Wilson Collison

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Die Nacht mit Nancy, Tod in Connecticut und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Wilson Collison

Die Nacht mit Nancy

Die Nacht mit Nancy

 (2)
Erschienen am 24.08.2016
Das Haus am Kongo

Das Haus am Kongo

 (1)
Erschienen am 26.02.2015
Tod in Connecticut

Tod in Connecticut

 (1)
Erschienen am 05.03.2018

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die Nacht mit Nancy" von Wilson Collison

Großer Auftritt einer großen Dame
aus-erlesenvor 4 Monaten

Etwas oder jemanden nach seinem Äußeren zu bewerten, gehört sich nicht. Mit dieser Wohlerzogenheit streift man nun durch eine gut sortierte Buchhandlung nach ein wenig Lesestoff, der für Zerstreuung, Aufregung und Erheiterung sorgen soll. Und plötzlich räkelt sich da jemand vor einem, der in der Lage ist all die guten Vorsätze mit einem Blick über Bord zu werfen. Es ist Mrs. Randin. Nancy sollen wir sie nennen. Das zwinkert sie dem Leser zu, und den Beteiligten im Buch haucht sie es entgegen. Ein Figur wie eine Sanduhr. Verlockende Locken. Und das Negligé ist wie von Zauberhand – upps – über die Schulter gerutscht. Niemals eine Person oder ein Buch nach seinem Einband beurteilen! 
Dieses Buch ist der einmalige Freifahrtschein, um das Äußere vorerst einmal siegen zu lassen. Denn Wilson Collison füllt die hübsche Hülle mit nicht minder anregendem Inhalt. Es war eine rauschende Ballnacht, zumindest eine Sommerparty, irgendwann in der 30ern des vergangenen Jahrhunderts, irgendwo in den Staaten. Alle haben sich prächtig amüsiert. Die Hausherrin ist bekannt dafür, dass den Gästen, weiblichen wie männlichen – meist beiden gleichzeitig – alle Räume zur Verfügung stehen. Auch deswegen sind die Parties der Hanleys so beliebt. 
Doch dieses Mal ist das Ende nicht absehbar. Nicht so, denn ein Gast hat sich dermaßen erschreckt, dass ein markerschütternder Schrei jedwede Art von Heiterkeit im Keim erstickt. Denn Mrs. Randin, ach nennt mich doch Nancy, hatte unerwarteten Besuch im selbstgewählten Morpheus-Asyl. Wer das war, der ihre Stimmbänder derart strapazierte, kann sie beim besten Willen nicht sagen. Und nun sitzt die ganze Partygesellschaft beisammen und versucht in poirot’scher Manier den Unhold herauszufiltern. Jeder der anwesenden Männer könnte ein Motiv gehabt haben. Und alle das Gleiche… Denn Nancy, die einmalig geschiedene Mrs. Randin, hat den Dreh raus wie man bei Männern jeglicher Couleur im Kopf für Verwirrung sorgt. Außerdem ist sie eloquent und gibt auf Fragen nur so viel preis wie sie es für angemessen hält. 
Diese Wortspiele auf höchstem Niveau sorgen für Erheiterung, heizen die Spannung an und regen die Hausherrin in besonderem Maße auf. Doch wer war es denn nun, der den Vamp Nancy so glockenhell erschallen ließ? Ganz ehrlich … das interessiert keinen mehr. Nancy ist Nancy, das muss genügen. 
Und es genügt auch wirklich sich ihrem Spiel zuzuschauen. Sie ist eine wahre Heldin. Permanent wird sie von allen Seiten beschossen. Solidarität unter Frauen – das kann sie vergessen. Und dass sich der angeklagte Gentleman als solcher seine Maskerade fallen lässt, ist unwahrscheinlich. Allein im Kampf gegen Vorurteile hat sich Nancy ein hartes Fell zugelegt. Und sie verteidigt es mit Charme, Chuzpe und Contenance. Beifall kann sie nur vom Leser erwarten. Und der kommt prompt und lang anhaltend.

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Rezension zu "Die Nacht mit Nancy" von Wilson Collison

"Die 12 Geschworenen" einmal anders: witzig, raffiniert und kokett!
AndreasKueckvor 5 Monaten

Anfang der 30er Jahre, ein abgelegenes Landhaus an der Ostküste der USA, eine Wochenend-Hausparty und ein lauter Schrei in der Nacht: Im Schlafzimmer der jungen, attraktiven Nancy stehen gleich 3 Männer – im Pyjama. Die sittenstrenge Hausherrin ist empört und verlangt Aufklärung: Warum hat Nancy geschrien? …und was haben die 3 Männer in ihrem Schlafzimmer zu suchen?

