Wlada Kolosowa Fliegende Hunde

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Inhaltsangabe zu „Fliegende Hunde“ von Wlada Kolosowa

»Russische Mädchen schlagen sich durch, verlieben sich und ekeln sich dabei. Ein freches, leidenschaftliches, kluges Buch.« Wladimir Kaminer

Oksana und Lena wachsen in einem tristen Vorort von St. Petersburg auf. Sie teilen alles: Träume, Sorgen, erste Berührungen – Nächte, die es nicht geben darf. Um ihnen zu entkommen, zieht Lena zum Modeln nach China, wo ihr Körper Fotografen, Agenten und schmierigen Kunden gehört. Oksana taucht immer tiefer in eine Online-Community ab, in der Magersüchtige die Belagerung von Leningrad nachahmen und Rezepte für Ledergürtelsuppe und Erdkaffee austauschen. Als Lena in den Ferien nach Hause kommt, müssen beide Entscheidungen treffen. Ein Roman über die Freundschaft und zarte Liebe zweier junger Frauen, die auf ihren unterschiedlichen Wegen ihr Glück und sich selbst suchen – und dabei zu Konkurrentinnen werden.

Bittersüßes Debüt mit schönem Mix aus Geschichte&Gegenwart, Ernstem&Lustigem in tollem Erzählstil! Hat mich aber nicht komplett erreicht...

— Lyke

Buch vermittelt eine harte, aber vorstellbare Realität

— FrauVonUndZu

Den Teil der Leningrader Blockade fand ich mega interessant. Die Geschichte drumherum z.T. respektlos gegenüber den Opfern dieser Blockade!

— 19angelika63

Träume und ihre Schattenseiten

— raveneye

Coming-of-age Romandebüt mit wohl sehr russischen Teenie-Sorgen, originell und überzeugend

— krimielse

Zwei Mädchen, zwei Leben, heute und belagert, in St.Pete und Shanghai

— Suntje

Bewegender Debütroman

— sternenstaubhh

Ein sehr interessantes, bewegendes und vielschichtiges Buch. Trotz krasser Themen (zB Magersucht) gut zu lesen. Sehr empfehlenswert.

— -Leselust-

Ich habe nichts auszusetzen! Ein tolles Debüt; mal herzlich, mal ernst, mal lustig mal nachdenklich. Mehr davon!

— katzenminze

Lesenswert

— KRLeserin

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  • Schöne Träume und harte Realität

    Fliegende Hunde

    FrauVonUndZu

    12. May 2018 um 11:20

    Krylatowo ist ein grauer Vorort von St. Petersburg. Wenig Geld, kaum Geschäfte und meist drei Generationen in einer Wohnung bieten nur wenig Unterhaltsames für Kinder. In dieser Stadt wachsen Lena und Oksana auf. Die Nachbarinnen teilen seit Kindertagen alles miteinander. Ihre Freizeit, eine Geheimsprache und erste Erfahrungen mit der Liebe. Nur eines nicht, ihre Träume. Beide wollen entkommen. Lena aus Krylatowo und Oksana aus ihrem Körper. Dies bestimmt Ihren Weg und letztendlich auch ihre Trennung. Lena bekommt die Chance ein Model in Shanghei zu sein. Ihr Mädchentraum von Ruhm und Erfolg soll in Erfüllung gehen. Doch die junge Schülerin muss schnell feststellen, dass die Vorstellung nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Eine winzige und heruntergekommene Wohnung mit Acht Frauen als Modelappartement. Castings bei denen Sie zitternd in der Kälte steht und wie Vieh begutachtet wird. Eine Karriere aufbauen oder doch nur Prostitution. Lena verliert den Überblick über ihre eigenen Moral. Die Lügen ihrer Kolleginnen, die die Realität wieder ins Rechte Licht rücken sollen, saugt Sie auf wie ein Schwamm. An Oksana denkt sie nicht oder versucht es zumindest. Oksana hingegen verliert sich in der Welt der Leningrader Blockade. Was für die Zeitzeugen ein Albtraum war, dient nun als Diätvorlage. Ein Forum das Gewichtsverlust verspricht und junge Mädchen in die Magersucht treibt mit Pappmaché-Buletten. Das ist moralisch nicht ganz einwandfrei, wird aber von Oksana hinten angestellt. Nach dem Verlust von Lena, findet Sie in dem Forum erst eine Ablenkung und dann Annerkennung. Als die beiden Mädchen sich schließlich wiedersehen stehen drei Monate und eine unausgesprochene Wahrheit zwischen Ihnen. Als ich das Cover von “Fliegende Hunde” von Wlada Kolosowa zum ersten mal sah, dachte ich an einen lockeren und lustigen Roman. Dieser Eindruck bekam schon bei der Inhaltsangabe einen Dämpfer. Trotzdem wurde ich den Eindruck nicht los, dass es sich um eine Geschichte mit viel schwarzem Humor handelt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, war von Humor keine Spur mehr da. Dieses Buch erzählt auf sehr direkte Art, wie leicht sich zwei Schülerinnen in die falsche Richtung verrennen können. Wie schnell aus einem naiven Traum harte Realität wird. Die ernste Stimmung und Thematik wird durch Schneckenschleim als Schönheitscreme, Ledersuppe und fliegende Hunde etwas aufgelockert. Trotzdem hinterlässt das Buch ein beklemmendes Gefühl. Das bezieht sich nicht nur auf die Erlebnisse der beiden Mädchen. Es ist die Macht der unausgesprochenen Worte die bis zuletzt die Freundschaft bestimmt.

