Wandernde Pflanzen

von Wolf-Dieter Storl und Frank Brunke
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Wandernde Pflanzen
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Inhaltsangabe zu "Wandernde Pflanzen"

In den letzten Jahrzehnten haben sich verschiedene Pflanzen, wie etwa der Riesenbärenklau, die Kanadische Goldrute oder das Indische Springkraut, neu bei uns angesiedelt. Dass sie keineswegs, wie viele Menschen glauben, ein Problem darstellen, zeigt Wolf-Dieter Storl fundiert und kenntnisreich auf. Nachdem die Eiszeiten die hiesige Vegetation praktsich ausgelöscht hatten, sind die Neophyten Teil der allmählichen Wiederbesiedlung unseres Erdteils und eine Bereicherung unserer Flora. In den Ländern, aus denen sie stammen, gelten viele von ihnen gar als wertvolle Heil-, Nutz- und Nahrungspflanzen und manche sogar als sakrale Pflanzen, die schamanisch oder rituell verwendet werden. Diese Buch zeigt, wie wir die eingewanderten Pflanzen mit anderen Augen sehen, sie verstehen und nutzbringend anwenden können. Mit erstklassigen Fotos von Frank Brunke.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783038006800
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:AT Verlag AZ Fachverlage
Erscheinungsdatum:30.04.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    GeschichtenAgentinvor 6 Jahren
    Rezension zu "Wandernde Pflanzen" von Wolf-Dieter Storl

    Das neue Buch “Wandernde Pflanzen – Neophyten, die stillen Eroberer” von Wolf-Dieter Storl hat mich gleich auf den ersten Seiten fasziniert. Neophyten, das sind, vereinfacht gesagt, Pflanzen, die eigentlich nicht hier her gehören. So wie der Riesenbärenklau, die kanadsiche Goldrute und das indische Springkraut.

    Agressiv und gemeingefährlich. Oder?

    Wolf Dieter Storl, Weltreisender und Ethnobotaniker, lässt sein Buch in Südafrika beginnen. Mit zwei sehr sympathischen Biologen erkundet er die Umgebung der Hauptstadt. Dort findet er lauter alte Bekannte aus allen Teilen der Welt, auch aus Europa: den Portulak, Akazie, Wandelröschen, Seekiefer … Mit Erstaunen hört er die Biologen mit Enthusiasmus und Herzblut davon reden, dass all das ausgerottet werden muss. Weil es nicht nach Südafrika gehöre. Weil es agressiv sein. Weil es die einheimischen Pflanzen verdrängen würde.

    Zugegeben: ein Buch so beginnen zu lassen hat etwas von einem erzählerischen Taschenspieler-Trick. Macht nichts. Storl ist ein begnadeter Erzähler, der sein Handwerk versteht. Und ich lasse mich immer wieder gerne von ihm begeistern.

    Wolf-Dieter Storl denkt in größeren Zusammenhängen. Er erzählt von Pflanzen, die vor der Eiszeit bei uns einheimisch waren, den Klimawandel nicht überlebt haben und jetzt als Zierpflanze wieder zu uns kommen. Andere Pflanzen wie der Apfelbaum kamen mit den Römern. Auch die Walnuß war nicht einheimisch. Der nächste Einwanderungsschub fand seinen Weg über die Klostergärten. Viele der dort angepflanzten Kräuter blieben nicht lange hinter den Klostermauern, sondern wilderten sich aus wie das Schöllkraut. Eine ganz große Welle an Neophyten brachte der botanische Garten Kew Gardens in London mit sich. Pflanzen, die sich dort eingelebt hatten, verbreiteten sich über ganz England. So kommt es, das England die größte Zahl an Neophyten in Europa aufweist. Das Franzosenkraut und das drüsige Springkraut verbreiteten sich von dort weiter aufs Festland.

    In einer Mauer in einer dunklen Ecke meines Gartens wächst das Mauerzimbelkraut und blüht wunderschön – auch nicht einheimisch. In diesem Jahr hat es sich in so ziemlich jede Kübelpflanzen ausgewildert. So machen das die Pflanzen nun mal – sie wandern. Der typische Zyklus lautet Einfuhr -> Etablierung und Anpassung -> Invasion -> Sättigung und biologische Einbindung. In der letzten Phase ist der Neophyt kein agressiver Neophyt mehr – er tritt in normalen Mengen auf, weil sich Fraß-Feinde und Krankheiten gefunden haben, die ihn im Schach halten.

    Daher empfiehlt Storl, den Neophyten mit Gelassenheit zu begegnen – und in der Zwischenzeit sich einfach an den schönen Pflanzen zu erfreuen und ihr Heilpotential zu erkunden.

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