Wladimir Kaminer

 3.5 Sterne bei 1,697 Bewertungen
Autor von Russendisko, Mein deutsches Dschungelbuch und weiteren Büchern.
Wladimir Kaminer

Lebenslauf von Wladimir Kaminer

Wenn ein hoher Grad an Bildung und Humor aufeinandertreffen: Der 1967 geborene Autor absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk, bevor er Dramaturgie studierte und aus der Sowjetunion auswanderte. Der Kolumnist veröffentlicht regelmäßig Artikel in verschiedenen Printmedien und gab sein Romandebüt im Jahre 2000. „Russendisko“ verschaffte ihm internationale Berühmtheit und wurde 2012 unter anderem mit Matthias Schweighöfer verfilmt. Er zählt zu den beliebtesten und gefragtesten Autoren Deutschlands und ist sich seiner Rolle durchaus bewusst. 2018 erschien der Roman „Ausgerechnet Deutschland - Geschichten unserer neuen Nachbarn“, in dem er sich mit der aktuellen Flüchtlingsthematik auseinandersetzt. Der Schriftsteller, der auch Musik-Veranstaltungen organisiert, lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern in Berlin.

Alle Bücher von Wladimir Kaminer

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Russendisko

Russendisko

 (506)
Erschienen am 01.07.2002
Schönhauser Allee

Schönhauser Allee

 (110)
Erschienen am 01.12.2001
Mein deutsches Dschungelbuch

Mein deutsches Dschungelbuch

 (110)
Erschienen am 12.09.2005
Ich bin kein Berliner

Ich bin kein Berliner

 (97)
Erschienen am 12.03.2007
Die Reise nach Trulala

Die Reise nach Trulala

 (97)
Erschienen am 01.06.2004
Mein Leben im Schrebergarten

Mein Leben im Schrebergarten

 (84)
Erschienen am 07.09.2009
Militärmusik

Militärmusik

 (80)
Erschienen am 01.06.2003
Ich mache mir Sorgen, Mama

Ich mache mir Sorgen, Mama

 (70)
Erschienen am 20.03.2006

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Neue Rezensionen zu Wladimir Kaminer

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M

Rezension zu "Die Kreuzfahrer" von Wladimir Kaminer

Mal genau getroffen, mal doch mit Längen
michael_lehmann-papevor 12 Tagen

Mal genau getroffen, mal doch mit Längen

Philippiner fürs Putzen und die Sicherheit, Ukrainer tanzen und singen, und das oberste „Unterhaltungsmanagement“ kommt aus Österreich.

Klar, nicht sonderlich differenziert, aber das muss Kaminer auch nicht sein, wenn er (eingeladen natürlich, den „Kreuzfahrer aus Leidenschaft“, wie Kaminer sich selbst bezeichnet) einmal selber teilnimmt an einem der zahlenmäßig immer größer und wichtiger werdenden „Urlaubsvergnügen“ einer modernen Kreuzfahrt.

„Ich fragte mich, wie all diese Menschen wohl zu ihren Berufen gekommen waren und wo sie gelernt hatten, so gut zusammenzuarbeiten“.

Vielleicht mag hier die Antwort ganz einfach sein. Was die routinierte Enge für die Mannschaften auf einem Kreuzfahrtschiff angeht und die, natürlich, immer gleichen Routinen zur Versorgung und Unterhaltung der Gäste. Wobei jene Blick hinter die Kulissen, die Kaminer in seinen Reiseerinnerungen auch wirft, zwar nicht unbedingt völlig Neues an Erkenntnissen beim Leser hervorrufen, durchaus aber leger in der Sprache und präzise in der Beobachtung auf den Punkt treffen.

Bis dahin, dass beim Zwischenstopp in Schweden die Touristenfolklore voll zuschlägt beim Anblick schwedischer Verkäuferinnen.

„Siehst du, Ulrich, die sind alle echt. Ist das nicht toll“?

