William Makepeace Thackeray Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Helden (Fischer Klassik PLUS)

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Inhaltsangabe zu „Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Helden (Fischer Klassik PLUS)“ von William Makepeace Thackeray

London, Anfang 19.Jahrhundert. Rebekka Sharp wird aus dem Internat von Miss Pinkerton entlassen und strebt den Aufstieg in die höhere Gesellschaft an. Selbstsicher, intelligent, auch skrupellos bewegt sie sich an der Seite ihrer naiven Freundin Amelia Sedley auf Empfängen und Diners. Intrigen und erotische Verwicklungen bestimmen das Leben der beiden Frauen. Satirisch-spitz und unterhaltsam kommentiert der Erzähler die Offenbarungen menschlicher Eitelkeit und die Konventionen seines eigenen Erzählens. Gemeinsam mit den Romanen von Charles Dickens und den Brontë-Schwestern zählt Thackerays Gesellschaftspanorama bis heute zu den wichtigsten Werken des Viktorianismus. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT+KRITIK.

Ganz sicher kein "Roman ohne Helden"!

— littleowl
littleowl

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  • Jahrmarkt der Eitelkeiten: Ein Roman ohne Helden

    Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Helden (Fischer Klassik PLUS)
    littleowl

    littleowl

    21. September 2016 um 16:50

    Worum geht’s? England, Anfang des 19.Jahrhunderts: Rebekka Sharp, eine Waise aus einfachen Verhältnissen, hat schon immer davon geträumt, zu den Reichen und Schönen zu gehören. Als sie gemeinsam mit ihrer naiven, wohlhabenden Freundin Amelia Sedley aus dem Internat von Miss Pinkerton entlassen wird, strebt Becky umgehend den Aufstieg in die höhere Gesellschaft an. Selbstbewusst, intelligent und intrigant wickelt sie die Familie Sedley um den Finger. Wird Becky am Ende ihre Ziele erreichen oder wird die hilflos wirkende und zurückhaltende Amelia für ihre Tugend belohnt werden? Meine Meinung Obwohl ich eigentlich gern dicke Wälzer lese, muss ich gestehen, dass ich vor diesem Klassiker ein bisschen Angst hatte. Fast 1000 Seiten sind selbst für geübte Leser einschüchternd und erfordern definitiv ein bisschen Ausdauer. Tatsächlich gab es Momente, in denen ich mich weiterkämpfen musste und schwer in Versuchung war, Passagen nur noch quer zu lesen. Ich wurde dann allerdings immer wieder mit spannenden, berührenden und vor allem witzigen Szenen belohnt. Wir begleiten die Figuren über einen extrem langen Zeitraum und ich fand es wirklich fesselnd, ihren sozialen Aufstieg und Fall mit zu verfolgen. Am Schicksal der engelsgleichen Amelia habe ich ehrlich gesagt von Beginn an weniger Anteil genommen als an dem der ränkeschmiedenden Becky Sharp. Meiner Meinung nach wird „Jahrmarkt der Eitelkeit“ nicht umsonst zu den besten Romanen aller Zeiten gezählt. Außergewöhnlich ist bei diesem Klassiker vor allem der herrlich spitzzüngige auktoriale Erzähler, der das Geschehen und sogar seine eigene Erzählweise kommentiert, den Leser direkt anspricht und selbst als Figur auftritt. Durch diese Anmerkungen bleibt bewusst immer eine gewisse Distanz zur Romanhandlung gewahrt. Anstatt ganz in die Geschichte einzutauchen, ist der Leser dazu eingeladen, kritisch über das Verhalten der Figuren zu reflektieren. Das soll aber nicht heißen, dass dieser Roman eine langweilige, mit erhobenem Zeigefinger erzählte Moralpredigt ist. Ganz im Gegenteil, Thackeray schreibt wunderbar unterhaltsam und ironisch. Besonders die Dialoge sorgen für so manchen komischen Moment. Kritisch und sehr pointiert deckt der Autor den Egoismus, die Eitelkeit und Heuchelei seiner Zeitgenossen auf und schafft so ein episches, facettenreiches Portrait der viktorianischen Gesellschaft. Thackeray schwingt sich jedoch nicht zum überlegenen Moralapostel auf, sondern zeigt Nachsicht mit seinen Figuren und erinnert uns daran, dass wir es in ihrer Situation wahrscheinlich genauso machen würden. Faszinierend finde ich, dass sein Spott heute nicht weniger treffend ist als vor 100 Jahren – jeder Leser kennt mindestens eine moderne, treu-doofe Amelia und eine hinterlistige Becky. „Ganz nebenbei“ erfährt man als Leser der 21. Jahrhunderts natürlich auch unglaublich viel über das Alltagsleben der Menschen damals. Die Geschichte trägt den Untertitel „Ein Roman ohne Helden“ und tatsächlich haben alle Figuren mehr oder weniger unsympathische Schwächen, auch wenn der Erzähler versucht, dem Leser die treuherzige und unschuldige Amelia Sedley als Heldin zu verkaufen. Ich habe recht schnell eine Abneigung gegen Amy entwickelt und bin erleichtert, dass es den meisten Lesern genauso geht. Mit ihrer hilflosen und naiven Art wirkt sie selbst als 30-jährige noch kindlich. Gleichzeitig stellt man sich als Leser immer wieder die Frage, wieviel von dieser Naivität und Unschuld nur gespielt ist: Amelia denkt gar nicht daran, die demütige Liebe Major Dobbins zu erwidern, hat aber kein Problem damit, jahrelang Geschenke und Gefälligkeiten von ihm anzunehmen Becky Sharp ist eine herrliche Abwechslung von den liebenswürdigen und passiven Protagonistinnen, die sonst viktorianische Romane bevölkern. Mit Charme, Selbstbewusstsein und Ehrgeiz kämpft sie um einen Platz in der feinen Gesellschaft. Obwohl sie bei ihren Intrigen nicht besonders viel Rücksicht auf die Gefühle ihrer Mitmenschen nimmt, war mir diese geistreiche, unabhängige Frau von Anfang an sympathisch. Ich bin sicher, dass sie großes vollbracht hätte, wenn sie nicht in der falschen Zeit geboren wäre. Fazit Ein wahrhaft epischer Klassiker, der einem als Leser Ausdauer abverlangt, die Mühe aber auf jeden Fall wert ist. Mit viel Witz und Menschenkenntnis gibt uns Thackeray eine Führung über den „Jahrmarkt der Eitelkeiten“, der von zahlreichen schillernden, faszinierenden Figuren bevölkert wird.

