William Shaw Kings of London

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Inhaltsangabe zu „Kings of London“ von William Shaw

London, November 1968: Hippiekommunen besetzen Häuser, in der Royal Albert Hall feiern John Lennon und Yoko Ono »alchemistische Hochzeit«, und in den Galerien hängen Bilder, die den Blick des Betrachters mächtig herausfordern. In diese so bunte wie nebulöse Welt gerät Detective Sergeant Breen, als in einem niedergebrannten Haus die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird. Die Todesumstände sind mysteriös und der Tote nicht nur ein stadtbekannter Playboy und Kunstsammler, sondern auch Sohn eines angehenden Ministerpräsidenten. Und dieser tut so einiges, um Breen bei der Ermittlung Steine in den Weg zu legen. Das ist aber bei Weitem nicht Breens einziges Problem: Fast täglich erhält er Morddrohungen, und er wüsste endlich gern, woran er mit Tozer ist – bevor sie den Polizeidienst quittiert und die Stadt für immer verlässt. Auch der neue Fall von Breen und Tozer führt das ungleiche Paar unter die bunte Oberfläche Swinging Londons. Zwischen den legendären Partys des Galeristen Robert »Groovy Bob« Fraser und heruntergekommenen Drogenhöhlen erleben sie eine Stadt im Umbruch. Während die einen die neue Freiheit feiern, sind andere bereit, in ihrem Namen über Leichen zu gehen …

William Shaw hat mich überzeugt - ein wunderbar gelungener Kriminalroman

— DoreenGehrke
DoreenGehrke

Die Kehrseite des "Swinging London der Sixties. Absolut überzeugend und spannend

— guybrush
guybrush

Kriminalfall in der verrückten Zeit der Hippikommunen und besetzten Häuser.

— Susen-Gudrun
Susen-Gudrun

Zeitgeist meets Thrill. Überzeugende Fortsetzung von "Abbey Road Murder Song".

— Matzbach
Matzbach

Ich fand, das Buch war gutes Mittelmaß. Ich konnte es gut und flüssig lesen, allerdings hat mir da der Spannungsbogen sehr gefehlt.

— winterdream
winterdream

Spannung bleibt auf der Strecke

— Rebecca1120
Rebecca1120

Zieht sich leider sehr dahin, um am Ende doch noch kurz Fahrt aufzunehmen.

— miro76
miro76

Sehr interessant mit tollen Charakteren. Aber kein richtiger Krimi, da zwischendrin der Spannungsbogen mal abfällt

— Klene123
Klene123

Krimi mit ganz viel 60er Jahre Lebensgefühl. Für mich ein großes Lesevergnügen.

— Igelmanu66
Igelmanu66

Sehr langweilig auf Grund der fehlenden Spannung. Der Schreibstil tut das Übrige. Aus dieser Story hätte man mehr herausholen können.

— SLovesBooks
SLovesBooks

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  • Kings of London are corrupted Cops