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  • Vielschichtiges Buch mit ernsten Themen

    Fliegende Hunde

    -Leselust-

    08. May 2018 um 12:49

    Kurzmeinung:Ein sehr interessantes, bewegendes und vielschichtiges Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Es behandelt so viele verschiedene Themen. Es geht um Freundschaft, Liebe, Erwachsenwerden, seinen Platz in der Welt finden. Um schwierige Themen wie Magersucht und das historische Ereignis der Belagerung von Leningrad durch die Nazis. Das alles ist verpackt in einer Geschichte über zwei Mädchen, Freundinnen, die in einer kleinen Stadt in Russland gemeinsam aufgewachsen sind, die sich sehr nahe stehen und die mehr als nur Freundschaft verbindet.Das Buch lässt sich trotz der schwierigen Themen sehr gut lesen, denn der Schreibstil ist wirklich toll. Die Geschichte bietet definitiv sehr viel Stoff zum Nachdenken und hat mich nach dem Lesen noch lange beschäftigt.Meine Meinung:Trigger Warning: Magersucht, EssstörungDieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es behandelt sehr schwierige Themen, wie die Belagerung von Leningrad, den Hungertod, den dort so viele Menschen starben. Es geht um Magersucht, um das harte Modelbuisness, um Prostitution. Aber auch um Liebe, Freundschaft und Familie.Im Fokus der Geschichte stehen Lena und Oksana. Lena, die Russland hinter sich lässt und ein aufregendes Modelleben in Shanghai beginnt, das dann aber doch ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hat.Und Oksana, die im tristen, russischen Vorort zurückbleibt und immer weiter in die Magersucht abrutscht.Die Beziehung zwischen den beiden Mädchen war mir lange nicht ganz klar. War es nur Freundschaft, oder war da doch mehr? Und warum wollte Lena den Kontakt mit Oksana vermeiden? Das hat mich beim Lesen viel beschäftigt, aber auch für Spannung gesorgt. Im Verlauf des Buches wird es dann aber immer klarer und ist auch gut aufgelöst. Das Buch behandelt wie gesagt viele schwierige Themen, unter anderem Magersucht.Teilweise ist es schon sehr zynisch, aus einem traurigen historischen Ereignis, der Belagerung von Leningrad, eine Anleitung für eine Hungerkur zu machen. Umso erschreckender ist, dass dieses Internetportal etwas zu sein scheint, was es tatsächlich so oder so ähnlich geben könnte."Auf der Startseite empfing sie das stilisierte Bild eines ausgemergelten Blockadeopfers mit spitzen Rippen und dünnen Armen. (...) Darunter der Slogan: Phänomenale Ergebnisse. Die Geschichte ist unter Beweis." (aus "Fliegende Hunde", S. 12) Auch wenn die Diät zu absurd scheint, um wirklich glaubhaft zu sein, sind die dahinterstehenden Motive, der Sog, der Druck der Community, die Dynamik im Forum sehr gut dargestellt. Wie zum Beispiel ein Mädchen, das sich zu Tode gehungert hat, als Heldin gefeiert wird und die anderen Mädchen noch mehr anspornt, statt das die "Diät" in Frage gestellt wird."Sie alle spürten, dass sie kaum Einfluss auf die Welt hatten und keine Kontrolle über ihr Leben, nur über ihren Körper. (...) Die Diät wirkte wie ein Betäubungsmittel: Wenn man sich auf das fokussierte, was man aß oder nicht aß, blendete man vieles andere aus. Und wie jedes Betäubungsmittel machte es süchtig." (aus "Fliegende Hunde", S. 159) Dadurch kann man es sich sehr gut vorstellen, wie Oksana immer tiefer in diesen Abnehme-Wahn hereinrutscht. Die damit verbundenen Motive und Gefühle sind wie gesagt so gut beschrieben, dass ich es Menschen, die mit Essstörungen zu kämpfen habe, nicht empfehlen würde, da es da einige Trigger geben könnte.Ein weiteres wichtiges Thema in dem Buch, was mich aber noch mehr belastet hat, ist die Belagerung von Leningrad.Ich wusste vorher nicht sehr viel darüber. Ich habe im Geschichtsunterricht mal davon gehört, aber genaue Fakten dazu kannte ich nicht. Zum Beispiel das im Zeitraum der Belagerung über 1 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben. Das Buch schildert einige Begebenheiten aus der Zeit und das ist wirklich nicht leicht zu lesen. Von ganzen Familien, die verhungert oder erfroren sind. Von Menschen, die in ihrer Not ihre Katzen und Hunde gegessen haben oder eine Suppe aus Lederschuhen gekocht haben. Es gibt da noch viele weitere Beispiele, die ich ich jetzt nicht vorwegnehmen möchte. Aber ich hoffe, ich konnte einen kleinen Eindruck vermitteln, in welche Richtung diese Passagen gehen. Für mich war das wirklich nicht leicht zu lesen, aber ich finde es auch wichtig, mich an die Ereignisse im zweiten Weltkrieg zu erinnern, neues darüber zu lernen und es mir eine Warnung sein zu lassen, es nie wieder so weit kommen zu lassen, sondern aus der Geschichte zu lernen. Aber das sollte wirklich jede_r Leser_in selbst entscheiden, ob er/ sie so etwas lesen möchte.Ansonsten geht es um viele Themen, die gerade Heranwachsende wie die zwei Protagonistinnen im Leben beschäftigen. Es geht ums Erwachsenwerden, den eigenen Weg zu finden. Um Einsamkeit, das Sehnen nach Liebe, Freundschaft und Anerkennung.Trotz der teils schwierigen Themen liest sich das Buch sehr gut. Der Schreibstil schafft genau an den richtigen stellen Nähe und baut an den anderen die nötige Distanz auf.Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder Sätze voller Leichtigkeit und Schönheit. Und Sätze, die mich haben schmunzeln lassen, wenn es auch manchmal recht schwarzer Humor war."Lena mochte die chinesische Küche. Sie ähnelte der russischen weder in der Würze noch im Geschmack, dafür aber in der Bereitschaft, ein Tier restlos zu verspeisen." (aus "Fliegende Hunde", S. 58)Quasi nebenbei bekommt man auch noch sehr interessante Einblicke in das Land und die Kultur, die Geschichte von Russland, speziell natürlich Leningrad. Aber auch über die Lage heute, welche Einflüsse die Geschichte und der Kommunismus auch heute noch haben. Das war für mich ein weiterer der vielen Punkte, die dieses Buch zu einem Highlight gemacht haben.Fazit:In diesem eher schmalen Buch steckt so viel drin. So viele schwierige und wichtige Themen. So viele Gefühle. Man muss sich darauf einlassen können, aber dann kann einen dieses Buch wirklich packen, berühren, zum Weinen und zum Lachen bringen. Diese emotionalen Themen sind verwoben mit der Geschichte über zwei Mädchen, die erwachsen werden, ihren Weg finden müssen und sich klarwerden müssen, wer sie sind und was sie wollen.Die Kombination aus wichtigen Themen, interessanten Charakteren und einem sehr schönen Schreibstil macht Fliegende Hunde von Wlada Kolosowa zu etwas ganz Besonderem.

