Willy Vlautin Motel Life

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Inhaltsangabe zu „Motel Life“ von Willy Vlautin

Die Brüder Frank und Jerry Lee waren vierzehn und sechzehn, als ihre Mutter starb. Von da an mussten sie sich alleine durchschlagen. Einige Jahre später halten sie sich immer noch mit miesen Jobs über Wasser und dem einen oder anderen Bier. Bis Jerry Lee nachts einen Jungen überfährt und sie sich aus dem Staub machen. In einem alten 1974er Dodge Fury, mit einer Kiste Bier, einer Flasche Jim Bean, ein paar hundert Dollar und einem Batzen Unglück im Gepäck.

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    Motel Life

    baronessa

    16. June 2013 um 17:36

    „In der fraglichen Nacht war ich betrunken, fast schon bewusstlos, und ich schwöre bei Gott, ein Vogel hat mir das Motelzimmerfenster eingeschlagen.“ So beginnt die Geschichte um zwei Brüder.  Der eine liegt bewusstlos im Bett, noch immer im Vollrausch. Der andere Bruder auch noch alkoholisiert, aber fertig mit den Nerven. Betrunken hat er in der Nacht auf schneeglatter Straße ein Kind überfahren. Traumatisiert legt er den Jungen ins Auto und fährt damit zu seinem Bruder. Er hat nur ein Ziel – er will nicht in den Knast. Sein Bruder Frank versucht zu helfen, aber tut genau das Falsche. Er macht alles zu Bargeld und sie hauen ab. Der Schneesturm macht ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung und sie kommen nicht weit. Unterwegs bekommt Jerry Lee Gewissensbisse und lässt seinen Bruder sitzen. Jerry Lee versucht sich das Leben zu nehmen, aber er bringt es nicht fertig, dennoch schießt er sich ins Bein. Frank besucht seinen Bruder im Krankenhaus. Dieser hat immer noch Angst und will einfach nur noch raus. Das ist nicht so leicht, denn Jerry Lee fehlt schon ein Bein durch einen Unglücksfall. Mit einem Rollstuhl holt Frank ihn ab und sie verschwinden wieder. Jerry Lee bekommt Fieber und sein verletztes Bein entzündet sich. Als Frank seinen Bruder wieder ins Krankenhaus bringt, ist es schon zu spät, er verstirbt.  Ich habe noch nie eine Geschichte gelesen, wo man über die Propagandisten sagt, die haben mitten in den Misthaufen gegriffen. Die Ausweglosigkeit dieser Brüder ist echt traurig. Genauso kommt es aber auch vom Autor rüber. Die ganze Hoffnungslosigkeit wird untermauert mit dem Winter, die Absteige, Beziehungsstress, Geldmangel. Die Sehnsucht nach Liebe wird auf einen Hund übertragen. Dramatik gibt es in dieser Geschichte genügend.   Der Vater der Jungen ein Spieler, nie Geld da. Er verlässt die Familie. Die Mutter versucht mit allen Mitteln, ihre Kinder gut zu erziehen. Das gelingt ihr auch. Jerry Lee zeichnet sehr gern, Frank ist im Baseball gut. Bis das Tragische passiert, dass die Mutter erkrankt und verstirbt. Sie waren vierzehn und sechzehn. Vollkommen aus der Bahn geworfen, versuchen sie das Leben zu meistern, was ihnen aber nicht gelingt. Sie rutschen ab! Den Pensionsfonds der Mutter bringen sie durch. Sie gehen nicht mehr in die Schule, verlieren das Dach über den Kopf und haben keinen, der ihnen hilft. Sie wollen mit einem Zug abhauen, aber Jerry Lee kommt unter die Räder und verliert ein Bein. Keine richtigen Jobs, Beziehungsprobleme, kein Geld. Alkohol lindert den Schmerz und hilft zu vergessen. Dabei wollen beide Brüder doch ein normales Leben führen, aber das Unglück verfolgt sie. Echt tragisches Schicksal! Natürlich auch eine große Selbstschuld an dieser Misere. Wenn man da drinnen steckt, ist man nur noch frustriert. Aber ein Hoffnungsschimmer hat jeder und so endet auch diese Geschichte.  „Denn Hoffnung ist besser als nichts.“   Die Geschichte ist in Kapiteln unterteilt. Jedes Kapitel fängt mit einer schwarz/weißen Zeichnung an. Das Buch ist schnell gelesen. Am Ende gibt es ein Nachwort zur Geschichte. Das Cover gefällt mir nicht, passt aber dazu. Lesenswert!

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  • Rezension zu "Motel Life" von Willy Vlautin

    Motel Life

    Saari

    15. April 2012 um 17:53

    „Ich hoffe. Denn Hoffnung ist besser als nichts.“ Auch wer bei der Lektüre traurig ist, wird nicht mehr leiden, als er es ohnehin täte. Dieses Buch zu lesen war für mich fast wie eine Katharsis. Wie klein und unbedeutend erscheinen einem die eigenen Probleme! Wie nichtig sind die alltäglichen Dinge, die uns frustrieren oder traurig machen! Willy Vlautin findet einen ganz eigenen Ton für seine Geschichte. Die beiden Brüder Frank und Jerry hatten nicht besonders viel Glück im Leben. Und nun sind sie auf der Flucht. Was sie dabei erleben, was der Leser erfährt aus der Kindheit und Jugend, welchen Menschen sie begegnen – das alles ist spannend wie in einem Kriminalroman und geht einem zugleich sehr ans Herz. Man kann nicht anders, als mitzufühlen, zu hoffen, zu bangen. Man lernt, sich und seine Wünsche zurückzunehmen, sich wieder an den einfachen Dingen zu erfreuen, auch das kleine Glück zu schätzen. Ein wunderbares Buch!

