William McIlvanney Laidlaw

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Inhaltsangabe zu „Laidlaw“ von William McIlvanney

Als die Leiche einer jungen Frau im Kelvingrove Park in Glasgow gefunden wird, beginnt für Detective Jack Laidlaw ein tödlicher Wettlauf mit der Zeit. Denn in dieser Stadt voll harter Männer, mächtiger Gangster und skrupelloser Geschäftemacher ist nicht nur der charismatische Detective auf der Suche nach dem Mörder. Hier will sich keiner die Geschäfte verderben lassen, hier haben die Gangster einen eigenen Begriff von Moral und hier schweigen die Väter und sinnen nach Rache. Und Jack Laidlaw weiß, dass er den Mörder zuerst finden muss, wenn er einen weiteren Mord verhindern will … William McIlvanneys Romane um den legendären Ermittler Jack Laidlaw sind in Großbritannien schon lange Kult und gehören schlicht zum Besten, was Kriminalliteratur zu bieten hat.

Konnte mich leider nicht abholen...

— Pokerface
Pokerface

Ein zeitloser, vor allem literarisch großartiger Kriminalroman für alle, die vom Genre mehr erwarten als Strandlektüre.

— Gulan
Gulan
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  • Laidlaw

    Laidlaw
    Pokerface

    Pokerface

    22. November 2016 um 15:17

    Zum Buch: Als die Leiche einer jungen Frau im Kelvingrove Park in Glasgow gefunden wird, beginnt für Detective Jack Laidlaw ein tödlicher Wettlauf mit der Zeit. Denn in dieser Stadt voll harter Männer, mächtiger Gangster und skrupelloser Geschäftemacher sind nicht nur der charismatische Detective und sein Assistent Harkness auf der Suche nach dem Mörder. Da ist Bud Lawson, der schweigsame Vater des Opfers, der auf Rache sinnt und die Sache selbst in die Hand nehmen will. Da ist John Rhodes, ein brutaler Gangsterboss mit einem ganz eigenen Verständnis von Moral, der den Vater gut verstehen kann. Da ist Matt Mason, ein skrupelloser Buchhalter, der seine Hände noch in weiteren schmutzigen Geschäften hat und sich diese unter keinen Umständen verderben lassen will. Und dann ist da Harry Rayburn, ein schwuler Nachtclubbesitzer, der eine ganz eigene Beziehung zu dem flüchtigen Mörder hat. Und Jack Laidlaw weiß, dass er den Mörder zuerst finden muss, wenn er einen weiteren Mord verhindern will... Meine Meinung: Und da bin dann noch ich - die geneigte Leserin, die so gar nicht richtig in den Roman einfinden wollte. Leider. Dabei habe ich doch selten eine so sprachgewaltige Geschichte gelesen. Und das war mit Sicherheit einer der Gründe, warum ich an der Geschichte gescheitert bin. Manchmal kann es des Guten auch einfach zu viel sein. Sprachgewaltig ist toll - aber das war einfach überfordernd. Manch einen Absatz musste ich zweimal lesen, weil ich am Ende vergessen hatte, worum es im ersten Satz eigentlich gegangen ist. Das fand ich traurig und schade. Manchmal ist weniger eben auch wirklich mehr. Zu Laidlaw konnte ich überhaupt keine Beziehung entwickeln und die nicht ausgelebte Brutalität von Bud Lawson hat mich einfach nur erschreckt und angewidert zurückgelassen. Harkness, der Mitarbeiter von Laidlaw, war der einzige, der etwas Sympathie aus mir hervorlocken konnte und der mir ansatzweise menschlich vorgekommen ist. Vielleicht war der Roman auch einfach zu schwarz für mich. Vielleicht ist einfach auch Noir nicht meine Richtung. Zudem empfand ich die Geschichte auch hinterher als so sehr in sich selbst verstrickt, dass ich das Gefühl hatte, dass die eigentliche Story, nämlich der Mord an dem Mädchen, überhaupt keine Rolle mehr gespielt hat. Alles war zu düster, zu sehr... ich weiß auch nicht - stellenweise aufgesetzt. Leider, leider hat "Laidlaw" bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen.

