Neue Rezensionen zu Willy Weber

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Rezension zu "Vergebung geht nicht nur im Kopf: Wie man Verstand und Gefühl in Einklang bringt" von Willy Weber

Über die Gefühlsarbeit in der Vergebung
LEXIvor einem Jahr

„Wenn wir einem anderen Menschen vergeben haben, sind wir frei von der Last, die uns bedrückt hat.“

Der Autor Willy Weber befasst sich „Vergebung geht nicht nur im Kopf“ mit dem Thema Vergebung, dem Verzeihen von Schuld, ohne dem Verharren in Ärger, Wut, Kränkung und Aggression. Sein Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Bedeutung der Emotionen in diesem Prozess des Vergebens. Im vorliegenden Buch bezieht er sich auf verschiedene Arten von Verletzungen und geht auf die diversen Eigenheiten und das unterschiedliche Verhalten der Menschen ein. Hierzu führt er ganz konkrete praktische Beispiele aus seiner Arbeit als Seelsorger an.

Der Autor beleuchtet die Emotionen und jene Dinge, die diesen im Wege stehen. Eine Vielzahl seiner Aussagen belegt er mit Zitaten aus der Bibel.

Die einzelnen Kapitel werden durch sogenannte „Fragen zum Nachdenken“ abgeschlossen, in denen das Gelesene kurz betrachtet und der Leser ganz gezielt dazu angeregt wird, seine eigene Person in seine Überlegungen einzubeziehen.
Man merkt dem Inhalt dieses Buches deutlich an, dass dessen Verfasser im Bereich der Psychologie und der Klinischen Seelsorge tätig ist. Seine Vorgehensweise, mit den Menschen zu arbeiten, beschreibt er anhand der Erfahrungswerte aus seiner Tätigkeit als Berater.

Etliche Passagen dieses Buches und beispielhaft angeführte Situationen empfand ich als sehr beeindruckend und zu einem gewissen Teil sogar als „Augen-öffnend“. Der Abschnitt, der sich mit der Versöhnung mit sich selbst befasst, schaffte es jedoch nicht ganz, mich zu überzeugen. Die Identifikation mit einigen Situationen, die der Autor in seinem Buch darstellt, ist mir nicht gelungen. Ich konnte mich vor allen Dingen mit dem „Eltern-Ich“, dem „Kind-Ich“ und dem „Erwachsenen-Ich“ nicht anfreunden. Die Dialoge, die jene im Buch beispielhaft angeführten Personen „mit sich selber führen“ und in denen sie in Form des „Kind-Ichs“ mit ihrem eigenen „Erwachsenen-ich“ korrespondieren (mündlich und schriftlich) haben mich ein wenig befremdet. Die in den einzelnen Praxisbeispielen genannten Personen führen diese „Dialoge mit sich selber“ als eine Art Therapie, als Weg zum Verzeihen, zur Vergebung und streben dabei letztendlich eine Versöhnung an. Für mich als im Bereich der Psychologie und Seelsorge unbedarfte Leserin wirkte es jedoch ein wenig skurril (und vielleicht auch nur ungewohnt), ich konnte damit nichts anfangen.

Die optische Gestaltung hat mir gut gefallen. Das einfarbige und in dunkelroter Farbe gehaltene Cover weist abgesehen von einem Herz aus Stacheldraht (oder Dornen?) lediglich Autorenname und Buchtitel inklusive Untertitel auf. Das Buch wirkt dadurch schlicht und elegant.

FAZIT: „Vergebung geht nicht nur im Kopf“ war eine sehr interessante, für meinen ganz persönlichen Lesegeschmack jedoch ein wenig zu ausführliche und in die Tiefe der Beratungsarbeit gehende Lektüre. Ich würde es daher eher Menschen empfehlen, die in der Beratungsarbeit tätig sind bzw. als weiterführende Lektüre für Interessierte mit einem bereits vorhandenen Basiswissen im Bereich der Psychologie und Seelsorge. 

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Seelensplitters avatar

Meine Meinung zum christlichen Sachbuch:
Vergebung geht nicht nur im Kopf

Aufmerksamkeit:
Diesen Punkt findet ihr auf meinem Blog.

