Wojciech Kuczok Lethargie

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Inhaltsangabe zu „Lethargie“ von Wojciech Kuczok

Der Roman "Dreckskerl" verschaffte Wojciech Kuczok den Ruf, der stilsicherste, musikalischste und leidenschaftlichste Schriftsteller der polnischen Gegenwartsliteratur zu sein. Sein neues Buch handelt von drei Menschen und ihrem Beschluß, das eigene Leben zu verändern.
Adam, ein junger Arzt, flieht vor seinem dominanten Vater vom Dorf in die Stadt. In der Liebe zu einem jungen Mann, einem homophoben Kleinkriminellen, findet er sein Glück. Robert ist ein alternder Schriftsteller, den seine Schreibblockade, seine hysterische Ehefrau und seine Schwiegereltern in die Verzweiflung treiben. Eines Tages erfährt er von etwas, das sein Leben verändert. Róza, eine erfolgreiche Schauspielerin und Werbeikone, lebt in unglücklicher Ehe. Doch sie beschließt, aktiv zu werden und ihrer Lethargie ein Ende zu setzen.
Mit psychologischer Präzision und sprühendem Witz gelingt Kuczok die schonungslose Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen – und nebenbei eine bitterböse Satire der zwischen Popkultur und erzkonservativen Positionen zerrissenen polnischen Gesellschaft.

'Wojciech Kuczok ist ein Star der jungen polnischen Literatur'
Der Spiegel

'Wojciech Kuczok ist ein bemerkenswerter Stilist … Man möchte mehr lesen von diesem Autor!'
Tageblatt

Kuczok zu lesen ist ein Erlebnis. Der Bursche kann schreiben, da bleibt dir der Mund offen stehen. Der macht aus eigentlich tragischen Momenten derart groteske Szenen, dass ich laut lachen musste. Er beschreibt die gegenwärtige Gesellschaft anhand dreier Einzelschicksale so treffend und absolut auf den Punkt gebracht, dass es in meine Augen schon fast genial zu nennen ist. Ich sage nur: Lesen!

— HeikeG

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  • Ein Sittenbild der polnischen Gesellschaft

    Lethargie

    Alira

    13. November 2016 um 10:24

    Im Polen der Kaczynski-Ära wollen eine Schauspielerin in liebloser Ehe, ein homosexueller Arzt und ein todkranker Schriftsteller ihr Leben ändern bzw. ihre Trägheit überwinden.

    Mit der Übersetzung ins Deutsche gab es offenbar Probleme - Genazino musste seine „Liebesblödigkeit“ zur Verfügung stellen.

  • Rezension zu "Lethargie" von Wojciech Kuczok

    Lethargie

    Greta

    15. January 2011 um 22:57

    manno. dass ich die rezension zu dem buch, zu dem es doch schon so viele rezensionen gibt, nicht einfach mal auf polnisch schreiben kann! und ich will so gern mal gar nichts über den inhalt sagen. der erste satz des buches fängt mit "adam ist müde" an und der letzte satz des buches ist, im wissen um das geschehen von anfang bis ende, ein wunderschöner witz, so müssten alle bücher zuende gehen, also viele, ein paar, eins reicht aber vielleicht auch, sonst verdirbt die chose schnell. in dem buch von wojciech kuczok kommen menschen vor, die, so interpretiere ich das wie im deutschkurs, so ein bisschen haltlos sind und denen schnell schwindlig wird, wenn sie aus versehen in eine größere handlung geraten sind, sie wissen auf die schnelle gar nicht, wo sie sich festhalten sollen und dann greifen sie in ihrer panik eben nach etwas erreichbarem und merken erst später, dass sie etwas falsches gegriffen haben. und. und das lähmt sie, sie können gar nicht mehr in ihren ausgangsplot zurück, jetzt hängen sie auf der wäscheleine zum trocknen, irgendwas hält sie da ganz schön fest, jetzt sind sie alleine und ganz müde und matt, ohne vorwärts und weiter. so will es die alltagsphilosophie. kein richtiges leben im falschen. und so. aber dann geht doch immer alles weiter für alle, da ist der autor auch versöhnlich und streut so gottmäßig zufälle hinein, gewünschte weisheiten wohl auch, aber immer ganz vernünftig, und immer in schönen sätzen, und die handlung geht immer vorwärts und weiter, ziemlich schnell und glaubwürdig, nie im leben hätte man selbst so ein gutes buch schreiben können, nie im leben!

