Wolf Haas Das Wetter vor 15 Jahren

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Inhaltsangabe zu „Das Wetter vor 15 Jahren“ von Wolf Haas

Seit fünfzehn Jahren studiert Vittorio Kowalski das Wetter in einem fernen Alpendorf. Er kennt Wetterlage, Niederschlagsmenge und die Anzahl der Sonnenstunden eines jeden Datums. Mit diesem kuriosem Spezialwissen wird er sogar Wettkönig bei Wetten, dass ..?. Niemand kann sich diese Leidenschaft erklären - außer einer jungen Frau in dem Urlaubsort seiner Kindheit. Anni war die Tochter der Zimmervermieter, Vittorio der Sohn der deutschen Urlaubsgäste. Die beiden Kinder verbrachten jeden Sommer gemeinsam - bis sie in ein Jahrhundert-Unwetter gerieten. Ein höchst amüsanter Liebesroman, ein außergewöhnliches Buch, ein neuer Bestseller von Wolf Haas.

Abgebrochen weil die Erzählweise als Interview sehr langweilg und anstrengend war.

— buchhase

Genial, witzig, ironisch. Bitte lesen!

— sofie

Fesselnd!

— Irisa

Ein ungewöhnlicher und nicht ganz einfacher Haas.

— Duffy

Letztlich lesenswert.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Virtuos

    Das Wetter vor 15 Jahren

    BeaMilana

    06. August 2017 um 15:10

    Sehr witzige, klug gebaute Liebesgeschichte, die im Dialog zwischen einer Literaturkritikerin und dem (fiktiven) Autor Wolf Haas erzählt wird. Während des Interviews offenbart der Erzähler nach und nach die Geschichte von Vittorio Kowalski und seiner Jugendliebe Anni, die er nach fünfzehn Jahren in einem österreichischen Alpendorf kurz vor der Hochzeit wiedertrifft. Dabei kommt man aus dem Schmunzeln nicht heraus, so scharfsinnig, lakonisch fein und vieldeutig sind die Anspielungen, bei denen der Autor mit manchen Begriffen spielt, sich selbst dabei nicht immer Ernst nimmt. Mich hat dieser ungewöhnliche Roman (sein Stil, seine verschiedenen Erzählebenen, der spritzige Dialog) begeistert und amüsiert.  "Geht man vom äußeren Augenwinkel einen Zentimeter nach unten, kommt man zum Backenknochen. Und dann, in gerader Linie weiter, noch einen Zentimeter. Dort hat Anni mich hingeküsst." Für Das Wetter vor 15 Jahren erhielt Haas 2006 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

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    • 2
  • Haas mal wieder "ungewöhnlich"

    Das Wetter vor 15 Jahren

    rkuehne

    23. August 2015 um 23:17

    Ungewöhnlich ist Wolf Haas ja immer, so auch hier, wo er für einen Roman komplett die Form wählt, seine Geschichte in einem Interview mit einer „Literaturbeilage“ zu erzählen. Das ist lesenswert, nachdem man sich ein wenig reingefuchst hat, hat aber auch seine Längen. Die Geschichte selbst – ein Jugendlicher aus dem Ruhrpott verliebt sich im Urlaub in den Alpen in ein Mädchen aus dem Dorf, wieder daheim verfolgt er kontinuierlich das Wetter im Urlaubsort und merkt es sich. Damit gewinnt er schließlich sogar bei „Wetten, dass…?“ und kommt so in Begleitung des Autoren Wolf Haas in seinen Urlaubsort zurück – ist unterhaltsam, aber eben nicht immer fesselnd.

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  • Uneigentlicher Interview-Roman

