William Shakespeare Troilus und Cressida / Troilus and Cressida

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Inhaltsangabe zu „Troilus und Cressida / Troilus and Cressida“ von William Shakespeare

Band 28. Komödie. Troilus, der Sohn des trojanischen Königs Priamus, liebt Cressida, deren Vater, der Priester Kalchas, zu den Griechen übergelaufen ist. Doch bereits nach ihrer ersten Liebesnacht wird Cressida auf Betreiben ihres Vaters gegen einen gefangenen Trojaner ausgetauscht. Im Lager der Griechen gibt sie sich, die Troilus ewige Liebe geschworen hat, allerdings bald dem brutalen Diomedes hin. Die Griechen beraten, wie der Krieg gegen Troja zu beenden sei. Bei ihnen herrscht Uneinigkeit und Verlotterung, was Ulysses vor allem Achilles zuschreibt, der sich, anstatt sich für den Krieg zu interessieren, lieber mit seinem Geliebten Patroklus amüsiert und die griechischen Helden nachäfft. Man beschließt einen Zweikampf des Griechen Ajax gegen den Trojaner Hektor, der die Entscheidung bringen soll. Ulysses hofft auf diese Weise Achilles zu neuen Taten zu motivieren, jedoch hofft er umsonst. Hektor bricht den Kampf ab, als er hört, dass Ajax eine trojanische Mutter hat. Vergeblich mahnen die trojanische Königstochter Kassandra und Hektors Frau Andromache zum Frieden und zur Auslieferung der Helena. Troilus sieht in einer Kampfpause, wie Cressida, die er wahrhaft liebt, dem Diomedes in die Arme sinkt. Als Hektor sich am nächsten Tag waffenlos vom Kampf ausruht, wird er auf Achilles’ Befehl heimtückisch niedergemetzelt. Agamemnon glaubt mit dem Tod des Hektor den Krieg beendet, doch Äneas und der rachedurstige Troilus wollen den Kampf fortsetzen. Ätzender Hohn und tiefer Schmerz, Groteske und Tragödie verflechten sich in diesem Drama so eng ineinander, dass es zu den am meisten missverstandenen Werken Shakespeares zählt und selten gespielt wurde, ehe die Erfahrungen von zwei Weltkriegen seine erschreckende Aktualität erkennen ließen. Heldentum ist eben keineswegs nur Heldentum, sondern kann auch blutige Farce sein, die Ideale von Liebe, Ehre, Ritterlichkeit stellen nur noch eine mühsam aufrechterhaltene Fassade dar. In Wirklichkeit geht der Krieg um einen Hahnrei und eine Hure, er ist ein brutaler Witz und bedeutet zugleich doch den Streit einer moralischen Ordnung gegen eine zynische, sinnentleerte Welt, in der nur Macht und Profit gelten. Doch auch der Vertreter dieser zynischen Welt verteidigt den Krieg mit dem Hinweis auf Recht und Ordnung. Für die Liebe gibt es hier keinen Platz: Wie Romeo und Julia haben Troilus und Cressida eine Nacht, in der sich ihre Liebe erfüllt. Shakespeare zeigt selbst, was geschieht, wenn ein Romeo und eine Julia überleben: Cressida wird, sobald sie, politischen Überlegungen geopfert, mit der Welt der Griechen in Berührung kommt, zur Hure; Troilus entartet zu einem blutwütigen Rächer. In diesem Krieg wird die Zerstörung der alten romantischen Welt von Troja mit ihren Idealen und ihren menschlichen Werten durch eine Welt des Egoismus, der Sexualität und des Profits vorbereitet. Shakespeare entlarvt Zug um Zug Politik und Machtstreben, deckt den Realpolitiker, den Machtmenschen, den gewalttätigen Dummkopf, den Egoisten und den Rächer in seinen Motiven auf. Sie alle gelten als Helden, sind die Männer der Zukunft. Zweisprachige Ausgabe mit Anmerkungen des Übersetzers, Bericht aus der Übersetzerwerkstatt und einem einführenden Essay von Werner v. Koppenfels.
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