Williams Chima. Cinda Der Dämonenkönig. von Williams Chima. Cinda (2010) Taschenbuch

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Inhaltsangabe zu „Der Dämonenkönig. von Williams Chima. Cinda (2010) Taschenbuch“ von Williams Chima. Cinda

Spaß mit ungewöhnlicher Erzählweise!

— Jincess
Jincess

Gefiel mir sehr gut; viele Handlungsstränge und Geheimnisse. Und ein Ende, das Lust auf Mehr macht.

— Dragonfighter
Dragonfighter

Eine gelungene Einführung in eine Geschichte, die viel Potenzial hat.

— books_and_senses
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  • Spaß mit ungewöhnlicher Erzählweise!

    Der Dämonenkönig. von Williams Chima. Cinda (2010) Taschenbuch
    Jincess

    Jincess

    06. April 2015 um 15:50

    Der Dämonenkönig ist ein Young Adult, das sich im Bereich High Fantasy ansiedelt. Ich habe versucht, nicht zu viel vom Inhalt vor dem Lesen zu erfahren. Daher war ich ein wenig überrascht von der relativen Komplexität dieser Geschichte. Es ist ein wenig schwer, meine Gedanken in diese Rezension zu packen, da ich nicht zu viel vorweg nehmen möchte. Allerdings muss ich ein wenig erläutern, sonst sieht man nicht so einfach durch. Es gibt eine Hintergrundgeschichte – die Geschichte um den Dämonenkönig und die schöne Hanalea. Diese alte Geschichte ist mit den Ereignissen der Protagonisten verwoben. Sie zieht sich schleichend, aber präsent wie ein roter Faden durch die Handlung und bildet den Ursprung jener Ereignisse. Das Königinnenreich von Fells wird von Königin Marianna regiert. Ihre Tochter Raisa ist die Erbprinzessin. Neben diesem regierenden Geschlecht existieren mächtige Magierhäuser im Land und Clans auf dem heiligen Berg Hanalea. Vor tausend Jahren hat ein Magier die Große Zerstörung gebraucht, nur sein Tod hat das Gleichgewicht wieder erschaffen. Und mit ihm folgt die Fuegung – Regeln, an die sich alle zu halten haben. Als eines Tages das magische Amulett jenes Dämonenkönigs auftaucht, ist sich der Straßenjunge Han Alister nicht sicher, was er damit anstellen soll. Nur eines weiß er: Seit es aufgetaucht ist, folgen dunkle Taten. Das Buch bildet einen soliden Grundstein, einen guten Startpunkt für die Geschehnisse. Es schafft eine Ebene, dem Leser alle notwendigen Informationen für den weiteren Verlauf näher zu bringen. Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang ziemliche Probleme mit all den neuen Begriffen dieser Welt hatte, ihren Namen und Bedeutungen. Doch mit der Zeit befindet man sich einfach in der Geschichte und versteht all diese ungewöhnlichen Bezeichnungen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und inhaliert mit Faszination die ungewöhnlichen Dinge. Recht interessant sind vor allem die zwei erzählenden Protagonisten, Han Alister und Raisa. Beziehungsweise ihre fast geradlinige Trennung voneinander. Han Allister ist ein Straßenjunge.  Er schlägt sich gerade so durch, versucht seine Mutter und Schwester als Laufbursche über Wasser zu halten. Ab und an stattet er einem der Clan-Camps in den Spirit Montains längere Besuche ab und taucht unter. Er trifft nicht immer die klügsten Entscheidungen und weiß nicht so recht, wo sein Platz in der Welt sein soll. Raisa hingegen ist die Erbprinzessin. Bald soll ihr Namenstag und somit auch ihr heiratsfähiges Alter gefeiert werden. Werber aus allen sieben Königreichen scheinen sie in Geschenken ertränken zu wollen. Trotz ihrer höheren Rolle und des jungen Alters ist sie nicht wie ich erwartet hatte – sie ist durchaus intelligent, handelt für ihr Volk, möchte aber auch nicht untergebuttert werden. Sie hinterfragt vieles und bildet sich ihre eigene Meinung. Die verwöhnte Seite fehlt ihr. Allerdings war ich ein wenig überracht über ihre recht vielen heimlichen Küsse mit zig verschiedenen Jungs, aber nun gut. Die Wege von Raisa und Han kreuzen sich erst mittig des Buches. Und bald verlieren sie sich auch schon wieder aus den Augen. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, das sie in folgenden Bänden mehr miteinander zu tun haben werden. Neben diesen beiden gibt es natürlich unzählige, wunderbar herausgearbeitete Nebencharaktere. Amon, Raisas Sandkastenfreund, Lord Bayar und Sohn Micah, Hohemagier des Reichs, Fire Dancer und Willo und Lucius und ah – so viele mehr! Ungewöhnlich und auffallend ist auch die Rolle der Frau. In diesem Buch dreht es sich um das Königinnengeschlecht, das Erbe des Throns wird über die Töchter weitergegeben. Die Idee habe ich bisher noch nirgendswo anders lesen können und war daher positiv überrascht. Der Dämonenkönig hat mir einfach unglaublichen Spaß bereitet, auch wenn es keine direkten, actionreichen Konfrontationen gab. Spannung floss dennoch mit ein und es gab keinen Moment, wo ich mich nicht gelangweilt habe. Dennoch gehe ich davon aus, das es noch deutlich Luft nach oben gibt und diese sicherlich auch künftig genutzt werden wird. Ich freu mich jedenfalls schon ziemlich auf Band Zwei und kann es kaum erwarten, die Reise von Raisa und Han weiterzuverfolgen! 12,- € | Taschenbuch | Goldmann Verlag | 576 Seiten

