Wolf Haas

 4,1 Sterne bei 2.280 Bewertungen
Autor von Wackelkontakt, Komm, süßer Tod und weiteren Büchern.
Autorenbild von Wolf Haas (©Peter-Andreas Hassiepen)

Lebenslauf

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Für sein Werk erhielt er u. a. den Bremer Literaturpreis, den Wilhelm-Raabe-Preis und den Jonathan-Swift-Preis. Er veröffentlichte die Romane "Das Wetter vor 15 Jahren" (2006), "Verteidigung der Missionarsstellung" (2012) und "Junger Mann" (2017) sowie neun Brenner-Krimis, zuletzt "Müll" (2022). Wolf Haas lebt in Wien.

Quelle: Hanser Literaturverlage

Neue Bücher

Cover des Buches Brennerova (ISBN: 9783455021844)

Brennerova

(94)
Neu erschienen am 04.03.2026 als Taschenbuch bei Hoffmann und Campe.
Cover des Buches Wackelkontakt (ISBN: 9783328113393)

Wackelkontakt

Erscheint am 15.07.2026 als Taschenbuch bei Penguin.

Alle Bücher von Wolf Haas

Cover des Buches Wackelkontakt (ISBN: 9783446282728)

Wackelkontakt

(319)
Erschienen am 09.01.2025
Cover des Buches Komm, süßer Tod (ISBN: 9783499228148)

Komm, süßer Tod

(212)
Erschienen am 01.08.2000
Cover des Buches Silentium! (ISBN: 9783499228308)

Silentium!

(192)
Erschienen am 01.08.2000
Cover des Buches Auferstehung der Toten (ISBN: 9783499228315)

Auferstehung der Toten

(199)
Erschienen am 01.08.2000
Cover des Buches Das Wetter vor 15 Jahren (ISBN: 9783945620595)

Das Wetter vor 15 Jahren

(187)
Erschienen am 05.09.2016
Cover des Buches Der Knochenmann (ISBN: 9783499252372)

Der Knochenmann

(159)
Erschienen am 18.02.2009
Cover des Buches Der Brenner und der liebe Gott (ISBN: 9783455019193)

Der Brenner und der liebe Gott

(159)
Erschienen am 07.11.2024
Cover des Buches Eigentum (ISBN: 9783446278332)

Eigentum

(139)
Erschienen am 04.09.2023

Videos

Neue Rezensionen zu Wolf Haas

Cover des Buches Eigentum (ISBN: 9783446278332)
P

Rezension zu "Eigentum" von Wolf Haas

Petra_de_Zamagna
Melancholische Verabschiedung

Die letzten Tage der Mutter geben Anlass für dieses sehr persönliche Buch, das die Mutter in diesen Tagen begleitet.  Dabei wird der Moment genutzt, das Leben der über 90-jährigen Revue passieren zu lassen. Mit Kindheit, Ausbildung im beginnenden zweiten Weltkrieg und danach. Heirat, Kinder, Arbeit, Suche nach dem ewigen Wohnungs-Eigentum, Vereinsamung in der eigenen Wohnung und später im Altersheim, als nur noch das Handy den regelmäßigen Kontakt mit den Kindern ermöglichte.

Mit dem gewohnten Witz, diesmal ein Mutter-Sohn-Witz, wird das tragische des Moments aufgelockert. Die Mutter erzählt immer wieder im ihr eigenen Dialekt mit dem Zusatz "nit" bei den einzelnen Sätzen. Das lässt ein sehr vertrautes Verhältnis entstehen - der Leser sitzt als Kind praktisch dabei. Manche Passagen werden absichtlich wiederholt, wie das ja auch im Leben oft ist, wenn die Mütter den Kindern besonders eindrücklich etwas mit auf den Weg geben wollen. 

"Manche Dinge muss man immer wieder erzählen. Mit jeder Wiederholung wird die Erzählung etwas weniger wahr. Bis die Wiederholungen irgendwann so eine unerschütterliche Form angenommen haben, dass sie jeden Bezug zur ursprünglich abgebildeten Realität verloren haben. Wollte man aber alle ästhetischen Prinzipien und vielleicht alle Wege der Erkenntnis auf ein einziges Manöver reduzieren, so ist es ebenfalls die Wiederholung." (S 138)

Die Mutter hat als Servicekraft in der Schweiz einige Jahre gearbeitet, hat nach dem zweiten Weltkrieg bei der amerikanischen (Stadt u Land Salzburg) Besatzung in der Zensur gearbeitet und dadurch sowohl Sprachen (französisch und englisch) als auch Maschineschreiben sich selbst beigebracht. Sie  war dann zeitlebens  im Ort (Maria Alm?)  immer die Person, zu der man ging, wenn man Übersetzungshilfen benötigte.

Ein dreister Brief an die lokale Gemeinde/Raiffeisenkasse mit der Bitte um eine freiwerdende Wohnung erlöst die Mutter von der unerfreulichen Situation im eigenen Elternhaus, zu dessen Aufbau (nach dem Krieg)  sie zwar finanziell beigetragen hatte aus der Schweiz, in dem sie aber nach dem Tod von Vater und Bruder bei einem weiteren Bruder mehr geduldet wurde, als dass sie wirklich eine schöne Unterkunft hatte. Von nun an wohnen sie in einem Haus, wo auch die Polizei und eine Gemeindebibliothek sich befindet - mit Blick auf den Friedhof.

