Wilson Collison Das Haus am Kongo

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Inhaltsangabe zu „Das Haus am Kongo“ von Wilson Collison

Und ewig lockt der Dschungel! Die 26-jährige blonde Dolly hat weder Geld noch ein Dach über dem Kopf. Ihr Problem aber trägt den Namen Bill. Denn die kesse „Gelegenheits-Wahrsagerin” mit hohen Prinzipien strandet mit ihrem zwar gut aussehenden, aber chronisch unzuverlässigen Geschäftspartner nach Schiffbruch auf dem Kongo-Fluss mitten im Dschungel. Die beiden finden Unterschlupf im Haus des Dschungeldoktors Warwick. Bill – in USA wegen Mordes gesucht – und die vom ewigen Urwaldleben gelangweilte Mrs Warwick finden sofort Gefallen aneinander. In der tropischen Urwaldhitze beginnen Nerven wie Begierden rasch blank zu liegen, Eifersucht und Misstrauen um sich zu greifen. Das Beziehungsdrama nimmt seinen unerbittlichen Lauf.

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    Das Haus am Kongo

    renie

    07. February 2016 um 16:21

    Eine Glücksritterin, die die Zukunft voraussagt, ein Frauenheld, der wegen Mordes gesucht wird, eine gelangweilte Ehefrau, ein Arzt, der seinem Erfolg hinterher jagt und eine spröde englische Lady treffen im Afrika der 30er-Jahre in einem "Haus am Kongo" aufeinander. Warum es sie hierhin verschlagen hat und in welcher Beziehung sie zueinander stehen, erfährt man in diesem sehr unterhaltsamen Roman von Wilson Collison, erschienen im LOUISODER Verlag. Worum geht es in diesem Roman? Die 26-jährige Dolly strandet mit ihrem Begleiter Bill nach einem Schiffbruch auf dem Kongo-Fluss in dem Haus des Ehepaares Warwick. Begleitet werden Dolly und Bill dabei von Lady Essex, einer englischen Adeligen sowie der Crew des Flussdampfers, mit dem sie unterwegs waren. Dolly und Bill sind Abenteurer und Glücksritter. Sie verdient ihren Lebensunterhalt mit Wahrsagerei und macht dabei gemeinsame Sache mit Bill. Er sieht verboten gut aus und hat eine gewisse Wirkung auf das weibliche Geschlecht. Bill wird wegen Mordes gesucht, da er in Amerika einen seiner Widersacher umgebracht hat. Diese Gruppe kommt nun bei den Warwicks unter. Dr. Warwick ist Arzt in einem Urwaldkrankenhaus. Neben der Behandlung von Kranken und Verletzten widmet er sich fast fanatisch der Forschung. Er ist auf der Suche nach der einzigartigen Entdeckung, die ihm den Ruhm als angesehener Mediziner sichert. Seine Frau Arline - die beiden sind seit ca. 1 Jahr verheiratet - hat aus dem gemeinsamen Haus eine Oase im Dschungel geschaffen. Das Anwesen mit seinem Garten ist bemerkenswert. Mrs. Warwick verbringt viel Zeit mit der Gestaltung ihres Heimes. Das ist auch die einzige Beschäftigung, mit der sie ihren Alltag verbringt. Folglich ist ihr Leben von Langeweile geprägt. Die Ankunft der "Schiffbrüchigen" ist eine willkommene Möglichkeit, für einige Tage Abwechslung in ihr langweiliges Leben zu bringen. Die Gruppe verbringt einige Tage im Haus der Warwicks und wartet auf die Ankunft eines weiteren Flussdampfers, mit dem sie ihre Reise fortsetzen können. Als der Dampfer schließlich eintrifft, sind die "Schicksals-Karten" der Charaktere neu gemischt. "Sie stellte ihre Ellbogen auf die Reling, stützte ihr Gesicht auf die Hände und starrte hinab ins schlammige Flusswasser. Das gleichmäßige Klopfen der Motoren und das Platschen des Schaufelrads im trüben Wasser drangen zu ihr herauf. Am Ufer sonnten sich träge riesige Krokodile und wirkten dabei so selbstvergessen, dass Dolly ganz fasziniert war und sich wünschte, sie wäre als Krokodil im Kongo geboren worden." (S. 7 f.) Das Besondere an diesem Buch sind die Charaktere und ihr Zusammenspiel. Da haben wir Dolly, die so ganz anders ist, als andere Frauen in dieser Zeit. Sie ist selbstbewusst, gibt nicht viel auf Etikette, weiß sich aber zu benehmen, wenn es erforderlich ist. Sie ist geistreich, witzig und direkt. Sie nimmt kein Blatt vor dem Mund. Mit ihrer unkomplizierten Art (und ihren blonden Haaren ;-)) kommt sie bei den Männern an. Die Herren der Schöpfung lieben sie - die Damen eher weniger. Von den Damen - allen voran Lady Essex - wird Dolly als moralisch fragwürdig angesehen. Die "Hüterin von Sitte und Moral" - Lady Essex - macht keinen Hehl aus ihrer Verachtung für Dolly, was diese nur anspornt. Sie hat einen Heidenspaß dabei, Lady Essex zu provozieren und in peinliche Gespräche zu verwickeln. "Sie sah zu Warwick hinüber, der einen Augenblick