Inhalt:
Vergebung will gelernt sein, denn Vergebung darf nicht nur vom Kopf ausgehen, es muss auch vom Herzen ausgehen, doch das gerade das nicht einfach ist, das kennt man ja.
Willy Weber möchte in diesem Buch hinweise, und Tricks zum richtigen Vergeben schenken und aufzeigen.
Er möchte den Leser dort abholen, wo der Leser gerade steht.
Lässt du dich auf die Botschaft ein?

Wie ich das Buch empfinde:
Das Buch ist in 5 Kapitel aufgeteilt, langsam nähert man sich dem Thema Vergebung an, und dann geht es an Fallbeispielen weiter bis es zum eigenen Herzen kommt. Der Autor gibt immer wieder wertvolle Hinweise und zeigt auf, Vergebung sieht für jeden anders aus und Vergebung heißt nicht gezielt Versöhnung. Denn man muss auf das eigene Herz achten und darf nicht ständig über seine eigenen Grenzen gehen und hier ist es wichtig, das jeder für sich das richtige findet.
Denn auch wenn jemand missbraucht worden ist, darf er lernen zu vergeben doch versöhnen würde bedeuten wieder Kontakt zum Täter aufzubauen oder es weiter zu zu lassen und das ist nicht das, was wirklich gut und gesund für die Seele(Das Herz) ist.
Somit macht der Autor zwar bewusst, vergebe, denn es tut dir selbst nicht gut, wenn du nur grollst aber passe auf dich selbst auf und wage es, NEIN zu sagen.

Schreibstil:
Der Autor nimmt dank der leichten Sprache und wie er sich ausdrückt sehr behutsam mit dem Leser um, und somit ist es einfach dem Autor zu folgen, ohne das zu viele Fachwörter vorkommen.
Hin und wieder muss man jedoch in diesem Buch eine Pause einlegen, das liegt aber nicht am Schreibstil sondern eher am Thema an sich.

Kann es mich überzeugen?
Ich gestehe, das was im Buch steht, war nichts neues für mich, wahrscheinlich liegt das daran, das ich mich selbst schon lange in diesen Bereichen bewege, sei es weil ich selbst Seelsorge empfangen durfte, aber auch weil mich das Thema an sich schon lange interessiert.
Für Menschen die noch nahe am Anfang stehen, um ihren Tätern zu vergeben können hier sicherlich eine Menge mitnehmen und es kann eine super Begleitung sein, für Menschen, die gerade selbst Therapie oder Seelsorge anbieten, denn es gibt auch einige Übungen, die man selbst mit seinem Klienten gut ausführen kann.

Bewertung:
Für mich war das Buch eher eine Auffrischung als ein neues Thema, weil ich mich selbst schon in diesem Thema lange bewege. Gerade für Menschen die aber am Anfang stehen, kann dieses Buch eine wertvolle Hilfe sein. Auch ich habe bei dem ein oder anderen Punkt gemerkt, das es hilfreich ist, noch mal wissen aufzufrischen. Ein Aha Erlebnis war eine Bibelstelle, die ich so bisher noch nicht gesehen habe, also wirklich auch für mich sinnvoll.
Deswegen bekommt dieses Buch auch von mir fünf Sterne.

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Traeumerin109s avatar

Rezension zu "Vergebung geht nicht nur im Kopf: Wie man Verstand und Gefühl in Einklang bringt" von Willy Weber

Der heilsame Prozess der Vergebung
Traeumerin109vor 2 Jahren

Vergebung ist ein äußerst wichtiges Thema, das wohl jeden Menschen betrifft. Doch wie wahrscheinlich auch die meisten aus Erfahrung sagen können, ist Vergebung nicht immer einfach und auf Dauer umzusetzen. Wut, Trauer und Schmerz können sehr hartnäckig sein, wenn es darum geht, einem anderen Menschen zu vergeben. Willy Weber setzt sich in seinem Buch mit genau diesem Thema auseinander. Dabei kann er aus einer langjährigen Erfahrung als Therapeut profitieren und reale Beispiele anbringen: Geschichten, die zeigen, dass Vergebung möglich und wünschenswert ist.