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  • Rezension zu "Lethargie" von Wojciech Kuczok

    Lethargie

    Beagle

    08. January 2011 um 19:03

    Ein witziger Roman mit todeernstem Hintergrund - so ließe sich wahrscheinlich das Buch des polnischen Autors Wojciech Kuczok am Treffendsten in einem Satz beschreiben. Anhand von drei Geschichten, die im Laufe der Erzählung am Rande miteinander verwoben werden, zeichnet Kuczok die Lethargie auf (Lethargie = Bewusstseinsstörung mit Schläfrigkeit und erhöhter Reizschwelle). Der Roman will Satire und gleichzeitig ein wahrhaftiges Werk sein, was hervorragend gelingt. Adam hat gerade sein Studium der Medizin beendet, er sitz nun im Bus nach Hause. In der Gewissheit, schon bald in der großen Stadt sein Praktikum als Arzt zu beginnen, von zuhause auszuziehen, macht er sich ein letztes Mal auf zu seinen Eltern. Doch diese haben gar nicht vor, ihn gehen zu lassen. Sie haben ihm ein Haus gebaut, möchten, dass sich der Herr Doktor hier auf dem Land niederlässt und endlich eine Frau findet. Dabei findet Adam an Frauen gar keinen Gefallen, was seine Eltern aber nicht wissen. Auch möchte er endlich sein eigenes Leben führen, die Stadt kennenlernen. Widerwillig lassen sie ihn ziehen, Adam geht in die Stadt und lernt schon kurze Zeit später jenden jungen Mann kennen, den wir nur als den Süßen vorgestellt bekommen. Robert ist ein gefeierter Autor, sein Leben verläuft aber anders, als er es sich erträumt hat. Damals, als er noch schrieb, war er frei, ging von Empfang zu Empfang, ließ sich feiern und verkehrte, mit wem er wollte. Dabei träumte er immer von einem geregelten Leben, von einer liebenden Frau, die ihn auf dem Boden der Tatsachen hält. Als er dies gefunden hatte, konnte er nicht mehr schreiben. Sein Schwiegervater, ein angesehener Abgeordneter, verschaffte ihm daraufhin einen Job in der Verwaltung, einen ruhigen, sodass sich Robert wieder fangen könnte und endlich wieder zu schreiben beginnen würde. Schließlich ist ein nichtschreibender Schriftsteller ein Fleck auf seiner reputativen Weste in der Öffentlichkeit. Seine Frau legte sich über die Jahre hin immer mehr Krankheiten zu, sodass sie nicht mehr arbeiten konnte und die beiden seither bei den Schwiegereltern wohnen. Doch dann sind da diese unerttäglichen Schmerzen, die Robert seit einiger Zeit überkommen. Rosa ist eine berühmte Schauspielerin. Begonnen hat sie mit Theater, da die ernsthaften, in wohlgemeinter Sprache gesprochenen Texte sie am meisten faszinierten. Aber ihre Berühmtheit hat sie durch die Fernseh- und Kinofilme erhalten, dadurch auch die Werbefverträge, die ihr Gesicht auf den großen Reklametafeln in der Stadt zeigen. Dadurch hat sie auch Herrn Ehemann kennengelernt, einen Bankdirektor, dessen Bilanz ergeben hat, dass er sich endlich eine Ehefrau nehmen sollte, und eine Berühmtheit würde den Wert einer Ehe wohl noch um einiges erhöhen. Doch Rosa verfällt immer mehr in eine Krankheit, die sie in Stresssituationen einschlafen lässt. So kann sie nicht mehr auftreten und Herr Ehemann hat ausgerechnet, dass es wohl das Beste wäre, sich eine Affäre zuzulegen. Brillant erzählt Kuczok die Geschichten der drei Protagonisten. Oftmals müssen wir beim Lesen schmunzeln, da die Situationen gar so lustig und übertrieben beschrieben sind. Dabei erzählt er doch nur vom Leben, nichts anderes. Auch die Randfiguren, die der Schwiegereltern Roberts, die des Herrn Ehemann oder die des Süßen, die keine Namen tragen, sind mit viel Sorgfalt und Liebe beschrieben. Ein Buch, das aufrütteln soll, das uns an die Probleme der Zeit erinnert und das umso mehr Beachtung brauchen würde!!!

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  • Rezension zu "Lethargie" von Wojciech Kuczok