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  • Entwicklungen

    Fliegende Hunde

    raveneye

    10. April 2018 um 13:52

    Während Lena in Shanghai ihr Glück als Model versucht ist ihre beste Freundin in Krylatowa zurückgeblieben. Beide müssen jetzt ihren eigen Weg finden – ohne den jeweils Anderen. Das Cover ist eigentlich nicht meins, aber trotzdem fällt es einem ins Auge. Fliegende Hunde sind nun mal nichts alltägliches. Die Geschichte wird abwechselt von Oksana und Lena erzählt – beste Freundinnen seit Kindertagen. Nun müssen Beide zum ersten mal alleine Erfahrungen sammeln und mit dem, was das Leben ihnen zu bieten hat, zurechtkommen. Oksana versucht sich an einer Diät, die dem Nahrungsangebot während der Belagerung Leningrads nachempfunden ist. Hier gibt es so leckere Sachen, wie Tapetenkleisterpudding, Pappmaché-Buletten oder Senfkornbratlinge, über die im Internet ein reger Austausch stattfindet. Lena hingegen bezieht in Shanghai ein Apartment, in dem schon sieben andere Models wohnen und versucht sich bei den unzähligen Castings durchzusetzen und einen Job zu ergattern. Beide sind gut gezeichnet und zusammen mit ihrer jeweiligen Umgebung in Szene gesetzt. Man möchte mehr über sie erfahren, ihre Entwicklung, ihre Entscheidungen, ihre Gefühle. Auch der Schreibstil hat mich schnell in seinen Bann gezogen und mich durch mich durch die Seiten fliegen lassen. Und plötzlich ergab auch der Titel Sinn, der zuerst etwas seltsam anmutete und nun einen Hintergrund hatte und sehr gut zum Buch passte. Die Autorin hat hier ein Buch vorgelegt in dem es darum geht sich selbst zu finden, um seine Träume, um Freundschaft und Familie, aber auch um Gruppenzwang. Und auch darüber wie man sich selbst sieht, und wie andere einen wahrnehmen. Ob man sich so akzeptieren kann wie man ist, oder ob man etwas ändern will. Was ist man bereit zu tun um seine Träume wahr machen zu können und was bleibt von einem selbst dabei vielleicht auf der Strecke. „Fliegende Hunde“ hat mit gut gefallen, auch weil es sich von der Masse abhebt.

