William Shakespeare The Taming of the Shrew

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Inhaltsangabe zu „The Taming of the Shrew“ von William Shakespeare

HarperCollins is proud to present its incredible range of best-loved, essential classics. (Quelle:'Flexibler Einband/12.09.2013')

Humor ändert sich mit der Zeit. Ich finde das Stück nicht lustig (genauswenig wie die Verkürbissung des Kaisers Claudius von Seneca).

— sabisteb
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  • That wench is stark mad or wonderful froward.

    The Taming of the Shrew

    sabisteb

    06. June 2014 um 15:26

    The taming of the shrew, der Wiederspänstigen Zähmung, ist eher als Motiv bekannt, denn als Stück. Das Motiv der Frau, die stolz ist und nicht einsieht, dass sie sich wegen einer Wurst ein ganzes Schwein halten soll, und Männer eher als nervigen Klotz am Bein sieht und dann doch von einem Mann „erzogen“ wird, zieht sich in zig Varianten durch die Literatur und auch die Märchen (z. Bsp. König Drosselbart). Es hat seinen Grund, warum das Motiv an sich beliebt und mehrfach adaptiert wurde, das Stück jedoch weniger bekannt und nicht gerade zu den beliebtesten gehört: Es ist schlecht. Ja, traurig, ein Klassiker und dennoch, als Buch funktioniert die Geschichte überhaupt nicht. Zum einen sind die Namen der Personen teilweise einfach viel zu ähnlich: Tranio, Grumio, Gremio, Cambio. Dann greift er zu einigen wirklich billigen Tricks. Er führt auf einen Schlag massig Figuren ein und kurz darauf ändert er deren Namen und teilweise tauschen sie noch die Rollen. Das ist einfach nur wirr und nervt. Auf der Bühne, wo man die Personen sieht, mag das funktioniert, aber dieses permanente führen unter Doppelnamen nervt beim Lesen sehr schnell einfach nur.   Die Geschichte ist, milde ausgedrückt, platt und abgedroschen. Wie bei heutigen deutschen Autoren, die ihre Geschichten gerne im englischsprachigen Raum spielen lassen, war es zu Shakespeares Zeiten wohl hipp und cool, wenn die Stücke in Italien spielten, daher streut er auch ein paar italienische Sätze rein (wie die heutigen Anglizismen). Da gibt es einen Kaufmann namens Baptista Minola, der hat zwei Töchter: Katherina und Bianca. Katherina ist die ältere (Klügere), die mit Männern nicht viel am Kopf hat und gerade heraus sagt, was sie denkt (sehr symphatisch) und dann ist da noch ihre nervige, brave, musikspielende Superschwester Bianca, der alle Kerle nachlaufen, ein echtes perfektes (dümmliches) Püppchen, das mir recht schnell ziemlich auf die Nerven ging. Da Baptista befürchtet, auf Katerina sitzen zu bleiben, stellt er die Bedingung, dass Bianca erst heiraten darf, wenn ihre ältere Schwester einen Kerl abbekommen hat (ob sie will oder nicht). Das ist dumm gelaufen für Hortensio (Nachbar?), Gremio (alter, reicher Sack aus Padua) und Lucentio (Student), die beide auf Bianca stehen. Da ist guter Rat teuer. Lucentio verkleidet sich als Lateinlehrer namens Cambio (während er seinen Diener Tranio als Lucentio einführt (und wohl zur Uni schickt)) und Hortensio verkleidet sich als Musiklehrer. Gemeinsam geben die beiden Nebenbuhler hinter Hortensios Rücken Bianca „Nachhilfe“, während Katherine Hortensio eine Laute über den Schädel zieht (wohl zu recht). Petruchio hingegen hat keine großen Ansprüche, er will sich nur möglichst schnell reich beweiben. Hortensio stiftet ihn an, Katherina zu freien, die der Vater nur zu gerne bereit ist, möglichst schnell an den erstbesten Kerl zu verheiraten, der sie haben will. Danach beginnt die Schule für die Widerspenstige. Allgemein wird immer behauptet, er würde reverse Psychologie anwenden, indem er genau das Gegenteil sagt, von dem was er denkt, damit sie tut, was er will. Für mich klingt:   Am starved for meat, giddy for lack of sleep,  (Meat steht hier allgemein für Nahrung nicht nur für Fleisch) With oaths kept waking and with brawling fed, And that which spites me more than all these wants, He does it under name of perfect love, As who should say if I should sleep or eat ‘Twere deadly sickness, or else present death.   