und Tiefen und Taumeln. Ein Klassiker, der sich lohnt! Der distanzierte Erzähler, der zwischen Humor, Understatement und bitterem Realismus schwankt vermittelt brillant ein Gesellschaftsbild des 19. Jahrhunderts. Was die gute Gesellschaft ausmacht, wie dünn der Grat zwischen Zugehörigkeit und Außenseiter ist und wie lächerlich doch viele Dinge sind, die wir im Leben erstreben – das und noch viel mehr erzählt die Geschichte. Eine sehr unterhaltsame und vergnügliche Lektüre, die erst auf den letzten 100 Seiten etwas langatmig wird. Auch Szenen, die einen normalerweise zur Weißglut treiben würden sind durch die distanzierte Erzählweise sehr gut zu lesen. Die dtv-Ausgabe beinhaltet zudem die Illustrationen des Autors. Sie verdeutlichen noch mal den Sarkasmus und Botschaft des Autors. Er lässt nicht ein böses Wort zu den Charakteren fallen, doch der boshafte, manchmal geradezu gehässige Zug, den die Bilder tragen, führen sehr plastisch vor Augen, was der Autor wirklich sagen will. Die Distanziertheit ist wie ein leichter Vorhang oder Schleier, den der Autor vor das bitterböse Spiel der Gesellschaft gezogen hat, um die schlimmsten Auswüchse dezent zu verhüllen. Er lässt aber immer wieder aufblitzen, wovon er wirklich spricht. Fazit: eine brillante Gesellschaftskritik, ein Panorama des 19. Jahrhunderts! Kleine Anekdoten zur britischen Gesellschaft, historische Szenen wie die letzte Schlacht Napoleons, unterhalten den Leser und vermitteln gleichzeitig einen wunderbaren Eindruck von England im 19. Jahrhundert. Ein Klassiker, den ich jedem nur wärmstens empfehlen kann!

