Jakub, die Hauptfigur des Romans, ist ein Romajunge. Leider erzählt uns die Geschichte aber nichts von dem, was ihn eigentlich zu dem macht, was er ist. Stattdessen erfahren wir, dass er arm ist, bei seiner Oma lebt und von dieser recht leichtgläubig „weitergereicht“ wird. Das Klischee der armen Roma, die - wenn auch aus Not- zu Taschendieben werden, ist das Fundament des Buches. Damit gibt die Autorin ihren Lesern, was sie ohnehin schon immer zu wissen gemeint haben. Sie bedient Klischees und stützt damit die ethnische Diskriminierung. Das ist schade und - vermutlich - nicht so von Annelies Schwarz beabsichtigt, will man ihrer Biographie Glauben schenken. Dennoch gelingt es ihr nicht, aus dem engen Schubladendenken auszubrechen. Ich hätte mir einen Roman gewünscht, der die Roma einmal in einem ganz anderen Licht zeigt, doch dafür braucht es sicherlich eine/n Autor/in, die/der deutlich intensiver mit dem Leben der Roma vertraut ist.
Winfried Opgenoorth
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Winfried Opgenoorth
Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel
Hokuspokus in der Nacht
Aprilregen
Da ist eine wunderschöne Wiese
Es ging ein Schneemann durch das Land
Stille Nacht! Heilige Nacht!: Ein weltberühmtes Lied entsteht
Antonio Vivaldi mit CD
Das kleine Hokuspokus
Neue Rezensionen zu Winfried Opgenoorth
Rezension zu "Stille Nacht! Heilige Nacht!: Ein weltberühmtes Lied entsteht" von Christine Rettl
AischaIch fand den Ansatz dieses Bilderbuches sehr gelungen. „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ von Christine Rettl und Winfried Opgenoorth erzählt die Entstehungsgeschichte des weltbekannten Weihnachtsliedes und verbindet die historische Handlung mit den Abenteuern einer kleinen Mäusefamilie. Dadurch wird das Thema für Kinder gut nachvollziehbar und zugleich aufgelockert.
Die großformatigen Illustrationen haben mir gut gefallen: Sie sind detailreich gestaltet und bieten viele kleine Szenen zum Entdecken. Positiv hervorzuheben ist auch, dass sowohl der vollständige Liedtext als auch die Noten von „Stille Nacht“ im Buch enthalten sind. Ergänzt wird das Ganze durch kurze biografische Angaben zu Komponist Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr (Text des Liedes) auf dem Nachsatzpapier.
Etwas kritisch sehe ich die Wortwahl an einzelnen Stellen. Begriffe wie „schadhaft“ oder „unvermutet“ sind meiner Meinung nach für sehr junge Kinder eher schwer verständlich; Wörter wie „kaputt“ oder „plötzlich“ wären für Kleinkinder zugänglicher gewesen. Insgesamt habe ich das Buch jedoch als informativ und ansprechend gestaltet wahrgenommen und halte es für eine schöne Möglichkeit, Kindern die Entstehung dieses bekannten Weihnachtsliedes näherzubringen.
Er zählt zu den herausragenden Komponisten in der Musikgeschichte. In den 57 Jahren, die er auf Erden verweilen sollte, kreierte eine wahre Fülle an Kompositionen. Sinfonien, Klaviersonaten, Streichquartetts, Messen, Kantaten, Singspiele und die Oper FIDELIO sowie eine Vielzahl an Liedern und Kanons stammen aus seiner Feder und zeugen von einer immensen künstlerischen Kraft. Da ist es mehr als selbstverständlich, dass er – neben Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart – im Portfolio des Annette Betz-Verlages in der Reihe „Das Musikalische Bilderbuch“ auftaucht.
Musste ich mich bei DER KLASSIK-KANON mit einem knappen Lebenslauf auf 4½ Seiten begnügen, nimmt sich hier Autorin Lene Mayer-Skumanz den nötigen Raum und erlaubt einen deutlich detaillierteren Blick auf das Leben von Ludwig van Beethoven. Die Irrungen und Wirrungen dieses außergewöhnlichen Künstlerlebens beschreibt sie mit leichter Feder und vermeidet dabei wohltuend eine pure Aneinanderreihung von Fakten, das schnell sehr oberflächlich hätte wirken können. Vielmehr lässt sie ihre Leser*innen auch an der Tragik im Leben des Künstlers teilhaben und porträtiert dessen manchmal recht schwierigen Charakter immer mit Respekt und Sympathie.
Nun ist Leben und Werk dieses Komponisten eng miteinander verbunden, da er überwältigende Kompositionen oft aufgrund einer persönlichen Not, einer Schwärmerei oder einer unerwiderten Liebe schuf und so seine Emotionen in eine enorme musikalische Kreativität umwandelte. So gibt es im gelungenen Text von Mayer-Skumanz auch immer wieder Hinweise auf den jeweiligen Lebensumstand zu den im entsprechenden Zeitraum entstandenen Kompositionen, von denen etliche auf der beigefügten CD zu finden sind. Hier ist dem Verlag eine gute Auswahl gelungen: Wenn auch oftmals „nur“ in Auszügen bietet die Musikauswahl einen gelungenen Querschnitt aus Beethovens Œuvre. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass im Text die entsprechende Track-Nummer vermerkt worden wäre, um mir eine Verknüpfung zwischen Text, Musik und Bild zu erleichtern.
Die Illustrationen von Winfried Opgenoort nehmen immer wieder Bezug auf im Text erwähnte Details und erinnern an die Gemälde des Klassizismus. Die Attribute dieser Epoche „Gleichmaß und Harmonie“ finden sich auch hier wieder: So sorgt Opgenoort innerhalb seiner Zeichnungen für beinah filmische Übergänge bzw. Überblenden, schafft es so, mehrere Handlungsebenen miteinander zu verbinden und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachtenden immer wieder auf interessante Kleinigkeiten.
Entstanden ist ein gelungenes Lese-, Bilder- und Hör-Buch für die ganze Familie, das sowohl lehrreich aus dem Leben und Wirken dieses einzigartigen Komponisten berichtet, dabei aber auch höchst unterhaltsam und kurzweilig daherkommt.
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