William Sutcliffe

 3.5 Sterne bei 107 Bewertungen
Autor von Meine Freundin, der Guru und ich, Are You Experienced? und weiteren Büchern.

Lebenslauf von William Sutcliffe

Mit Witz, Charme und Melone: Zum Schreiben inspiriert wurde der Brite William Sutcliffe bereits mit sechzehn Jahren von Ian McEwan, dessen Roman „Zementgarten“ einen bleibenden Eindruck bei dem jungen Mann hinterließ. Mit dem Ziel Schriftsteller zu werden studierte Sutcliffe Englisch an der Cambridge Universität und veröffentlichte bald nach seinem Abschluss seinen ersten Roman „Der Gott unter der Dusch“, der 2000 in Deutschland erschien.

Seitdem ist er ein vielbeschäftigter Autor, der nicht nur seine eigenen Romane, sondern unter anderem auch für die Zeitschrift „The Guardian“ schreibt.

Sein Werk wurde in mittlerweile 25 Sprachen übersetzt und 2014 für die renommierte Carnegie Medal nominiert.

Sutcliffe lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern in Edinburgh.

Alle Bücher von William Sutcliffe

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Buchformat:
Cover des Buches Sexeck (ISBN: 9783795117542)

Sexeck

 (14)
Cover des Buches Auf der richtigen Seite (ISBN: 9783499212314)

Auf der richtigen Seite

 (9)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Concentr8 (ISBN: 9783499217395)

Concentr8

 (9)
Erschienen am 21.09.2016
Cover des Buches Achtung, Mama ante portas (ISBN: 9783442369560)

Achtung, Mama ante portas

 (6)
Erschienen am 13.10.2008
Cover des Buches Wir sehen alles (ISBN: 9783499218316)

Wir sehen alles

 (4)
Erschienen am 19.11.2019

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Rezension zu "Auf der richtigen Seite" von William Sutcliffe

Ein tolles Jugendbuch, leider mit schwachem Ende.
SaniHachidorivor 3 Tagen

INHALT:

Der Leser lernt einen 13-jährigen Jungen kennen, der später in der Handlung auch einen Namen erhält. Lange Zeit jedoch bleibt er namenslos. Zunächst beobachtet der Leser dessen Alltag in einer Stadt, die durch ihre immer gleichen Häuser und das gepflegte äußere eine scheinbare Idylle darstellt. Diese wird nur durch die sogenannte Mauer unterbrochen, hinter der angeblich Menschen leben, die ihm und allen anderen Bewohnern nach dem Leben trachten und Bomben einschmuggeln wollen.
Es gibt sogenannte Checkpoints, an denen man mit Erlaubnis auf die "andere Seite" gelangen kann.
Als der Fußball des Jungen auf eine hoch eingemauerte Baustelle fliegt, klettert er über die Absperrung, um ihn zurück zu holen, obwohl er weiß, dass es ihm nicht erlaubt ist. Auf der Baustelle findet er ein zerstörtes Haus, welches zur Hälfte planiert ist und einen mysteriösen Tunnel. Als er sich entscheidet, diesen Tunnel zu erkunden und so auf der "anderen Seite" herauskommt, sieht er sich auf einmal mit einer völlig neuen Realität konfrontiert, die alles infragestellt, was er bisher kannte. Nicht nur sein Weltbild gerät ins Wanken, sondern er begibt sich in große Gefahr, um zu helfen und setzt dabei alles aufs Spiel.
Es ist bezeichnend, dass der Protagonist gerade in dem Beginn dieser Schwierigkeiten einen Namen erhält.

SCHREIBSTIL:

Das Buch ist unheimlich emotionsstark und dicht geschrieben. Es passiert vielleicht nicht allzu viel in dem Buch, aber die Emotionen und Gedanken des Protagonisten zu jeder Situation werde sehr eingängig beschrieben. Dieser tiefgehende Schreibstil macht das Buch aus und zu etwas besonderem. Meiner Meinung nach war es völlig zurecht für den Preis nominiert.
Die Atmosphäre im Buch ist mysteriös, ja fast schon erdrückend, da der Leser kaum Informationen über die Welt bekommt, in der die Handlung stattfindet. Lediglich kleinere Fetzen werden dem Leser ab und zu hingeworfen, sodass sich ein diffuses Bild ergibt und erahnt werden kann, um welches Setting es sich handeln könnte. Schlussendlich wird in der Danksagung ein Bezug zu Israel und dessen Besatzungszonen genannt, sodass sich die Ahnungen bestätigt finden.
Die fehlenden Informationen zur Welt machen das Buch leider etwas unscharf und die offenen Fragen werden leider auch am Ende nicht beantwortet, was mich etwas enttäuschte. Auch fand ich das Ende sehr abrupt. In der Handlung wird sich für jegliche Emotionen und Ereignisse sehr viel Zeit genommen, während das Ende sehr schnell abgehandelt wird. Hier hätte ich mir mehr Raum für Erklärungen und Emotionen gewünscht.