Folter durch Schlafentzug und Essensentzug unter dem Vorwand der Liebe, was schon Richtung Stockholm Syndrom geht. Ich sehe da keinerlei Liebeskomödie. Die Erziehung ist so toll, dass Katherine letztendlich wie ein dressierter Affe reagiert:   Katherine, I charge thee tell these headstrong women What duty they do owe their lords and husbands. […] Katherine, that cap of yours becomes you not. Off with that bauble, throw it underfoot. Katherine throws down her cap […] hy husband is thy lord, thy life, thy keeper, Thy head, thy sovereign, one that cares for thee, And for thy maintenance commits his body To painful labour both by sea and land, To watch the night in storms, the day in cold, Whilst thou liest warm at home, secure and safe, And craves no other tribute at thy hands But love, fair looks, and true obedience, Too little payment for so great a debt. Such duty as the subject owes the prince, Even such a woman oweth to her husband, And when she is froward, peevish, sullen, sour, And not obedient to his honest will, What is she but a foul contending rebel, And graceless traitor to her loving lord? […] Whilst thou liest warm at home, secure and safe, And craves no other tribute at thy hands But love, fair looks, and true obedience, Too little payment for so great a debt.   Sorry, da kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. Das ist als die „Zähmung“?   Während Petrucchio also Katherines Willen bricht, handeln die drei anderen Um Bianca, heißt, sie vergleichen ihre Schwanzlänge in Bezug auf ihren Besitz. Der alte Sack Gremio unterliegt und geht halt eine Witwe freien, die ist eh netter. Lucentio bzw. Tranio verkleidet als Lucentio gewinnt für seinen Herren. Nur, muss vor der Hochzeit jetzt noch schnell ein Vadder her, also engagieren die schnell einen fahrenden Händler, der den Pappa miemen soll für Lucentios Diener Tranio, der vorgibt Lucentio zu sein, der hinter dem Rücken von Biancas Vater, der glaubt, dass Tranio er sei, Bianca heiratet, während plötzlich sein echter Vater vor der Tür steht und schauen will, was der Herr Sohn so an der Uni treibt. Die Sache wird aber wie unter echten Männern mit wenigen Worten geklärt, drei “gückliche” Ehepaare und Schnitt.   Um diese ziemlich dämliche und frauenfeindliche Geschichte ist noch eine Erzählende Rahmenhandlung drapiert, in welcher ein Lord sich mit einem Armen Mann einen Scherz erlaubt, der betrunken in der Gosse liegt. Er kleidet diesen in feine Kleider und spielt ihm vor, er währe ein Lord, der unter der Wahnvorstellung gelitten hätte, er wäre ein Bettler und der nun endlich wieder bei Sinnen währe. Zu seiner Erbauung wird das Stück „Der Widerspenstigen Zähmung) von fahrenden Schaustellern aufgeführt. Nur leider fehlt der Schluss, denn das Stück endet mit dem aufgeführten Stück. Das Ende der Rahmenhandlung hat in Raubdrucken überlebt. Da lässt der reiche Adlige den armen Trunkenbold, als dieser eingeschlafen ist, wieder auskleiden und in die Gosse werfen, der nun glaubt, das alles war nur ein Traum.   Fazit: Frauenfeindlich und dieser widerliche Adliger der Rahmenhandlung glaubt auch, sich alles erlauben zu dürfen ist auch nichts, was ich sonderlich witzig oder unterhaltsam finden würde. Humor ändert sich mit der Zeit. Ich finde das Stück nicht lustig (genauswenig wie die Verkürbissung des Kaisers Claudius von Seneca). Petruccio meint zu Kate „For ‘tis the mind that makes the body rich,“ ja warum nur, bricht er sie dann wie ein Pferd, das man einreiten muss?

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