William Nicholson Die Gesellschaft der Anderen

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Inhaltsangabe zu „Die Gesellschaft der Anderen“ von William Nicholson

Um sich dem Druck und den Erwartungen seiner Familie und dem wachsenden Unverständnis über seine mangelnden Ambitionen zu entziehen, lässt ein namenloser junger Mann über Nacht sein bisheriges Leben hinter sich. Per Anhalter begibt er sich auf eine Reise ohne Ziel. Ein Lastwagen nimmt ihn mit gen Osten, und als sie den Checkpoint eines totalitären Landes überqueren, passiert es: Sicherheitskräfte mit Maschinenpistolen eröffnen das Feuer, als der Fahrer bei einer Kontrolle die Grenze durchbrechen will. Wie durch ein Wunder kommt der junge Mann mit dem Leben davon - in den Händen das verbotene Buch eines untergetauchten Dissidenten. Fasziniert von der Wahrhaftigkeit und der moralischen Kraft der Gedanken schließt er sich einer Gruppe von Widerstandskämpfern an, die ihn zu dem großen Philosophen führen soll. Doch je näher er sich an der Wahrheit glaubt, desto weniger kann er unterscheiden, wer Opfer und wer Täter ist ... William Nicholsons hochgelobtes Debüt ist ein nachtschwarzer literarischer Thriller, in dem Metaphysik, Endzeitvisionen und Bildungsroman zu ihrem Recht kommen. Und ein spannender existentialistischer Dialog über die Frage, ob eine Idee das Leben verändert oder das Leben die Idee.

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  • Rezension zu "Die Gesellschaft der Anderen" von William Nicholson

    Die Gesellschaft der Anderen

    Sahiko

    13. March 2010 um 17:54

    In "Die Gesellschaft der Anderen" geht es um die Reise eines namenlosen jungen Mannes. Angeekelt vom Verhalten seiner Familie und der Gesellschaft als Ganzem führt er ein einsiedlerisches Leben, zurückgezogen in seinem Zimmer. Da sich keiner groß für ihn interessiert, interessiert er sich auch für niemanden. Er betrachtet das Geschehen um sich, ohne sich einzumischen. Und eigentlich ist er ganz zufrieden damit. Bis zu dem Zeitpunkt als ihm bei einem Familientreffen das mitleidige Gehabe zuviel wird und er beschließt, wegzugehen. Wohin weiß er nicht. Er nennt es die Reise der Taube. Einfach nur weg. Es verschlägt ihn schließlich als Anhalter in ein nicht näher genanntes osteuropäisches Land im Außnahmezustand. Die Menschen dort haben Angst vor der diktatorischen Regierung und der Polizeimacht ebenso wie vor den von der Regierung verfolgten Wiederstandsbewegung. Der "Held" trifft auf beide Extreme (und muss sich folglich mit ihnen auseinandersetzen), ebenso wie schließlich auf die Gruppierung um Vicino, ein Autor, dessen Buch ihm zufällig in die Hände fällt. Vicino und seine Anhänger sind, soweit es unter den Umständen des Landes möglich ist, gebildet. Sie sprechen Englisch, befassen sich mit Literatur und kritisieren das herrschende Regime. Anders aber, als die Terrorsisten, versuchen sie nicht, Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten. Sie sind der einzige AUsgleich zu den beiden Extrempositionen. In diesen ganzen Wirren findet sich nun unser Held wieder. Immer wieder konfrontiert mit den Fragen um das Selbst und um die Gemeinschaft. Ich habe das Buch bereits vor einigen Jahren schon einmal gelesen, auch damals hat es mir bereits sehr gut gefallen. Aber ich denke, dass ich vieles erst jetzt, beim zweiten Lesen, verstanden habe. Nicholson wirft immer wieder Fragen auf, die jeden betreffen und ansprechen sollten. Und insgesamt hat mich das Buch sehr zum Nachdenken gebracht. Es geht um die Vereinsamung, den Rückzug ins Ich, den Egoismus der heutigen Gesellschaft, in der neue Bekanntschaften nach ihrer Nützlichkeit bewertet werden. In der sich jeder nur noch um sich selbst kümmert und kein Interesse mehr an anderen hat. Auch um die Kurzlebigkeit der Gesellschaft, die jedem neuen Trend hinterherhechelt. Viele Probleme, die einem vielleicht erst richtig bewusst werden, wenn man darüber nachdenkt. Ich denke, dass jeder sich selbst ein Bild von diesem Buch machen sollte. Abschließend möchte ich drei der Absätze wiedergeben, die mich persönlich am meisten berührt haben. >>Was ich ihr und meinem Vater und meinem Großvater und Sheila sagen möchte, ist: Warum muss ich euch zuliebe glücklich sein? Das ist wie ein Gewicht, das sie mir auf den Rücken schnallen, diese Forderung, glücklich zu sein. Nicht meinetwillen, sondern ihretwillen. Sie wollen bloß aufhören, sich zu fühlen, als hätten sie bei mir versagt.<< >>Die meisten Menschen sehen dich nicht an, sie suchen ihre Spiegelung in deiner Miene. Mag er mich, wollen sie wissen. Ist er eine Bedrohung? Wie kann er mir nutzen? Sie sehen dich überhaupt nicht an, um dich anzusehen.<< >>Wir sollten mehr miteinander reden. Fernsehen ist kein Miteinanderreden. Internet auch nicht und entgegen allem Anschein sogar das Telefonieren nicht. Eckhard und Ilona, ihre Familie und Frende, die führen ein Gespräch. Im Gespräch geht es um Worte, Stimmlagen, Mienen, um Lächeln, Gesten, Beinbewegungen, um ein Kommen und Gehen, um all die Verknüpfungen und Verwirrungen des Menschseins. Warum ehren wir das Gespräch nicht mehr? Warum jagen wir lauterem Sound, grelleren Farben, verrückteren Drinks, größeren Kicks hinterher? Warum tun wir, als wären Gespräche mit Freunden nur für die Alten, die Armen, die Traurigen? Dabei ist ein Gespräch einer der wenigen Wege aus dem Binnenland der Eitelkeit, eines der wenigen Tore zu Gesellschaft der Anderen.<<

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