Willy Vlautin Lean on Pete

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Inhaltsangabe zu „Lean on Pete“ von Willy Vlautin

Nun also Portland. Neue Stadt, neues Glück, hatte Charleys Vater gedacht, aber auch Portland bringt nur die alten Probleme. Und dann stirbt er, und Charley, 15, ist ganz auf sich allein gestellt. Der abgehalfterte Del Montgomery versucht, die Leute seit mindestens sechs Jahrzehnten übers Ohr zu hauen, und heuert Charley an. Ab und zu bezahlt er ihn dafür, dass er sich um seine Pferde kümmert. Es ist der Hengst Pete, der Charley besonders ans Herz wächst; er leidet mit ihm, wenn Del ihn für ein paar Dollars bei illegalen Rennen verheizt, und nachts flüstert er ihm ins Ohr, wie einsam er sich fühlt. Als das Pferd an einen Metzger verkauft werden soll, haut Charley mit ihm ab. Er beschließt, seine Tante zu suchen, und diese Reise wird zu einer Odyssee, an deren Ende so etwas wie Hoffnung aufblitzt. Willy Vlautin macht es uns unmöglich, Charley nicht augenblicklich ins Herz zu schließen. Und so wie Charley sich um Pete sorgt, fiebern wir mit und hoffen so sehr, dass seine Geschichte doch noch ein Happy End findet.

Eines der besten Coming-of-age-Romane, die ich je gelesen habe.

— julo_
julo_

Für mich einer der Meister atmosphärischer, melancholischer Geschichten.

— Zen-Cola
Zen-Cola

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  • Hoffnung zwischen Dunkelheit, Trauer und alltäglichen Abgründen ...

    Lean on Pete
    Zen-Cola

    Zen-Cola

    07. October 2014 um 01:07

    Ein neuer Job als Gabelstaplerfahrer treibt seinen Vater - und somit auch Charley, den 15-jährigen Ich-Erzähler - nach Portland. Ohne Freunde bleibt Charley nur seine Leidenschaft fürs Laufen. Doch als sein Vater »tödlich verunglückt«, ist er plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Um sich - so gut, wie es in so einer Situation eben möglich ist - über Wasser zu halten, nimmt er einen Aushilfsjob auf der nahe gelegenen Pferderennbahn an, wo Charley schließlich einen Freund findet: das von seinem Besitzer verheizte und somit bereits lädierte Rennpferd »Lean on Pete«. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion fliehen die beiden ... und es beginnt eine abenteuerliche Reise durch den mittleren Westen, ein Road-Trip zu bzw. mit Pferde, sozusagen. Da »Lean on Pete« vom Verlag als Jugendbuch deklariert wurde, hatte ich erst befürchtet, ich müsste hier genau auf die Sachen verzichten, die ich an Vlautins beiden Vorgängerromanen so geliebt habe: dieses Wandeln am Abgrund, fern von jeder Bürgerlichkeit; all die liebevoll gezeichneten gescheiterten Existenzen und Antihelden, die jeden Tag aufs Neue versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen; dieses Tragische und nicht selten wirklich Traurige; die grobe, stark reduzierte, aber authentische und treffsichere Sprache; den Hoffnungsschimmer, den man schon mal überlesen kann zwischen all dem Übel; die Fähigkeit, Alltäglichkeiten so erscheinen zu lassen, als wären sie etwas Besonderes oder Seltenes (was sie in Vlautins Romanen sogar häufig sind) ... Aber letztendlich hat »Lean on Pete«, ebenso wie seine Vorgänger »Motel life« und »Northline«, genau das. Hier wird nichts verschönt, hier gibt es kein klares »Gut« oder »Böse«, sondern eine riesige Grauzone, die Vlautin mit den unterschiedlichsten Figuren und Situationen füllt und die den Roman so lebendig macht. Bei »Lean on Pete« handelt es sich also um ein Buch ebenso für Erwachsene wie für jüngere Leser, sofern sie nicht auf der Suche nach einer heilen Welt sind und auch die eine oder andere ungeschönte Situation lesen mögen. Fazit: Ein wirklich guter, wenn auch nicht unbedingt »schöner« Roman für alle, die die melancholischen und schattigen Seiten des american way of life kennenlernen und Charley auf seiner Reise begleiten wollen. Bitte mehr davon ...