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  • Zwischen tristen russischen Vororten und dem Model-Alltag in Shanghai

    Fliegende Hunde

    skiaddict7

    08. April 2018 um 12:32

    Lena und Oksana sind sechszehn, beste Freundinnen und teilen alles im Leben, die Hausaufgaben, das Bett und unerlaubte nächtliche Berührungen. Bis Lena als Model entdeckt wird und nach Shanghai reist, um dort in einer Model-WG zu leben, hoffentlich Aufträge zu erhalten und mit Ruhm und Geld nach Hause zurückzukehren. Oksana bleibt zurück in dem tristen Vorort in der Nähe von St. Petersburg, im kalten russischen Winter – alles, was Lena möglichst zurücklassen möchte. Sie versucht währenddessen, ihre überschüssigen Kilos mittels der „Leningrad Diät“ loszuwerden. Auch in dem Vorort von Shanghai, wo Lena gelandet ist, gibt es Plattenbauten. Das Leben als Model ist hart und voller Ausbeutung. Häufig wird mit dem Flug nach Hause gedroht, wenn man als Model nicht genügend Geld einbringt. Die Mädchen sind somit gezwungen, nicht nur mittels Fotoshootings Geld einzubringen. Die Grenzen zwischen Modelleben und Prostitution scheinen hier fließend. Kolosowa gelingt es, abwechselnd aus der Sicht von Oksana und Lena zu erzählen, und die Geschichten dabei mühelos ineinander zu verweben. Die Erzählungen sind authentisch, aus Teenager Sicht geschrieben und machen stets Lust weiterzulesen. Durch Oksanas geschichtliches Interesse erfährt man einiges über die Geschichte der Leningrader Blockade, was sehr interessant ist.  Die unausgesprochenen Gefühle zwischen Lena und Oksana illustrieren wie Homosexualität in Russland weiterhin totgeschwiegen wird. Kolosowa schafft es trotz den ernsten Themen auch Humor in die Geschichte zu bringen. Ein außerordentliches Roman-Debüt und ein gut gelungener russischer Coming of Age Roman – klare Leseempfehlung!

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  • Bittersüße Liebe

    Fliegende Hunde

    krimielse

    31. March 2018 um 18:07

    Zwei 16jährige Mädchen in einem tristen Leningrader Satellitenvorort, miteinander verknotet, verwoben und verschlungen von Geburt an, sind sich selbst genug und zugleich unzufrieden mit ihren Körpern. Die eine, Lena, mit Spitznamen wie Bandwurm oder Rechen tituliert, zu lang und schlaksig, mit Glubschaugen, und ihre Freundin Oksana, deren dicker Hintern Anlass zu großem Spott auf dem Schulhof ist, teilten schon immer alles und entdecken ihre Körper nachts auf ganz andere, heimliche und zarte Art, bis Lena für eine Model-Karierre in Shanghai gecastet wird und Oksana daraufhin im Diätwahn einer Online-Community versinkt. Die Mädchen treiben auseinander, und das, was Anlass zur Unzufriedenheit bot, ist plötzlich sehr gefragt. Lena stellt ihren dürren Körper Agenten und schleimigen Fotografen zur Verfügung und muss Entscheidungen treffen, wie weit sie bereit ist, für den Erfolg zu gehen. Oksana und ihre weibliche Formen, die sie mit Rezepten aus der Zeit der Leningrader Blockade abzuflachen versucht, finden zurückhaltende Bewunderung. Beide vermissen einander schmerzlich, und auf der Suche nach Trost setzt sich Lena mit der Belagerung und der Hungersnot von Leningrad ab 1941 auseinander, zunächst auf der Suche nach irrwitzigen Diätrezepten aus Ledergürteln oder Büchern für das online-Forum, das möglichst authentische Belagerungsernährung praktiziert, und süchtig nach Likes und Kommentaren, wendet sie sich bald den erschütternden Fakten und Geschichten aus dieser Zeit zu. Als Lena nach drei Monaten nach Hause kommt, stellt sich unter anderem die drängende Frage, ob die Liebe und Sehnsucht der Mädchen füreinander heimlich bleibt oder nicht. Authentisch, mit Vorsicht und Verstand, gleichzeitig mit viel Witz und einer ordentlichen Portion Zynismus zeichnet die junge Autorin Wlada Kolosowa ihre Figuren, lässt sie durchs Erwachsenwerden stolpern und bleibt dabei ganz nahe am Leben. Ernste Themen wie (Homo)Sexualität, Magersucht, Pornografie, Schönheitswahn und nicht zuletzt der vorgezeichnete triste und hoffnungslose russische Alltag einer Plattenbau-Stadt werden angesprochen, und das in einer leichtfüßigen, aber dennoch nicht oberflächlichen Sprache, jung und zugleich abgeklärt und voller Leben. Der Roman hatte mich nach kurzer Zeit gepackt, hat mich positiv überrascht, obwohl ich anfangs kaum Erwartungen an das Buch hatte. Es ist ein sehr lesenswertes und etwas bitteres Buch über zwei Mädchen, die lieber ängstlich vor ihrer Liebe flüchten und sich falschen Idealen unterwerfen als zueinander zu stehen, ein Buch von zarter und verkannter jugendlicher Liebe, dem die für meinen Geschmack etwas übertriebene historische Faktenreiterei zur Hungersnot in Leningrad nicht wirklich geschadet hat. Das Buch „Fliegende Hunde“ ist in meinen Augen ein anspruchsvoller Debütroman, für den ich gerne vier Sterne vergebe.

