Die gewohnte Menuekost von Diogenes zum Thema. Fällt ein wenig ab, aber das liegt wohl daran, dass nicht allzuviele Autoren über Fußball schreiben. Urlaub, Liebe, Weihnachten gibt wohl doch mehr her.
Winfried Stephan
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Früher waren mehr Tore
Nicht schon wieder Wellen!
Das Franz Kafka Lesebuch
Nicht schon wieder keine Tore
Neue Rezensionen zu Winfried Stephan
Auch in diesem Jahr kann ich leider nicht ans Meer reisen. Schön, dass der Diogenes-Verlag mir zum Trost zeigt, dass das Reisen und das Meer auch nicht immer nur schön sind.
Die Auswahl der Erzählungen ist liebevoll zusammengestellt; es gibt witzige, traurige, dramatische, tragische und eben auch hinterhältige Geschichten.
Mein Favorit ist die Erzählung meines heißgeliebten Autors David Foster Wallace über seine Teilnahme an einer Kreuzfahrt. Den passenden Schlusspunkt des Buches liefert ein Text von Martin Suter, der mich das Buch mit einem Kichern aus der Hand legen ließ.
Empfehlenswert für Urlauber und Zuhausebleibende.
Die Fußball Europameisterschaft ist schon fast vergessen, doch so manche Spiele bleiben einen als furchtbar langweilig in Erinnerung, aber Überraschungen gab es zuhauf. So manche Überraschungen warten in diesem sehr unterhaltsamen und gar nicht langweiligen Buch mit einer Sammlung von Geschichten rund um den Fußball auf den Leser/in. Früher waren eben nicht nur mehr Tore, früher gab es Stehplätze, heute Sitzplätze, die sich kaum noch einer leisten kann. Die Couch vor dem Fernseher ist längst durch Public-Viewing-Plätze ersetzt, die Spielerfrauen haben eine eigene Lobby und dennoch ist Fußball noch immer die wichtigste Nebensache der Welt, wenn auch nur für den Moment eines Spiels.
Namhafte Schrifsteller/Innen landen mit ihren „hinterhältigen Fußballgeschichten“ so manchen Treffer und laufen zu absoluter Höchstform auf. Nick Hornby beispielsweise berichtet über die extremen Gefühle, die Fußballspiele in ihm auslösen und damit ist er sicherlich nicht allein. Auch der spanische Autor Javier Marias genießt den Triumph, der sich bei einem Sieg einstellt, und auch den Hass, den er bei einer Niederlage auf seinen besten Freund, eine ganze Stadt oder eben auch eine ganze Nation verspürt. Aber Fußball ist eben nur für den Moment wichtig und ein paar Augenblicke später ist alles verflogen und gar nicht mehr wirklich wichtig. Besonders hervorzuheben sind die brillanten Geschichten der Autorinnen. Frauen sehen diese Sache von einer ganz anderen Warte aus. Dagmar Leupold beklagt ihren undankbaren Status als Fußball-Mutter ihrer Söhne. Kuchen und Salate zubereiten für Vereinsveranstaltungen, Geschenke für die Tombola besorgen oder matschschwere Trikots waschen. Auch Sibylle Berg hat von ihren fast erwachsenen Sohn ein Lied zu singen. Zusammen mit seinen Freunden, die alle gleich aussehen, so die Autorin, hinterlässt er ein Riesenchaos aus Pizzakartons, Bierflaschen und Coladosen vor dem Fernseher.
Vladimir Nabokov, Urs Widmer, Friedrich Dürrenmatt Dave Eggers und Joachim Ringelnatz sind nur einige namhaften Autoren/Innen dieses Dream-Teams, die hier zu finden sind. Somit ist das Buch eine einfallsreiche, bösartige und höchst unterhaltsame Anthologie rund um den Fußball.








