Wole Soyinka

 3,7 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Ake, "Death and the King's Horseman" und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Wole Soyinka

Wole Soyinka, geboren 1934 in Abeokuta, Nigeria, erhielt 1986 als erster afrikanischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur. Er schrieb zahlreiche Theaterstücke und wurde mit Romanen wie "Aké (1981/deutsch: 1986), "Isara" (1989/1994) und vor allem "Die Ausleger"(1965/1983) bekannt. 1967 wurde er wegen seiner Friedensbemühungen im nigerianischen Bürgerkrieg für zwei Jahre inhaftiert. Nach seiner Freilassung lebte er sowohl in den USA als auch in Nigeria. 2008 erschien auf Deutsch seine große Autobiografie "Brich auf in früher Dämmerung". 2017 zerstörte er als Protest gegen Trumps Regierungsantritt seine Greencard.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wole Soyinka

Cover des Buches Die glücklichsten Menschen der Welt (ISBN: 9783896677280)

Die glücklichsten Menschen der Welt

 (1)
Erschienen am 11.04.2022
Cover des Buches Aké (ISBN: 9783293209145)

Aké

 (0)
Erschienen am 12.07.2021
Cover des Buches Die Ausleger (ISBN: 9783100731357)

Die Ausleger

 (0)
Erschienen am 12.03.2002
Cover des Buches Ìsarà (ISBN: 9783100731388)

Ìsarà

 (0)
Erschienen am 13.10.1994
Cover des Buches Aké. Jahre der Kindheit - Afrika erzählt (ISBN: 9783886981106)

Aké. Jahre der Kindheit - Afrika erzählt

 (0)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Ake (ISBN: 1439514305)

Ake

 (5)
Erschienen am 10.07.2008
Cover des Buches "Death and the King's Horseman" (ISBN: 0413695506)

"Death and the King's Horseman"

 (4)
Erschienen am 01.09.2003

Neue Rezensionen zu Wole Soyinka

Cover des Buches Die glücklichsten Menschen der Welt (ISBN: 9783896677280)KataRafs avatar

Rezension zu "Die glücklichsten Menschen der Welt" von Wole Soyinka

Epos
KataRafvor 4 Monaten

Die glücklichlichsten Menschen der Welt sind in Nigeria zuhause, so sagt man in Nigeria. Ironisch, scharf, manchmal übertreibend greift Wole Soyinka in seinem umfangreichen Spätwerk diese Selbstbetitelung auf.

Soyinka ist ein beeindruckender Mensch. 1986 gewann er als erster Vertreter der Literatur aus dem afrikanischen Kontinent den Literaturnobelpreis. Zu Recht, denn er kann erzählen, sein Sound lässt die Figuren und Beziehungsgeflechte aufleben. Dabei ist er direkt in der anti- und postkolonialen Kritik und nimmt die aktuellen Probleme, Widersprüche und Konflikte ins Visier. Dies und seine Aktivitäten für den Frieden in den 1960ern im Biafrakrieg missfielen der Regierung und er kam in Isolationshaft für zwei Jahre. In den 90ern trieb es ihn ins Exil, er lehrte in Atlanta und erlangte die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Später pendelte er zwischen USA, Großbritannien und Nigeria, bis er aus Protest gegen Trump öffentlich seine US-Staatsbürgerschaft aufgab.

Heute ist Soyinka 87 Jahre alt, seinen letzten Roman hat er vor 50 Jahren geschrieben und jetzt will er es noch einmal wissen. Er kann es immer noch, ein überzeugendes Bild einer widersprüchlichen Gesellschaft zeichnen, der Doppelmoral, der Korrumpierung durch Macht, die Verquickung mit Religion und mit Kriminalität aufzeigen. Er bedient sich hier des Mittels der Satire. Doch wie bei Satiren üblich, bleibt ein eventuelles Lachen im Halse stecken ob der Tatsache, dass Realitäten beschrieben werden.

"Die glücklichsten Menschen der Welt" ist ein imposantes episches Werk, das sich Zeit nimmt. Vier Männer bilden die Mitte der Erzählung. Es werden weitere Figuren an Figuren gereiht, Politiker, Prediger, mächtige Männer. Frauen sind nur randständig Thema. Hauptsächlich folgen wir Interaktionen und Dialogen, das Innenleben bleibt für unseren Lesegeschmack zu wenig ausgeleuchtet. Die Erzählform und Sprache wirkt wie aus der Zeit gefallen. Dennoch beeindruckt Soyinka mit seiner scharfen Beobachtungsgabe, seinem Zorn und Drang zu erzählen über die korrumpierende Macht und Ungerechtigkeiten der Welt.


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Cover des Buches Isarà (ISBN: 9783250102175)Aischas avatar

Rezension zu "Isarà" von Wole Soyinka

Postkoloniale Identitätssuche
Aischavor 9 Monaten

Wole Soyinka veröffentlichte diesen Roman drei Jahre nachdem er -  als erster afrikanischer Autor - den Literaturnobelpreis erhalten hatte. Im Vorwort zu "Ìsarà" erklärt Soyinka den Roman zu seiner Hommage an seinen Vater, dessen Freunde und seine Zeit. Es geht also um das Nigeria vor der Unabhängigkeit, zu einer Zeit in der viele im Zwiespalt gefangen waren zwischen Ablehnung der Unterdrückung und Ausbeutung durch die Handlanger der britischen Krone einerseits und nacheifernder Bewunderung von Bildungssystem und Machtgefüge der Engländer andererseits.

"Ìsarà" ist aber auch eine Abgrenzung gegenüber Soyinkas autobiografischem Kindheitsroman "Aké". Spielt in diesem der Vater und dessen Einfluss auf den Sohn eine zentrale Rolle, so geht es nun um eine ganze Generation, um die junge afrikanische Elite in den 1930er Jahren, Hoffnungsträger ihres Landes. Spannung entsteht dadurch, dass sowohl Autor als auch Leser*innen wissen, dass viele der Hoffnungen enttäuscht werden, dass die Unabhängigkeit Nigeria ebenso wenig Frieden bringen wird wie seine Erdölvorkommen der Bevölkerung zu Wohlstand verhelfen. Nein, wir wissen von der Hungersnot in Biafra und der Terrormiliz Boko Haram. Und dennoch ist es keine pessimistische Geschichte, denn Soyinka schlägt versöhnliche Töne an: Tradition und Moderne finden zusammen, als ein Gewerkschaftssekretär König der Yoruba in Ìsarà wird.

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Cover des Buches Aké - Jahre der Kindheit (ISBN: 9783250300120)A

Rezension zu "Aké - Jahre der Kindheit" von Wole Soyinka

Tief eingeprägt
Aro-Jovanvor 2 Jahren

Heute ist mir eine Szene aus Wole Soyinkas Buch 'Aké - Jahre der Kindheit' wieder eingefallen. Dabei ist mir deutlich geworden, wie sehr sich diese Erlebnisse mir eingebrannt haben. Es geht in der einen Geschichte darum, wie er in die Tante verschossen war und sich auf den Kopf stellte, um ihr Eindruck zu machen und den Onkel zu verdrängen. Das hat mich an meine eigenen Verrücktheiten als Bub erinnert, hat die von mir verdrängten Szenen wieder wach gerufen. Also zum einen hat mich dieses Buch mir als Kind näher gebracht, auf der anderen Seite bot es mir Gelegenheit eine Kindheit in Afrika mitzuerleben. Was mich sehr beeindruckt hat.

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