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  • Leserunde zu "Wild wie der Westwind" von Anna Katharina Scheidemantel

    Wild wie der Westwind
    WildWhisper

    WildWhisper

    Mit Pferden, da hatten wir schon immer Glück, aber in der Familie…Pferde sind einfacher.“ Nicht nur die 15-jährige Mallandra, sondern auch Lovelybooks-Leser haben diesen Herbst die Gelegenheit, ein Gestüt im wunderschönen Kentucky zu erkunden und mit ihm die Geschichte eines Indianermädchens, das nach dem Tod seiner Mutter durch halb Amerika reisen musste, um fortan bei seinem bisher unbekannten Onkel zu wohnen. Dieser entpuppt sich als Rennpferdezüchter, doch nicht nur edle Vollblüter stehen in seinen Ställen. Auch einen Halbmustang hat es nach Kentucky verschlagen, der seit seiner Ankunft allen mit Misstrauen begegnet. Fernab von allem, was sie Heimat nennen, finden sich ein Mädchen und ein Pferd ... Ja, "Wild wie der Westwind" ist ein Pferdebuch. Aber kein Gewöhnliches. Obwohl es sich an Jugendliche richtet, fanden viele Erwachsene bereits Gefallen an der Lektüre - auch, wenn sie mit Pferden eigentlich gar nichts am Hut hatten. Und schließlich ist es ja auch eine Erfahrung, ein Buch zu lesen, dessen Autorin beim letzten Punkt gerade auf ihren dreizehnten Geburtstag zurückblicken konnte... Wer also Lust bekommen hat, Kentucky und sein Pferdeparalleluniversum zu entdecken, kann sich bis zum 21.9. um eines von fünf Freiexemplaren bewerben. Da die Leserunde in Autoren-'Eigenregie' stattfindet und die Kosten für die Freiexemplare deshalb privat übernommen werden, können wir leider nicht mehr zur Verfügung stellen, aber alle, die kein Glück beim Gewinnspiel haben und trotzdem teilnehmen wollen, können ein Exemplar mit persönlicher Widmung der Autorin erwerben. Zur Teilnahme müsst ihr euch lediglich einer kleinen Aufgabe stellen: Im Sportpferdebereich fallen Pferdenamen oft ziemlich kreativ auf. So gibt es Pferde, die nach Cocktails benannt sind oder Pferdenamen, die eigentlich nur sinnlose Buchstabenkreationen sind ... Wie würdet IHR ein Rennpferd nennen und warum? Außerdem wäre es toll, wenn ihr dazuschreiben könntet, welche Möglichkeiten ihr habt, das Buch nach der Leserunde zu rezensieren. Die Leserunde findet dann ab 28.9 mit Begleitung der Autorin statt. Weitere ausführliche Informationen zum Buch gibt es auch unter www.aks-autorin.jimdo.com So, und jetzt freue ich mich auf eure Antworten :) Liebe Grüße, Anna Katharina Scheidemantel

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  • Rezension zu "Lean on Pete" von Willy Vlautin

    Lean on Pete
    WildWhisper

    WildWhisper

    23. February 2012 um 13:45

    Dieses Buch hat sich seine fünf Sternchen nur ganz knapp verdient. Als ich angefangen habe, es zu lesen, war ich zunächst abgeschreckt von der spartanischen Sprache, die eigentlich so gar nicht mein Ding ist. Aber während der Lektüre hat sich herausgestellt, dass genau dieser Stil die Geschichte trägt bzw. ihr wie auf den Leib geschneidert ist. Alles in dem Buch war perfekt aufeinander abgestimmt: Die Ich-Person Charley Thompson, ein fünfzehnjähriger, von aller Welt verlassener Junge, das Setting, nämlich die raue, undankbare Landschaft Westamerikas, der wortkarge Stil und die Geschichte, die irgendwie schön und hässlich zugleich ist. Es gab lange kein Buch mehr, dass mich so verzaubert hat, obwohl es die unschönen Seiten des Lebens in den Vordergrund stellt. Charley gibt nicht viel von sich preis. Obwohl das Buch aus seiner Perspektive erzählt wird und auch ausschließlich im folgt, erhält man kaum Einblick in seine Gefühlswelt. Trotzdem leidet man richtig mit ihm mit. Warum? Die Antwort auf diese Frage suche ich immer noch. Vielleicht, weil er ein Sympathieträger bleibt. Er stielt, er lügt, er handel immer wieder komplett irrational - und trotzdem ist er der 'Gute'. Kein Held, ganz sicher nicht, aber man wünscht ihm alles nur erdenkliche Glück, das ihm bis jetzt versagt geblieben ist. Vielleicht liegt es daran, dass er keinen Funken Böswilligkeit in sich trägt, dass er immer noch an die Welt und die Menschen glaubt, nach allem, was er mit angesehen hat. Er lässt sich nicht abbringen vom Traum, seine Tante zu finden und schlussendlich schafft er, was er sich in den Kopf gesetzt hat, auch wenn er auf dem Weg dorthin viel verloren hat ( besonders sein größter Verlust, den ich an dieser Stelle nicht verraten werde, hat mich doch sehr überrascht... ) Durch seine Träume und die gelegentliche Erwähnung seiner Ängste erfährt der Leser allmählich, dass auch dieser vermeintlich taffe Junge sich endlich nach einem anständigen Leben sehnt. Auch das macht Charley zu einem gelungenen Protagonisten - er ist anständig. Selbst beim Diebstahl schafft er es irgendwie, in den Augen des Lesers anständig zu bleiben. Oft handelt er dumm, flieht vor der Realität, aber verurteilen kann man ihn dafür nicht wirklich. Und es gibt noch mehr solcher Charaktere. Das ist das vielleicht schönste an "Lean On Pete". Charley trifft einen Haufen Leute, um die man auf der Straße einen großen Bogen machen würde und sie alle helfen ihm auf irgendeine Weise. Da ist der trinkende Jockey und die kiffende Pferdepflegerin, die beiden dauerbetrunkenen Männer, die mitten in der Wüste in einem Trailer leben, der Mexikaner, der ihn zunächst erschreckt und ihm dann zehn Dollar schenkt, und, und, und... Willy Vlautin illustriert in seinem Buch eine hässliche Welt, die er mit interessanten, auf absonderliche Weise liebenswerte Menschen füllt. "Lean on Pete" ist gewöhnungsbedürftig, manchmal vulgär und widerlich. Es ist traurig und zum Vezweifeln und manchmal will man das Schicksal dafür anschreien, dass es Charley Thompson nicht mehr Glück auf den Weg gegeben hat. Aber es ist auch schön, hoffnungsvoll und zaubert einem hin und wieder ein Lächeln auf das Gesicht. Vor allem aber ist es eine Lektüre, die keinen Leser so schnell wieder loslässt.

