Wiltrud Brächter

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Wiltrud BrächterGeschichten im Sand
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Geschichten im Sand
Geschichten im Sand
 (1)
Erschienen am 10.09.2010
Wiltrud BrächterDer singende Pantomime
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Der singende Pantomime
Der singende Pantomime
 (1)
Erschienen am 01.03.2014

Neue Rezensionen zu Wiltrud Brächter

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Rezension zu "Der singende Pantomime" von Wiltrud Brächter

Therapeutische Arbeit mit Teilekonzepten
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Therapeutische Arbeit mit Teilekonzepten

„Hört mich denn niemand?“

Das ist eine drängende Frage nicht nur eines Beispiels im Buch, das ist „die“ drängende Frage, der Kern traumatisierter Menschen, traumatisierter Kinder und Jugendlicher (um die es in diesem Buch in erster Linie geht).

Die „Ego State Therapie“ ist speziell auf die Arbeit mit traumatisierten Menschen hin ausgerichtet und setzt auch für dieses Buch und die Vielfalt der darin enthaltenen Instrumente und Ergänzungen zur Methode durch andere „Teilekonzepte“ mit die Grundlage. Mithin findet sich im Buch, sehr verständlich, überzeugend und praxisnah verfasst, eine ganze Reihe an Erweiterungen der Ego State Arbeit und zudem eine „Zugabe“ anderer Konzepte und deren Integration in die therapeutische Arbeit in erheblicher Breite der Kinder- und Jugendpsychotherapie (mit einem Schwerunkt der Bearbeitung schwieriger Lebensthemen, insbesondere Traumafolgestörungen).

Ganz wie nebenbei gelingt den Autoren im Buch aber auch ein zweites. Eine „Aufhellung“ der therapeutischen Arbeit durch die vielfachen kreativen, spielerischen, phasenweise auch mit feinem Humor versehenen Methoden und Vorschläge, die schon beim Lesen dazu anregen, in solch konstruktiver Atmosphäre die Arbeitsmethodik zu erweitern.

Ego State und Sandkastenaufstellung, Teilearbeit mit Figuren (Psychodrama), „farbefrohe“ Lösungen bei der Entdeckung und Festigung der „Ressourcen“, vielfach sind die Verbindungen mit Instrumenten anderer Konzepte, die jeweils dem individuellen Fall angepasst sich vorfinden (und plastisch an Fallbeispielen gut erkennbar in ihrer Umsetzung beschrieben werden).

In der Praxis bieten die Erweiterungen auch gute Möglichkeiten, „neuen Wind“ in konkrete Therapiesituationen zu bringen. Sicher ist und bleibt die Ego State arbeite eine äußerst komplexe Vorgehensweise. Nun aber bietet sich ein Instrumentarium zudem, an bestimmten konkreten Punkten zu reduzieren. Zu Vereinfachen. Auf neue Gesichtspunkte zu kommen und „neu Anlauf“ zu nehmen.

Dabei wirkt die Integration anderer Teilekonzepte in der Darstellung nie hineingepresst oder erzwungen (weil einem der Autoren nun einmal eine bestimme Methode besonders gefallen könnte), sondern binden sich organisch in die konkrete Therapiearbeit ein.

So ergeben sich in bester Weise nach der Lektüre des Buches vielfache Anregungen und empirisch erfolgreiche Wege, je „neue Entwicklungsanregungen“ in therapeutische Situationen in oft kreativer und „auflockernder“ Weise hineinzubringen, ohne dass Lockerheit zum Selbstzweck degenerieren würde.

Natürlich findet sich im Buch auch eine grundlegende Darstellung des Ansatzes der Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen (Teilearbeit und Teilekonzepte), so dass auch der noch nicht im Ego State umfassend kundige Leser mit auf den Weg genommen wird.

Ein lebendiger, interessanter und in sich logischer Blick auf Erweiterungen der Ego State Therapie und die Integration vielfacher Instrumente und Methoden in die psychotherapeutische Arbeit vornehmlich mit Kindern und Jugendlichen (mit der Möglichkeit natürlich, diese Anregungen in der eigenen Arbeit auf Erwachsene zu übertragen).