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    • 3
  • Unentschlossen

    Fliegende Hunde

    pizza

    30. March 2018 um 11:49

    „Fliegende Hunde“ ist eins dieser Bücher, das mich unentschlossen zurücklässt. Die Prämisse, der Schreibstil und der Einstieg in die Geschichte selbst haben mir eigentlich gut gefallen - sehr gut sogar. Zunächst bin ich regelrecht durch das Buch geflogen, die abwechselnden Perspektiven haben der Geschichte, die zusätzlich noch gespickt war mit Informationen über die Leningrader Blockade und Einblicken in eine entsetzliche Modelbranche, die passende Dynamik verliehen. Auch fand ich zuerst die Geschichte um die beiden Mädchen, Oksana und Lena, jeweils in Krylatowa und Shanghai, interessant. Aber leider konnte ich nie ganz mit den beiden Protagonistinnen sympathisieren, auch wenn ihre Gedanken, Probleme und Emotionen nahbar geschrieben wurden. Je weiter ich im Buch voranschritt, desto weniger wusste ich jedoch, was mir mitgeteilt werden soll. Und auch am Ende war mir nicht klar, was zwischen Oksana und Lena passiert ist, zu viel blieb für meinen Geschmack und meine Erwartungen am Ende offen. Die Konsequenz war jedoch trotz allem nicht, dass ich das Buch nicht mochte. Vielmehr bin ich neugierig, ob sich meine Meinung und meine Gefühle bei einem zweiten Lesedurchgang ändern werden.

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  • Hunger nach Liebe, Freundschaft, Anerkennung und Brot

    Fliegende Hunde

    Suntje

    29. March 2018 um 15:13

    Zwei Mädchen, aus einem Ort in der Nähe von St.Petersburg in Russland, auf dem Weg zum Erwachsenendasein. Die Geschichte aus Sicht von Oksana und Lena, begleitet von fliegenden Hunden, fantasiereich, Dalmatiner mit Schmetterlingsflügel oder Dobermann mit Rabenflügel, fröhlich und bedrohlich. Lena geht nach Shanghai, um Modelstar zu werden. Oksana schreibt ihre Ausarbeitung zu der Leningradbelagerung durch Hitler, inspiriert durch die Zeitreisen ihrer Baba und der Leningrad Diät. Angestachelt durch die mediale Community, erlebt Oksana die kriegerische Belagerung leibhaftig durch Tapetenkleistersuppe und Senfkörnerbratlinge. "Dünner" stirbt mit 39 Kilo, verhungert. Auch der Modeljob ist kalt, schmutzig und sexlastig, doch Lena will erfolgreich sein. Das Leben als dünnes, blasses Model ist kein Zuckerschlecken. Die Verbindung von Lena und Oksana ist eng, doch die Welt hat Auswirkungen. Ein tolles Buch! Ungeschminkte Schönheit, prägende Vergangenheit St.Petes, Liebe zwischen Mädchen und neue Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, ganz zart und tiefgründig dargeboten.

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  • Bewegender Debütroman

    Fliegende Hunde

    sternenstaubhh

    27. March 2018 um 22:08

    Der Roman "Fliegende Hunde" von Wlada Kolosowa handelt von Oksana und Lena bei St. Petersburg. In dem Buch geht es um die Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Dabei wird ihre Beziehung zueinander im Lauf ihrer Leben auf eine Probe gestellt. Das Buch selbst fand ich sehr bewegend. Die Hauptprotagonisten wurden von der Autorin sher gelungen umgesetzt und besitzen jeweils eine vielschichtige Tiefe, die den Leser mitnimmt und so für eine gute Unterhaltung sorgt. Das Cover an sich fand ich etwas zu plakativ und passt meiner Meinung nach nicht ganz zum Genre und zu dem Inhalt des Romans. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Wlada Kolosowa hat mir sehr gut gefallen und sorgte für angenehme Lesestunden.

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  • Tolles Debüt!