schweigend ihr lebhaftes Gesicht musterte. In ihren Augen blitzte dieser merkwürdige und unwiderstehliche Humor, der sie faszinierender machte als jede schöne und intelligente Frau von unzweifelhafter Herkunft und Erziehung. Sie wirkte eher wie ein spitzbübischer Junge, der ironisch und unerschrocken durchs Leben ging." (S. 166 f.) Bill, der Womanizer, konnte bei Dolly bisher noch nicht landen. Sie scheint eine der wenigen Frauen zu sein, die ihn durchschaut hat. Bill ist launisch und jähzornig. Dolly gelingt es immer wieder, ihn im Zaum zu halten. Aber Bill scheint die Untätigkeit, zu der er im Haus der Warwicks verdonnert ist, nicht zu bekommen. Irgendwann entgleitet er Dolly und arbeitet an seinen eigenen Plänen.  "Manchmal fand Dolly, dass Bill aussah wie ein Filmschauspieler. Doch er hatte etwas Finsteres an sich, sodass sie bei ihm stets auf der Hut war. Seine Augen waren dunkel und fast hypnotisch, wenn er seinen durchdringenden Blick auf einem ruhen ließ. Dolly konnte sich gut vorstellen, wie sehr Bills Augen die Frauen faszinierten." (S. 14 f.) Mr. Warwick lebt schon seit einiger Zeit im Kongo. Er konzentriert sich voll und ganz auf seine Arbeit als Mediziner. Dabei hofft er auf eine durchschlagende Entdeckung im Bereich der Forschung. Die Ehe, die er vor ca. 1 Jahr eingegangen ist, scheint bedeutungslos im Vergleich zu seiner Arbeit. "Dolly fand, dass er einen exquisiten Körperbau hatte; er war hochgewachsen, schlank und hatte eine gerade Statur. Sie mochte große, schlanke gerade gewachsene Männer. Außerdem lag etwas Vornehmes in seiner Ausstrahlung, als würde er von einer stillen, inneren Kraft beseelt, die keiner der anderen Männer besaß." (S. 155) Arline Warwick ist das Paradebeispiel einer gelangweilten Ehefrau. Unzufrieden, nörgelig, desinteressiert an der Arbeit ihres Mannes, verbringt sie den lieben langen Tag mit der Gestaltung ihres Hauses am Kongo. Was hätte nicht alles aus ihr werden können, wenn sie nicht mit ihrem Mann in den Kongo gegangen wäre? Diese Frage beschäftigt sie und untergräbt ihr Selbstwertgefühl. "Er wusste, dass Arline sich verändert hatte. Er wusste, dass die Abgeschiedenheit und Einsamkeit des Kongo sie vergiftet hatte und physisch und psychisch an ihr nagten. Er hatte seine Arbeit, die erledigt werden musste. Sie hatte gar nichts, um sich zu beschäftigen. " (S. 73) Das Schicksal führt nun diese Charaktere zusammen. So trifft der unglückliche Ehemann auf eine Frau, die ganz anders ist als seine Ehefrau. Die Glücksritterin trifft auf einen Mann, der ein Leben führt, von dem sie immer geträumt hat. Die gelangweilte Ehefrau trifft auf einen Mann, der wieder Farbe in ihren grauen Alltag bringen könnte. Und der Womanizer tut das, was er am besten kann: Frauen aufreißen.  Fazit: Dieses Ränkespiel, das Wilson Collison hier im afrikanischen Urwald stattfinden lässt, ist sehr unterhaltsam. Dank seines sehr lebhaften Sprachstils ist man nach den ersten Sätzen tief in die Handlung eingetaucht. Schnell kristallisiert sich heraus, wie die einzelnen Charaktere einzuschätzen sind. Man bekommt ein klares Bild von den Personen, die fast ausnahmslos durch die Augen eines anderen Charakters geschildert werden. Dadurch hat man das Gefühl, den einzelnen Charakteren gegenüberzustehen und wird somit selbst Bestandteil dieser Geschichte. Die Stimmung, die hier vermittelt wird, ist fast schon nostalgisch. Man fühlt sich an die alten Hollywood-Schinken "African Queen" oder "Tod auf dem Nil" erinnert. In der Geschichte ist man "very British" und in allem, was man tut, darauf bedacht, im tiefsten afrikanischen Urwald ein großes Stück Etikette zu wahren. Eine Sache war für mich gewöhnungsbedürftig: In diesem Roman wird geraucht, was die Lunge zulässt. Es vergeht keine Situation, in der nicht zur Zigarette gegriffen wird. Dies ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass dieses Buch in einer Zeit geschrieben wurde, als das "Rauchen noch nicht die Gesundheit gefährdet" hat. Zigaretten waren en vogue, jeder, der etwas auf sich hielt, hat geraucht. Insofern muss man als Nichtraucher einfach mal ein Auge zudrücken und sich keine Gedanken über die Qualmerei machen, vom Lesen ist schließlich noch keiner krank geworden.  Stattdessen sollte man diesen Roman als das genießen, was er ist - ein äußerst unterhaltsames Stück Nostalgie. Leseempfehlung! © Renie

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