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  • Rezension zu "Motel Life" von Willy Vlautin

    Motel Life

    *Arienette*

    26. August 2009 um 15:03

    Klappentext: Es ist kalt in Reno, der kleinen Spielerstadt in Nevada, dicke Schneeflocken fallen vom Nachthimmel, der Wind bläst durch die vereisten Straßen. Frank liegt im Bett, sturzbetrunken und bewusstlos, als eine Ente durch die Fensterscheibe kracht und auf dem Fußboden seines Motelzimmers liegen bleibt. Ein paar Stunden später steht sein Bruder Jerry Lee an seinem Bett, auch er besoffen, halb nackt und in Tränen aufgelöst. Er hat im Dunkel der Nacht einen kleinen Jungen überfahren. Der Junge war auf der Stelle tot, und Jerry Lee hat ihn einfach in einer Decke auf den Rücksitz seines Dodge Fury gepackt. Am nächsten Morgen machen sich Frank und Jerry Lee aus dem Staub in Richtung Montana, eine Kiste Bier, eine Flasche Jim Beam und weniger als vierhundert Dollar im Gepäck. Es tobt ein Schneesturm und sie hören Tapes von Willie Nelson. Eigene Meinung: Vlautin erzählt in "Motel Life" die Geschichte zweier Brüder, die schon viele Schicksalsschläge einstecken mussten: Der Vater ist ein Spieler und landet im Knast, die Mutter stirbt und die zwei Brüder schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch. Das Unglück verfolgt sie, als Jerry Lee einen Jungen überfährt. Während der Flucht lassen sie ihre Kindheit passieren. Frank, aus dessen Sicht erzählt wird, ahnt, dass Flucht nicht die beste Lösung ist . Jerry Lee plagen Schuldgefühle, nicht nur, weil er einen Jungen getötet hat, sondern auch, weil er geliebt werden möchte und auch ein Stück Glück erfahren möchte. Es ist eine melancholische Geschichte über zwei Verlierer, welche auf der Schattenseite des Lebens stehen und trotzdem ihren Optimismus nicht verloren haben. Im Nachwort schreibt Clemens Meyer: "Motel Life ist wie ein Besuch auf der Pferderennbahn – große Hoffnungen, große Enttäuschungen, Poesie und Dramatik, und wir wünschen uns, dass die Außenseiter erfolgreich sind, wir leiden und träumen mit ihnen, bis zum Schluss." Nur, dass die Fehlentscheidungen der Brüder viel existenzieller sind als eine verlorene Wette. Vlautin schafft es, dass man als Leser mit den Personen "mitleidet" und von Anfang an mit im Geschehen ist. Mir hat es jedenfalls gefallen, genauso wie sein Nachfolgeroman "Northline"

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  • Rezension zu "Motel Life" von Willy Vlautin

    Motel Life

    HoneyBunny

    24. July 2009 um 09:37

    Mir hat motel life sehr gut gefallen... man hat zu jeder zeit mit den (anti-)helden gehofft und gelitten... man traf auf unvergessliche figuren und szenen und auf so manche unterhaltsame geschichte in der geschichte... =)

  • Rezension zu "Motel Life" von Willy Vlautin

    Motel Life

    stpaula

    22. July 2008 um 21:28

    Ganz großes Kino! Meist bin ich eher skeptisch, wenn ich über ein Buch allzuviele begeisterte Rezensionen lese. Motel Life verdient sie aber alle, ein wunderbares Buch. Frank und Jerry Lee sind ohnehin nicht die geborenen Glückskinder und eine Ente, die im verschneiten Nevada durch ein Motelzimmerfenster fliegt, ist der Auftakt zu einer wahnwitzigen Reise, die einem die Brüder ungemein ans Herz wachsen lässt und zwischendrin zu Tränen rührt. Das ganze in einer tollen Übersetzung, die aber auch Lust auf's Original macht. Eine wunderbar lakonische Sprache transportiert die Atmosphäre auf's beste - Kopfkino in Reinkultur. Ich finde, ein großes Buch über das Leben, seine Tragikomik und die Hoffnung, die immer bleibt.

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  • Rezension zu "Motel Life" von Willy Vlautin

    Motel Life

    variety

    24. June 2008 um 16:44

    Ein Buch, das sicher lange im Gedächtnis hängen bleibt, auch wenn nicht alle der vielen kleinen Geschichten (von denen man nicht weiss, was "wahr" ist) gleich überzeugen. Vor allem der Schluss ist an Tragik und Ausweglosigkeit kaum mehr zu überbieten. In knapper Sprache erzählt Vlautin vom Schicksal zweier Brüder: wie diese sich immer wieder aus dem Sumpf herausreissen, bis… Wäre ein tolle Vorlage für einen Film und ist beinahe 5* wert.

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