Wole Talabi

 2 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Der Nigerianer Wole Talabi ist Ingenieur, Schriftsteller und Herausgeber. Er hat mehrere Anthologien veröffentlicht, von denen eine für den Locus Award nominiert wurde. Seine Romane waren Finalisten für mehrere Preise, darunter den Nebula Award, den World Fantasy Award, den British Fantasy Award und den Nommo Award, den er 2018 und 2020 gewann.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wole Talabi

Cover des Buches Shigidi - Raub im Britischen Museum (ISBN: 9783764533304)

Shigidi - Raub im Britischen Museum

(4)
Erschienen am 26.02.2025

Neue Rezensionen zu Wole Talabi

Cover des Buches Shigidi - Raub im Britischen Museum (ISBN: 9783764533304)
Eliza_s avatar

Rezension zu "Shigidi - Raub im Britischen Museum" von Wole Talabi

Eliza_
Götterzwistigkeiten, Intrigen und Beziehungsdramen

Sie konnte ihn nur von hinten sehen, doch der blonde Kopf mit dem kurzen Haar stach aus einem Meer von Afros, hüftlangen Weaves, Braids, Blowouts, Buzzcuts und rasierten Köpfen hervor.
(Seite 135)

Erster Satz im Buch:
Okay, da saß er also in einem schwarzen Taxi, kaum bei Bewusstsein, und wurde gerade von einem Mann, der vor siebzig Jahren das Zeitliche gesegnet hatte, auf der Geisterseite von London die Haymarket Road entlanggefahren, als ihm Nneoma endlich gestand, dass sie ihn liebte. 

Inhalt:
Shigidi und Nneoma sind unabhängige Geisterwesen und Partner, dass war nicht immer so, wir erfahren wie Nneoma und ihr Lebensgefährte zu dem geworden sind was sie heute sind, und wie es dazu gekommen ist. 

Meine Meinung:
Der Klappentext und der Titel des Buches suggerierte mir eine ganz andere Handlung der Geschichte, oder zumindest hatte ich wegen des Titels und der Inhaltsangabe ganz andere Erwartungen an den Plot als es dann der Fall war. "Raub im britischen Museum" hört sich, da auch ein Succubus und ein Albtraumgott mitmischen, nach einem übernatürlichen Diebstahl an. Darauf hatte ich gehofft, leider wurde der eigentliche Raubzug auf die letzten 100 Seiten des Buches gelegt. Dieser war auch sehr spannungsgeladen, mystisch und aufregend beschrieben, aber bis dahin ist es leider ein langer Weg.

Wir erfahren viel zum Werdegang der beiden Hauptprotagonisten, Nneoma und Shigidi kommen abwechselnd zu Wort. Ich habe nicht nachgezählt, gefühlt bekommt aber Nneoma, der Succubus, mehr Raum in der Geschichte als es Shigidi tat. 

Der Autor springt oft in der Zeit, angesiedelt ist das Buch im modernen Zeitalter des 21. Jahrhunderts, es spielt sich aber auch einiges in weit zurückliegenden Epochen ab. Zudem gibt es viel zu afrikanischen Gottheiten zu erfahren. Die sind befremdlicherweise wie ein Unternehmen aufgebaut, mit besonders mächtigen Gottheiten und auch hier gibt es das Fußvolk, wie soll es auch anders sein. Intrigen und Zwistigkeiten unter Götter stehen hier an der Tagesordnung, es gibt einen Götterrat, und ein geplanten Machtumsturz

Zwischen Shigidi und Nneoma läuft es gerade nicht rund, das ganze Buch über ist hier ein Beziehungsdrama am laufen das mir irgendwann zu viel wurde. Da Nneoma zudem ein Succubus ist, gibt es viele Szenen die Sex beeinhalten und ihren Sex-Appeal, und ihr erotische Anziehung betonen. Wer also wenig begierig darauf ist, über das Sexualleben eines uralten charismatischen Succubus zu lesen, dem würde ich von diesem Buch abraten.

Mit den rauen, schwieligen Händen rieb er sich die Haut ab, versuchte sich so gut zu waschen, dass es seinen niedrigen Reinlichkeitsansprüchen genügte, und wischte dabei den meisten Staub und Schmutz ab, der ihm anhaftete, ohne dabei zu viel auf Pockennarben, Ausschlag, Skarifizierungen und Wundstellen zu achten. (Seite 43)

Das Buch liest sich wie der Auftakt einer Reihe, die Protagonisten sind vorgestellt, das Ende bleibt offen, der Schöpfer wurde gestärkt und die beiden Protagonisten in Stellung gebracht. Sollte es die Fortsetzung auf den deutschen Buchmarkt schaffen werde ich ihn wohl nicht lesen. Leider keine Empfehlung meinerseits, aber wie gesagt bin ich auch mit ganz anderen Erwartungen in die Handlung gegangen. 

Fazit:
Götterzwistigkeiten, Intrigen und Beziehungsdramen nehmen hier viel Raum ein, der eigentliche "Raub" ist am Ende des Buches sehr spannend beschrieben, reißt aber es aber auch nicht mehr raus.  