Es ist immer wieder auch ein innerer oder äusserer Monolog mit der Mutter, der von Ironie durchzogen ist:

"In meinem Hirn sind die Erinnerungen meiner Mutter abgespeichert, die bei ihr nicht mehr besonders deutlich vorhanden sind. Mit einem unsichtbaren Durchschlagpapier haben ihre Erinnerungen sich auf mein Hirn durchgedrückt. irgendwas ärgert mich daran. Bin ich auf die Welt gekommen, um die externe Festplatte meiner Mutter zu sein?


So ist das Buch auch ein Abschiednehmen nicht nur von der Mutter, sondern auch durch Aufschreiben ein Abschied von all diesen Geschichten, die das Leben der Mutter ausmachten. Wir sind als Kinder unserer Eltern alle in dieser Situation irgendwann einmal - es hat etwas sehr tröstliches, dieses Buch zu lesen.

Cover des Buches Müll (ISBN: 9783455015393)
L

Rezension zu "Müll" von Wolf Haas

Lesens_werte_
Ein Knaller

Am Mistplatz hat alles seine Ordnung. Da kann man seinen Abfall nicht einfach so entsorgen, jede Wanne sorgt für Sortierung. Das weiß jeder, der dort arbeitet. Doch plötzlich finden sich menschliche Überreste in Wannen, wo sie wirklich nicht hingehören würden. Und dann muss es ja noch einen Grund haben, warum überhaupt Leichenteile auf einem Wiener Mistplatz auftauchen. Der Brenner möchte damit am liebsten überhaupt nichts zu tun haben. Als ehemaliger Polizist, wird er aber schnell als naheliegendster Ansprechpartner auserkoren und steckt mittendrin.


Dieser Krimi ist genauso außergewöhnlich, wie Cover, Titel und Klappentext vermuten lassen. Auch wenn "Müll" von Wolf Haas schon der neunte Krimi rund um Simon Brenner ist, war es für mich der erste Fall mit diesem besonderen Ermittler. Er ist nicht nur eigensinnig und kauzig, sondern er vermittelt auch alles andere als das Bild eines klassischen Polizisten.

Nachdem ich mich an den besonderen Schreibstil etwas gewöhnen musste, weil man manchmal das Gefühl hat, entscheidende Wörter fehlen im Satzbau, konnte ich doch immer besser in die Geschichte einsteigen. Spannung, Wortwitz und jede Menge Situationskomik machen dieses Buch lesenswert. Nach Wackelkontakt mein zweiter Wolf-Haas-Knaller!

Cover des Buches Wackelkontakt (ISBN: 9783446282728)
Wortfiebers avatar

Rezension zu "Wackelkontakt" von Wolf Haas

Wortfieber
Der trockene Humor sitzt, die Figuren sind herrlich skurril

 Das Buch hat mich komplett erwischt. Der trockene Humor sitzt, die Figuren sind herrlich skurril, und dieser ganze Buch‑im‑Buch‑im‑Buch‑Erzählstil ist einfach genial umgesetzt. Der Plot bleibt durchgehend spannend, und ich hatte am Ende richtig Lust, selbst ein Puzzle auszupacken (versteht man nur wenn man das Buch gelesen hat). Ich war total im Sog und musste ständig weiterlesen.

Franz Escher wartet zuhause auf den Elektriker, weil seine Steckdose einen Wackelkontakt hat. Um sich die Zeit zu vertreiben, während er auf den Elektriker wartet, liest er ein Buch über den Mafia‑Kronzeugen Elio Russo, der im Gefängnis sitzt und seiner Entlassung entgegenzittert. Elio wiederum liest ein Buch über Franz Escher. Die beiden Geschichten spiegeln sich gegenseitig, verschieben sich, greifen ineinander und werden immer enger miteinander verknüpft. Während Escher und Elio sich durch ihre jeweiligen Bücher lesen, tauchen plötzlich ein toter, alte Geheimnisse und familiäre Verstrickungen auf. Was harmlos beginnt, entwickelt sich zu einem immer schrägeren, spannenderen Puzzle, das sich erst ganz am Ende zusammenfügt.

Gespräche aus der Community

In seinem neuen Buch, "Eigentum", erzählt Wolf Haas eine ganz persönliche Geschichte: die Geschichte seiner Mutter, einer Frau, die fast ein Jahrhundert lang in Armut gelebt hat, die sich immer krank fühlte, und als sie endlich ankündigt, dass es ihr gut geht, ist sie drei Tage später tot …

Tiefsinnig und humorvoll, "Eigentum" ist unser neuer Titel im Literatursalon!

721 BeiträgeVerlosung beendet
Walli_Gabss avatar
Letzter Beitrag von  Walli_Gabs

Den Satz fand ich auch toll - so lakonisch und wahr.

Hallo ihr Lieben (:

Vor ein paar Tagen habe ich euch auf meinen Blog einen meiner absoluten Lieblingsautoren vorgestellt: Wolf Haas.

Damit ihr auch gleich in sein neuestes Buch hineinschmökern könnt, gibt es zurzeit ein Exemplar von "Brennerova" auf meinem Blog zu gewinnen!

 

Alles Infos zur Teilnahme findet ihr auf meinem Blog: reeadiit.blogspot.co.at

 

Anmerkung: Gerne könnt ihr mir die Lösung auch hier auf Lovelybooks per Nachricht zukommen lassen (:

 

Liebste grüße Lole

0 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Wolf Haas wurde am 14. Dezember 1960 in Maria Alm, Salzburg (Österreich) geboren.

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