FAZIT:

Das Buch behandelt eine große Themenvielfalt. Es werden unter anderem Kriegsgebiete und -zustände, Gewalt in Familien und auf der Straße, Patchworkfamilien, Tod, Krankheit, Armut, Erwachsenwerden, Toleranz und Diskriminierung angesprochen. All das wird verpackt in eine spannende Handlung um diesen 13-jährigen Jungen. Er wächst durch die Erlebnisse schnell von einem Kind zum reifen jungen Mann heran und tut das einzig Richtige: Er verhält sich moralisch korrekt und hört auf sein Herz. Er reißt die Mauer in seinem Verstand nieder, die ihn von der real besetzten Stadt trennt. Dieser Mut kostet ihn jedoch viel und der Leser stellt sich unweigerlich die Frage: War es das wert?
Ein starkes Jugendbuch, welches hart, aber ebenso berührend schildert, dass es nicht DIE richtige Seite gibt. Es steht ein für Menschlichkeit über Grenzen hinweg und zeigt, was einzelne Menschen bewegen können und bereit sind dafür zu opfern. Lediglich das Ende hat das Potenzial nicht ausgeschöpft. Lesenswert!

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Rezension zu "Wir sehen alles" von William Sutcliffe

Sehr gut
Sandra1978vor einem Jahr


       William Sutcliffe zeigt mit "Wir sehen alles" eine sehr beklemmende und deprimierende, aber auch nervenzerreissend fesselnde Zukunftsvision eines zerstörten Londons.

Diese zwei Schicksale, die in dem recht kurzen, aber gerade dadurch so prägnanten Roman beschrieben werden, haben mich aufgewühlt und so mitgerissen, dass ich die Geschichte in einem Rutsch gelesen habe.

Es kommt gar nicht so richtig raus, wie die aktuelle Kriegssituation zustande gekommen ist und wer sich da eigentlich bekämpft, aber darauf kommt es auch gar nicht an.
Ich fand den Moment, als ich als Leser die Zusammenhänge begriffen habe, unglaublich dramatisch. Obwohl es "nur" eine Geschichte ist, habe ich mit angehaltenem Atem gelesen.

Sowohl von den Protagonisten als auch von der Szenerie her lebt das Buch von sehr bildhaften und krassen Gegensätzen:
Lex lebt trotz sehr ärmlicher Verhältnisse in einer liebevollen Familie, sein Vater wohl im Widerstand gegen die regierende Streitmacht. Er macht sich Sorgen um seinen Vater, genau wie seine Mutter und seine kleinen Geschwister. Trotzdem versucht er sein Leben zu leben, und als er Zoe kennenlernt, sogar Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft zu schöpfen.

Alan, der zweite Strang der Geschichte, ist ein "Schreibtischsoldat" - er steuert eine der Drohnen, die den Widerstand, dem auch Lex`Vater angehört, überwacht und notfalls auch vernichtet. Beide kennen sich nicht. Irgendwie ist es total unheimlich als Leser, wenn man immer wieder von Lex' Perspektive zu Alans Perspektive switcht und das Leben von Lex Familie quasi aus der Sicht des Drohnenpiloten beobachtet. Dadurch überschneiden sich auch Erzählstränge und man liest sie aus unterschiedlichen Perspektiven, das ist ein richtig krasser Effekt.

Was mir persönlich durch diese Geschichte richtig bewusst geworden ist ist die Tatsache, wo uns die zu erwartenden technischen Weiterentwicklungen im negativen Sinn hinführen können. Technischer Fortschritt ist toll, aber er isoliert und entfremdet. Krieg ist immer etwas Schlechtes - doch leider wird es einfacher, andere Menschen gedankenlos zu vernichten, weil man ihnen dafür nicht mehr Auge in Auge gegenüberstehen muss. Ein "Feind" wird zu einem bedeutungslosen Punkt auf einem Bildschirm.

Diese Gegenüberstellung der grausamen Kriegsverhältnisse, der zerbombten Stadt, der gewissenlosen Gewalt, die hier ausgeübt wird, ohne viel zu hinterfragen, die Mächtigen gesichtslos, steuern die Handlungen der Soldaten über Bildschirme, auf der anderen Seite kommt trotzdem immer noch das Leben und die Menschlichkeit durch und lässt sich auch durch die schlimmsten Zustände nicht unterdrücken.

