Eigentlich passiert in diesem Buch gar nichts. Außer, dass Wladimir Kaminer seinen Onkel vom Bahnhof abholt und mit ihm, mangels Taxi, durch das nächtliche Berlin spaziert. Jeder andere Autor wäre mit so einer dünnen Vorlage hoffnungslos gescheitert; so mancher hat schon versucht, diesen kaminer'schen Stil der endlosen Abschweifung zu imitieren, stets mit verheerendem Ergebnis. Aber Kaminer - der kann es. Er paart hier seinen unnachahmlichen trockenen Humor mit einer durchaus lesenswerten philosophischen Note. Netterweise heißt denn auch das erste Kapitel "Das Philosophenschiff".
Obwohl ich am Anfang nur zäh in die Lektüre hineinkam, weil genau das geschah, was unweigerlich geschehen musste, dass ich nämlich zu ahnen begann, wie sich vor meinem gebannten Leserauge die Handlung fast vollständig verflüchtigen würde, habe ich es dann gerne und mit großem Spaß gelesen.

