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    Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Helden (Fischer Klassik PLUS)
    Filzblume

    Filzblume

    04. September 2016 um 10:38

    William Makepeace Thackeray Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Helden Auf dieses Buch wurde ich in der Gruppe Klassiker - Leserunde aufmerksam. Angesetzt waren 2 Monate Lesezeit, da der Umfang der Seitenzahl erheblich war. Nun, ich war nach 4 Wochen fertig, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen wollte. Es spielt im 19. Jahrhundert rund um die Zeit der Napoleonischen Kriege. Die Handlung ist in Episoden gegliedert. Das Schicksal zweier sehr unterschiedlicher Frauen zieht sich weitläufig durch die Handlung. Amelia Sedley, Tochter eines wohlhabenden Londoner Bankiers, Rebekka Sharp, eine Weise, Tochter eines Künstlerpaars. Während Rebekka sehr zielstrebig, skrupellos ist, besitzt Amelia, die damals geschätzten tugendhaften Eigenschaften einer Frau im viktorianischen England, zurückhaltend, hilflos wirkend, anpassungsfähig. Beleuchtet wird das Leben der Mittelschicht und der Oberschicht, des Adels. Deren Rücksichtslosigkeit zum Erreichen ihrer Ziele, gepaart mit Geltungssucht, Habgier und sozialem Aufstieg in die feine Gesellschaft , kennen keine Grenzen. Jeder versucht in der Gesellschaft aufzusteigen, wer fällt, dem gehen die "Freunde" verloren. Spielsucht und Verschwendung, riskante Geldgeschäfte waren damals ein Teil des Lebens der Menschen. Dies alles gestaltet der Autor sehr authentisch und bildhaft. Was mir besonders am Roman gefallen hat, das sehr vielfältige Charaktere auf dem Eitelkeitsjahrmarkt auftauchen, deren Charakter, Lebensweise vom Autor ausleuchtend beschrieben werden und großes Konfliktpotential besitzen, aber nicht moralisch durch ihn hinterfragt. Vielmehr richtet sich Thackeray von Anfang an direkt an den Leser mit einer Erzählstimme. Ironisch, mit viel Verständnis für die Menschen und ihren Schwächen, schafft er es den Leser zu bannen und auch Nachsicht walten zu lassen. Das Buch bekommt von mir 4 Sterne, da es zeitweilig einige Längen gab, und zwischen den Episoden etwas sprunghaft erschien, was sicher daran lag, das die Episoden damals wochenweise in einer Zeitung erschienen sind.

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