    Mehr
    • 4
  • Willkommen am Jahrmarkt der Eitelkeit

    Jahrmarkt der Eitelkeit

    Betsy

    18. September 2016 um 13:21

    "Die Welt ist ein Spiegel, aus dem jeden sein eigenes Bild entgegenblickt. Wirf einen mürrischen Blick hinein, und sie wird dir ein saures Gesicht zeigen, lach sie an und lach mit ihr, und sie ist dir ein lustiger, freundlicher Gefährte. Alle jungen Leute mögen nun ihre Wahl treffen."Im Mittelpunkt dieser Geschichte von der feinen Gesellschaft, ihren Dienern und den normalen Bürgern, stehen die junge Amelia Sedley aus gutem Hause und ihre Freundin Rebecca Sharp, die sich in einem angesehen Pensionat zur Erziehung junger Mädchen kennengelernt haben und nun gemeinsam einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Durch Amelia bekommt Becky Zutritt in die bessere Gesellschaft und versteht es geschickt die Menschen in ihrem Umfeld zu bezaubern (besonders die Männer), während sie nichts anderes will als selbst aufzusteigen und einem Leben als einfache Angestellte zu entkommen. Amelia hingegen ist voll der Liebe für ihren Verlobten und träumt von ihrer gemeinsamen Zukunft. Beide haben auf dem Weg zu ihrem Glück so einige Hürden zu nehmen und erfahren wie schnell sich alles ändern kann.Ein Erzähler blickt hier gekonnt hinter die Fassade der Menschen der vermeintlich besseren Gesellschaft und deckt hier sehr satirisch und auch scharfzüngig, alle Fehler und Makel der augenscheinlich so gebildeten und vornehmen Herrschaften auf. Am Jahrmarkt der Eitelkeit bekommt man vieles zu sehen, vorherrschend sind allerdings die Sehnsucht nach Geld und Prestige, angefangen von den Ärmsten bis hinauf zu den Mächtigsten. Hier wird Honig um den Mund geschmiert, betrogen, belogen, gekonnt verbal attackiert und ohne Gnade jemand fallengelassen oder auch aufgenommen in diese illustere Runde, wenn ein Urteil gefällt wurde.Wir sehen in dieser Grube voller Schlangen zwei gänzlich unterschiedliche Charaktere agieren. Amelia ist hier die verhätschelte, liebevolle und naive, aber niemals absichtlich böswillige Figur, die immer helfen will und zuerst an alle anderen denkt. Doch auch sie hat ihre schlechten Seiten, denn sie ist oftmals sehr passiv, verblendet und kann ohne es zu bemerken sehr herzlos sein. Becky ist ein ganz anderes Kaliber, als mittellose Tochter eines Künstlers, versucht sie ihre Talente und ihr Wissen gekonnt einzusetzen, um sich ihren Platz in der vornehmen Welt zu sichern. Nur wenige durchschauen sie und selbst diese verfallen ihr oftmals nur zu leicht, wenn sie ihren Charme in geballter Kraft bei ihnen einsetzt. Obwohl Becky hier eigentlich sehr berechnend und auch kaltschnäuzig ist, ist sie letztendlich fast die interessanteste Figur in diesem Roman, da sie in jeder Situation versucht geschickt und auf ihren Vorteil bedacht zu agieren. Dies verlangt einem wirklich Respekt ab, während die gute Emmy sich oftmals nur dahintreiben lässt und passiv bleibt.Beide sind hier oftmals das Spiegelbild der anderen und so gegensätzlich ihre Lebensweisen und ihre Charaktere auch sind, so berühren sich ihre Umfelder immer mal wieder, sei es durch gemeinsame Bekannte oder durch Tratsch und Klatsch in der Gesellschaft. Wie die zwei Seiten einer Münze braucht man beide um diese Geschichte zu erzählen.Wir flanieren durch prächtige Gegenden Londons, werden mitgenommen aufs Land, reisen durch Europa, erleben mit wie alles sich gegen Napoleon rüstet, sich das Leben nach der großen Schlacht 1815 in Waterloo für einige drastisch verändert, verfolgen Aufstiege und Niedergänge einzelner Personen, erleben Geburten und Todesfälle sowie auch Familienfehden und große Zeichen der Liebe.Obwohl es laut Titel ein Roman ohne Helden ist und auch wirklich alle ihre Schwächen und Fehler haben, gibt es doch die eine oder andere Figur die einen noch positiv überrascht, Personen, deren intrigieren sehr unterhaltsam ist und Respekt abverlangt und auch welche, die ihr eigenes Glück hinter alle anderen anstellen und immer in der Nähe sind um zu helfen.Fazit: Hier ist streckenweise echtes Durchhaltevermögen gefragt. So unterhaltsam und eindrucksvoll die Geschichte auch ist, sind die dauernden Abschweifungen des Erzählers irgendwann einfach nur noch nervig, besonders wenn er wieder mit Namen der Gesellschaft um sich wirft, die ansonsten im Buch keine Rolle spielen. So spitzfindig seine Anmerkungen auch sein mögen, sie verlieren sich immer mehr in belanglose Schwafelei. In diesem Buch ist vor allem der Anfang und das Ende am besten, das Dazwischen war teilweise nicht unbedingt fesselnd, was auch an etwas eintönigen Charakteren lag, die man des öfteren am liebsten nur noch geschüttelt hätte. Zum Glück entwickeln sich diese dann zum Ende hin endlich weiter. Trotz allem passiert im Verlauf der etwas langwierigen Handlung so einiges und man ist gespannt wie es wohl ausgeht mit den Figuren, die man hier über einen längeren Zeitraum begleitet haben. Wobei man sagen muss, dass das Ende dann sehr schnell abgehandelt wurde. Definitiv lesenswert, aber hierfür sollte man wirklich einiges an Zeit einplanen.

    Mehr
    • 4
  • Rezension zu "Jahrmarkt der Eitelkeit" von William Makepeace Thackeray