Wobei neben solchen treffenden Beobachtungen (und man weiß nicht, ob es einfach eine ehrliche Seite des Buches oder eine schwache Seite ist), Längen auf solchen Fahrten (und im Buch) vorkommen. Denn auch wenn solche Fahrten nicht unbedingt Wochen dauern, es stellt sich doch Routine ein und der häufige Besuch der diversen Gastronomie an Bord und das Suchen nach solchen verliert im Lauf der Lektüre doch mehr und mehr an Reiz.

Was auch auf manche Ziele zutrifft.

„Die Städte waren klein, die Straßen eng….mal hatten sie Links-, mal Rechtsverkehr“.

Kurze Eindrücke von Santa Lucia, klar als „Paradies“ angekündigt, was eher nicht hält, was man sich davon versprochen hätte (ein Eindruck, der sich hier und da wiederholt, neben durchaus anregenden und sehenswerten Ausflugszielen).

Was wiederum zur obengenannten Gastronomie führt, denn hier und da verfallen die Reisenden auf solchen Schiffen fast kollektiv einer „Unlust an Paradiesen“ und wenden sich dafür der Lust am (vor allem, wenn „all-inclusive“ gilt) leiblichen und alkoholischem Genuss zu.

Was in Teilen des Werks humorvoll und anregend zu lesen ist, in anderen Teilen doch den Impuls zum raschen Weiterblättern in sich trägt.

Dennoch, insgesamt eine durchaus anregende Lektüre, mal die weniger hochglänzenden Seiten der „Traumschiffe“ und ihrer Kreuzfahrten in den Blick zu nehmen.

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Rezension zu "Die Kreuzfahrer" von Wladimir Kaminer

Es ist ein Buch, dass einen unweigerlich zum Schmunzeln bringt. Ich sage nur „Teriyaki- Grill“
KerstinMCvor 2 Monaten

Das Buch ist im ganzen liebevoll gestaltet mit rotem Leinenrücken und Lesebändchen. Das Cover zeigt ein Schiff von vorne. Aus dem Schornstein steigt eine weiße Wolke, in der Autor und Titel genannt werden. Farblich passend sind unterm Schiff blaue Wellen zu sehen. Schlägt man das Buch aus, findet man Wellenlinien auf der ersten und der letzten Seite. Mir gefällt das Buch.

Meinen Urlaub verbringe ich sehr gerne auf dem Meer. So bin ich auch auf das Buch von Wladimir Kaminer aufmerksam geworden. Auf einer Karibik- Kreuzfahrt 2017 stand für die Abendunterhaltung Wladimir Kaminer auf dem Programm. Da musste ich als Lesejunkie natürlich hin. Unter anderem präsentierte er die ersten Auszüge aus seinem Buch, an dem er gerade arbeitete. Tja, dieses Buch habe ich nun heute für dich. Unsere Karibik- Reise bildet übrigens das letzte Kapitel von „Die Kreuzfahrer“.

Wladimir Kaminer ist selbst der Erzähler der Geschichte. Zusammen mit seiner Frau Olga erlebt er vier verschiedene Kreuzfahrten. Die Fahrtgebiete haben mein Mann und ich auch jeweils schon bereist. Wie oben schon erwähnt, waren wir bei einer Etapper der Karibik- Kreuzfahrt selbst an Bord.

Auf seine ganz spezielle Art betrachtet und erlebt Kaminer die Kreuzfahrer. Ich musst beim Lesen immer wieder schmunzeln, weil ich mir den Autor auf der Bühne vorstellte, wie er mit Gestik und Mimik die jeweilige Szene zum besten gibt. Nachdem ich Kaminer selbst Live erlebt habe, kann ich den Humor in seinen Büchern besser nach vollziehen. Mit Humor und scharfer Zunge gibt er seine Kommentare zu Menschen, Ländern und Politik ab. Ich konnte nur immer wieder nicken und zustimmen.

Für mich war es eine kleine Erinnerungsreise an besuchte Orte. Beim Lesen habe ich jeweils überlegt, was mein Mann und ich in den Häfen unternommen haben. Wobei wir da ganz andere Vorstellungen haben, als das Ehepaar Kaminer. Wir gehen auf Entdeckungstour und wollen Sehenswürdigkeiten der Länder erkunden. Der Autor scheint eher auf kulinarischer Reise zu sein.