    Das Wetter vor 15 Jahren

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Das von der FAZ als „Ein virtuoses, irrsinnig komisches Glanzstück“ bezeichnete Taschenbuch bringt für mich ein neues Genre in die Literatur. Ich würde das Buch als uneigentlichen Interview-Roman bezeichnen. Uneigentlich deshalb, weil natürlich nicht echt interviewt wird, Wolf Haas vielmehr nur den Eindruck erweckt, als ob er von einer „Literaturbeilage-Reporterin“ befragt würde. Was er ihr in den Mund legt und was er seinerseits über seine Romanfiguren zu erzählen weiß, ist nun sicher streckenweise ganz amüsant. Ein Glanzstück hat es für mich aber schlicht deswegen schon (man übersehe das Wörtchen „schon“ nicht!) nicht abgegeben, weil ich mich für dieses neue Genre nicht begeistern kann. Mir ist ein Roman, der in eine herkömmliche Prosa gekleidet ist, einfach lieber. Den Vorwurf einer insoweit konservativen Einstellung nehme ich in Kauf. - Die Geschichte selbst gefällt mir. Bei wem jenseits des altersmäßigen Rubikon, wo immer er gesucht wird, würden nicht Erinnerungen wach, wenn er/sie an erste jugendliche Liebesgefühle erinnert wird? Und wer, selbst wenn er die Fernsehsendung „Wetten, dass …“ und ihren Moderator nicht mochte, wäre von ihr völlig unbeeindruckt geblieben? Und von ihren ausgefallenen Ideen. Gleichwohl: Das Wetter von vor 15 Jahren interessiert mich auch dann nicht, wenn damit ein Unwetter bzw. Gewitter gemeint war. Allenfalls die Beziehung zwischen dem aus dem Ruhrpott stammenden jungen Urlaubsgast und der in dem nicht genauer zu identifizierenden alpenländischen Urlaubsort lebenden Tochter der Vermieter spricht mich als Geschichte an. Wie es Wolf Haas schafft, in die Dialoge diese Geschichte einzubauen, ist wohl auch das Gekonnte an dem Buch. Verbunden mit der Selbstironie und der mehr oder minder versteckten Kritik an seiner Zunft. Die Lektüre lohnt daher letztlich, auch wenn man anfangs das Buch aus der Hand legen möchte.  

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    • 2

    Arun

    17. May 2014 um 19:18
  • Wolf Haas - einmal anders

    Das Wetter vor 15 Jahren

    leserin

    24. April 2013 um 17:03

    Ich kam durch Zufall auf dieses Buch - erstmals finde ich das Cover sehr ansprechend und dann wollt ich schon immer etwas von Haas lesen. Der Inhalt des Buches sprach mich gleich an. Die andere etwas außergewöhnliche Art des Buches (in Interviewform) war ungewöhnlich und zuerst gewöhnungsbedürftig, aber dann ziemlich spannend. Ein sehr interessanter Bericht steht im Falter.at zum noch besseren Verständnis (Interview mit Wolf Haas)

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    awogfli

    30. March 2012 um 17:28

    Na das ist mal was anderes vom Wolf Haas - wesentlich besser als die mittlerweile schon ausgelutschten Brenner Romane. Eine sehr innovative, ungewöhnliche, herausfordernde Art und Weise, wie sich dem Leser dieser Liebesroman erschließt. Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern man erfährt die Handlung durch ein mehrtägiges protokolliertes Interview, das Wolf Haas mit einer Literaturjournalistin über das Buch führt. Selbstverständlich gibt es beim Reden über das Buch Gedankenspünge, Spoiler Alarm, und Hintergrundgschichtln, die weniger mit der Liebeserzählung zu tun haben, aber nach und nach erschließt sich dem Leser in einer sehr angenehmen Weise die gesamte Geschichte inkl. Hintergrund wie der Roman entstanden ist. Den Punkt Abzug muss ich aber dennoch geben, denn die Literaturjournalistin hat einen für mich besonders nervigen Sprachfehler/Dialekt? - wenn auf i ein r folgt macht sie das i zu einem ü also: würklich, ürgendwie, ürgendwas, Kürche - und diese 4 Wörter verwendet sie in vielen Sätzen sehr zahlreich - statt Wortwiederholungen - Sprachfehlerwiederholungen (komisch das Wort wird (würd) kommt im ganzen Interview nie vor) . Am Ende wird aber nicht aufgeklärt, warum die Journalistin das tut - Wolf Haas hätte sich selbst ja danach fragen lassen können. Ich lasse mich ungestraft nicht gern ohne Grund und Auflösung quälen - da bin ich a bisserl kleinlich sowohl beim Quälen als auch bei der Sprache. Bis auf diese kleine Unbill aber ein sehr lesenswertes Buch!

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    Gilfaen

    21. February 2011 um 20:07

    Der sonst eher im Krimi-Genre bekannte Autor Wolf Haas (Die s.g. "Brenner"-Romane; verfilmt wurden u.a. "Komm süßer Tod" und "Silentium") versichte sich bei diesem Werk einer eher experimentelle Art und Weise des Schreibens; er lässt sich fünf Tage lang von einer Literaturbeilage interviewen und so wird nicht nur die Geschichte um den eher schüchternen Kowalski gebildet, sondern auch ein Einblick gewährt in die Schreibwerkstatt des österreichischen Autors. Schlagfertig und mit viel Selbstironie beantwortet er viele Fragen, gibt Denkanstöße, zitiert aus dem Text und zeiht manchmal mehr, manchmal weniger seine eigenen Figuren, aber auch den Literaturbetrieb durch den Kakao. Auch, wenn mir das Buch schluss endlich gut gefallen hat, so weist es doch viele Längen auf. Natürlich muss, wenn man sich als Protagonist mit dem Wetter beschäftigt dies auch authentisch sein und dem Leser einiges berichten können, aber... wirklich über 20 Seiten? Es gab Zeiten, da wollte ich es nicht beenden, weil der Spannungsbogen ab ein paar Punkten einfach nicht mehr vorhanden war; zumal er es schafft eine Spannung aufzubauen und sie dann ruckartig mit weitschweifigen Beschreibungen, die meiner Ansicht nach nicht nötig sind, zu unterbrechen. Und doch haben mich manche Sachen auch positiv überrascht, weil Wolf Haas es schafft trotz dieser Textform Schreckensmomente hervorzurufen, ein Mitfieberungsgefühl und man nie den Faden verliert, so abstrus auch die Handlung ausläuft. Zum Ende möchte ich nicht viel sagen, aber... ein so konstruiertes Ende ist mir lange nicht mehr unter gekommen und doch kann man sich das Grinsen nicht verkneifen. Ein sehr zwiespältiges Buch bleibt übrig nach 221 Seiten...