    Kings of London
    DoreenGehrke

    DoreenGehrke

    28. July 2017 um 07:04

    „Als müssten sie ständig vögeln, um frei zu sein. … Ich finde das unheimlich, weißt du. Die machen das nicht, weil sie wollen. Jedenfalls nicht die Mädchen. Die müssen das machen, wenn nicht, sind sie spießig. Verstehst du, was ich meine? Ich könnte das nicht. Ich könnte mich selbst nie so gering schätzen. … Unheimlich daran ist nur, dass die alle denken, sie würden die Welt verändern. Dabei reden und streiten sie die ganze Zeit. Sitzen bis zwei Uhr früh zusammen und labern dummes Zeug. … Aber die glauben, wenn du möglichst viel Pot rauchst und vögelst, dann verschwindet alles Böse. Die sind wie … Kinder.“, erzählt Tozer ihrem Kollegen Detective Breen von ihren Erfahrungen mit den Hippies eines besetzten Hauses, das unter Verdacht steht, Umschlagplatz für Drogen zu sein. Für Breen ist diese Zeit des Londons im Jahre 1968 eine ganz andere Welt, ungreifbar und unwirklich. Hippies als die neuen Freigeister auf der einen Seite und korrupte Cops in Breens Abteilung auf der anderen Seite, die selbst über sich sagen: „ … D Devision 1968. Wir sind die verfluchten Könige von ganz London, jawohl, das sind wir.“ Breen ist der typische Antiheld, ein Eigenbrötler, skeptisch, kritisch und korrekt. Ohne seinen Job, weiß er nichts mit sich anzufangen. Aufgewachsen in einem „frauenlosen“ Haus, allein mit seinem Vater, fällt es ihm schwer, Kontakt mit Frauen zu finden, geschweige denn eine Beziehung zu führen. Seinen kranken Vater hat er bis zum Schluss gepflegt, ihn zu Letzt ins Krankenhaus gebracht und für sich gehofft, dass es mit ihm zu Ende geht. Was auch geschieht, mit Beginn des Buches und worüber Breen später selber sagt: „Mein Vater hat sich mit dem Sterben lange Zeit gelassen. … Ich habe mir gewünscht, er würde sich ein bisschen mehr beeilen.“ Immer wieder tauchen Rückblicke über das Zusammenleben mit seinem Vater auf, gut dosiert, niemals zu viel, man lernt William Shaws Protagonist kennen. Seine Entwicklung ist vielschichtig, er fühlt sich hin- und hergerissen. Zuletzt spielt er das gefährliche Spiel der Macht mit, sein Verhalten reflektiert sich so: „Teilweise war Breen schockiert, wie leicht ihm das alles fiel. Die nackte Angst in Creamers Blick. Sein eigenes Gefühl von Macht. Eigentlich müsste er sich selbst verachten. Das war der Stil von Oliver Tarpey, die Geheimnisse einer Person gegen diese selbst zu verwenden. … Langsam voranschreitende Korruption.“ Neben „Abbey Road Murder Song“ ist „Kings of London“ der zweite Band der Trilogie um Detective Breen und Constable Tozer. Ich habe das erste Buch nicht gelesen, habe aber nicht Eindruck gehabt, ich hätte den ersten Band lesen müssen. Die gesellschaftlichen Hintergründe in diesem Buch werden sehr gut geschildert und scheinen mir vom Autor intensiv recherchiert. Das sollte man von einem Journalisten auch erwarten können. Die Übersetzung scheint mir sehr gelungen. Der Text liest sich flüssig, der Spannungsbogen wird bis zum Schluss gehalten. Anders als die Leseprobe hat mich das Buch sehr gepackt. Ein gelungener Kriminalroman, den ich nur weiterempfehlen kann.

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  • Die Kehrseite des "Swinging London der Sixties

    Kings of London
    guybrush

    guybrush

    22. June 2016 um 10:19

    Das ist kein Buch für die Liebhaber des schnellen harten Thrills. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob es als Krimi durchgeht. Eher vielleicht als spannender Gesellschaftsroman.Wer einen romantisch nostalgischen Blick auf die „Swinging Sixties“ erwartet, wird ebenfalls enttäuscht sein. Zwar spielen all die Künstler, die diese Zeit und somit auch meine Jugend geprägt haben, als Randfiguren mit, aber der Hauptfokus liegt eher auf der Kehrseite, Drogenmisbrauch, Korruption, Gewaltbereitschaft und Diskriminierung. Ein relativ ungeschönter, kritischer Blick auf die englische Gesellschaft der 60er Jahre, melancholisch aber nicht hoffnungslos.Die beiden Polizisten haben mich schon in Shaws erstem Buch „Abbey Road Murder Song“ voll überzeugt. Hier legen sie noch einen drauf.Fazit:Gut recherchierte Fakten, überzeugende Charaktere, ein Blick hinter die Kulissen des „Swinging London“ der 60er und ein angenehm ruhiger Erzählstil. Dieses Buch war zumindest für mich ein Lesegenuss.

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  • Spannend ist das Zwischenmenschliche und die Beschreibung von 1968

    Kings of London
    jahfaby

    jahfaby

    17. February 2016 um 17:45

    Wir tauchen wieder ein in das London der 1960er. Wieder begleiten wir die Polizisten Breen und Tozer nach einem Fall, wie schon bei Abbey Road Murder Song. Und diese beiden Sachen, machen den Roman so schön. Krimis gibt's in rauen Mengen. Kann man mögen, lieben oder uninteressant finden. Hier geht es aber neben dem eigentlichen Krimi eben auch um die beiden Menschen und ihre Beziehung, was nochmal cooler, aber auch nicht einzigartig ist. Zusätzlich und am eindrücklichsten sind daher die Schilderungen des Alltags in London 1968. Klar kenne ich die Musik aus der Zeit, kenne die Busse, die Farben, die Klamotten und das Lebensgefühl der einen Seite, und mag es. Shaw schafft es aber, mirneben dem klischeehaften und oft positivem Bild des Swinging London und der aufsteigenden Hippie-Ära plötzlich die andere, die düstere und realistische Seite zu zeigen, die der Arbeiter und einer in jeder Generation festgefahrenen Gesellschaft. Und weiter noch zeigt er mir all die Ecken und Kanten innerhalb des Swinging London, zeigt mir, dass nicht alles geil und schön und neu war, sondern eben auch anstrengend und manipulativ und verstörend und gewaltsam.  Der Krimi in Kings of London läuft bei mir nebenher. Aber das Zwischenmenschliche und Shaws Abbild von 1969, extrem lesenswert. Ich freue mich auf den letzten Teil der Trilogie, kommt Ende des Jahres. Achja, Kleinigkeit, aber: Während das Cover und die CI sehr schön sind, verstehe ich zwei Sachen nicht: Warum wird der englische Originaltitel ("House of Knives") durch einen anderen englischen Titel ersetzt? Und warum macht sich keiner die Mühe, den Klappentext über den Autoren zumindest an dieses Buch anzupassen. Es ist einfach exakt der Gleiche des ersten Teils.