Ein sehr schönes kleines Büchlein über den Wert der Vergebung. Der Autor schreibt sehr angenehm, sodass es dem Leser leicht fällt, ihm zu folgen. Es ist, als würde er einen an die Hand nehmen und sanft führen. Er macht weder Vorwürfe noch bezieht er sich auf Klischees. Vielmehr scheint er ein Mensch zu sein, der sich durch vielfältige Beziehungen zu anderen Menschen eine außergewöhnliche Menschenkenntnis und Feinfühligkeit angeeignet hat. Diese schimmert durch das ganze Buch hindurch und sorgt dafür, dass der Leser sich direkt angesprochen fühlt. Die Themen, um die es geht, sind allgegenwärtig: Wir wurden verletzt und müssen nun mit den Folgen leben. Die können sehr schwerwiegend sein. Auch Verletzungen, die schon weiter zurückliegen, und deren wir uns vielleicht nicht so bewusst sind, können Narben hinterlassen, die immer wieder aufreißen. Das führt zu Verhaltens- und Denkmustern, die vor allem für uns selbst und unser Leben schädlich sind. Das ist auch eine der wichtigen Aussagen dieses Buches: Vergebung ist nicht für den Täter, sondern für das Opfer. Sie befreit. Nicht zuletzt, wenn es darum geht, uns selbst zu vergeben.

Sehr gelungen sind auch differenzierte Unterscheidungen, was beispielsweise Täter und Opfer anbelangt. Niemand ist nur Täter, so wie keiner nur Opfer ist. Der Autor geht in diesem Buch in die Tiefe, und bleibt dabei stets verständlich. Er beschäftigt sich mit den Ursachen erlernter oder angeeigneter Verhaltensmuster, über die wir uns oft gar keine Gedanken mehr machen. Dabei veranschaulicht er das Gesagte zwischendurch immer wieder anhand dreier Beispiele. Diese stellen ganz unterschiedliche Geschichten mit unterschiedlichen Verletzungen dar. Willy Weber stellt Strategien vor, mit deren Hilfe wir uns diesen Verletzungen vorsichtig annähern können. Zu guter Letzt gelangen wir vielleicht auch zu einer Einstellung, die aus uns grundsätzlich vergebungsbereitere Menschen macht. Denn das sollte das Ziel sein: Eine grundsätzliche Bereitschaft zur Versöhnung. Aber es sollte klar sein, dass Vergebung nicht von heute auf morgen geschieht. Es handelt sich um einen Prozess, der unter Umständen viel Kraft erfordert. Und: Vergebung und Versöhnung ist nicht dasselbe. Und ebenso wenig bedeutet vergeben dasselbe wie vergessen.


Fazit: Ein Buch, das ich durchweg weiterempfehlen kann. Es beinhaltet sehr viele verschiedene Aspekte des Themas Vergebung. Ich denke, in diesem Buch wird jeder sich an der einen oder anderen Stelle wiederfinden. Außerdem bietet es viele gute Denkanstöße und Strategien.

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Gespräche aus der Community

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Arwen10s avatar
Diese Leserunde findet mit feststehenden Lesern statt. Ich danke dem SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

Willy Weber Vergebung geht nicht nur im Kopf







Zum Inhalt:


Als Christen sollen und wollen wir vergeben. Was einfach aussieht, ist oft gar nicht so leicht.
Willy Weber zeigt, warum unsere Emotionen bei dem Thema so wichtig sind und wie wir sie wahr- und ernst nehmen können. Auf diese Weise kann neue Freiheit gewonnen werden - unabhängig davon, ob echte Versöhnung möglich ist. Er stellt konkrete Schritte vor und gibt Werkzeug an die Hand, wie Vergebung "echt" gelebt werden kann. Das sehr praxisnahe Buch des erfahrenen Seelsorgers bietet Ihnen Hilfestellungen und viele Beispiele aus der Beratungspraxis, damit Sie Vergebung wagen können oder andere dabei seelsorgerlich begleiten.




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