William Styron Sophies Entscheidung

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 11 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(3)
(2)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Sophies Entscheidung“ von William Styron

Stöbern in Romane

Das Mädchen aus Brooklyn

Spannung bis zum Schluss! Genau das, was man von Musso erwartet.

NadineSt94

Dann schlaf auch du

Erschreckende Geschichte, die mir leider zu oberflächlich bleib

SteffiKa

Was man von hier aus sehen kann

Eine Geschichte vom Leben

QPetz

Sonntags in Trondheim

Unfreiwillig komsich

BlueVelvet

Du erinnerst mich an morgen

Ein schöner Mutter-Tochter-Roman, der sich mit der schlimmer Krankheit Alzheimer auseinander setzt.

schokohaeschen

Heimkehren

Absolut überzeugend

QPetz

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Sophies Entscheidung" von William Styron

    Sophies Entscheidung
    Thaila

    Thaila

    18. November 2010 um 14:20

    William Styron "Sophies Entscheidung" fängt recht heiter als Satire auf den Literaturbetrieb an. Ende der 40er Jahre geht der Südstaaten-Junge Stingo nach New York und arbeitet in einem Verlag, dessen Besitzer jedes Interesse an Literatur abgeht und der sich nur für Gewinne interessiert. Stingos Aufgabe ist es, Manuskripte zu lesen und zu bewerten, allerdings übersieht er schon nach wenigen Monaten die Qualitäten eines Manuskriptes, dass bei der Konkurenz zum Bestseller wird und wird gefeuert. Anschließend beschließt er ernsthaft mit dem Schreiben zu beginnen. Er zieht um und lernt seine Nachbarn Sophie und Nathan kennen. Sophie ist bildhübsch und Auschwitz-Überlebende. Stingo verliebt sich sofort in die zarte, hilflos wirkende Frau. Diese liebt jedoch nur Nathan, der sie mit Zärtlichkeiten überschüttet. Doch die Beziehung der beiden hat noch eine zweite, dunkle Seite. Immer wieder wird Nathan von paranoiden Attacken heimgesucht, in denen er Sophie der Untreue beschuldigt, sie schlägt und quält. Sophie, die wie fast alle Überlebenden der Lager, von Schuldgefühlen geplagt ist, vermag sich gegen Nathans Bosheiten nicht zur Wehr zu setzen unnd liefert sich ihm immer wieder aus. Die Passagen über diese Mißhandlungsbeziehung sind fast unerträglich zu lesen, zeigen jedoch deutlich auf, wie solche Beziehungen funktionieren. Stingo wird nach und nach zu Sophies Vertrautem und ihm traut sie auch als einzigem die Geschichte ihres Überlebens in Auschwitz an. Ihr Vater, ihr Ehemann und auch ihre beiden Kinder sind von den Nationalsozialisten ermordet worden. Sie überlebt als Schreiberin im Haus des Auschwitz-Kommandanten Höß, was ihre Schuldgefühle noch verstärkt. "Sophies Entscheidung" ist ein facettenreicher und dicht gewobener Roman, der vor allem über das Leben nach der "Befreiung" spricht und die Frage stellt, ob dieser Begriff angesichts der Qualen, die viele Überlebende ihr Leben lang mit sich tragen, überhaupt angemessen ist. Das Buch ist über weite Passagen unterhaltsam und leicht zu lesen - manchmal für die Thematik vielleicht ein bißchen zu süffig geschrieben. Besonders faszinierend ist die ensthafte, aber auch selbstironische und liebevolle Erzählerstimme von Stingo. Nur die fast schon pornographischen Liebesszenen des Romans haben mich gestört, nicht weil mich pornographische Liebesszenen grundsätzlich stören, aber weil sie mir im Zusammenhang mit dem Holocaust Fehl am Platz erschienen. Beispielsweise wird ein Traum von Sophie ziemlich detailiert beschrieben, den sie während ihrer Lagerzeit hatte und in dem sie träumt, mit einem ihrer Unterdrücker zu schlafen. Irgendwie haben mir diese Szenen ein ungutes Gefühl hinterlassen, das ich gar nicht so genau benennen kann, das mir dem Roman - trotz aller seiner Qualitäten - ein bißchen verdorben hat.

    Mehr