Wiltrud Brächter Geschichten im Sand

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Inhaltsangabe zu „Geschichten im Sand“ von Wiltrud Brächter

Bei der Sandspieltherapie gestalten Klienten in Sandkästen Szenen, die sich als Ausgangspunkt für Geschichten nutzen lassen. In der klassischen Form dieser Therapie, die auf Dora Kalff zurückgeht, bleiben Sandbilder nach dem Aufbau stehen. Während der Therapie entsteht so eine Serie von Sandbildern, in denen der Entwicklungsprozess der Klienten zum Ausdruck kommt. In Verbindung mit einem narrativen Ansatz lässt sich dieser Prozess beschleunigen. Darüber hinaus erlauben Sandbilder, Themen zu verarbeiten, die rein sprachlich nicht zu fassen sind. Wiltrud Brächter verbindet die narrative Spieltherapie mit der klassischen Sandspieltherapie und entwickelt so eine neue Form systemischer Kindertherapie: eine narrative Sandspieltherapie, die sich an den Geschichten von Kindern orientiert und mit ihnen arbeitet. Neben den Grundlagen und Hintergründen stellt die Autorin die methodische Vorgehensweise dar, die sie mit zahlreichen Fallbeispielen illustriert. Zum besseren Gebrauch fasst sie am Ende der Methodenkapitel die einzelnen Schritte noch einmal zusammen. Der ausführliche dritte Teil zeigt für unterschiedliche Praxisfelder auf, wie Kinder die Möglichkeiten narrativer Therapie nutzen. Hier werden die Vorteile des Ansatzes sehr deutlich, weil klar wird, wie Eltern durch diese Spieltherapie Zugang zu der Sicht des Kindes gewinnen und in Familien eine intensive Kommunikation entsteht.

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    Geschichten im Sand
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. November 2010 um 12:06

    Erweiterung der Sandspieltherapie Seit Jahrzehnten bereits ist die spielerische Arbeit mittels des Sandkasten und vieler Figuren eine erprobte Methodik der therapeutischen Arbeit mit Kindern. Szenen werden durch die Kinder gestaltet, die sprachlich entweder nicht zugänglich sind oder sprachlich zu bedrohlich erscheinen. Nutzbar gemacht wird in dieser Form spielerischer Therapie die Verbindung zwischen Unterbewusstsein und Gestaltungswillen der Kinder, die entstehenden „Seelenbilder“ sind meist schlüssig einer Deutung zu zuführen. Wiltrud Brächter erweitert diese Form des therapeutischen Arbeitens in, fast auf der Hand liegenden, Art und Weise. Da bekanntermaßen nicht nur das Spiel mit Figuren und im Sand eine elementare kindliche Ausdrucksweise darstellt, sondern auch das Erzählen, Ausschmücken und Geschichten erfinden unmittelbarer Teil der kindlichen Erlebniswelt ist, ist es nur folgerichtig, die sich mehr und mehr entfaltende Arbeit der narrativen Therapie auch für diesen speziellen Bereich therapeutischer Arbeit nutzbar zu machen. Hierbei ist allerdings von vorne herein zu beachten, dass die Spieltherapie ihre besten Erfolge in einem eher kindlichen alter zeitigt. Je älter, differenzierter und spielerisch zurückhaltender Menschen dann im vorrückenden jugendlichen Alter werden, desto feinsinniger sind die Methodiken zu differenzieren. Treffend formuliert bereits liegt die Voraussetzung der therapeutischen Situation im Buche vor. Kinder sind in der Regel nicht die, die Beratung und Therapie einfordern, sondern deren Eltern. So ist es ein wesentlicher Ansatz des Buches, in deutlicherer als bisher oft vorliegender Form, die Stimme der Kinder zu hören. So gilt es vermittels der narrativen Elemente, die komplexen und hintergründigen Anliegen der Kinder sprachlich zum Ausdruck zu bringen. Diese, meist leidvollen, Hintergründe werden im Verlauf der narrativen Therapie dekonstruiert und zu alternativen Geschichten entwickelt. Diesen Ansatz Michael Whites entfaltet Brächter auf den knapp 240 Seiten des Buches nun konsequent in Richtung kindlichen Erlebens und spielerischer Therapie, die Geschichten werden aktiv aufgegriffen und alternative Lösungen werden ebenfalls spielerisch erprobt und umgesetzt. Methodisch führt Brächter zunächst in den ersten beiden Hauptteilen des Buches ein in die Grundlagen ihrer Sichtweise, stellt die narrative Therapie dar, legt umfassend und auf breitem Raum Grundlagen und Arbeitsweise der Sandspieltherapie vor Augen und leitet jeweils am entsprechenden Ort über zu den besonderen Ausprägungen der narrativen Elemente. Sandspiel, Gruppensandbilder, Rollenspiel, der Einsatz von Handpuppen und die Arbeit mit anderen, kreativen Medien wie Malen, Selbstbilder, Cartoons und anders führt Kapitel für Kapitel die Vielfalt der Möglichkeiten narrativer Elemente in der Spieltherapie vor Augen. Gerade das Kapitel über den Einsatz von Handpuppen und die verschiedenen Formen möglicher Rollenspiele bietet eine ganze Reihe hervorragender Beobachtungen und umsetzbarer Hinwesie für die erweiterte therapeutische Arbeit mit Kindern. In den letzten beiden Kapiteln des Buches schildert Brächter die Möglichkeiten der Kombinationen verschiedener Techniken und Methoden zu einem stimmigen Gesamtverlauf, bevor es ihr anhand einer Reihe von Beispielen eindrucksvoll gelingt, die Praxistauglichkeit ihrer narrativen Spieltherapie auf zu zeigen. Sprachlich versiert geschrieben, in den einzelnen Schritten verständlich dargestellt, mit einer Reihe von nicht unbedingt neuen, aber neu und anders kombinierten Methoden gelingt es der Autorin, die wesentlichen Elemente der narrativen Therapie (Dekonstruktion und Entwickeln von Alternativen) in bester Art und Weise kindgerecht in die Form der Spieltherapie mit ein zu bauen. Durchaus ein Gewinn und eine substantielle Erweiterung dieser klassischen und als hilfreich sich bereits erwiesenen Form der therapeutischen Arbeit mit Kindern.

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