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  • Enttäuschung

    Laidlaw
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    30. August 2015 um 21:15

    Was für ein Klappentext!! Das klingt doch genau, nach allem, was ich immer suche: Es spielt in Großbritannien, noch besser, sogar im gehypten Glasgow, das ich letztes Jahr selber besucht habe. Es ist die Rede von Gangstern und Banden, die im Hintergrund (also in Pubs und Wettbuden) ihr Unwesen treiben. Es ist die Rede von einem charismatischen Ermittler.  Dazu das herrlich düstere Cover. Und das Buch wird überall als Krimiklassiker in den Himmel gelobt. Auch bei einer meiner Referenzen, dem Blog "Crimenoir" (Peter und meine Meinung gehen meist in die gleiche Richtung).Also alles bestens, oder?Leider nicht. Es hat nicht umsonst so lange gedauert, bis ich mich an einen Text zu "Laidlaw" gemacht habe. Ich brauchte wirklich Bedenkzeit. Es gibt wie oben erwähnt, so viele tolle Bausteine und Voraussetzungen, dieses bereits 1977 erschiene Werk, einzigartig und besonders lesenswert zu machen. Und es passt vieles zusammen: der kautzige bzw. rebellische und an Migräne leidende Laidlaw, sein neuer Kollege Harkness, mit dem er erstmal warm werden muss. Die unentwegt dunklen Gassen und Büros und die viele rachlüsternde, geschfäftstüchtige "Unternehmer".  ""Das liebe ich so an Glasgow. Das ist hier keine Stadt, das ist permanentes Kabarett."" Aber das Potenzial macht noch kein fesselndes Buch. Ich hatte Probleme mit "Laidlaw". Von Anfang an. McIlvanney kann einfach nicht dafür sorgen, dass ich mich an das Buch klammere oder vergesse aus der Bahn auszusteigen. Meine Augen fielen mir nicht zu, weil ich so lange gelesen habe, sondern, weil ich "Laidlaw" gelesen habe. Das Buch hat mich schlicht und ergreifend gelangweilt. Der Schreibstil ist alles andere als alltäglich, aber ein weniger ausholender, künstlerisch nicht ganz so anspruchsvoller Stil hätte mir besser gefallen. Fazit Es ist nicht alles schlecht, aber ich konnte mit "Laidlaw" leider, und das meine ich wirklich so, nichts anfangen. Vielleicht greife ich in ein paar Monaten nochmal zu dem Buch und betrachte es mit anderen Augen.

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  • Welcome to tartan noir!