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  • Kings of London

    Kings of London
    echidna

    echidna

    31. December 2015 um 10:52

    Titel und Cover sahen sehr interessant aus und die Inhaltsangabe klang nach allgemeinem Krimi, nicht super spannend, aber auf jeden Fall interessant. Da ich relativ viel im Krimibereich lese, hätte ich nicht erwartet, dass das Buch mich doch so begeistern könnte. Der Sohn des Ministerpräsidenten wird ermordet und brutal zugerichtet aufgefunden. Fast gleichzeitig wird eine weitere Leiche verbrannt in einem durch ein Gasleck explodierten Haus aufgefunden. Zuerst scheinen die beiden Morde nichts miteinander zu tun zu haben. Der zweite Mord soll als Unfall zu den Akten gelegt werden, doch Ermittler Breen lässt der Fall nicht los, so dass er auf eigene Faust weiter ermittelt. Doch irgendjemand scheint ihm Steine in den Weg zu legen und dann bekommt Breen auch noch Morddrohungen. Ich finde, die Morde sind in diesem Krimi eher nebensächlich, auch wenn sie sehr gut gemacht sind, so dass man nicht von selber so schnell darauf kommt, wie alles miteinander zusammenhängen könnte. Doch nebenher passieren noch so viele Dinge und andere Charaktere tauchen auf, was das Buch nicht mehr oberflächlich, sondern tief werden lässt. Man hat das Gefühl in eine andere Zeit einzutauchen, lernt das London der 60er Jahre kennen mit dessen Hippies, Musikern, Künstlern und auch korrupten Politikern. Hinzu kommt, dass Tozer, Breens Partnerin bei den Ermittlungen, selber gut als Hippie durchgehen könnte. Sie ist eine der ersten weiblichen Polizistinnen und erkämpft sich tough ihren Platz in der von Männern besetzten Welt. Ich hab zu der Zeit zwar noch nicht gelebt, doch fand es realistisch dargestellt. Durch die vielen Details und lebendigen Charaktere konnte ich mir alles sehr gut vorstellen und ein Gefühl dafür bekommen, wie es zu der Zeit war. Was mir besonders aufgefallen ist: man vergisst doch zu schnell, wie viel früher doch noch geraucht wurde. Nach Lektüre des Buches bin ich echt dankbar für das mittlerweile geltende Rauchverbot in den meisten Kneipen usw. Ich kenne das Vorgängerbuch "Abbey Road Murder Song" zwar nicht, habe nun aber fest vor, mir auch das noch zu holen, da es sehr interessant klingt, vor allem auf die Londoner Musikszene der 60er Jahre bezogen. Der Autor scheint wirklich gut recherchiert zu haben und sich in diesem Gebiet sehr gut auszukennen.

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  • Großes Lesevergnügen

    Kings of London
    Felice

    Felice

    14. November 2015 um 19:01

    Vor dem realen Hintergrund der Hippiekommunen und der "alchemistischen Hochzeit" 1968 in der Royal Albert Hall werden Inspector Breen und seine Mitstreiter in einen Mordfall verwickelt, der sich direkt an die Ereignisse vom Oktober anschließt, und die immer wieder aufgegriffen werden. Außerdem ist er weiterhin mit einem unidentifizierten Toten beschäftigt, dessen Schicksal nun aufgedeckt wird. Sein Verhältnis zu Helen und den Frauen allgemein ist nicht ganz einfach, aber er ist bemüht und fängt langsam ein Leben jenseits  der Pflege seines mittlerweile verstorbenen Vaters an, was sowohl holprig als auch amüsant zu verfolgen ist. Gegen Ende wird es spannend, bis dahin plätschert die Ermittlung mehr oder weniger dahin, der Roman ist eher eine Milieustudie als ein Krimi aber gerade das mache ihn auch lesenswert. Die späten 60er Jahre sind aus heutiger Sicht herrlich antiquiert, z. B. bildet sich sonntags eine Schlange am Telefon im Flur des Wohnheims, sodass Helen sich beeilen muss. Oder es wird die "moderne" Einrichtung mit bunten Kunststoffstühlen und einem grünen Plastiktelefon erwähnt, Gegenstände, an die ich mich nur noch vage erinnern kann, davon zu Lesen aber Spaß macht. Und so freue ich mich auf den dritten Fall dieses ungleichen Duos, das Ende lässt auf eine nahtlose Fortführung hoffen.

