Wioletta Greg

 3.5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autorenbild von Wioletta Greg (©Joanna Sidorowicz)

Lebenslauf von Wioletta Greg

Große Schriftstellerin mit internationalem Erfolg: Wioletta Greg ist der Name unter dem die polnische Autorin Wioletta Grzegorzewska schreibt. Sie wird 1974 in Koziegłowy geboren, wandert jedoch 2006 nach Großbritannien aus. Heute lebt sie in Essex.

Greg ist seit 1998 schriftstellerisch aktiv und hat so bereits mehrere Gedichtbände und Romane veröffentlicht. Ihre Autobiographie „Unreife Früchte“ erscheint 2018 als erstes ihrer Bücher in Deutschland. Das Buch ist sehr erfolgreich und schafft es sogar auf die Longlist des Man Booker International Prize 2017.

Daneben war Wioletta Greg bereits für mehrere Lyrikpreise nominiert. Ihre Bücher werden in verschiedene Sprachen übersetzt und erscheinen unter anderem in Italien, Spanien und den Niederlanden.

Alle Bücher von Wioletta Greg

Cover des Buches Unreife Früchte (ISBN:9783406718830)

Unreife Früchte

 (7)
Erschienen am 26.01.2018
Cover des Buches Die Untermieterin (ISBN:9783406740855)

Die Untermieterin

 (4)
Erschienen am 18.07.2019

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Neue Rezensionen zu Wioletta Greg

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Rezension zu "Die Untermieterin" von Wioletta Greg

Dennoch ist „Die Untermieterin“ ein lustiges Lesevergnügen
WinfriedStanzickvor 5 Monaten


Wiolka heißt die junge Ich-Erzählerin im neuen Roman der seit 2006 in England lebenden polnischen Schriftstellerin Wioletta Greg. Ich vermute deshalb, dass in die Gestalt und die Erlebnisse ihrer Protagonistin etliche eigene Erfahrungen eingeflossen sind. Als Wiolka noch in ihrem Heimatdorf Hektary wohnte, bevor sie zum Studium wegging, hat sie Herrn Kamil getroffen, einen zehn Jahre älteren Ethnologen, der von Wiolkas Großvater zunächst gegen dessen  heftige Vorbehalte und Widerstände über polnische Folklore informiert wurde und sie eifrig aufschrieb.

 

Wiolka hat sich während der Aufenthalte von Herrn Kamil in ihrem Dorf heftig in ihn verliebt. Auch deswegen wählt sie als Ort für ihr Studium Tschenstochau, denn Herr Kamil wohnt dort.

 

Im Studentenwohnheim ist kein Platz mehr frei, deshalb kommt sie zunächst im barackenartige Arbeiterhotel „Wega“ unter. Dort fühlt sie sich nicht sehr wohl und verstrickt sich sehr schnell, was ihren fluchtartigen Auszug zur Folge hat.

Nachdem Wiolka auf der Straße der Oberin der Ordensgemeinschaft der Schwestern vom Herzen Jesu begegnet ist, kann sie im Haus der Schwestern einziehen. Es stellt sich im Laufe des Buches heraus, dass die aus der NS-Zeit noch traumatisierte demente Oberin Wiolka mit ihrer Tochter verwechselt, die von den Nazis getötet wurde.

 

Als Wiolka dann eines Tages unverhofft am Klostertor auf Herrn Kamil, den sie vorher erfolglos gesucht hat in der Stadt, scheint sie an ihrem Ziel angekommen. Doch ob diese Beziehung eine Zukunft hat bleibt offen, genauso wie Wiolkas Zukunft. Während die viele Rückblicke Wiolkas in ihre Kindheit in Hektary und die Kriegsepisoden, die von dem Schicksal der Oberin und ihrer Tochter berichten, sehr stimmig erzählt sind, fällt der Roman in seiner Gegenwartsebene doch sprachlich etwas aus dem positiven Rahmen.

 

Dennoch ist „Die Untermieterin“ ein lustiges Lesevergnügen. Vielleicht macht ein weiterer Roman die in Deutschland bisher wenig bekannte Schriftstellerin noch bekannter.

 

 

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Rezension zu "Unreife Früchte" von Wioletta Greg

Mal grotesk, mal langweilig
Aischavor 7 Monaten

Wiiletta Gregs autobiografischer Roman war für den Man Booker International Prize nominiert.

Eine Entscheidung, die ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Die Autorin erzählt in den kurzen Kapiteln, die auch als eigenständige Geschichten funktionieren würden, von ihrer Kindheit und Jugend im Polen der 1970er und 80er Jahre.
Dabei schildert Greg ihre Familie, urige Typen des Dorfes und Begebenheiten in Schule und Kirchengemeinde. Sie entwirft ungewöhnliche Sprachbilder, und doch konnte mich die Story nicht packen. Mir fehlte es an Tiefgang, ich habe Emotionen vermisst, Vieles ist zu oberflächlich skizziert, Manches gar langweilig.
Die Ausstattung hingegen ist sehr gelungen, sowohl der Schutzumschlag wie auch die Haptik des Hardcovers sind sehr ansprechend. 
Fazit: außen klasse, inhaltlich nur mittelmäßig.

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Rezension zu "Unreife Früchte" von Wioletta Greg

Erwachsenwerden in einer anderen Welt
reneevor einem Jahr

Hier haben wir ein Buch, in dem aus der Sicht eines Mädchens/einer jungen Frau in kurzen bruchstückhaften Geschichten mit deutlich autobiographischem Inhalt das Leben ihrer Familie in einem schlesischen Dorf in Polen in den 70er und 80er Jahren geschildert wird. Trotzdem die Autorin und ich als Leserin in einem ähnlichen Alter sind und unsere Heimatorte nicht so weit voneinander entfernt sind, kam ich mir vor als ob ich in eine andere Zeit, bzw. in ein fernes Land reise. Diese Mischung aus tiefem katholischem Glauben und deutlich älteren Gedankengut macht es zu einer Zeitreise mit einem gewissen Charme, aber genauso deutlich wie entfernt Polen eigentlich auch ist. Ebenso fand ich die Abgeklärtheit der Bevölkerung mit dem sozialistischen Staat/System recht interessant, auch wenn es durch die Sicht des Mädchens zu kurz umrissen war. Die Beschreibung des Lebens der Familie in den kurzen Abschnitten hat eine tiefe Melancholie, gemixt mit einer kindlichen Betrachtungsweise und einem ganz leichten Humor und ab und zu ein paar Gedanken, die zum Dahinschmelzen sind. Aber davon hätte es für meine Begriffe noch etwas mehr gebraucht und auch das Leben der Familie wäre für mich durch mehr Beschreibung und Umschreibung noch schöner und ausdrucksstarker geworden. Aber gut, jeder hat so seine Wichtigkeiten und andere Leser haben das ja auch anders empfunden. 

Das Buch ist ganz nett zu lesen, aber tief berührt ließ es mich nicht zurück. Manche Gedanken im Buch sind wunderschön, aber insgesamt war das Buch für meine Begriffe deutlich zu kühl und zu kurz.

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Zusätzliche Informationen

Wioletta Greg wurde am 09. Februar 1974 in Koziegłowy (Polen) geboren.

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