Warum hat Nancy einen Schrei ausgestoßen? War sie Ziel eines unerwünschten, mitternächtlichen Besuches, oder wusste sie, was bevorstand, und als das Erwartete nicht eintrat und sie bemerkte, dass der falsche Mann im Zimmer war? Die Hanleys hatten sich Gäste über das Wochenende in ihr Landhaus eingeladen. Doch in der lauen Sommernacht wird nächtens der Salon in einen Gerichtssaal verwandelt. Alle anwesenden Männer sind verdächtigt, sich der verführerischen Nancy, die sich im Sessel räkelt, nur bekleidet mit Negligé und roten Pantöffelchen, genähert zu haben.
Ein amüsantes und geistreiches Wortspiel, das Bilder im Kopf aufleben lässt, die an einen alten Hollywoodfilm aus dem vorigen Jahrhundert erinnern. Ein wunderbarer Roman, der im Original 1933 erschienen ist und dessen Titelbild alleine bereits den Besitz rechtfertigt. Eine Geschichte, die an "die gute alte Zeit" erinnert.
Wilson Collison
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Wilson Collison
Die Nacht mit Nancy
Das Haus am Kongo
Tod in Connecticut
Neue Rezensionen zu Wilson Collison
‚Afrika ist nicht so, wie es die Schriftsteller immer beschreiben. In Büchern geht es immer nur um den Untergang des weißen Mannes in den Tropen und seinen moralischen und körperlichen Verfall.‘ (Seite 122)
‚Congo landing‘ erschien bereits 1934 in englischer Sprache und wurde 2015 als ‚Das Haus am Kongo‘ im Louisoder Verlag in deutscher Übersetzung erstveröffentlicht.
Wilson Collison erzählt in seinem Roman von der Mittzwanzigerin Dolly Bretton, die bislang in London im Varieté gearbeitet hat, gekündigt wurde und nun zusammen mit einem gewissen Bill Shane als Wahrsagerin in Afrika unterwegs ist.
Der Schaufelraddampfer Elizabeth, auf dem sie sich befinden und der sich Richtung Kongo-Fluss bewegt, weist nach einem explodierten Heizkessel jedoch ein Leck auf und muss am Ufer anlegen, so dass die Reise jäh unterbrochen wird.
Doch die Passagiere haben Glück im Unglück: In der Nähe der Anlegestelle der Elizabeth lebt Doc Warwick, ein ebenso begabter wie ambitionierter Arzt, mit seiner Frau, und die beiden bieten den Passagieren und der Besatzung Unterschlupf, bis wenige Tage später die Royal vorbeikommen und die Gestrandeten aufsammeln soll.
Warwicks Frau ist einsam, fühlt sich im Kongo alles andere als wohl und findet schnell Gefallen an Bill Shane, der wegen Mordes in den USA gesucht wird, während Dolly dem Doc bei einer Appendix-Operation zur Hand geht.
Ich empfand ‚Das Haus am Kongo‘ als einen recht stimmungsvollen Roman, der sich schnell liest und der unterhaltsam ist. Als Leser fühlt man sich von der ersten Seite an in eine andere Zeit und an einen exotischen Ort versetzt, auch wenn ich die Protagonisten oft etwas stereotyp fand. Zudem gibt es eigentlich keine Figur, die ich sympathisch fand, am ehesten Doc Warwick, der jedoch auch ein wenig in seiner eigenen Welt lebt und für seine Arbeit seine Frau einem einsamen und isolierten Leben im Kongo überlässt.
Nichtsdestotrotz hat mir die Lektüre Spaß gemacht, und so empfehle ich ‚Das Haus am Kongo‘ als einen entspannenden Roman für schwülheiße Abende, an denen man sich perfekt in das Leben in Zentralafrika hineinversetzen kann.
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