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  • Rezension zu "Lean on Pete" von Willy Vlautin

    Lean on Pete
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    13. October 2010 um 09:16

    Charley, gerade mal fünfzehn, zieht mit seinem Vater fluchtartig in die neue Stadt Portland. Dort schiebt der Vater Nachtschichten und Charly ist auf sich alleine gestellt: Die Mutter ist vor etlichen Jahren abgehauen, sein Vater kommt selten nach Hause. Charlys einzige Ablenkung sind Joggingrunden und Sit-ups, um sich für die Aufnahmeprüfung für das Footballteam fit zu halten. So lernt er auf seinen einsamen Laufrunden die neue Stadt kennen. Auf der Suche nach einem Job kommt er eines Tages an einer heruntergekommenen Pferderennbahn vorbei. Dort nimmt er bei dem abgewrackten Del einen Job an. Del, Trinker und Griesgram, hält sich mit illegalen Pferderennen und Wetten über Wasser. Er schindet seine Pferde bis aufs Blut und wenn sie nichts mehr einbringen, werden sie an einen mexikanischen Schlachthof verkauft. Charley schließt Freundschaft mit dem kurz vor der Ausmusterung stehenden Hengst Lean on Pete. Als sein Vater eines Tages nicht mehr zurückkehrt und auch niemals mehr zurückkehren wird, sucht Charley Unterschlupf in der Scheune, in der Lean on Pete steht. Als Del damit droht, das Pferd zu erschießen, haut Charley mit dem Pferd ab. Er will zu seiner Tante nach Wyoming. So beginnt eine beispiellose Odyssee durch herunter gewirtschaftete Kleinstädte und unwirtliche, vom Menschen ausgebeutete Landstriche. Wieder einmal gelingt es Vlautin, ohne Sozialkitsch und Gefühlsduselei von den Verlierern in der Gesellschaft zu erzählen, von trotzigem Lebensmut und Durchhaltevermögen. Er gibt den Geschundenen da draußen eine Stimme und erzählt mit echter Anteilnahme von Menschen, die sich in einer unmenschlichen und gierigen Welt ihren Stolz und ihre Würde bewahren. Ausgestoßene, die durch das Netz des Wohlstands gefallen sind und am Rande der Gesellschaft leben müssen. Lean on Pete ist ein bewegendes und intensives Leseerlebnis, welches durch die schonungslosen und doch warmherzigen Schilderungen, lange nachhallt. Es kann guten Gewissens mit der Erzähltradition eines Mark Twains, Raymond Carvers und Cormac McCarthys verglichen werden.

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  • Rezension zu "Lean on Pete" von Willy Vlautin

    Lean on Pete
    lokoschade

    lokoschade

    Herzzerreißende Geschichte um einen 15jährigen Jungen der nach einem "Unfall" seinen Vater verliert und sich auf den Weg macht seine Tante zu finden.
    Auf einem Stück seiner Wegstrecke ist sein einziger Begleiter ein altes abgehalftertes Pferd mit dem Namen "Lean on Pete". Ihm kann er seine Sorgen, seine Ängste und Nöte mitteilen, bei ihm kann er weinen.

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