Wlodzimierz Odojewski Als der Zirkus kam

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Inhaltsangabe zu „Als der Zirkus kam“ von Wlodzimierz Odojewski

Marek ist kein Kind mehr, als gegen Ende des Krieges ein Zirkus in die Stadt kommt. Er verliebt sich in die geheimnisvolle Liliputanerin Simone und sieht sich einem Sturm verwirrender Gefühle ausgesetzt. Meisterhaft versteht es Odojewski, das Gefühlschaos zwischen freudiger Erregung, erwachender Sexualität und tiefer, vager Beunruhigung angesichts der unerklärlichen und verstörenden Vorfälle in Mareks Umfeld einzufangen und das Erwachsenwerden in schwieriger Zeit zu schildern.

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  • Rezension zu "Als der Zirkus kam" von Wlodzimierz Odojewski

    Als der Zirkus kam
    Clari

    Clari

    08. April 2011 um 16:52

    Krieg im Wechsel mit poetischen Träumereien! In diesen zwei kurzen, feinsinnigen Erzählungen zeigt Wlodzimierz Odojewski wieder einmal seine Fähigkeit, in kleinen impressionistischen Bildern Stimmungen, Zeitgeschichte und das Lebensgefühl heranwachsender Jugendlicher lebendig werden zu lassen. Wir befinden uns mitten in Zweiten Weltkrieg, in dem die Polen unter den Deutschen zu leiden hatten. In dem polnischen Dorf, in dem die Handlung angesiedelt ist, leben die Menschen schon ganz im Zeichen des Krieges. Doch Marek, seine Freunde, Cousine und der Bruder erleben noch einen Teil ihrer Jugend, in dem Träume und die Neugierde auf das, was das Leben bringen mag, wach und lebendig in ihnen ist. Ein französischer Zirkus hält Einzug im Dorf! Damit beginnt ein abenteuerlicher Zeitvertreib für Marek und die anderen Jugendlichen. Sie sind gespannt auf die fremdartigen Künstler und Artisten. Auch der Duft von Heu, Pferden, Ziegen und allerlei anderem exotischen Getier reizt Mareks Vorfreude auf neue Erlebnisse. Als er die Liliputanerinnen Jaqueline und Simone auf dem Dorfplatz sieht, ist es um ihn geschehen! Die dörfliche Gemeinschaft ist klein, so dass nur wenige Protagonisten zum Zuge kommen. Mareks Familie ist in Sorge um eine Tante, die offensichtlich im politischen Untergrund arbeitet. Wiktor, der ältere Bruder von Marek, hat schon eine Erwachsenenrolle, denn er macht sich auf die Suche nach der Tante. Eine weitere wichtige Person in Mareks Leben ist seine Cousine Karola, mit der er Gedanken über das Leben und insbesondere über das von Liliputanern austauschen kann. In seiner poetischen Sprache, mit der Odojewski seine Figuren und deren Hintergrund beschreibt, ist von zarter Eindringlichkeit und regt zum Träumen an. Wolken, Luft und Himmel sind ebenso wichtig, wie die einfachen Gedanken und Tätigkeiten, die ein Leben auf dem Dorf ausmachen. Mit ausnehmender Empfindsamkeit geht Odojewski den Fantasien des Jungen Marek nach, der sich in einer kurzen, scheuen Liebe mit Simone vereint sieht. Der Krieg bleibt im Hintergrund und ist doch als tägliche Bedrohung zu spüren. Odojewski verbindet die Poesie mit der Realität und überlässt seinen Protagonisten Marek seinen kleinen Abenteuern, seinen Ängsten und sehnsuchtsvollen Gedanken. Gekonnt ist der Wechsel zwischen der feinsinnigen Sprache und der Grausamkeit des Krieges. Ein Kleinod ist mit diesem Erzählband entstanden. Odorowskis Erzähltalent war schon in der wunderschönen Erzählung "Ein Sommer in Venedig" zu erfahren. Man findet hier wie dort die gleichen Personen und den gleichen Missklang zwischen Kriegsgeschehen und poetischen Träumereien.

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