Wolf-Dietrich Greinert

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Alle Bücher von Wolf-Dietrich Greinert

Wolf-Dietrich GreinertRealistische Bildung in Deutschland
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Realistische Bildung in Deutschland
Realistische Bildung in Deutschland
 (1)
Erschienen am 01.03.2003
Wolf-Dietrich GreinertVierzig Jahre Berufsbildungszusammenarbeit mit Ländern der Dritten Welt
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Vierzig Jahre Berufsbildungszusammenarbeit mit Ländern der Dritten Welt
Wolf-Dietrich GreinertProduktionsschulprinzip und Berufsbildungshilfe
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Produktionsschulprinzip und Berufsbildungshilfe
Wolf-Dietrich GreinertOrganisationsmodelle und Lernkonzepte in der beruflichen Bildung
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Wolf-Dietrich GreinertErwerbsqualifizierung jenseits des Instustrialismus
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Wolf-Dietrich GreinertDas duale System der Berufsausbildung in der Bundesrepublik Deutschland
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Wolf-Dietrich GreinertDas 'deutsche System' der Berufsausbildung
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Das 'deutsche System' der Berufsausbildung
Wolf-Dietrich GreinertHumanistische versus realistische Bildung
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Humanistische versus realistische Bildung
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Erschienen am 01.01.2013

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Rezension zu "Realistische Bildung in Deutschland" von Wolf-Dietrich Greinert

Rezension zu "Realistische Bildung in Deutschland" von Wolf-Dietrich Greinert
dietrich_pukasvor 7 Jahren

Wolf-Dietrich Greinert: Realistische Bildung in Deutschland – ihre Geschichte und ihre aktuelle Be-deutung. Rezension von Dietrich Pukas (24.07.2011)
In seinem Buch liefert Greinert eine interessante Untersuchung der Soziogenese oder gesellschaftlichen Entwicklung von allgemeiner und beruflicher Bildung, insofern er die deutsche Bildungsgeschichte unkonventionell, nämlich konsequent aus berufspädagogischer Perspektive aufzeigt. Als realistische Bildung bezeichnet Greinert ein Lern- und Qualifikationskonzept, das die Menschen befähigt, Lebenssituationen zu bewältigen und das (im Gegensatz zum neuhumanistischen Bildungsideal) vor allem im Umfeld der Berufsarbeit. Denn gerade dies ist die Stelle, wo für die Mehrheit der Bürger auch heute noch individuelles Handeln in gesellschaftliche und politische Dimensionen hinein reicht. Und da die maßgebliche Weichenstellung zur Eingliederung in die hierarchisch geordnete Berufswelt in der Sekundarstufe II des Bildungswesens erfolgt, bildet die Struktur und Veränderung dieser Schulstufe den Mittelpunkt von Greinerts Analyse.
Infolge der Bildungsexpansion ab Mitte der 1969er Jahre sind etliche Reforminitiativen zur Anpas-sung des Berufsbildungssystems an zeitgemäße Verhältnisse wie die Neuordnung und Neuschaffung von Ausbildungsberufen ergriffen worden. Allerdings haben die Reformmaßnahmen – vor allem die Einrichtung von Fachhochschulen, Berufsakademien, Fachoberschulen, die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes, die Ausbildereignungsverordnung, das Arbeitsplatzförderungsgesetz oder der Ausbau überbetrieblicher Ausbildungsstätten – die Bildungschancen der Unterprivilegierten und Benachteiligten im Vergleich zum gymnasialen Bildungsweg nicht grundlegend verbessert und den Durchbruch der realistischen Bildung ermöglicht. Als spektakuläre „Reformruinen“ führt Greinert den Zweiten Bildungsweg, die Gesamtschule und das Berufsgrundbildungsjahr auf und selbst mit mächtigem Aufwand inszenierte Reformvorhaben wie den Kollegstufenversuch in Nordrhein-Westfalen und die Errichtung der Berliner Oberstufenzentren reiht er in die Negativbilanz ein.
Als Modernisierungshindernis sieht Greinert hauptsächlich die rechtlich-organisatorische Verfassung unseres Schul- und Hochschulwesens an, weshalb er für eine Systemveränderung eintritt: nämlich die „Verlagerung der Bildungs- und Wissenschaftsproduktion vom staatlich-hoheitlichen in den gesellschaftlich-marktorientierten Raum“. Schulen und Hochschulen sollen als „vollwertige Rechtspersonen“ selbstständig werden, damit die Fachleute vor Ort kompetent entscheiden können, um den Qualifikationsanforderungen der dritten industriellen Revolution und den akuten Bildungsansprüchen der Bürger durch eine gleichwertige Alternative des Lernens zum gymnasial-akademischen Bildungsgang zu genügen. Indes soll der Staat mit seiner herausgehobenen Machtposition als Gestalter und Garant der erforderlichen Rahmenbedingungen für das neuartige marktorientierte Bildungs- und Wissenschaftssystem fungieren. Das heißt, nach dem föderalen Prinzip der Bundesrepublik hätten die Länder und Kommunen sich auf Aufsichts- und Ordnungsfunktionen für ein dezentrales, eigenverantwortlich arbeitendes Schul- und Hochschulsystem zurückzuziehen und die Finanzierung der pädagogischen und wissenschaftlichen Einrichtungen nach rechts- und sozialstaatlichen Grundsätzen zu gewährleisten.
In meinem Diskussionsbeitrag zu diesem Modell in der „Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspäda-gogik (ZBW)“ 4/2004, S. 591-604 habe ich aufgrund meiner Berufs- und Reformerfahrungen als Be-rufsschullehrer darauf hingewiesen, dass die Devise nicht zwingend lautet: Marktchancen statt Staatsversagen. Sondern es besteht gleichfalls die Möglichkeit des Marktversagens, denn im freieren Spiel der Kräfte, Mächte, Interessen auf dem lediglich staatlich kontrollierten Bildungsmarkt bzw. im staatlich geordneten Marktsystem müssen nicht tatsächlich die positiven Erwartungen hinsichtlich einer gerechteren Bildung für alle eintreten. Das Bildungswesen besitzt als gesellschaftliches Subsystem nur eine relative Autonomie, sodass hier Auswirkungen des Sozial- und Wirtschaftssystems durchschlagen wie z. B. der Um- und Rückbau des Sozialstaates oder monopolkapitalistische Tendenzen der Globalisierung. Da ist die Gefahr nicht auszuschließen, dass Humanität und Solidarität doch von den Verwertungsinteressen dominiert werden und Bildung dem Prinzip der Gewinnmaximierung unterliegt. Nach Wolfgang Lempert (in: ZBW 4/2003, S. 618) kommt es auf Folgendes an: Verantwortliches Handeln in Staat, Wirtschaft, Gesellschaft beruht auf moralischer Kompetenz, Sensibilität und Disziplin als Garant des Gemeinnutzens. Wenn Moral, Gerechtigkeitsempfinden, Rechtsbewusstsein, soziales Engagement nachhaltig unser Denken und Handeln leiten würden, dann liefe bereits unser vorhandenes Bildungs- und Berufsbildungssystem sehr viel besser und ließe sich optimieren. In diesem Sinne könnten alle in der Bildung und Ausbildung Tätigen sowie dafür Verantwortlichen durch die Lektüre von Greinerts Werk zu wichtigen Erkenntnissen gelangen und zu persönlichen Konsequenzen motiviert werden.

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