    Laidlaw
    Gulan

    Gulan

    Jemand sagte: „Solche Leute dürften nicht weiterleben.“ Es wurde genickt. Die Stille war furchterregendes Einvernehmen. „Wem hat das arme Mädchen denn je was getan?“ Niemandem, sagte die Stille. „Selbst wenn sie ihn schnappen, sorgt irgendein Studierter dafür, dass der Kerl bloß Gefängnis kriegt.“ Ihre Selbstgefälligkeit war undurchdringlich. Grobe Männer waren das. Gewalt gehörte bei vielen zum Alltag. […] Aber es gab Verbrechen und Verbrechen. Und wenn man ein bestimmtes beging – wenn man ein Kind missbrauchte oder ein Mädchen vergewaltigte - , wurde man von ihnen in Gedanken entmannt. Man wurde zum Ding. Die Küche war ein mitleidloser Ort. Stück für Stück redeten sie sich das Menschsein aus. Die Männer wurden zu Racheengeln. (S.54) In einem Glasgower Park wird die Leiche der jungen Jennifer Lawson gefunden. Ein Sexualmord. Der Mörder versteckt sich irgendwo in der Stadt. Doch eine Menge Leute ist hinter ihm her. Nicht nur die Polizei, sondern auch die Unterwelt Glasgows, die sich bei ihren Geschäften durch den Mord beeinträchtigt fühlt. Schließlich sinnt auch die Familie auf Rache. Keine einfache Aufgabe für Detective Inspector Jack Laidlaw, der sich in den rauen Straßen und Pubs der Stadt auf die Suche begibt. „Wir haben den größten sozialen Wohnungsbau in Europa. […] Architektonische Müllhalden, auf denen Menschen abgeladen werden wie Gülle. Architektur als Strafe. Die Glasgower müssen sehr freundliche Leute sein, sonst hätten sie Viertel wie dieses schon vor Jahren niedergebrannt.“ (S.41-42) Jack Laidlaw ist ein komplizierter Mann und das „enfant terrible“ der Glasgower Polizei. In seinem Schreibtisch liegen Klassiker der Existenzialisten. Er gibt sich keinen Illusionen hin und behält doch seine hohen moralischen Ansprüche. Im Gegensatz zu den meisten anderen Polizisten dämonisiert er die Täter nicht, sondern sieht immer noch den Mensch hinter der Tat. Mit seiner unkonventionellen Art eckt er auch regelmäßig an. Zu Beginn der Ermittlungen quartiert er sich in einem Hotel ein und taucht tief ins Glasgower Milieu ein. Seine Herangehensweise versucht er auch seinem neuen Assistenten Detective Constable Brian Harkness zu vermitteln. „Dieser Mord ist eine sehr menschliche Botschaft. Allerdings ist sie verschlüsselt. Wir müssen versuchen, den Code zu knacken, und wir dürfen nicht vergessen, dass das, wonach wir suchen, Teil von uns ist. Wenn sie das nicht begreifen, brauchen Sie gar nicht erst anfangen.“ (S.94) Autor William McIlvanney gilt seit erstmaligem Erscheinen der (bislang) dreiteiligen Reihe um Detective Inspector Jack Laidlaw Ende der 1970er Jahre als Begründer des allerdings nur sehr schwammig abgegrenzten Genres des „tartan noir“. Die Laidlaw-Reihe wird vom Verlag Antje Kunstmann momentan in deutscher Neuübersetzung herausgegeben (Band 2 „Die Suche nach Tony Veitch“ ist seit März 2015 Nr.1 der KrimiZeit-Bestenliste). McIlvanney begann seine Autorenkarriere mit sozialkritischen Gesellschaftsromanen und dies führt er im Krimigenre auch fort. Er zeichnet ein intensives Bild der Stadt Glasgow und seiner Bewohner, zeigt die Widersprüche und die Bigotterie auf und obwohl die Reihe schon mehr als dreißig Jahre alt ist, wirkt hier nichts altbacken. Er fühlte sich wund vor Widersprüchen. Der Ort, an dem er sich befand, sprach Hohn auf den, von dem er kam. Trotzdem war beides Glasgow. Er hatte die Stadt immer gemocht, aber nie hatte er sie deutlicher vor Augen gehabt als heute Abend. Ihre Stärke äußerte sich in Gegensätzen. Glasgow war selbstgebackene Ingwerkekse und die tote Jennifer Lawson im Park. Die salbungsvolle Freundlichkeit des Commanders und die gefährdete Aggressivität Laidlaws. Sie war Milligan, unsensibel wie ein wandelnder Zementklotz, und Mrs. Lawson, besinnungslos vor Schmerz. Sie war die rechte Hand, die dich niederschlägt, und die linke, die dir wieder aufhilft, abwechselnd Entschuldigungen und Drohungen ausstoßend. (S.78) Im Gegenteil, das Buch ist literarisch herausragend. Ich hatte das Gefühl, dass sich der Autor bei jedem Satz, ja bei jedem Wort, etwas gedacht hat. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem Buch mehr Textauszüge markiert zu haben. Danach war Marys Mutter in der Küche, räumte auf, spülte und weichte Wäsche ein. Weil Sonntag war, konnte sie die Maschine nicht anstellen, aber einweichen war in Ordnung. Anscheinend hatte sie das Kleingedruckte gelesen, das vom Berg Sinai heruntergekommen war. (S.57) Ein zeitloser, großartiger Kriminalroman für alle, die vom Genre mehr erwarten als Strandlektüre.