    Fliegende Hunde

    katzenminze

    27. March 2018 um 16:21

    Tolles Debüt!Oksana und Lena kennen sich schon ewig. Sie wohnen Tür an Tür und selbst ihre Mütter kannten sich schon, bevor sie schwanger wurden. Die beiden besten Freundinnen sind sich selbst genug. Doch als Lena die Chance hat, als Model ein paar Monate in Shanghai zu verbringen, scheint Oksana schnell vergessen. Lena will raus: Raus aus dem Vorort, raus aus der Armut, einfach weg, am besten ohne einen Blick zurück. Und Oksana? Die hat Heimweh nach ihrer Freundin, schwankt zwischen Vermissen und Wut und flüchtet sich in ein Onlineforum, das eine seltsame wie gefährliche Diät zelebriert.Ich war gleich drin in dieser Geschichte, die abwechselnd aus Oksanas und Lenas Perspektive erzählt wird. Wlada Kolosowa hat mich mit ihrer bildhaften Sprache, dem echt wirkenden Russland und den authentischen Charakteren direkt mitgenommen. Auch wenn Kolosowa in ihrem Roman viele Themen anspricht, verzettelt sie sich nicht. Magersucht, Freundschaft, Liebe, der Mut zu den eigenen Gefühlen und dem eigenen Körper zu stehen, Armut und Krieg. Auch wenn das eine gewagte Mischung zu sein scheint: Hier fügt sich alles zu einer absolut runden Geschichte zusammen.Kolosowa schafft es, auch bei ernsten Themen den Witz nicht zu verlieren. Ob in der grauen Vorstadt, wo nur die Perspektive bleibt, so zu werden wie seine Eltern oder im fernen Shanghai, wo die Grenzen zwischen Modellleben und Prostitution viel zu fließend scheinen. Mit einem kleinen Satz, einer herzlichen Geste oder leiser Ironie scheint alles gleich viel weniger dramatisch. Aber auch in die andere Richtung wurde ich überrascht: Ein einfacher Supermarktbesuch bei den nicht viele Worte fallen und dann kommt plötzlich so ein Satz, der mir fast die Tränen in die Augen treibt.„Schau mal, all die Hunde hier. Es gibt große und kleine, dürre und flauschige. Und jeder von ihnen hat jemanden, der ihn für den besten hält.“ Dann lief er schweigend zum Ausgang, unsichtbare Steinchen unter seinen Füßen wegkickend. - S. 85Fliegende Hunde ist einfach ein rührendes Buch, das Lesern jeglichen Alters gut gefallen dürfte. Ich mochte es sehr und kann auch nach längerem Nachdenken nichts finden, was mich gestört hätte. Mal herzlich, mal ernst. Mal lustig und mal nachdenklich. Ein tolles Debüt, das unbedingt gelesen werden sollte!

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    • 5
  • Erschreckende Thematik

    Fliegende Hunde

    Liliane_256

    25. March 2018 um 22:31

    Inhalt: Lena und Oksana wachsen in einem Vorort von St. Petersburg auf, sind schon seit Kindertagen beste Freundinnen und unzertrennlich. Doch dann bekommt Lena ein Angebot als Model in China zu arbeiten und zieht in eine Model-WG. Oksana, die die plötzliche Trennung von ihrer besten Freundin nur schwer verkraften kann, nimmt über eine Internetseite an einer Diät teil, die schon viele junge Mädchen in die Magersucht getrieben hat. Während beide versuchen sich ein neues Leben aufzubauen, müssen sie feststellen, dass sie doch mehr füreinander empfinden, als zunächst gedacht... Meine Meinung: Die Thematik des Romans hat mich sehr angesprochen, denn einerseits bekommt man einen Einblick in das Leben in einem russischen Vorort, welches teilweise erschreckend trist und rückständig ist, und andererseits wird auch die Chancenlosigkeit eines unterbezahlten Models sehr realistisch dargestellt. Da Oksana sich viel mit der russischen Geschichte beschäftigt, lernt man auch über diese einiges. Auch die Protagonisten sind meiner Meinung nach sehr gut getroffen und liebevoll gestaltet. Die Selbstfindungsphase beider Mädchen wird sehr realistisch beschrieben und die beiden machen im Laufe der Geschichte eine spannende Entwicklung durch. Der angenehme Schreibstil ist sehr poetisch und weist viele Metaphern vor. Die Beziehung zwischen den beiden jungen Frauen bringt ein wenig Spannung in den Roman und unterscheidet diesen von anderen Büchern. Der Grund für den Sternabzug ist das Ende, denn dieses war aus meiner Sicht völlig daneben, viel zu abrupt und einfach nur unpassend, sodass die zuvor so gelungene Geschichte in meinen Augen ein Stück weit zerstört wurde. Fazit: Der Roman "Fliegende Hunde" schafft es also sehr ernste und erschreckende Themen rund um das Erwachsenwerden in anderen Kulturen auf eine bewegende und gefühlvolle Art und Weise unter einen Hut zu bringen, doch leider hat mich das Ende wirklich enttäuscht.