Cover des Buches Shigidi - Raub im Britischen Museum (ISBN: 9783764533304)
Katharina_s avatar

Rezension zu "Shigidi - Raub im Britischen Museum" von Wole Talabi

Katharina_
Interessante Idee

Das Cover hatte mich direkt neugierig gemacht und es passt auch wirklich gut zu den Charakteren und zur Geschichte. Ich mag es also. 

Der Schreibstil hat mich leider nicht ganz überzeugen können. Er ist zwar durchaus flüssig und gut zu lesen, hat aber nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Irgendwie hatte ich von Anfang an Probleme, um in die Geschichte zu kommen. Wie gesagt, es hat sich gut und flüssig lesen lassen, nur war es nicht so, dass ich immer dringend weiterlesen wollte. Die Zeitsprünge sind etwas chaotisch, aber damit kann man leben, man muss nur genau lesen, was drüber steht. 

Die Charaktere waren leider mein größtes Problem und das, obwohl ich die Idee dahinter so genial fand. Ich meinen, einen Gott der Albträume und ein Succubus, das klingt eigentlich genial. Aber viel Plot musste gefühlt weichen, weil irgendwer mal wieder die Hände in fremden Hosen hatte. Ich bin leider bis zum Schluss nicht mit den Charakteren warm geworden, was sehr schade ist. Die ganze Mythologie fand ich dagegen interessant und auch das Setting und den Auftrag. 

Insgesamt also leider nicht ganz ein Buch für mich. Ich kann mir aber vorstellen, dass es anderen Lesenden auch wieder ganz anders gehen könnte. Mich konnten leider die Charaktere und auch der Schreibstil nicht wirklich überzeugen, was wirklich schade ist, denn die Grundidee, die Mythologie und alles drum herum haben mir eigentlich gut gefallen. Schade, aber nun gut, passiert. 

2,5/5 Sterne 

Cover des Buches Shigidi - Raub im Britischen Museum (ISBN: 9783764533304)
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Rezension zu "Shigidi - Raub im Britischen Museum" von Wole Talabi

SunnySue
Wole Talabi "Shigidi - Raub im Britischen Museum"

"Shigidi - Raub im Britischen Museum" von Wole Talabi war für mich eine wirklich große Enttäuschung. 

"Nigerianische Mythologie und Postkolonialismus treffen auf Londoner Urban Fantasy." - Diese Ankündigung klang super gut und interessant, mal was anderes, dachte ich und hab mir das Buch direkt auf meine Merkliste gesetzt ... doch am Ende bin ich von diesem Buch leider mehr als enttäuscht. 

Darum geht's: Shigidi war einst der Gott der Albträume bis er auf den Succubus Nneoma trifft, die in ihm mehr sieht. Und so geht sie mit ihm eine Partnerschaft und auch Liebschaft ein. Doch die oberen Götter haben ihre Pläne mit Shigidi und wenn er sich freikaufen will, muss er noch einen gefährlichen Auftrag erfüllen. Shigidi soll ein gut bewachtes, mächtiges Artefakt aus dem British Musuem stehlen und in seine alte Heimat bringen.

Komme ich zuerst zu den Punkten, die mir gefallen haben. Da wäre einerseits die Grundidee mit der nigerianischen Mythologie, vor allem Shigidi als Albtraumgott fand ich interessant, aber auch das Vorgehen und die Bestimmung des Succulus. Insgesamt ist auch die Idee der Götter Company mal etwas Anderes. Auch der Schreibstil an sich war sehr angenehm zu lesen. Doch das war es dann auch schon.

Was mich hingegen beim Lesen doch sehr gestört hat, waren die nicht linearen Zeitsprünge. Die erforderten beim Lesen ein ständiges Vor- und Zurückblättern, damit ich die Geschehnisse zeitlich korrekt einordnen konnte. Das Nächste, was mich sehr gestört hat, war die Beschreibung der Frauen. Sie waren alle super s3xy und heiß, quasi Liebesgöttinnen die nur auf der Welt sind um Männer zu verführen. Und wie s3xy sie waren, wurde auch immer wieder betont, damit wir Lesenden das auch ja nicht vergessen. Aber noch nervtönder und absolut abtörnend war der Umstand, dass Nneoma ständig mit irgendwem S3x haben wollte und hatte oder aber ihre Hand bei irgendwem in der Hose war. Ja, sie ist ein Succulus, aber hier hätte es vollkommen gereicht, es bei der anfänglichen Erklärung im Buch zu belassen. Wir Leser haben das an dem Punkt vollends verstanden. Die ganze Geschichte war so übers3xualisiert, dass dadurch die eigentliche Geschichte und das eigentlich Spannende mit dem Raub vollkommen nebensächlich wurde. 

Meine Kritik ist natürlich auch immer Geschmackssache und einige scheinen sowas auch gerne zu lesen, doch für mich war "Shigidi" die erste große Enttäuschung des Jahres. Daher gibt es hier leider keine Leseempfehlung von mir.

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