William T. Vollmann Afghanistan Picture Show oder Wie ich die Welt rettete

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Inhaltsangabe zu „Afghanistan Picture Show oder Wie ich die Welt rettete“ von William T. Vollmann

Es gibt ein frühes Werk von einem der am meisten bewunderten amerikanischen Erzähler der Gegenwart zu entdecken: 1982, mit 23 Jahren, reist William T. Vollmann nach Afghanistan, um an der Seite der Mudschahedin gegen die Besatzungstruppen der Roten Armee zu kämpfen. Wie kommt er dazu? Zielloser Idealismus und unglaubliche Idiotie, stellt er fest, je länger sein Abenteuer andauert. Er kam, um Hilfe zu leisten, und braucht sie nun vor allem selbst. Er wollte Klarheit gewinnen über richtig und falsch und versteht immer weniger. Am Ende wird er von einem Partisanen durch Gebirgsflüsse getragen. Vollmann schildert die Szenen des Krieges und seines persönlichen Scheiterns mit meisterhafter Klarheit – und frei von wissender Abgeklärtheit. Afghanistan Picture Show ist die gnadenlos ehrliche Geschichte von einem, der auszog, die Welt zu retten, und den Notleidenden zur Last fiel.

Eine wichtige Collage darüber, wie Helfer scheitern, indem sie helfen. Ein wichtiges Buch.

— Beust

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  • Afghanistan (Horror) Picture Show

    Afghanistan Picture Show oder Wie ich die Welt rettete

    Beust

    15. January 2018 um 15:19

    Vollmann beschreibt „eine Geschichte von einem, der auszog, die Welt zu retten, und den Notleidenden zur Last fiel“: wie er als 23-Jähriger in das von den Russen besetzte Afghanistan reiste um in Erfahrung zu bringen, was die Muschaheddin benötigen, um sich in ihrem Elend selbst zu helfen. Die Antwort: Waffen. Die kann der „Junge Mann“ ihnen nicht geben, wie er überhaupt nicht helfen kann. Um die Flüchtlingslager macht er lange einen großen Bogen, in den Interviews kratzt er an der Oberfläche, fast die ganze Zeit bleibt er in Pakistan, weil ihm die beschwerliche Einreise nach Afghanistan nicht gelingt. Als sie ihm gelingt, ist sein Ausflug ein peinliches Fiasko. Vollmann ist ein Profi im Erzählen. Er nutzt die schonungslose Naivität des „Jungen Mannes“, also seiner selbst, um dem Leser stets einen noch dümmeren Spiegel vorzuhalten. Seine Fehltritte, Unhöflichkeiten, Unwissenheiten, hoffnungslos verkopften Vorstellungen von der Welt sind auch Mittel zum Zweck des Erzählens: Der Leser lernt dabei viel über die Mentalität der Afghanen und Pakistani, über die überkommenen Stammesstrukturen, den mittelalterlichen Islam und die archaischen Traditionen, die es dem Westen so schwer machen, in Afghanistan verlässliche Verbündete zu finden. Vollmanns Chronik des Scheiterns als jugendlicher Weltverbesserer ist ein Buch zum Weiterdenken, zum Nachgrübeln und zum Fragenstellen. Bedenkend, dass Vollmann zu einer Zeit in Afghanistan war, zu der die CIA gerade erst anfing Mudschaheddin zu Kämpfern gegen den Kommunismus auszubilden, etwa Osama bin Laden, hätte man sich gewünscht, dass viele Außenpolitiker dieses Buch aufmerksam gelesen hätten, ehe sie sich am Hindukusch militärisch einmischten. Oft war in bei der Lektüre auch an den Film „Charlie Wilson’s War“ erinnert, der einen erfolgreicheren naiven Helfer der Mudschaheddin ebenfalls am End escheitern lässt. Schwierig zu lesen ist Vollmanns literarische Reportage, weil er seine Erfahrungen vor, in und nach seiner Reise verschränkt mit anderen persönlichen Erfahrungen („Alaska“), und hier ist der Fokus auf ihn als Person bisweilen bemüht. Wer wissen will, warum Europas Freiheitskampf am Hindukusch nur mit den Mitteln der Zivilisation erfolgreich sein kann, er lese unbedingt Vollmanns „Afghanistan Picture Show“.  

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