Wolf D Greinert

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Rezension zu "Die Berufsschule - radikale Neuorientierung oder Abstieg zur Restschule?" von Wolf D Greinert

Rezension zu "Die Berufsschule - radikale Neuorientierung oder Abstieg zur Restschule?" von Wolf D Greinert
dietrich_pukasvor 7 Jahren

Ausführliche Rezension von Dietrich Pukas unter: http://www.bwpat.de/rezensionen/rezension_16-2011_greinert_wolf.pdf

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dietrich_pukass avatar

Rezension zu "Erwerbsqualifizierung jenseits des Industrialismus" von Wolf D Greinert

Rezension zu "Erwerbsqualifizierung jenseits des Industrialismus" von Wolf D Greinert
dietrich_pukasvor 7 Jahren

Wolf-Dietrich Greinert: Erwerbsqualifizierung jenseits des Industrialismus – Zur Geschichte und Reform des deutschen Systems der Berufsbildungspolitik
Rezension von Dietrich Pukas (03.09.2011)

Greinerts Werk kann und sollte in der gegenwärtigen Reformdebatte zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Bildungswesens als maßgeblicher Wegweiser dienen, um angesichts des Wandels von der herkömmlichen Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft angemessene Konsequenzen zur Angleichung des deutschen Berufsausbildungssystems an den Europäischen Qualifikationsrahmen zu ziehen. Denn Greinerts Reformempfehlungen basieren auf der kenntnisreichen und erkenntnisträchtigen Analyse der historischen Entwicklung des deutschen dualen Ausbildungssystems von den Traditionsbeständen der ständischen Handwerkerausbildung über die industrietypische Lehrlings- und Facharbeiterausbildung, die Berufsbildungsreformversuche in den 1970er Jahren bis zur Erosion des deutschen Produktionsmodells und den Krisenerscheinungen des Korporatismus und Bildungsföderalismus in diesem Jahrhundert. Daraus ergeben sich wesentliche Elemente, die sich als zukunftsfähig erweisen und echte europäische Tradition ausmachen wie das Berufsprinzip, die Ganzheitlichkeit von Qualifikationen und Kompetenzen, Inputorientierung der Lernprozesse, Zusammenhang von Ausbildung und Prüfung, Theorie-Praxis-Bezug, didaktisch fundierte Lernorganisation, schließlich die soziale und gesellschaftspolitische Stabilisierungsfunktion. Allerdings stehen sie im Gegensatz zum rein marktorientierten, aus England stammenden Basiskonzept, das den als Richtschnur vorgegebenen Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) und das Europäische Kreditpunktesystem für die berufliche Bildung (ECVET) bestimmt.
Nach Greinert sollten wir uns von der Illusion verabschieden, beides sinnvoll synchronisieren zu können. Stattdessen schlägt er vor, das weitgehend strukturgleiche duale und schulische Ausbildungssystem zu einem effizienten Gesamtmodell beruflicher Bildung zusammenzuführen. Dazu könnte man nach dem Vorbild von Österreich und Schweiz, den Ländern mit gleichfalls dualer Ausbildungstradition, ein innovatives, neues Berufsbildungsreformgesetz schaffen. Durch Grundgesetzänderung sollte darin dem Bund als Zentralmacht die gesetzliche Rahmenkompetenz für die Regelung der schulischen, betrieblichen, dualen, überbetrieblichen, staatlichen und privaten Ausbildung in allen nicht-akademischen Berufen einschließlich beruflicher Benachteiligten- und Behindertenausbildung sowie Weiterbildung und Laufbahnberatung eingeräumt werden. Als weiterer Kernpunkt ist die Finanzierung der beruflichen Bildung im Sinne einer Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und privaten Betrieben zu verankern und auf Qualitätsentwicklung und -kontrolle auszurichten.
So vermag Greinerts Werk vorrangig für die zahlreichen Berufsbildungsreformer wichtige Erkenntnisse bringen, besonders relevant ist es für diejenigen, die auf nationaler und europäischer Ebene bildungspolitische Verantwortung tragen. Jedoch ist das Buch ebenfalls für alle im Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsbereich Tätigen und am gesellschaftlichen Wandel Interessierten als Fachlektüre empfehlenswert.

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Rezension zu "Berufsqualifizierung und dritte Industrielle Revolution" von Wolf D Greinert

Rezension zu "Berufsqualifizierung und dritte Industrielle Revolution" von Wolf D Greinert
dietrich_pukasvor 7 Jahren

Wolf-Dietrich Greinert: Berufsqualifizierung und dritte Industrielle Revolution
Rezension von Dietrich Pukas (28.07.2011)

In dem Buch behandelt Greinert die Sozialgeschichte der drei klassischen Ausbildungsmodelle im Europa des 19. Jahrhunderts: das Marktmodell in England, das Schulmodell in Frankreich und das Dualmodell in Deutschland. Und zwar zeichnet er die Konsequenzen der nationalen Ausbildungssysteme jeweils als Reaktion auf die erste, zweite und dritte industrielle Revolution nach, nämlich in Bezug auf die Auflösung der traditionellen Ständeordnung, Massenproduktion und Taylorismus sowie Computerrevolution und Vermassung des Bildungswesens. Im Mittelpunkt steht die Analyse der strukturellen Veränderungen des deutschen dualen Berufsausbildungssystems , das in seiner Kombination aus Betriebsausbildung und Berufsschule als bevorzugtes Zukunftsmodell aus der Untersuchung hervor geht. Allerdings gibt es kein universales Modell der Erwerbsqualifikation und auch das deutsche Dualsystem weist deutliche Mängel auf, sodass seine künftige Funktionsfähigkeit durch konstruktive Reformen und politisches Handeln gesichert werden muss, was es gerade im gegenwärtigen europäischen Vereinheitlichungsprozess und gleichfalls hinsichtlich der Globalisierungstendenzen zu gewährleisten gilt.
Zwar erweist sich Greinerts Untersuchung vorrangig für Berufsbildungsreformer, insbesondere solche, die sich international mit den verschiedenen Ausbildungsansätzen beschäftigen, aufschlussreich. Insofern Greinert Zusammenhänge, Chancen und Grenzen im komplexen Geschehen der beruflichen Aus- und Weiterbildung aufzeigt, mag er zur Orientierung einer allzu konzeptionslosen Berufsbildungspolitik beizutragen, und macht die Angelegenheit für eine breite bildungspolitische Öffentlichkeit interessant.

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