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  • Das könnte eine meiner liebsten Reihen werden...

    Der Dämonenkönig. von Williams Chima. Cinda (2010) Taschenbuch
    books_and_senses

    books_and_senses

    17. June 2014 um 22:22

    Es war eine ziemlich spontane Entscheidung The Demon King zu lesen. Eines Abends vergangene Woche hatte ich total Lust auf YA High Fantasy. Viele Bücher habe ich davon nicht im Regal (oder zumindest bilde ich mir das ein), aber auf meinem Kindle wurde ich dann fündig. Es gab die eBook Version des Buches einmal sehr günstig und ich war in diesem Moment sehr froh, dass ich sie mir gekauft hatte. Also fing ich einfach mal mit dem Lesen an... tja, und es gefiel mir so gut, dass ich gleich die gesamte Buchbox bestellt habe, weswegen ich euch jetzt ein Paperback zeigen kann anstelle eines eBook-Covers. Wie im Klappentext schon erwähnt gibt es in The Demon King einen männlichen und einen weiblichen Protagonist. Die Leben von Han, einem ehemaligen Dieb, der sich um Mutter uns Schwester kümmern muss und Raisa, der zukünftigen Thronfolgerin, könnten unterschiedlicher nicht sein. Er muss sich und seine Familie mit hart erarbeitetem Geld über Wasser halten, sie hat alles was sie will und muss nichts dafür tun. Das Geschehen wird abwechselnd aus ihrer Sicht erzählt, so dass es sich fast wie zwei Geschichten in einer anfühlt. Man lernt etwas über das Leben im Schloss, sowie etwas über das weitaus schlichtere Leben der Clans weiter draußen im Land. Zwischen diesen beiden Geschichten gibt es immer wieder Berührungspunkte in Form von Personen oder Orten. Bis Raisa und Han sich allerdings von Angesicht zu Angesicht begegenen dauert es sehr lange. Ich glaube, bei meinem eBook war ich da schon bei 45%. Es dauert dann auch gar nicht so lange, bis sich die Wege der beiden wieder trennen. Ich fand das sehr ungewöhnlich, aber auch sehr gut gemacht. Das Ende von The Demon King lässt außerdem vermuten, dass die Wege der beiden sich bald wieder und dann auch länger kreuzen werden. Zumindest hoffe ich das, denn die beiden zusammen waren schon eine interessante Mischung. Raisa war ganz anders, als ich es erwartet hätte. Normalerweise sind Prinzessinnen in solchen Büchern ja am Anfang total verwöhnt und lernen erst mit der Zeit bescheidener zu sein und nicht immer alle Leute herumzukommandieren. Raisa ist da anders. Sie lebt nicht in ihrer eigenen Traumwelt, sondern ist sich ihrer Umgebung durchaus bewusst und scheut sich auch nicht davor mal etwas zu hinterfragen. Sie ist sehr intelligent, aber mit gerade einmal 15 Jahren trifft sie verständlicherweise auch nicht immer rein rationale Entscheidungen. Sie setzt sich allerdings für ihre zukünftigen Untertanen ein und ist bereit Dinge zu ändern, die bisher nicht so liefen wie sie sollten. Ich fand ihre Verhaltensweise bewundernswert und bin gespannt darauf, was sie sich noch so alles einfallen lässt. Der ehemalige Dieb und Straßenbandenführer Han ist mir trotz seines Rufes sehr sympathisch gewesen. Er musste sich und seine Familie irgendwie über Wasser halten und hat dazu nicht immer die richtigen Wege gewählt. Han ist aber dazu bereit sich seine Fehler einzugestehen und diese Wege zu ändern. Im Grunde hat er das Herz am rechten Fleck, doch er gerät immer wieder durch Pech in unglückliche Situtationen, aus denen er nicht immer den besten Ausweg findet. Ich hatte die meiste Zeit Mitleid mit ihm, weil er so ein netter Kerl ist, dem das Leben immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Ich fand schon, dass man auch bei ihm eine Entwicklung gesehen hat, aber auch hier scheint Band 2 der Reihe da noch mehr zu versprechen.  