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  • Ungewöhnlich

    Fliegende Hunde

    LarryCoconarry

    25. March 2018 um 11:09

     'Fliegende Hunde' ist ein Roman der russischen Autorin Wlada Kolosowa. Er erzählt die Geschichte der besten Freundinnen und gleichzeitig Geliebten, Lena und Oksana. Das Buch erzählt jeweils ein Kapitel Lenas und ein Kapitel Oksanas Geschichte. Lena verwirklicht sich ihren Traum und bricht aus dem ärmlichen und chancenlosen Leben ins Russland aus, um Model in China zu werden. Erfahrungen mit dem Modellbusiness sowie die Sehnsucht nach ihrer Heimat bringen sie dabei an ihre Grenzen. Oksana ist währenddessen weiterhin bei ihren Eltern und versucht mittels einer dubiosen und im wahrsten Sinne geschmacklosen Diät abzunehmen. Glücklicherweise meint es das Leben in Russland gut mit ihr und sie findet einen Menschen, der für sie ein fester Anker wird. Während Lena sind kaum bei Oksana meldet, vermisste Oksana Lena sehr. Als die beiden sich nach mehreren Monaten wiedersehen, nimmt das Buch ein unerwartetes Ende. Gibt es eine Chance für das lesbische Paar? Insgesamt ein netter Roman über das Erwachsenwerden in einem anderen Land, in dem anscheinend noch andere Regeln gelten als bei uns. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, dass das Buch in der Vergangenheit spiel. Die vielen ausländischen Namen machen das Buch etwas schwieriger zu lesen. Trotzdem mit gut 200 Seiten ein recht kurzweiliges Buch.        

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  • Lesenswert

    Fliegende Hunde

    KRLeserin

    24. March 2018 um 09:13

    Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über Netgalley erhalten und danke dem Verlag dafür. Anders als das, meiner Meinung nach völlig unpassende Titelbild vermuten lässt, handelt es sich bei "fliegende Hunde" um einen flüssig zu lesenden Young Adult/ Coming of Age Roman, in dem die Autorin viele ernste Themen streift. Sie gibt umfassende EInblicke in die gegenwärtige russische Gesellschaft und die Modelwelt im Fernen Osten.  Die Figuren sind mit Tiefe angelegt, dennoch gelingt es ihr nur bei einigen Themen, die inneren Antriebe, Ängste und Verletzungen spürbar zu machen. Intellektuell nachvollziehbar: ja, aber emotional spürbar: nein. Dies mag auch darin begründet liegen, da den Mädchen der Zugang zu vielem, was über sie hinausgeht, fern liegt. Am besten zeichnet sich dies in der Hunger-Diät, dem Tod und der Beziehung zu Mammut ein. Das alles ist von einer gewissen Sich-Selbst-Fremdsein und Gleichgültigkeit getragen. Es wird immer wieder erzählt, dass Oksana Angst vor dem Forum hat, aber letztendes bleiben die ANgst und Gewissensbisse behauptet, ebenso, wie ihre Gefühle für Mammut. Dessen kleine Liebesbekundungen, wie die Cherimoya, sind ergreifend. Alles in allem aber dennoch ein gut zu lesender Roman, den ich gern weiterempfehle.

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  • Ein originelles Buch, das anrührt und Spaß macht

    Fliegende Hunde

    sursulapitschi

    23. March 2018 um 14:46

    Dieses Buch ist eine Überraschung. Ich hatte keine großen Erwartungen, fing aber an zu lesen und war gefesselt.Oksana und Lena sind 16 und leben in Krylatowo am Rande von Petersburg, wo man lebt, wenn man ein Auskommen aber nicht viel Geld hat. Sie sind Freundinnen seit Kindertagen, die sich verstehen, wie sonst niemand. Aber an der Grenze zum Erwachsenwerden bekommt ihre Beziehung eine andere Dimension. Kann das Liebe sein? Liebe unter Frauen gibt es nicht in Krylatowo. Natürlich leben schon ab und an mal Cousinen zusammen, da ist nichts dabei.  Statt sich der Situation zu stellen, ergreift Lena die Flucht, als sie die Gelegenheit bekommt, in Shanghai als Model zu arbeiten. Und Oksana lebt lieber im Internet, wo eine geheime Community eine absonderliche Diät zelebriert. Die Leningrader im Blockadewinter 1941/42 haben sehr schnell abgenommen. Was haben sie wohl gegessen? Was anfängt wie die Geschichte zweier Teenager, die sich durchboxen, mausert sich zu einer bittersüßen Liebesgeschichte. Was macht man, wenn man feststellt, dass man anders ist? Es braucht Mut, ein Leben zu führen, das den Konventionen nicht entspricht. Lena und Oksana wollen es noch nicht einmal sich selbst eingestehen, in einem Dilemma zu stecken. Was man nicht ausspricht, ist keine Tatsache. „Fliegende Hunde“ ist eine spannende Mischung aus anrührend erzählten Teenie-Sorgen, Witz und sehr plastischem Russland. Der Schreibstil ist wunderbar, frech, voller origineller Bilder. Man kann sich sehr gut einfühlen, leidet mit, amüsiert sich aber auch hier und da, selbst wenn die Situation gerade gar nicht komisch ist. Zum Ende hin häufen sich die bildreichen Vergleiche ein wenig, ein Lesespaß ist es trotzdem. Ein originelles Buch, das anrührt und Spaß macht. Absolute Leseempfehlung.

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    • 3
  • Spannender Start, ernüchterndes Ende.