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  • Krimi mit ganz viel 60er Jahre Lebensgefühl

    Kings of London
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    »Er näherte sich dem Toten, holte tief Luft, ging in die Hocke und versuchte, ihm etwas Staub aus dem Gesicht zu wischen. In Verbindung mit dem Wasser, das die Feuerwehrleute überall verspritzt hatten, hatte sich daraus eine Kruste gebildet. Die Haut war in der Hitze des Feuers geröstet worden, aber nicht verkohlt wie bei der anderen Leiche. Dafür war sie von den Oberarmen bis zu den Handgelenken heruntergeschält. Nicht vorsichtig. Ganze Muskelfasern waren ausgerissen, und Reste davon hingen lose und verschmort herunter.« London, November 1968. Die ganze Stadt ist in Bewegung. Zwischen Hippiekommunen, Hausbesetzern und den Beatles fühlt Detective Sergeant Cathal Breen sich mich seinen 32 Jahren schon mächtig alt. Und nun das! Der junge Mann, der dort verbrannt und verstümmelt vor ihm liegt, entpuppt sich nicht nur als Playboy und Kunstsammler, sondern auch als Sohn eines hochrangigen Labour-Politikers. Eine normale Ermittlungsarbeit ist kaum möglich und dabei hat Breen noch so viele andere Probleme: Sein Vater ist gestorben, irgendjemand schickt ihm anonyme Morddrohungen und seine Kollegin Helen Tozer hat gekündigt und wird London in wenigen Tagen verlassen. Ich war gespannt auf dieses Buch, da mir schon der Vorgängerband „Abbey Road Murder Song“ gut gefallen hatte. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht, ich erlebte einen tollen Krimi, eingebettet in eine Rahmenhandlung voller 60er Jahre Lebensgefühl. Breen ist im Grunde ein Außenstehender, der sich mit der „modernen Zeit“ schwer tut, daher viel beobachtet, schildert und hinterfragt. Das war für mich sehr interessant zu lesen und häufig auch unterhaltsam… Mitten im Zuschauersaal stand ein Pärchen händchenhaltend auf und ging zur Bühne. »Das ist John mit der Japanerin«, sagte jemand. Breen hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Die Japanerin sagte etwas ins Mikrofon, aber ihre Stimme war sehr leise, und Breen konnte es nicht verstehen. Dann kroch sie mit John Lennon unter das große weiße Laken und blieb dort sitzen, unsichtbar. »Was machen die da?« »Setzen sich in einen Sack.« »Wieso?« »Aus Protest.« »Wie kann man denn in einem Sack protestieren?« »Das ist Kunst.« Detective Constable Helen Tozer ist einige Jahre jünger, liebt ihren Minirock, die Beatles und hat keine Probleme damit, in der Szene „mitzuswingen“. Dafür hat sie andere Probleme, die größtenteils daraus resultieren, wie die Rolle der Frau bei der Polizei angesehen wird. Immer noch darf sie nicht Auto fahren und soll ihre Tätigkeit darauf beschränken, mit Kindern und weiblichen Zeugen oder Verdächtigen zu reden. Von der „richtigen“ Polizeiarbeit soll sie sich fernhalten – ein unerträglicher Zustand für Tozer… Tozer blieb an der Ecke stehen. »Und wenn ich noch mal alleine zurückgehe?« … »Wäre einen Versuch wert«, sagte Breen. »Du machst wohl Witze?«, sagte Jones. … »Die kann doch nicht verdeckt ermitteln.« »Macht sie ja auch nicht. Sie sieht sich nur um.« »Das ist eine Frau, du liebe Zeit, Paddy!« Aber nicht nur in der Art, wie sie ihre Kolleginnen ansehen, bekommt die Polizei ihr Fett weg. Weitere Themen sind Korruption und Gewaltbereitschaft, so dass die Rollen von Gut und Böse wirklich nicht fest besetzt sind. Auch das war wieder ein Punkt, der mir sehr zusagte. »Die arme Frau in Margate. Ich denke die ganze Zeit an sie. Sie hat so eine Scheißangst, aber ich glaube trotzdem, dass sie vor uns genauso viel Angst hat wie vor den Bösen.« »Vielleicht sind wir ja die Bösen«, sagte Breen. »Ich meine, nicht wir. Aber die Polizei.« Die Krimihandlung gefiel mir ebenfalls sehr. Sie brachte Überraschungen, war schlüssig und erfreute mit einem richtig spannenden Ende. Ich könnte mir vorstellen, dass das, was ich als Rahmenhandlung bezeichnet habe, für den einen oder anderen Leser zu umfangreich ist. Für mich, die ich die damalige Zeit und ihr Lebensgefühl hochinteressant finde, war aber alles prima und ich habe mich mit diesem Buch keinen Moment gelangweilt. Die Kenntnis des vorherigen Bandes ist nicht notwendig, alle Dinge, auf die Bezug genommen wird, werden kurz erklärt, so dass es keine Verständnisschwierigkeiten geben sollte. Im Anhang gibt es noch einige Erklärungen und Hinweise zu den zeitgeschichtlichen Bezügen. Der Schluss lässt auf einen weiteren Band mit Breen und Tozer hoffen – ich werde sicher wieder dabei sein. Fazit: Krimi mit ganz viel 60er Jahre Lebensgefühl. Für mich ein großes Lesevergnügen.