Es ist ein Buch, dass einen unweigerlich zum Schmunzeln bringt. Ich sage nur „Teriyaki- Grill“, Beschriftung und rohes Essen. Zu gerne sitze ich einfach nur im Restaurant und beobachte die Leute am Buffett. Da muss man einfach ein Buch drüber schreiben. Wenn du jetzt mehr dazu wissen möchtest, dann lese das Buch oder buche eine Kreuzfahrt. Du wirst die einzelnen Personen an Bord wieder treffen.

Das Buch ist eine unterhaltsame Urlaubslektüre für jeden, der Sinn für Humor hat und die Welt nicht so ernst nimmt.

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Krimines avatar

Rezension zu "Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger" von Wladimir Kaminer

Unterhaltsame Geschichten aus dem alltäglichen Leben von Wladimir Kaminers Mutter
Kriminevor 3 Monaten

Das Leben kann manchmal ganz schön heimtückisch sein und scheut sich nicht, auch erfahrenen Menschen Steine in den Weg zu legen. Wie Wladimir Kaminers Mutter, die sich trotz ihrer stolzen 84 Jahre mit eigensinnigen Staubsaugern oder merkwürdigen Sprachbarrieren herumplagen muss oder über unbezwingbare Gewichtsprobleme klagt. Denn kaum hat sie ein paar Pfunde zugelegt, fällt ihr die dringend notwendige Bewegung schwer und führt dazu, dass das ihr Gewicht immer mehr steigt. Ein Teufelskreis, dem die Rentnerin einfach nicht entkommen kann. Doch zum Glück hat der Freund ihres Sohnes eine tolle Idee. Eine Fitnessuhr muss her, mit der sie ihre Werte kontrollieren kann und die ein offenes Ohr für alle ihre Probleme hat. Nur, dass das Wunderwerk neuzeitlicher Technik plötzlich ein Eigenleben entwickelt und nicht etwa ihre Unterstützung zu der gewünschten Gewichtsabnahme führt, sondern der durch sie entstandene Stress.

Siebzehn mitten aus dem Leben gegriffene und mit einem Augenzwinkern erzählte Episoden enthält das Hörbuch "Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger: Ein Unruhestand in 17 Geschichten" und beweist, das Wladimir Kaminer ein guter Beoachter und Geschichtenerzähler ist. Denn während er über die eigensinnigen Erziehungsmethoden seiner Mutter schwadroniert oder ihren nicht abflauenden Wissensdurst in den Mittelpunkt seiner Erzählungen stellt, pickt er sich aus ihrem Leben die Details heraus, die besonders unterhaltsam sind. Diese schmückt er mit viel Fantasie und zufällig beobachteten Merkwürdigkeiten aus und setzt sie gekonnt in Szene. Aber nicht nur den alltäglichen Dingen schenkt er seine Aufmerksamkeit. Auch die Vergangenheit seiner Mutter lässt er nicht ruhen. So erfährt der Hörer, mit welchen Schwierigkeiten die Beziehung zu ihrem Ehemann belastet war oder warum sie eine Zeit lang als Studentin keine Einladung zu einem Geburtstag oder eine Party erhalten hat.

Fazit:
Eine wunderbar unterhaltsame Sammlung von alltäglichen Geschichten aus dem Leben von Shanna Kaminer, die typisch für die Sichtweise ihres Sohnes sind. Denn dem mit der "Russendisco" bekannt gewordenen russisch-deutschen Autor entgeht einfach nichts. Ohne Skrupel zu hegen, schlachtet er sämtliche Erlebnisse und Eigenheiten seiner Mutter aus und scheut sich nicht, ihre Unzulänglichkeiten an den Pranger zu stellen. Ein wahrer Hörgenuss, gelesen vom Autor selbst, bei der nur kritisiert werden kann, dass nicht alle 33 Episoden aus dem gleichzeitig veröffentlichten Buch enthalten sind.

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Wladimir Kaminer wurde am 19. Juli 1967 in Moskau (Russland) geboren.

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