Was ich ein bisschen störend fand war das Alter der beiden. Niemals hätte ich Raisa auf 15 geschätzt. Sie verhält sich viel erwachsener, auch was zwischenmenschliche Beziehungen angeht. Han ist (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) 17 und auch ihn hätte ich noch etwas älter geschätzt. The Demon King ist nicht das erste Buch, in dem es mir so geht. In meinem Kopf mache ich mir die Charaktere dann einfach etwas älter und dann passt es. Vielleicht liegt es hier aber auch daran, dass die beiden schneller erwachsen werden mussten. Wobei das bei Han eher ein Argument wäre als bei Raisa. Was den Weltenentwurf angeht, so hat die Autorin hier ganze Arbeit geleistet. So gut sogar, dass ich manchmal von den vielen Dingen einfach überfordert war. Es gibt das Königshaus, die Magier und die Clans - alle mit ihren eigenen Regeln und Eigenschaften, durch die man erst mal durchsteigen muss. Han beispielsweise heißt nicht immer Han, sondern manchmal auch Hunts Alone oder Cuffs. Je nachdem, wo gerade über ihn geredet wird.  Das Verhätnis dieser drei Parteien zueinander ist das Ergebnis vieler vergangener Ereignisse, die fast im Untergang der Welt durch den Demon King gegipfelt sind. Verhindert wurde dass durch die sagnumwobene Königin Hananea, die von allen ihm Land verehrt wird und wohl auch der Grund dafür ist, dass Frauen einen sehr hohen Stand haben, sowohl im Königshaus als auch bei den Clans. Die Magier sind ein bisschen außen vor, aber wenn man die Geschichte versteht, dann erklärt sich auch das. Bei mir hat es aber ein Weilchen gedauert, bis ich das alles verstanden habe.  Ach ja und wo wir gerade bei Verständnis sind: Die gute Frau Autorin hätte sich mal etwas unterscheidbarere Namen ausdenken sollen. Der eher unsympathische Magier an der Seite der Königin heißt Bayar und der nette Oberste der Garde heißt Bynre. Zweimal B mit einem Y dabei. Für mich, die ganz schlecht ist im Namen merken, ist so etwas ganz schlimm :D ! Aber das nur mal so nebenbei. Interessant ist vielleicht noch zu wissen, dass The Demon King nicht vor epischen Schlachten und Kämpfen trieft. Es gibt nicht den einen Gegenspieler, auf den sich aller Hass konzentriert und den es zu bekämpfen gilt. Stattdessen gibt es immer wieder kleinere Situationen in denen sich unsere Protagonisten behaupten müssen. Dadurch kommt zwar nie eine solche Spannung auf wie in einem einzigen Finale, aber es wird niemals langweilig. Zumal diese "Situationen" auch ganz schön heftig und ungerecht sein können. The Demon King hat sich für mich wie eine Einführung in eine noch größer werdende Geschichte gelesen, in der es vor allem darum ging, die Charaktere einzuführen. Neben Raisa und Han gibt es noch viele andere, die den Leser bestimmt noch länger begleiten werden. Mir hat das Buch so einen Spaß gemacht und meine Neugierde geweckt, dass ich mir wie schon oben erwähnt auch schon die anderen drei Bände der Reihe gekauft habe. Ich werde Band 2 noch diese Woche anfangen, weil ich total Lust drauf habe und unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Ich glaube, das kann für mich eine ganz tolle Reihe werden. Mich erinnert es ein wenig an Alanna und auch da habe ich ja jeden Band geradezu verschlungen. The Demon King ist für mich eine tolle Entdeckung im YA High Fantasy Genre. Ich fand die ausführliche Darstellung der Protagonisten toll und bin ihnen auf ihrem Weg, den sie bisher gegangen sind, gerne gefolgt. Das Buch ist vielleicht nicht so actionreich wie ich es erwartet hätte, aber dennoch ist es gespickt mit aufbrausenden Situationen, die es nie haben langweilig werden lassen. Ich bin gespannt, was mich mit Raisa und Han noch erwarten wird.

