William Scott Morton Japan, Geschichte und Kultur. Das Inselreich in Tradition und Fortschritt

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Inhaltsangabe zu „Japan, Geschichte und Kultur. Das Inselreich in Tradition und Fortschritt“ von William Scott Morton

Ein gut lesbarer Überblick über die japanischen Geschichte von den Anfängen bis "heute".

— Admiral
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  • Die Geschichte Japans.

    Japan, Geschichte und Kultur. Das Inselreich in Tradition und Fortschritt

    Admiral

    11. January 2016 um 22:25

    Das Buch "Japan: Kultur und Geschichte. Das Inselreich in Tradition und Fortschritt" (1970) von William Scott Morton ist wird tatsächlich mehr oder weniger dem Titel gerecht: denn es ist eine Abhandlung über die komplette Geschichte Japans von den mythologischen/prähistorischen Anfängen zu einer vorsichtigen Zukunftsprognose anhand der derzeiten Gesellschaftseinstellung und der Wahlergebnisse vom Januar 1970. Ich denke, eine Zusammenfassung kann ich mir sparen. Zwar gehe ich nicht davon aus, dass jeder, der das hier liest, eine fundierte Ahnung der japanischen Geschichte hat, doch ist reines Faktenwissen heutzutage in großem Umfang leichtzu bekommen. Dabei denke ich primär an Wikipedia und sekundär an die unzähligen kleineren Seiten, die in sekundenschnelle über Google zu finden sind (hab eben probehalber mal gegoogelt und mit dem Suchtitel "japanische Geschichte" natürlich direkt 5 Hps gefunden, die zumindest dem Namen/Titel nach das Thema behandeln). Stattdessen will ich direkt zu einzelnen Aspekten und einer direkt eingeflochtenen Bewertung übergehen. Positiv fällt auf, dass Morton einen scheinbar hohen narrativen Anspruch hat und ihn mit einem minimalen Fundament an Wissenschaftlichkeit zu verbinden sucht. Dafür sprechen einerseits die stellenweise echt saubere Lesbarkeit und andererseits die Fussnoten (S. 275-7), sowie die immer wiederkehrenden wörtlichen Zitate (ausschließlich in dt. Übersetzung). Die ersten beiden Drittel des Buches (S. 7-196; Thema: Anfänge bis Meiji-Restauration) lassen sich wunderbar verständlich runterlesen, während Morton nur punktuell in eine Art trockene Nacherzählung verfällt (zB der direkte Anfang). Mit dem Kapitel "13 Die Meiji-Restauration und die Modernisierung Japans. 1868-1912" bis zum Ende nimmt erzähltechnisch dann doch die trockene Nacherzählung die Oberhand. Zusätzlich tauchen hier auch (verstärkt ?) Rechtschreib-/Tippfehler auf (zB Japn statt Japan), was in einem Buch (Korrekturleser aus Freundeskreis/Familie + Lektorat !) nicht passieren sollte. Zur Wissenschaftlichkeit andererseits sollte ich wohl sagen, dass sie doch sehr rudimentärer Natur bleibt. Die Fussnoten beschränken sich auf eine Anzahl von gerademal 42, was für ein Buch von etwa 270 Seiten Fließtext natürlich schon rein quantitativ viel zu wenig ist. Da helfen auch die oft in den Text eingebundenen Quellenzitate kaum raus. Hier wurde wohl versucht, das Buch einem breiteren unwissenschaftlichen Publikum zugänglich zu machen. Ob das funktioniert/es sich gelohnt hat, weiß ich nicht genau. Ein netter Versuch war im letzten Kapitel die Voraussicht auf künftige Tendezen in der weiteren japanischen Entwicklung. Der Buchtitel lässt genau das erwarten, nur kommt dieser Ausblick doch etwas spät, kurz und unfundiert vor. Bedauerlich ist, dass sich das Buch in seiner Darstellung doch wieder auf eine personengebundene Geschichtserzählung stützt. Es kommen zwar immer mal wieder methodischem, kultur-, kunst-, sozial- und politikhistorische Exkurse vor (Verfassungen: zB S. 33f. und 213-8; Quellenmethodik: zB S. 38-40; etc.), doch sind sie klar in der Unterzahl. Die Darstellung entspricht dem althistorischen/antiken Bild des großen und wichtigen Individuums, das die Geschichte durch seine Un-/Taten vorantreibt. Es fehlt deutlich Themen- und Strukturgeschichte (vgl. dazu methodisch Colin Wells: Das römische Reich. Es hat abwechselnd ereignis- und strukturhistorische Themen). Angenehm hilfreich sind allerdings noch die 4 gebündelten Bilderkompilationen (insgesamt 32 kommentierte Bilder, wobei allerdings auch Bilder 15 und 16 fehlen). Eine sehr fragmentarische und etwas unübersichtliche/verwirrende Zeittafel, eine recht ausführliche Lioteraturliste und ein Register sind dem Fließtext noch beigefügt. Edit. Um ehrlich mit euch zu sein, wollte ich (bevor ich mit dem Schreiben dieser "Rezension" began) dem Buch noch 4-5 Sterne geben. Nun sind es doch nur 2 geworden ! Das liegt daran, weil mir erst im Rückblick und mit Hilfe einiger Distanz die vielen Makel aufgefallen sind, die sich mMn nicht so leicht übersehen oder wegdiskutieren lassen. Tatsache scheint wohl zu sein, dass ich wohl noch kein wirklich gutes (!) Buch über japanische Geschichte gelesen habe und mir deshalb die differenzierte Bewertung nicht so leicht fällt.

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