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Rezension zu "Geschichten im Sand" von Wiltrud Brächter

Rezension zu "Geschichten im Sand" von Wiltrud Brächter
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Erweiterung der Sandspieltherapie

Seit Jahrzehnten bereits ist die spielerische Arbeit mittels des Sandkasten und vieler Figuren eine erprobte Methodik der therapeutischen Arbeit mit Kindern. Szenen werden durch die Kinder gestaltet, die sprachlich entweder nicht zugänglich sind oder sprachlich zu bedrohlich erscheinen. Nutzbar gemacht wird in dieser Form spielerischer Therapie die Verbindung zwischen Unterbewusstsein und Gestaltungswillen der Kinder, die entstehenden „Seelenbilder“ sind meist schlüssig einer Deutung zu zuführen.

Wiltrud Brächter erweitert diese Form des therapeutischen Arbeitens in, fast auf der Hand liegenden, Art und Weise. Da bekanntermaßen nicht nur das Spiel mit Figuren und im Sand eine elementare kindliche Ausdrucksweise darstellt, sondern auch das Erzählen, Ausschmücken und Geschichten erfinden unmittelbarer Teil der kindlichen Erlebniswelt ist, ist es nur folgerichtig, die sich mehr und mehr entfaltende Arbeit der narrativen Therapie auch für diesen speziellen Bereich therapeutischer Arbeit nutzbar zu machen. Hierbei ist allerdings von vorne herein zu beachten, dass die Spieltherapie ihre besten Erfolge in einem eher kindlichen alter zeitigt. Je älter, differenzierter und spielerisch zurückhaltender Menschen dann im vorrückenden jugendlichen Alter werden, desto feinsinniger sind die Methodiken zu differenzieren.

Treffend formuliert bereits liegt die Voraussetzung der therapeutischen Situation im Buche vor. Kinder sind in der Regel nicht die, die Beratung und Therapie einfordern, sondern deren Eltern. So ist es ein wesentlicher Ansatz des Buches, in deutlicherer als bisher oft vorliegender Form, die Stimme der Kinder zu hören. So gilt es vermittels der narrativen Elemente, die komplexen und hintergründigen Anliegen der Kinder sprachlich zum Ausdruck zu bringen. Diese, meist leidvollen, Hintergründe werden im Verlauf der narrativen Therapie dekonstruiert und zu alternativen Geschichten entwickelt. Diesen Ansatz Michael Whites entfaltet Brächter auf den knapp 240 Seiten des Buches nun konsequent in Richtung kindlichen Erlebens und spielerischer Therapie, die Geschichten werden aktiv aufgegriffen und alternative Lösungen werden ebenfalls spielerisch erprobt und umgesetzt.

Methodisch führt Brächter zunächst in den ersten beiden Hauptteilen des Buches ein in die Grundlagen ihrer Sichtweise, stellt die narrative Therapie dar, legt umfassend und auf breitem Raum Grundlagen und Arbeitsweise der Sandspieltherapie vor Augen und leitet jeweils am entsprechenden Ort über zu den besonderen Ausprägungen der narrativen Elemente. Sandspiel, Gruppensandbilder, Rollenspiel, der Einsatz von Handpuppen und die Arbeit mit anderen, kreativen Medien wie Malen, Selbstbilder, Cartoons und anders führt Kapitel für Kapitel die Vielfalt der Möglichkeiten narrativer Elemente in der Spieltherapie vor Augen. Gerade das Kapitel über den Einsatz von Handpuppen und die verschiedenen Formen möglicher Rollenspiele bietet eine ganze Reihe hervorragender Beobachtungen und umsetzbarer Hinwesie für die erweiterte therapeutische Arbeit mit Kindern.

In den letzten beiden Kapiteln des Buches schildert Brächter die Möglichkeiten der Kombinationen verschiedener Techniken und Methoden zu einem stimmigen Gesamtverlauf, bevor es ihr anhand einer Reihe von Beispielen eindrucksvoll gelingt, die Praxistauglichkeit ihrer narrativen Spieltherapie auf zu zeigen.

Sprachlich versiert geschrieben, in den einzelnen Schritten verständlich dargestellt, mit einer Reihe von nicht unbedingt neuen, aber neu und anders kombinierten Methoden gelingt es der Autorin, die wesentlichen Elemente der narrativen Therapie (Dekonstruktion und Entwickeln von Alternativen) in bester Art und Weise kindgerecht in die Form der Spieltherapie mit ein zu bauen. Durchaus ein Gewinn und eine substantielle Erweiterung dieser klassischen und als hilfreich sich bereits erwiesenen Form der therapeutischen Arbeit mit Kindern.

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