Betrachtet man die komplette Geschichte, scheint es wie ein willkürlicher Ausschnitt, eine zufällig beleuchtete Szene vor einem großen und kriegsgebeutelten zukünftigen London - aus dem großen Heuhaufen der menschlichen Schicksale ein Leben herausgegriffen und über einige Wochen als Exempel für viele andere betrachtet. Für mich hat der Autor auf den Punkt eine einmalige Atmosphäre und Bildwelt geschaffen und durch die Kürze und die in großen Schritten verlaufende Handlung noch intensiver geprägt.

Mein Fazit: Eine schlimme, aufpeitschende Geschichte, die traurig und nachdenklich macht, aber auf eine gute Weise. Sie ist beklemmend, extrem spannnend und doch auch ein Gedenken an die Liebe und die Menschlichkeit, die in jedem von uns steckt. Eine Zukunftsvision, die ich nicht wahrwerden sehen will, obwohl wir alle nur noch wenige Mausklicks davon entfernt sein könnten.
Sehr toll umgesetzt und geschrieben - von mir gibt es 5/5 Sterne.  

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Rezension zu "Wir sehen alles" von William Sutcliffe

Wir sehen alles
DisasterRecoveryvor einem Jahr

Das Buch spielt in einem zerbombten London und wechselt in der Erzählung immer zwischen zwei Perspektiven.

Die Stadt-Perspektive:
Hier geht es um den jungen Lex, der immer auf der Hut sein muss und der ganz genau weiß, dass er von einer Drohne beobachtet und verfolgt wird. Das hat weniger mit ihm selbst, sondern eher mit seinem Vater zu tun. Sein Vater ist Anhänger einer Organisation, die Widerstand leistet und im Geheimen operiert. Vom Militär wird er als Zielperson K622 bezeichnet.

Die Basis-Perspektive:
Hier verfolgen wir die Geschichte aus Sicht des jungen Alan. Dieser wurde auf Grund seiner Gaming Skills vom Milität rekrutiert. Alan hat die Aufgabe festgelegte Zielpersonen mit Hilfe einer Drohne zu überwachen. Nach einigen erfolgreichen Tests, wird er auf Zielperson K622 angesetzt. K622 ist angeblich ein Terrorist, jedenfalls lässt man Alan das glauben.


Alan hat nicht unbedingt das größte Selbstbewusstsein. Er ist im wahren Leben eher ein Loser und völlig unzufrieden. Er lächzt geradezu nach Anerkennung und hat das Bedürfnis sich beweisen zu müssen. Damit ist er die perfekte kleine Marionette für die Aufträge des Militärs. Alan war mir in seinem Verhalten völlig unsympathisch und trotzdem habe ich sehr gerne seine PErspektive verfolgt.

Lex nimmt die bestehenden Gefahren nicht wirklich ernst. Immer wieder wirkt er unüberlegt rebellisch und versucht sich damit ein wenig gegen seinen Vater zu behaupten.

Beide lernen ein Mädchen kennen und damit wird mit den dystopischen Begebenheiten eine seltsame Art von Romanze verknüpft. Diese Frauengeschichten hatten aus meiner Sicht für diese Story überhaupt keinen Mehrwert und sie haben mich eher gestört.

Ich habe diese Geschichte mit Spannung verfolgt. Das Buch bietet wirklich sehr interessante Ansätze und ein aufregendes Szenario. Leider liefert der Autor keine Informationen über Hintergründe und bestehende Machtstrukturen. Stattdessen liefert der Autor verwirrende Frauengeschichten. Am Ende weiß ich nicht, was er damit bezwecken möchte. Es hat auf mich den Eindruck, als könnte er sich nicht entscheiden, was für eine Art Geschichte das eigentlich werden soll.
Der Abschluss des Buches erfolgt aus einer Sicht der benannten Frauen und hat mich noch verwirrter zurückgelassen als alles andere zuvor.  

Fazit:

Der Autor liefert hier ein sehr spannendes Szenario mit sehr interessanten dystopischen Ansätzen. Leider lässt der Autor seine Protagonisten in Frauengeschichten rennen und führt diese Zusammentreffen aus, ohne dass dies irgendeinen Mehrwert für die Geschichte hat. Mehr Hintergrundinformationen hätten dem Buch gut getan. Mit dem Protagonisten Alan hat er allerdings einen sehr faszinierenden, wenn auch recht unsympathischen Charakter erschaffen. Fazit:


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