    Lethargie

    HeikeG

    13. November 2010 um 14:22

    Karneval des Lebens . „Es gibt sieben Todsünden, und die schwerste von ihnen ist die Trägheit. Unter vielen Namen wird sie sich vor dir verbergen; meist wird sie als Trübsinn oder Melancholie erscheinen. Gib dich der Lethargie nicht hin, wenn sie dich einmal befällt, lässt sie dich nie wieder los. Die Nächte verschläfst du, die Tage vergähnst du; Schwierigkeiten meidend, Anstrengungen ausweichend, wirst du blind und taub für alle Elemente. Wie ein Wurm wird sie sich in dir einnisten. Statt Freude empfindest du Neid gegenüber allen, die das Leben genießen. Du wirst nicht leben, sondern verwesen, mit Schimmel vor dem Mund auf der Stelle treten, wenn andere singen, wirst du grollen.“ (Wojciech Kuczok: Lethargie) . Bereits mit seinem Debüt, dem "Desillusionierungsdrama" „Dreckskerl“, für den er mit dem bedeutendsten Literaturpreis Polens, dem "Nike", ausgezeichnet wurde, machte Wojciech Kuczok von sich reden. Nun hat sich der vielversprechende und talentierte Schriftsteller erneut ins Innere von Menschen begeben und lotet deren persönliches Dilemma aus. Drei Figuren und ihr jeweiliges Herzens-Pendant verfolgt der 1972 im oberschlesischen Chorzów geborene „Star der jüngeren polnischen Literatur“ durch den Alltag. Alle vereint eben diese titelgebende Lethargie: das Kennzeichen ihrer Lebenskrise. Kuczok setzt seine Protagonisten an den Wendepunkt einer Parabel und überlässt es ihnen, ob sie antriebslos ins Tal rollen oder sich ein anderer Weg auftut, ob sie in ihrer Apathie hängen bleiben oder ihr Leben verändern. . Da ist zum ersten der homosexuelle Adam, „diplomierter Körperklempner“, der sich aus den Fängen seines despotischen Vaters und der umsorgenden Mutter zu befreien sucht. Er liebt den „Süßen“, an dem er zu gern seine medizinischen Fachkünste ausprobiert hätte. Der kleinkriminelle Junge allerdings mag keine Schwulen. Der Zufall führt beide trotzdem zusammen und lässt etwas in Adam unwiderruflich verschieben. Eine „fatale tektonische Unregelmäßigkeit ist entstanden, ein Riss, und nach diesem Riss passt Adam nicht mehr zu sich selbst. Er tritt aus sich heraus...“ Der Skandal im ländlich geprägten Elternhaus ist danach perfekt. . Der ehemalige Erfolgsautor Robert wiederum - Kuczoks Alter Ego -, kämpft mit einer Schreibblockade. Diese setzte just in den Moment ein, als seine hysterische Ehefrau in sein Leben trat. Obwohl er von seinem Schwiegervater, einem landesweit bekannten, konservativer Politiker, komfortable Bedingungen „auf einem staatlichen Posten mit landesüblichem Durchschnittsgehalt“ und viel persönlicher Freizeit erhält, küsst ihn die Muse nicht mehr. Es scheint, als hätte sich die geistige Trägheit der Gattin klammheimlich an seine Synapsen geklammert und diese gelähmt. Die Schwiegermutter und ihr ostentatives Bewahren der Familienharmonie tut ein Übriges. Seelenlose Orte zollen ihren Tribut. Erst eine tödliche Diagnose lässt Robert resümieren, „dass er sein Leben so wenig gelebt hat, der Gehalt an Leben in seinem Leben war entschieden zu gering, als dass er sich danach sehnen könnte.“ . Dritte im Bunde ist Rosa, eine Schauspielerin und das „schönste Gesicht der Stadt, vielleicht sogar das schönste Gesicht des Landes“. Herr Ehemann, ein arrivierter Bankdirektor, hat sie mit erfolgreicher Anlegestrategie gekapert. Nun darf sie für ihn kochen, derweil er sie schamlos betrügt und gewissenhaft belügt. Aber nur zu ihrem Besten, denn die Gute soll sich nicht aufregen, leidet sie doch an einer epileptischen Schlafkrankheit. Doch Vorsicht! Ungeliebten Frauen, mag ihnen auch nicht viel widerfahren und ihr lebloses Leben „vor sich hin schimmeln und ihre Seele ersticken“, ist der Begriff Betrug aus Vergeltung nicht fremd. . Immer wieder kreuzen sich die Wege der drei Protagonisten - zufällig oder nicht -, korrelieren ihre Lebensläufe und -schicksale. Mit psychologischem Feingefühl, zynischem Sarkasmus und erstaunlich viel Humor analysiert der Autor schonungslos das Chaos zwischenmenschlicher und die Disharmonien familiärer Beziehungen. Gleichzeitig zeichnet er bravourös das Bild einer zerrissenen polnischen Gesellschaft, eines problematischen Staates, „der wie ein saufender und prügelnder Ehemann ist, der einmal in der Woche zu Beichte geht, eine Oblate frisst, sich von den Sünden gereinigt fühlt und dann die Erfüllung der ehemaligen Pflicht fordert“. Der Duktus Wojciech Kuczoks, der nach seinem schnellen Erfolg gleichfalls in ein derartiges Phlegma fiel, nicht mehr den eigenen Ton fand und am eigenen Tun verzweifelte, zeugt keinesfalls von Trägheit, sondern von Musik, Rhythmus, Kraft und Leidenschaft. „Lethargie“ ist ein Buch, das süchtig macht. Auch wenn das hohe Tempo auf den ersten Blick darüber hinwegtäuschen mag, so bewegt sich der Roman sprachvirtuos und stilistisch auf allerhöchstem Niveau. Der Übersetzerin Renate Schmidgall darf für die kongeniale Übertragung ins Deutsche gedankt werden. . Fazit: Tod, Liebe, Einsamkeit, scheinheilige Moralapostel, eine kaputte Gesellschaft und narzisstisch geprägte Politik sind Themen des großartigen Buches. „Lethargie“ ist kein „unehrlicher Roman über Lebensfreude und Geborgenheit“, sondern offenbart genau das Gegenteil. Wie schon Altmeister Milan Kundera schüttelt Kuczok das unerträglich leichte Leben durch und stellt ihm wütend Fragen. Eine Antwort erhält er nicht. Das ändert allerdings nichts an der Einschätzung des Werks: Hier offenbart sich allerbeste Literatur!

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