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  • Genialer Einstieg mit winzigen Abstrichen

    Der Dämonenkönig. von Williams Chima. Cinda (2010) Taschenbuch
    Kaugummiqueen

    Kaugummiqueen

    09. June 2014 um 20:46

    Inhalt Han Alister, ehemaliger Streetlord in Fellsmarch, hat dem Diebstahl und der Betrügereien abgeschworen, um seine Mutter und seine kleine Schwester zu schützen und sich um sie zu kümmern. Seit seiner Geburt trägt Han silberne Armreifen, die magisch sein müssen, da sie mit ihm mitwachsen und nicht entfernt werden können - dabei würden sie viel Geld einbringen. Als Han einem Zauberer ein seltsames Amulett abnimmt und bei seinen Besuchen bei den Clans, die in Einheit mit der Natur leben und grüne Magie wirken, erfährt, dass das Amulett von besonderer Bedeutung ist, ändert sich Hans Leben für immer. Er weiß, dass er es versteckt halten muss, denn der bestohlene Magier wird danach suchen - und über Leichen gehen, um das Amulett zu finden. Raisa ana'Marianna, rechtmäßige Prinzessin und Erbin des Königinnenreiches Fells, muss derweil mit anderen Probleme kämpfen: ihr sechzehnter Namenstag steht kurz bevor und ihre Mutter, die Königin von Fells, setzt alle Hebel in Bewegung, um Rasia zu verheiraten. Gefangen im Schloss träumt sie von einem Leben wie das von Hanalea, die sagenhafte mächtige Königin und Vorfahrin von Rasia, die vor tausend Jahren den Demon King besiegt und das Auseinanderbrechen der Welt verhindert haben soll. Doch Rasias Mutter hat andere Pläne - sie will ihre Tochter unbedingt verheiraten. Auch an einen Bewerber, der für all das steht, wogegen das Königinnenreich kämpft... Meine Meinung Ich bin durch die Videos von PERUSEPROJECT auf die Buchreihe gestoßen und ich muss sagen, dass mich die überaus sympathische und quirlige BookTuberin richtig neugierig gemacht hat, weswegen ich mir damals unbedingt den Schuber zu The Seven Realms zulegen musste. Ich bin ein großer Fantasy Fan und war daher gespannt, ob diese Jugend-High-Fantasy mir zusagen würde. Zunächst einmal muss ich erwähnen, dass ich das Weltbild, das die Autorin hier erschaffen hat, wirklich toll ist. Es gibt sieben König(innen)reiche (deswegen auch Seven Realms), wobei das Königinnenreich Fells das mächtigste ist. Umgeben wird Fells von vielen Bergen, die alle nach ehemaligen Königinnen benannt sind. In den Bergen leben die Clans, die mit der Natur im Einklang leben und über die Magier wachen, die für Fells zwar wichtig sind, aber kontrolliert werden müssen, da einst ein Zauberer, nur unter dem Namen Demon King bekannt, die Welt ins Chaos zu stürzen drohte. Seitdem haben Zauberer eingeschränkte Rechte und dürfen zum Beispiel niemals die Königin von Fells heiraten. Hanalea, die sagenumwobene Königin, die damals gegen den Demon King kämpfte, wird in Fells wie eine Gottheit verehrt und ihr Geschlecht gilt als stark und weise. Ich fand es sehr interessant, dass in der Welt, zumindest im Königinnenreich Fells, ein Matriarchat herrscht. Die Krone wird von Mutter an Tochter vererbt und der Gemahl ist nur Zierwerk (im Buch immer schön Consort gennant) und auch in den Clans haben die Frauen das Sagen, beziehungsweise gibt es eine Matriarchatin, die besonders weise und bewandert ist in grüner Magie. Die Spiritualität in dem Buch fand ich sehr faszinierend, besonders eben die der Clans. So gibt es Zauberkraft und man arbeitet mit Kräutern und betet zu Hanalea und dergleichen. Einziges Manko: Es gibt im ersten Band keine Karte, wodurch es ein bisschen schwierig war, sich in Gedanken topografisch zu orientieren. Aber ich habe ja schon mit dem zweiten Band begonnen und da gibt es auch endlich eine Karte, sodass man sich genau vorstellen kann, wo welches der sieben König(innen)reich liegt und so weiter. Die Charaktere waren auch allesamt sehr sympathisch und gefällig. Han Alister und Rasia ana'Marianna sind die beiden Protagonisten, die sich mit ihrer Sicht immer gegenseitig abwechseln. Die Leben der beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Han lebt mit seiner Mutter und kleinen Schwester in einer kleinen Wohnung über einem Stall im schmutzigsten Ortsteil Ragmarket von Fellsmarch und muss sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Als er jünger war, war er Streetlord von den Raggers, einer Gang, die den Ragmarket tyrannisiert hat und mit den Southies, der Gang von Southbridge, verfeindet war. Somit muss er immer noch fürchten, dass ihn Southies und Raggers erkennen, aber auch die Garde der Königin, die immer wieder nach ihm sucht. Als Streetlord war Han unter dem Namen Cuff Alister bekannt, da die silbernen Armreifen (die wie Handschellen aussehen und auf englisch cuff heißen), sein Erkennungszeichen waren. Rasia ist Prinzessin und rechtmäßige Erbin der Krone von Fells, wenn ihre Mutter mal nicht mehr leben sollte. Sie wird hofiert, bekommt die teuersten Kleider, den schönsten Schmuck und ihr Profil ist sogar auf eine Münze geprägt. Ich fand es toll, dass trotz des "schlechten" Lebens von Han und des "tollen" von Rasia immer darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Han dafür aber immer frei ist, während Rasia eine Gefangene ihrer Pflicht und Zukunft. So kann sie nicht heiraten, wen sie liebt und ist an das Leben im Schloss gebunden. Interessant fand ich, dass die beiden Protagonisten erst nach der Hälfte des Buches aufeinander treffen, dafür aber auch nur für ein paar Seiten und sich dann des Rest des Buches nicht mehr sehen. Normalerweise verschmelzen die Leben von solchen Protagonisten doch meistens viel schneller miteinander und sind danach für den Rest der Geschichte miteinander verknüpft. Natürlich erkennt man auch hier die Verbindung, doch die ist unterschwelliger. Auch die anderen Charaktere fand ich sehr authentisch und mochte ich, beziehungsweise mochte ich sie nicht, wenn sie unsympathisch waren, weil sie unsympathisch sein sollten. Besonders nennen möchte ich Amon Byrne, der zur königlichen Leibgarde gehört und ein Freund aus Kindertagen von Rasia ist und Micah Bayar, der der Sohn des obersten Magiers am Königinnenhof ist und trotz Verbot eine heimliche Beziehung zu Raisa führt. Micah war auch ein Charakter, der zwar irgendwie unsympathisch ist und den man nicht mag, gleichzeitig hatte ich aber auch Mitleid mit ihm, da man merkt, dass er nicht unbedingt freiwillig so ist, wie er ist. Ein wenig irritierend fand ich jedoch, dass die Protagonisten und sowieso die meisten Charaktere in dem Buch gerade mal zwischen 15 und 17 Jahre alt sind. Rasia ist zum Beispiel erst 15 Jahre alt und sie und auch Han benehmen sich nicht so, als wären sie noch so jung. Sie agieren oft wie Erwachsene, was ich ja eigentlich auch begrüße, aber wenn sie ja so jung sein sollen, finde ich das ein bisschen... inkonsequent. Gleichzeitig sind sowohl Han als auch Rasia sehr... frühreif. Sie knutschen viel rum, mit vielen verschiedenen Personen. Dass die beiden nicht so prüde sind und ihren ersten Kuss nicht für ihre "große Liebe" aufsparen wollen, finde ich ja grundsätzlich auch gut, dann störe ich mich aber wieder ein bisschen am Alter der beiden. Wenn die Protagonisten zwischen 18 und 20 Jahre alt gewesen wären oder sie sich ein wenig mehr ihrem Alter entsprechend benommen hätten, hätte ich das den Charakteren auf jeden Fall eher abgenommen. So blieb das ein bisschen als Wermutstropfen zurück, denn das hätte man besser, beziehungsweise realistischer machen können. Rasia ist definitiv kein Kind von Traurigkeit. Sie hat zwar keinen Sex, schließlich muss sie als Jungfrau in die Ehe gehen, aber berichtet immer wieder von ihren Erfahrungen und knutscht immer abwechselnd mit ihren Verehrern rum. Versteht mich nicht falsch, ich mochte Raisa, aber ein bisschen weniger hätte ihr auch gut getan. Die Spannung und Action kommt in dem Buch auch nicht zu kurz, vor allem Han muss häufig fliehen und sein Leben ist bedroht, da ihm Morde unterstellt werden, die er nicht begangen hat. Dass in dem Buch nichts beschönigt wird mochte ich sehr gerne, so bekommt die Geschichte, die oftmals locker leicht ist, einen ernsten und gefährlichen Unterton. Auch Rasias Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein und auch sie muss lernen, dass nicht alles gold ist, was glänzt und dass sie die Macht hat, Dinge zu ändern, die bisher falsch gelaufen sind. So geht es in dem Buch auch ein wenig um Politik, was ich sehr interessant fand, da man einen kleinen Einblick in die politischen Ränkespiele von verschiedenen Parteien erhaschen konnte. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und sowohl Han als auch Rasia müssen schwerwiegende Entscheidungen treffen. Zudem kommen ein paar Geheimnisse ans Tageslicht, von denen ich jetzt zwar nicht sonderlich überrascht war (tatsächlich hatte ich schon auf den ersten 50 Seiten diese Vermutungen, die sich erst auf den letzten 50 Seiten bewahrheitet haben), die aber durchaus dazu anregen, die Reihe weiterzulesen, da ich neugierig bin, welche Konsequenzen diese Aufdeckungen noch mit sich bringen. Das Sprachniveau des Buches ist auf jeden Fall recht hoch, zu Beginn auf den ersten zehn Seiten hatte ich ein paar Probleme, in das Buch einzusteigen, da das Englisch etwas anspruchsvoller ist. Zudem wird hier zwischendurch auch Dialekt verwendet, was das Lesen sicherlich erschweren kann. Nach einigen Seiten aber hatte ich keine Verständisprobleme mehr, ich brauchte nur ein bisschen länger als gewöhnlich, um den Text fließend lesen zu können. Fazit Der erste Band der The Seven Realms-Reihe hat mir wirklich gut gefallen, da das Weltbild sehr faszinierend ist und die Charaktere sympathisch sind. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und sorgt dafür, dass man von der Story richtig gepackt wird. Vor allem das Ende war nochmal sehr fesselnd und regt sehr zum Weiterlesen an. Mein einziges Problem hatte ich mit dem Alter der Protagonisten, da sie sich nicht altersgemäß verhalten haben. Die Autorin hätte sie durchaus älter machen können. Abschließend gebe ich dem Buch, mit starker Tendenz nach oben, sehr gute 4 von 5 Sternen !

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