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    • 6213
  • Kings of London

    Kings of London
    Susen-Gudrun

    Susen-Gudrun

    11. September 2015 um 10:00

    Kings of London von William Shaw ist ein spannender Krimi, der in London der verrückten Zeit um 1968 spielt. Hippikommunen und besetzte Häuser prägen das Leben und das Stadtbild. Dann wird ein bekannter Playboy ermordet, Sohn von einem bekannten Politiker. Ein prekärer Fall. Leider fehlt, trotz ungewöhnlicher Lokation, ein durchgängiger Spannungsbogen. Häufige Dialoge, die nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun habe, sind zwar gut und interessant geschrieben, ziehen die Handlung aber nur unnötig in die Länge und scheinen oft Lückenbüßer zu sein, um dem Roman mehr Volumen zu geben. Die Kriminalhandlung selber ist gut konstruiert und findet ein unerwartetes Ende. 

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  • Überzeugender Nachfolger

    Kings of London
    Matzbach

    Matzbach

    06. September 2015 um 09:20

    Nachdem ich bereits "Abbey Road Murder Song" mit Genuss gelesen habe, folgt nun mit "Kings of London" der zweite Roman um das Ermittlerteam Cathal  "Paddy" Breen und Helen Tozer. Nach der Explosion eines Hauses wird in den Ruinen eine fürchterlich zugerichtete Leiche gefunden. Schnell ist klar, dass es sich dabei um den Sohn eines Staatsekretärs im Innenministerium handelt. Dementsprechend wird die Ermittlungsarbeit von Breen und Noch-Polizistin Tozer genau beäugt, ja es werden ihnen sogar Steine in den Weg gelegt. Doch damit nicht genug. Breen erhält anonyme Morddrohungen und es werden auch zwei Anschläge auf sein Leben verübt, er selbst gerät unter Mordverdacht, als ein ehemaliger Kollege, für dessen Dienstausscheiden Breen verantwortlich war, erschossen aufgefunden wird. Mit Hilfe der eigentlich ihre letzten Tage im Polizeidienst verbringenden Helen Tozer ermittelt der suspendierte Breen nun auf eigene Faust, um seine Unschuld zu beweisen. Erneut bettet Shaw seinen Fall in die Darstellung der "Swinging Sixties" ein. Ein real existierender Kunsthändler hat ebenso seinen Auftritt wie John Lennon und Yoko Ono. Die zitierte Musik lässt zumindest den älteren Leser ins Schwärmen geraten, ansonsten erinnern die Auftritte von Weltverbessern  und Hare Krishna-Jüngern an die Auswüchse der Hippie-Bewegung. Dabei ist die Verwunderung des etwas zu alten Breen über diese Bewegung und ihre Musik, ebenso wie Tozers offene Bewunderung, immer wieder amüsant. Ebenso wie schon im Vorgänger wird auch die Grenze zur Gesetzlosigkeit, an der die Londoner Polizei sich damals bewegte, thematisiert. Nicht zuletzt deshalb sollte jeder, der sich für dieses Buch interessiert, zunächst den Vorgänger lesen, es gibt zu viel, was die beiden Romane verbindet, als dass man auf die Vorgeschichte verzichten könnte.