So werden – einem Krimi gleich – die Fakten nach und nach aufgedeckt. Details kommen zu Tage, und Geheimnisse werden gelüftet. Als der Morgen graut steht fest, dass jede und jeder (auch die Hausherrin selbst) ein kleines pikantes Geheimnis zu verbergen versucht.

Wilson Collison ist im Jahre 1933 ein amüsantes Sittengemälde der US-Mittelschicht gelungen:

Auch wenn kein Verbrechen verübt wurde, so ist der Roman wie ein Krimi aufgebaut, spielt in nur einem Raum während eines überschaubaren Zeitraumes und lebt von den „Geständnissen“ der Protagonisten – ein verführerisches Opfer, div. undurchsichtige Verdächtige und ein gewiefter Ermittler.

"Die 12 Geschworenen" einmal anders: witzig, raffiniert und kokett!!!

P.S.: Bitte nicht vom Pin-Up-Cover verschrecken lassen – die beteiligten Personen tragen ganz züchtig Morgenrock oder Negligee.

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Belladonnas avatar

Rezension zu "Tod in Connecticut" von Wilson Collison

Meine Rezension zu "Tod in Connecticut"
Belladonnavor 6 Monaten

Beschreibung

New York in den 1920er Jahren.

Die attraktive 25-jährige Nolya Noyes hätte es mit ihrer millionenschweren Erbschaft eigentlich ganz leicht in der New Yorker High Society Fuß zu fassen. Doch ihr eilt der Ruf eines hemmungslosen Flittchens voraus, das auf jegliche moralische Grundsätze der Gesellschaft pfeift. Erst als sie sich in den bereits verheirateten Arthur Raymond verliebt gerät Nolya ins wanken. Sie möchte Arthurs Leben nicht zerstören und zieht sich deshalb aus der Liebesbeziehung zurück. Als Nolya durch einen jungen Mann auf die Neujahrsfeier der Raymonds gelangt kommt es zum Schlimmsten…

Meine Meinung

Wilson Collisons Roman „Tod in Connecticut“ spielt in den 1920er Jahren. Das englische Original „Expensive Woman“ erschien bereits 1931. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Wilson Collison mit Sprache und Erzählstil wunderbar die Atmosphäre dieses Jahrzehnts auf die Buchseiten bannt.

Die Story ist eigentlich ganz simpel, die bildschöne und reiche Dame Nolya Noyes führt ein ausschweifendes Leben und gerät als sie sich plötzlich leidenschaftlich verliebt in eine verzwickte Situation. Der Mann ihres Herzens ist bereits vergeben und sein Vater ein angesehener Anwalt. Dann wäre da noch Noylas erster Geliebter, ein Künstler mit nur wenig finanziellen Mitteln, der ihr jedoch immer zur Seite steht. Zuletzt kommt noch ein junger draufgängerischer Mann hinzu der das ganze zu einer Vierecksgeschichte ausweitet und schlussendlich auch den Showdown einläutet.

Der gemächliche Aufbau der Geschichte hat mir ganz gut gefallen auch wenn sich die Spannung dadurch sehr in Grenzen hält. Vielmehr steht die Persönlichkeit von Nolya und ihre widerstreitenden Gefühle im Mittelpunkt. Außerdem werden die unterschiedlichen Männer in Nolyas Leben mit feinem Pinselstrich gezeichnet. Für mich ergibt sich die Faszination die dieses Werk ausmacht durchaus aus den reizenden Charakteren die zusammen eine wunderbare Dynamik erzeugen.

Nach dem vor sich hinplätschernden Plot tritt der Showdown unvermittelt und schonungslos wie ein scharfer Cut ein. Auf der einen Seite ist das sicherlich ein wundervolles Stilmittel um die Situation einzufangen. Mir persönlich ging es ab dieser Stelle dann doch etwas zu schnell und die erfrischende Wirkung der unvorhergesehenen Entwicklung kann leider nicht über den offenen Ausgang bezüglich Nolyas gesundheitlicher Verfassung hinwegtrösten.

Fazit

Ein geistreicher Roman der vor allem durch schöne Sprache und eindrucksvolle Dialoge besticht.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 18.05.2018

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