    Fliegende Hunde

    Claudran

    20. March 2018 um 18:54

      Oksana und Lena kennen sich seit Kindheitstagen. Sie sind beide in einem Vorort von St. Petersburg in einer eher ärmeren Gegend aufgewachsen. Getrennt nur durch eine Wand. Die beiden verbindet wirklich alles und bemerken, dass sich aus der Freundschaft viel mehr entwickelt, als es ihrer Meinung nach passieren dürfte. Bis Lena dem ganzen entkommt und ein Jobangebot in der Modelbranche in Shanghai bekommt. Während dieser Zeit versucht Oksana glücklicher zu werden durch eine übertriebene Diät.Die Autorin Wlada Kolosowa hat einen ganz eigenen, sehr spannenden Schreibstil. Ich mag es sehr wie das Buch geschriebene ist, aus beiden Perspektiven der Mädchen. Zwischen 7000km wird hin und her gesprungen und es bleibt lang spannend. Oksana versucht mit einem Internetforum ihre paar Kilo zuviel zu verlieren. Sie versucht zu hungern und probiert Rezepte wie zu der Hungerbelagerung von Leningrad. In dieser Zeit wird Lena gezeigt, wie schlecht das Modelleben ist, wenn man nicht groß rauskommt. Sie wird ausgenutzt und ausgebeutet, trotzdem mag sie es. Als Lena zu Besuch nach Hause kommt treffen sich die Mädchen wieder. Die anfängliche Schüchternheit ist schnell vorbei und sie werden wieder intim. Allerdings wird alles zerstört durch die Angst diese Intimität öffentlich zu machen.Ich habe am Anfang des Buches sehr mitgefiebert, wollte immer noch ein Kapitel lesen. Leider wurde diese Spannung nicht erhalten. Nach 2/3 des Buches wurde die Geschichte uninteressant und es war nur ein fertig lesen. Auch das Ende war nicht befriedigend und wurde sehr offen gelassen. Dafür, dass das Buch nur wenig Seiten hat, ist es sehr schnell gelesen. Aber ich hätte mir eher gewünscht, dass es ausführlicher geschrieben wird und die Geschichte mehr Sinn ergibt am Ende.Trotz allem ist es eine sehr schöne Geschichte von zwei Mädchen die sich lieben, aber diese Liebe nicht zeigen können. Das Thema modeln und Magersucht finde ich ein sehr spannendes, sensibles Thema.         

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  • Falsche Ideale am Weg zum Erwachsenwerden

    Fliegende Hunde

    ulrikerabe

    20. March 2018 um 17:06

    Oksana und Lena sind Freundinnen seit sie denken können. Gemeinsam wachsen die Mädchen in einem heruntergekommen (fiktiven) Vorort von  Petersburg auf. Es vergeht kaum ein Tag an dem sich die beiden 16-jährigen nicht sehen, sie  sind einander vertraut bis zur Intimität Beide hadern mit ihrem Körper. Lena, bleich, flach und hager wird als Bandwurm oder Rechen ausgelacht, Oksana leidet unter ihrem „dicken Hintern“. Doch plötzlich wird Lena von einer Modelagentur gecastet, ihre vermeintlichen Mankos sind in China nachgefragt. Während Lena daher in Shanghai versucht eine Modelkarriere zu starten, lässt sich Oksana auf ein dubioses Internetforum ein, das die „Leningrad-Besatzungs-Diät“  propagiert. Die Welten der beiden Mädchen driften auseinander. Lena, tausende Kilometer weit weg von zuhause, muss damit fertigwerden, dass billige Pyjamas und Aknecreme nicht zum erhofften Erfolg führen. Sie muss entscheiden, wie weit sie bereit ist ihren Körper für ihr Fortkommen zu verkaufen. Oksana hingegen scheint mir die stärkere von den beiden zu sein. Zwar vermisst sie Lena mehr als umgekehrt, auch empfindet sie die körperliche Sehnsucht nach der Freundin als etwas Echtes und nicht nur als Experiment.  Aber zunächst initiiert durch die absurde Blockadediät beginnt sich Oksana nicht nur mit ihrem Körper auseinanderzusetzen , sondern auch mit der Vergangenheit Leningrads. Sie schließt eine besondere Freundschaft mit der dementen Großmutter Lenas, die ihr als Zeitzeugin zur Verfügung steht. Dadurch gestärkt kann sie auch den nahezu kriminellen Betreibern des Magersuchtforums vehement entgegentreten. Fliegende Hunde erzählt vom Erwachsenwerden , von Freundschaft und Liebe, die nicht gelebt werden kann oder will. Sehr ernste Themen werden berührt:  Körpergefühl, Magersucht, Sexualität, Homophobie und Selbstbestimmung. Bei aller Ernsthaftigkeit und Tragik findet die Autorin mit einer leichtfüßigen, manchmal fast heiteren Sprache einen Weg den tristen Alltag sowohl in der russischen Heimat als auch in der herabwürdigenden Modelwelt für den Leser aushaltbar zu machen. Wlada Kolosowa zeichnet ihre Protagonistinnen sehr authentisch und voller Zuneigung. Aber auch Nebenfiguren wie die demente Baba Polja oder Oksanas skurrilen Freund Mammut sind nicht nur Staffage, sondern liebenswerte Charaktere. Wlada Kolosowas Debütroman hat mich überrascht und erwischt, ein kluges Buch über falsche Ideale, lesenswert.          

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