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  • London 1968

    Kings of London
    bine525

    bine525

    01. September 2015 um 15:57

    Die ersten 100 Buchseiten waren etwas eintönig und umspektakulär zum Lesen. Die 60er Jahre mit ihrer rebellischen Hippie-Umbruchstimmung wird gut nachempfunden, allerdings verstärkt die Einfachheit der Ausdrucksweise des Autors die damalige ruhige Lebensweise. Gerade jüngere Leser die die damalige Zeit noch nicht erlebt hatten, werden den heutzeitigen "Pep" wahrscheinlich vermissen und eventuell bei diesem Krimi etwas gelangweilt sein. Biedere Ermittlungsarbeit ohne technischen Schnickschnack, rebellierende Hippies, der langsame Wandel zu mehr Freizügigkeit, das zunehmende Interesse an Kunstverständnis, Drogen und Hare Krishna ergeben eine wilde und bunte Mischung für diesen Londoner Krimi aus den 60ern.

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  • Gutes Mittelmaß

    Kings of London
    winterdream

    winterdream

    28. August 2015 um 09:04

    Inhalt: London, November 1968: Hippiekommunen besetzen Häuser, in der Royal Albert Hall feiern John Lennon und Yoko Ono »alchemistische Hochzeit«, und in den Galerien hängen Bilder, die den Blick des Betrachters mächtig herausfordern. In diese so bunte wie nebulöse Welt gerät Detective Sergeant Breen, als in einem niedergebrannten Haus die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird. Die Todesumstände sind mysteriös und der Tote nicht nur ein stadtbekannter Playboy und Kunstsammler, sondern auch Sohn eines angehenden Ministerpräsidenten. Und dieser tut so einiges, um Breen bei der Ermittlung Steine in den Weg zu legen. Das ist aber bei Weitem nicht Breens einziges Problem: Fast täglich erhält er Morddrohungen, und er wüsste endlich gern, woran er mit Tozer ist – bevor sie den Polizeidienst quittiert und die Stadt für immer verlässt. Auch der neue Fall von Breen und Tozer führt das ungleiche Paar unter die bunte Oberfläche Swinging Londons. Zwischen den legendären Partys des Galeristen Robert »Groovy Bob« Fraser und heruntergekommenen Drogenhöhlen erleben sie eine Stadt im Umbruch. Während die einen die neue Freiheit feiern, sind andere bereit, in ihrem Namen über Leichen zu gehen …   Cover: Das Cover hat mir persönlich jetzt nicht so super gefallen, aber es passt zu dem vorherigen Buch des Autors. Im Geschäft würde ich es aber wahrscheinlich eher nicht in die Hand nehmen.   Mein Fazit: Ich fand, das Buch war gutes Mittelmaß. Ich konnte es gut und flüssig lesen, allerdings hat mir da der Spannungsbogen sehr gefehlt. Es war zwar ganz gut geschrieben, aber mich konnte das Buch nicht wirklich mitreißen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht und mir ist das Buch auch nicht im Gedächtnis geblieben, was ich sehr schade fand. Denn gerade bei Krimis, finde ich es immer toll, wenn mich der Fall auch nach Lesen des Buches noch beschäftigt. Hier habe ich das Buch gelesen und mir gedacht: Es war ok, aber mehr auch nicht. Was der Autor gut beschreibt, waren typische Klischees aus der Zeit. Diese werden aber für mein Empfinden zu stark betont.   Auch die Charaktere waren zwar in Ordnung, aber für mich auch irgendwie nicht richtig greifbar. Da hätte ich gerne etwas mehr über jeden Einzelnen erfahren, denn ich fand die Beziehung der beiden irgendwie verwirrend und bin da mit einem Fragezeichen zurückgeblieben.   Vielleicht ist das aber auch nur mein Empfinden, weil ich mich nicht gut in das Buch hineinversetzen konnte. Ich vergebe hier gerne 3 von 5 Punkten.

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  • Atmosphärisch dicht und intelligent erzählt

    Kings of London
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. August 2015 um 12:39