    Jahrmarkt der Eitelkeit

    firlefanz

    13. September 2009 um 11:24

    Was für ein Roman. Ich meine, WAS FÜR EIN ROMAN! 800 Seiten dick, weggelesen in zwei Tagen. Ein Buch über sozialen Aufstieg, sozialen Abstieg, sozialen Wiederaufstieg. Über Liebe, Krieg und Heuchlerei. Zwar heißt das Buch im Untertitel "A Novel without a Hero" ich persönlich habe meinen Helden aber gefunden. Becky Sharp. Becky ist eine großartige Figur. Kaltblütig, berechnend, clever und die beste Lügnerin, über die ich je gelesen habe. Thackeray beschreibt die Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts schonungslos mit all ihren Eitelkeiten, Moralvorstellungen und ihrem Klassendenken. Im Kleinen schildert er eine hoffnungslose Liebe Captain Dobbins zu Amelia Sedley, zunächst Tochter aus reichem Hause, die jedoch ihrem unwürdigen Ehemann Captain Osborne auf ewig treu zu sein scheint. Becky Sharp, bemüht um einen sozialen Aufstieg, heiratet in eine andere reiche Familie ein, steht aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände schließlich aber mit nichts da und zeigt wie es sich ohne jegliches Einkommen sehr gut Leben lässt. Faszinierend auch, wie Thackeray eine seine Hauptfiguren plötzlich und unerwartet mit einem Nebensatz aus der Geschichte schreibt. Es ist wohl einer der größten Sätze der englischen Literatur (so heißt es zumindest in der Einführung, die man tunlichst erst hinterher lesen sollte, wenn das Buch spannend bleiben soll). Am Ende bleiben ein paar Fragen offen. Der Autor konnte sich offenbar nicht entscheiden, ob Becky nun noch fieser ist als wir gedacht haben, oder ob sie auch nur von einem Zufall profitierte. Im Übrigen sind die Töne, die Thackeray anschlägt um seine Nicht-Heldin zu beschreiben ganz unterschiedlich. Manchmal beinahe ehrfürchtig, dann wieder etwas bösartig. Der Grund warum ich hier nicht viele Worte über die anderen Figuren verliere, Amelia, Dobbin, Osborne, Rawdon Crawley, Osborne Senior, Sir Pitt ist ganz einfach der, dass ich die für blass halte im Gegensatz zu Becky. Wiedereinmal bin ich froh, dass ich nicht zu Thackerays Zeiten gelebt habe und den Roman in wöchentlichen oder monatlichen Scheibchen serviert bekommen habe. Hätte ich vor Spannung wohl nicht ausgehalten, zumal er sehr gemein ist und dann wenns wirklich spannend wird, einfach im nächsten Kapitel einen anderen Handlungsstrang weiterspinnt. Das führt dann zu wütenden Ausrufen meinerseits: "Was interessiert mich denn jetzt der Drecksack, wenn doch gerade...?!" Auch die beiden Kapitel ziemlich am Ende, wo Thackeray sehr ausführlich die Gesellschaft im damaligen Weimar beschreibt, sind in Anbetracht der Tatsache, dass der Leser gerne wissen möchte, was nun mit Becky ist, nach der großen Katastrophe, eher, ich sage mal, überflüssig. Ich habe mir die dann auch aufgespart und erst gelesen, als ich mit der Geschichte durch war. Es hat sich schließlich aber doch gelohnt, auch die vermeintlich langweiligen Kapitel zu lesen. Allein schon wegen "butterbrod."

    Mehr
  • Rezension zu "Jahrmarkt der Eitelkeit" von William Makepeace Thackeray

    Jahrmarkt der Eitelkeit

    HeikeG

    18. April 2007 um 18:40

    Jedes Herz ist eine Bude auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten "Ein Roman ohne Helden" lautet der Untertitel dieses mehr als 900 Seiten starken Werkes. Und das ist, wie so vieles, was sich William M. Thackeray hier zusammengedichtet hat, mehrdeutig zu verstehen. Es gibt keine stringente Handlung. Stattdessen entwirft der Autor in einer Fülle von Episoden ein kritisches Sittengemälde der britischen Oberschicht um 1810. Die am häufigsten wiederkehrenden Charaktere sind die Antipoden Amelia Sedley, eine überall wohlgelittene, etwas naive Tochter aus gutem Hause und ihre Freundin aus Internatstagen, Rebecca "Becky" Sharp, eine wegen ihrer Armut frühreif gewordene, von Aufstiegsgelüsten zerfressene junge Frau. Sie sorgt vor allem für Spannung und Aufregung in diesem Buch. Denn wo Becky sich verstellt, tändelt, schmeichelt, lügt und intrigiert und Männer skrupellos um ihren Finger wickelt, sind frappierende Auftritte programmiert. Reihenweise fallen ihr die hochnäsigen Vertreter der absterbenden Aristokratie zum Opfer. Schonungslos entlarvt sie die Bosheit, Dummheit und den krankhaften Ehrgeiz der Upper Class - bis sie selbst stürzt. Und doch als eine moderne Frauen-Heldin irgendwie imponiert. Wegen des Umfangs sollte niemand dieses Buch scheuen. Es ist Thackerays beschwingter Ton, sein Hang, Personen mit zärtlicher Ironie und snobistische Rituale mit beißendem Zynismus vorzuführen, die Jahrmarkt der Eitelkeiten" zu einer mitreißenden, niemals langweiligen Lektüre machen.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks