Willliam Trevor Turgenjews Schatten

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Turgenjews Schatten“ von Willliam Trevor

Das Leben hat es nicht gerade gut gemeint mit Mary, die sich in ihrer Ehe einsam und verzweifelt fühlt. Erst mit ihrem Cousin Robert kommt etwas Licht in ihren Alltag. Am seligsten ist sie, wenn ihr feinsinniger Cousin ihr auf dem verwilderten Friedhof Turgenjew vorliest. Einfühlsam und zart erzählt Trevor von Liebe und Verlust. Mary Louise Dallon ist jung und hat Angst, auf dem Bauernhof ihrer Eltern zu versauern. Und so kann sie den scheinbaren Reizen der nahegelegenen Kleinstadt und dem Werben des viel älteren Textilhändlers Elmer Quarry nicht widerstehen. Doch statt eines abwechslungsreichen, erfüllten Lebens in der Stadt erwarten sie Feindseligkeit und Desinteresse. Ein Lichtblick für kurze Zeit ist ihr kränklicher, melancholischer Cousin Robert, der ihr seine Leidenschaft für Literatur näherbringt. Bei ihren heimlichen Treffen lesen sie gemeinsam Turgenjew und werden zu Verbündeten. Als Robert stirbt, zieht Marie sich vollkommen zurück und lebt fortan in einer Welt aus Phantasien und Erinnerungen. Bis sie eines Tages einen letzten Ausbruchsversuch wagt. "Der schönste Roman, den Trevor je geschrieben hat - unvergesslich!" The Independent "Trevors Persönlichkeitsstudien sind von einem leisen melancholischen Ton durchzogen, der einem das Herz klamm werden lässt." Die Welt

Stöbern in Historische Romane

Das Lied der Störche

Stimmungsvolle Familiensaga, die mich bestens unterhalten hat. Ich freue mich schon auf Teil 2.

Kelo24

Die Salbenmacherin und die Hure

Packend, etwas gruselig, mit einem unglaublichen Tempo. Ich habe den Krimi nur zum Schlafen aus der Hand gelegt.

hasirasi2

Die Räuberbraut

ein sehr unterhaltsamer historischer Roman mit einem Kern Wahrheit - toll!

evafl

Nachtblau

„Nachtblau“ begeistert mit einer gelungenen Mischung aus historischem Roman und Liebesgeschichte, gewürzt mit einer Prise Spannung.

schlumeline

Der Flammenträger

In einem Zug inhaliert. Auch nach einem Jahr Pause findet man sich mühelos wieder ein. Wieder ein hervorragender Teil der Reihe. UTHRED-FAN!

Akantha

Die Farbe von Milch

Ein Jahr im Leben der jungen Mary, mit eigener Hand geschrieben - voller Poesie, Kraft und Sehnsucht nach Liebe. Ein herausragendes Werk!

DieBuchkolumnistin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Turgenjews Schatten" von Willliam Trevor

    Turgenjews Schatten
    Ailis

    Ailis

    26. September 2011 um 17:27

    Dies ist ein stilles Buch und dennoch steckt in ihm so viel Kampf, Trauer und Zerstörung, dass ein Leben leicht daran zerbrechen kann. In diesem Fall sind es die Leben von Mary Louise Dallon und Elmer Quarry, die miteinander die Ehe eingehen, ohne recht zu wissen, worauf sie sich damit einlassen. Mary Louise ist Anfang 20 und Tochter hart arbeitender Bauern, die gerade so von dem Leben können, was der Hof für die Eltern und ihre drei Kinder abwirft. Elmer Quarry ist 14 Jahre älter als Mary Louise und Inhaber eines Kurzwarenladens in der Stadt. Beide gehören der protestantischen Minderheit an und gehen dieses Bündnis eher aus Vernunft und wegen der Torschlusspanik ein, weniger aus Liebe. Er, weil es in seiner Familie einfach immer so war, dass die Männer in einem gewissen Alter heiraten und auch ein Erbe für das Familiengeschäft hermuss - und Mary Louise ist durchaus ein hübsches und nettes Mädchen, das seinen beiden Schwestern im Laden und im Haushalt eine Hilfe sein kann. Sie, weil sie in der Stadt leben und im Laden arbeiten will und Elmer zwar älter und auch nicht so stattlich ist wie andere junge Männer, ihr aber all das bieten kann. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: sie nimmt ihren Verlauf in der Mitte der 50er Jahre und endet mehr als 30 Jahre später. Mary Louise ist Insassin eines Pflegeheims für geistig verwirrte Menschen, das sie jedoch in Kürze verlassen muss, da es geschlossen wird. Sie ist 56 Jahre alt und schon seit 31 Jahren Bewohnerin dieser Anstalt. Was ist damals nur geschehen, dass ein gesundes junges Mädchen vom Lande letztlich mit zarten 25 Jahren so endete? In Rückblenden zerpflückt William Trevor die Geschichte Mary Louises und Elmers vor den Augen seiner Leser und zeigt, wie zerstörerisch vornehme Zurückhaltung sein kann. Beide sind unglücklich in dieser Ehe, ihre Wege diesem Unglück zu entfliehen unterscheiden sich jedoch drastisch: Mary Louise entdeckt alte Gefühle für ihren Cousin wieder und Elmer findet Zuflucht und Trost beim Alkohol, während die beiden Schwestern Quarry beiden das Leben zur Hölle machen. Wie kann aus zwei Menschen ein Paar werden, wenn sie selber zu unsicher sind und ihr unmittelbares Umfeld ihnen nur Steine in den Weg legt? Trevors Erzählstil ist still und unaufdringlich und anfangs drohte die Langeweile sein Feind zu werden, doch bevor sie den Sieg davontragen konnte, hatte Trevor einen großen Schritt vorwärts getan in der Geschichte und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Es gibt in diesem Roman keine großen Katastrophen oder besonders viel Pathos, und doch kann man sich lebhaft vorstellen, wie sehr diese beiden leiden müssen. Stück für Stück werden wir Zeuge von Mary Louises Verfall und Elmers Unvermögen, mit der Situation richtig umzugehen - gelähmt lässt er alles geschehen, ihm fehlt die Kraft. Dies ist ein Buch für Leser, die es mögen, in die Stille hineinzuhorchen - und was man da hört, kann alles verändern.

    Mehr