    Atmosphärisch dicht und intelligent erzählt Nach „Abbey Road Murder“ gibt William Shaw dem Leser nun Gelegenheit, Cathan „Paddy“ Breen und Helen Tozer erneut bei den Ermittlungen eines vertrackten Falles zu begleiten. Ein Fall, bei dem zwar übel zugerichtete Tote die ersten Seiten und Kapitel säumen, aber Fäden, an denen Ermittlungen ansetzten könnten, zunächst Mangelware sind. Denn was hat der (tote und „geschälte“) Sohn eines Staatssekretärs mit einem erschossenen, nachweislich korrupten Es-Polizisten zu tun? Und wer ist diese dritte, unbekannte, verkohlte und verbrannte Leiche, vor der Paddy Breen zu Beginn des Romans steht, während sein Vater seine letzten Atemzügen in einem anderen Krankhaus aushaucht? Das im London des Jahres 1968 zur Klärung dieser Morde und Todesfälle verschlungene Wege gegangen werden, das gibt dem Kriminalfall im weiteren Verlauf die rechte Würze an Verdächtigen, dennoch im Lauf der Ermittlungen eher irritierten Polizisten und dem Leser eine harte Nuss zum knacken, die sich erst am Ende des Romans Schritt für Schritt aufklären wird. Es ist eben nicht alles klar und eindeutig, schwarz oder weiß in jener Zeit. Weder in den Todesfällen noch in dem, was die Angehörigen (allen voran der Staatssekretär und die Ehefrau des toten Ex-Polizisten) hinter ihrer äußeren Haltung verbergen. Wie so gut wie alle Personen des Romans einen mindestens doppelten Boden besitzen und hinter den Fassaden durchaus Begierden und dunkle Abgründe lauern. Beim einen ist es die Gewalt gegen frisch Inhaftierte und die Sorge, zu sehr nach dem eigenen Vater zu geraten (gerade jetzt, wo die Ehefrau schwanger ist), bei einem anderen tobt unerkannt Eifersucht, die sich nicht in „guten Gesprächen“ erklären will, sondern den vermeintlichen Konkurrenten einfach auszumerzen gedenkt. Während das ein oder andere Frauenherz im Buch eigene Interessen verfolgt. Das da ein Paddy Breen, noch in Trauer um seinen Vater, noch mit Gefühlen der Schuld diesem gegenüber befrachtete, oft eher verwirrt zwischen all dem steht und auch in seiner Beziehung zu Helen Tozer nicht richtig weiter kommt, verwundert da nicht. Gibt dem Leser aber Gelegenheit, an der Seite Paddys wilde Galerien und Kunst-Happenings zu besuchen (wo er John und Yoko erleben wird), merkwürde Bilder zu betrachten, makrobiotisch-undefinierbares zu essen, in die höheren Riegen der Politik zu schauen (und die Abgründe hinter deren Fassaden kennenzulernen) und sich lange Zeit an einer der Hausbesetzerkommunen die Zähne auszubeißen (mitsamt der Krishna Bewegung, Dem Guru Aspekt und letztlich doch einfach schnödem, desillusionierenden kriminellen Motiven hinter all dem). Das vermeintlich „bunte freie“ Londons 1968 und das dennoch oft dominierende grau in grau, die Verhältnisse für Frauen als Polizistinnen (ganz an den Rand geschoben) und die Klassengesellschaft, die alles tut, um zusammenzuhalten gegenüber dem Pöbel, all das beschreibt Shaw ebenso trefflich, wie das Leben im Souterrain, der Strom nur gegen Münzen, die wein- und bierselige Atmosphäre der „harten Jungs“ in er Polizeidivision („Wir sind die Kings of Londen“ und bricht all dieses an der harten Realität eines Lebens, dass ich zwar im Äußeren folkloristisch verändern mag, im Inneren aber das alte Haifischbecken des „jeder ist sich selbst der nächste“ auch mit langen Haaren und bunter Kleidung nicht ablegen wird. Ein spannender, im Ton wunderbar lakonisch und in der Atmosphäre hervorragend getroffener Roman mit einem interessanten Fall und überzeugenden Ermittlerfiguren. In dem das „gute Herz“ und der „Versuch der ehrlichen Widergutmachung“ wenig Anhalt in der Wirklichkeit des Romans finden.

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  • Spannung bleibt auf der Strecke

    Kings of London
    Rebecca1120

    Rebecca1120

    17. August 2015 um 19:05

    Seargent Chathal Breen, genannt Paddy, hat mehrere „Baustellen“ einmal muss er den Tod seines Vaters verarbeiten, dann gibt es da noch einen ungeklärten alten Mordfall und jetzt kommt noch ein brutal zugerichteter Toter dazu, bei dem es sich um den Sohn eines hochrangigen Politikers handelt . Zu guter letzt erhält erhält er auch immer wieder Drohbriefe. Die Geschichte an sich ist spannend, aber irgendwie ist es dem Autor in meinen Augen nicht gelungen dem Leser diese Spannung auch zu vermitteln. Ich habe mich regelrecht durch das Buch gequält. Die recht häufigen Dialoge der Polizeibeamten, bei denen Frauen zu der damaligen Zeit (1968) noch eher die Nebenrolle spielten, sind zwar gelungen, gehen aber zu Lasten der Handlung. Außerdem sind mir die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten >mal sind wir am Tatort, dann ohne Überleitung wieder im Revier< etwas zu abrupt. Ich hatte mir von diesem Buch mehr versprochen und würde nicht unbedingt eine Empfehlung zum Lesen aussprechen wollen.