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    • 17
  • stay in the car

    Laidlaw
    Abholfach

    Abholfach

    11. March 2015 um 22:09

    http://abholfach.blogspot.de/2014/10/stay-in-car.html

  • Capital of crime

    Laidlaw
    Havers

    Havers

    09. February 2015 um 18:41

    Auf den mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten schottischen Autor William McIlvanney wurde ich aufmerksam, weil der von mir hochgeschätzte Ian Rankin seinen Kollegen nicht nur lobt, sondern dessen dreibändige Laidlaw-Reihe auch als Initialzündung für sein eigenes Schreiben ins Feld führt. Diese Kriminalromane sind erstmalig zwischen Ende der siebziger und Anfang der neunziger Jahre erschienen, inzwischen neu aufgelegt und wirken in keinster Weise angestaubt, was aber mit Sicherheit auch an der Neuübersetzung durch Conny Lösch liegt. Handlungsort ist Glasgow, die schottische Metropole, die sich noch immer nicht restlos von dem Niedergang der Stahlindustrie erholt und mit den vielfältigsten Problemen zu kämpfen hat. Bis heute hat sich dort nicht viel verändert, wovon ich mich im vergangenen Jahr persönlich überzeugen konnte. Arbeitslosigkeit, Verelendung und Alkoholismus gehen einher mit hohen Kriminalitätsraten, und es macht auf mich den Eindruck, dass diese Schilderungen William McIlvanney mindestens genauso wichtig sind wie die Fälle des DI Jack Laidlaw In „Laidlaw“, dem ersten Band der Reihe, wird im Stadtpark die Leiche von Jennifer Lawson, einer jungen Frau gefunden, vergewaltigt und anschließend ermordet. Jack Laidlaw macht sich mit seinem Kollegen Harknes auf die Suche nach dem Mörder, wissend, dass sie sich mit der Aufklärung des Falls beeilen müssen, wenn sie Schlimmeres verhindern wollen. Es ist nämlich zu befürchten, dass sich die verschiedenen Fraktionen der Glasgower Unterwelt in die Ergreifung des Mörders bzw. der Verhinderung derselben einmischen werden, da sowohl der Vater der Ermordeten als auch der Täter schon ihre Kontakte aktiviert haben… Laidlaw ist, wie die meisten schottischen Ermittler, nicht zimperlich in seinen Methoden, weiß aber, dass er mit seiner Arbeit nur an den Symptomen herumkuriert, aber nichts verändern kann, solange die gesellschaftlichen Gegebenheiten so bleiben wie sie sind. Er ist ein Raubein mit hohen moralischen Grundsätzen, geprägt durch die Ideen der Existenzialisten, deren Werke in seiner Schreibtischschublade zu finden sind. Ein interessanter, vielschichtiger Protagonist, wie er nur selten in den Romanen dieses Genres zu finden ist. Und auch sprachlich spielt McIlvanney in einer anderen Liga. Er schwafelt nicht, sondern hat etwas zu sagen. Er schreibt auf hohem Niveau und fordert so die Konzentration seiner Leser. Er malt Bilder mit Worten, düster, realistisch und eindringlich. Ganz großes Kino – und nachdrückliche Leseempfehlung meinerseits! Der zweite Band der Reihe, „Die Suche nach Tony Veitch“, ist übrigens soeben im Verlag Antje Kunstmann erschienen.

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