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  • Swinging London versinkt im Drogensumpf

    Kings of London
    miro76

    miro76

    16. August 2015 um 11:06

    Detective Cathel Breen und Constable Helen Tozer ermitteln wieder! Der neue Fall schließt zeitlich unmittelbar an den ersten an. Er gibt zwei verbrannte Leichen. Die Identität der ersten konnte schon seit Wochen nicht geklärt werden. Bei der Zweiten handelt es sich um den Sohn des Innenministers. Es gilt demnach einen prekären Fall zu lösen. Es sollte nicht allzu viel an die Presse gelangen, um den Ruf des Innenministers nicht zu schaden. Wieder ist die Handlung im Swinging London angesiedelt, denn der Tote war ein Lebemensch der Szene. Der erste Band wurde stark aufgepeppt durch ein spannendes und interessantes Bild der gesellschaftspolitischen Strömungen Ende der 60er Jahre. In diesem zweiten Band fehlt das leider zur Gänze. Jetzt dreht sich alles nur noch um den aufkommenden Drogenkonsum, seine Folgen und am Rande um den politischen Umgang mit dieser Entwicklung. Das ist sehr schade, denn beim Lesen hatte ich das Gefühl, der Autor krazt hier nur an der Oberfläche. Meiner Meinung nach, hätte die politische Seite wesentlich deutlicher ausgeführt werden können. Auch die ersten Einsätze der Drogenfahnder kommen nicht genug als erste Schritte rüber. Man muss sich hier wirklich bewusst machen, dass wir von einer Abteilung der Polizei lesen, die es bislang noch nicht geben musste. Für meinen Geschmack hätte das deutlicher herausgearbeitet werden können. Aber nun zurück zum Fall: Breen und Tozer scheinen kaum voran zu kommen. Die Ermittlungen schleppen sich dahin bis es schließlich zur Ermordung von Breen Ex-Kollegen Prosser, bekannt aus dem ersten Band, kommt und Breen als Tatverdächtiger suspendiert wird. Breen ermittelt nun auf eigene Faust und endlich kommt Bewegung in die Sache. Plötzlich tun sich Zusammenhänge auf, die niemals zu erraten gewesen wären und die Korruption bwz. Dünkelwirtschaft reicht bis in die höchsten Ränge. Die letzten Seiten werden noch mal spannend und der Fall nimmt ein furioses Ende. Dadurch erhält dieser Kriminalroman doch noch drei Sterne. Mehr kann ich leider nicht vergeben, habe ich mich doch auf mindestens 200 Seiten gelangweilt. Leider kann dieser zweite Band mit dem ersten nicht mithalten.

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  • Roman statt Krimi

    Kings of London
    Klene123

    Klene123

    05. August 2015 um 12:04

    Ich habe den Vorgängerband „Abbey Road Murder Song“ nicht gelesen. Dennoch fand ich das Buch total interessant, die Leseprobe hat mich schon in den Bann der 60er Jahre gezogen und hier wurde ich nicht enttäuscht. Es ist eine Art Milieustudie der Vegangenheit. Detective Breen steht hier für die Zeit vor den 60er ist schon etwas älter, aber dennoch offen. Sehr misstrauisch gegenüber allem und schildert alles sehr detailreich. Tozer seine junge Kollegin ist offener, stürzt sich rein und geht Undercover in den Ermittlungen. Obwohl sei keine Probleme mit der Zeit hat, hat sie es schwer als Polizisten. In diesem Buch werden viele Vorurteile gegen Frauen eingebracht und sie versucht sich mit Hand und Fuß zu wehren. Obwohl ich sagen muss, dass die Männerwelt auch nicht besser weg kommt. Es geht viel um Korruption, Gewalt (auch häuslich), Affären, Alkohol und Machtspiele. Es ist sehr spannend, wie da alles vor sich ging und man merkt richtig die Zeit des Umbruchs. Auch der Fall an sich ist spannend, der dieses Buch ja zu einem Krimi machen sollte. Viele Wendungen, ein schon vorher geglaubtes Ende und versteckte Fäden machen die Sache aufregend. Ich finde auch die medizinische Sicht sehr gut, da vieles noch sehr unbekannt war und auch in der Zeit zum ersten Mal Kliniken für Drogensüchtige eröffnet wurden. Im Anhang gibt es noch einige Erklärungen und Hinweise zu den zeitgeschichtlichen Bezügen. Fazit: Der Krimi kommt ein bisschen zu kurz, nur am Anfang und wird am Ende wieder aufgenommen. Die Charaktere sind sehr sympathisch und facettenreich, das Thema und die Zeit sehr interessant. Ein Stern musste weg, weil die Geschichte in der Mitte etwas abdriftet und nur erzählt.

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