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. September 2010 um 10:18

    „Das Selbstgespräch ist die einzig mögliche Form der Kommunikation“, würden die Kollegen Kießling und Bidulski jetzt sagen, ihre Biergläser gegeneinander hauen und somit zu erkennen geben, dass dies auch das letzte war, was man an Geistreichem an diesem Abend noch zu erwarten hätte. Vielleicht hätte ich, der ich rechts von den beiden stehe, bewundernd zuhörend und zusehend, gerade noch ein Christoph Schlingensief Zitat auf den Lippen, nämlich: „Mir geht es immer um Selbstprovokation. Ich bin mir selber hochgradig misstrauisch geworden.“, bevor ich mit in den Tanz einsteigen würde. Zum Glück ist der Haas kein verschwurbelter Künstler, der jeden Teil seiner Biographie in die Arena zerren muss, um alle Widersprüche dort auszudiskutieren. Literaten bleiben ja glücklicherweise zumeist inkognito, deswegen bewundert man ja deren Existenz, auf der Buchmesse herumstehen kann schließlich jeder, aber die Selbstbefragung, die ist immer noch das reizvollste Mittel, ob im Roman, in der Kunst oder an der Theke. Dass Wolf Haas die Literatenwelt nicht von links auf rechts dreht, liegt wohl daran, dass die Moderne, Postmoderne, Postpostmoderne und die deutsche Post schon alle Stilmittel ausprobiert haben. Der gähnende hochschulgestählte Rezensent wird natürlich umgehend erkennen, dass das Selbstinterview eine lange Tradition hinter sich hat und auch die deutsche Comedy greift ja immer wieder auf dieses allseits beliebte Stilmittel zurück, wenn Hape Kerkeling in zwei verschiedenen Kostümen sich selber an den Rand des Wahnsinns treibt oder zumindest so tut, mehr geht da ja nicht. Aber glücklicherweise gehen dem Haas im Gegensatz zu allen Nostalgie-Nörglern, die immerzu schreien: „Hat´s alles schon gegeben, hat´s alles schon gegeben“, diese ganzen Kunstansprüche natürlich vollkommen ab und deutsche Comedy will der wohl auch nicht sein, hoff´ ich zumindest. Der Haas will wohl einfach nur gut unterhalten. Mit einem Gespräch, das nie geführt worden ist, mit einem Roman, der nie geschrieben worden ist. Das ist doch ein Ansatz, ein sehr schöner wohlgemerkt, das schafft schließlich nicht jeder. Sauber, der Haas. Und wenn der jetzt vielleicht sogar noch einen neuen Brenner nachlegt, werden all jene verstummen, denen Unterhaltung immer hochgradig suspekt ist. Nörgler hat es ja auch schon immer gegeben. Da darf man auch mal in die olle Stilkiste greifen, um drei Tresenstehern ein paar vergnügliche Stunden zu bereiten, denn der Kießling, der Bidulski und ich, wir waren hochgradig begeistert und konnten viel lachen.

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    damentennis

    05. September 2010 um 13:21

    endlich mal ein autor, der nicht an sich selbst, sondern an den leser denkt! anstatt ein buch - einen roman - zu schreiben, schreibt wolf haas gleich lieber die erklärung des romans, das spart zeit, papier, geld und ärger. und dass tut er dann auch noch in der form des selbstinterviews, also der von mir am höchsten geschätzen gesprächsform überhaupt. da funkt einem nämlich ständig so ein anderer mensch mit meinungen und witzen dazwischen. dem leser, schreibt haas das in seinem als dialog mit der "literaturbeilage" getanten monolog, überlasse er mal gar nichts, was die sinnbildung betrifft. wäre ja noch schöner, wenn da am ende jeder meinen könnte, was er will! der autor macht sich doch nicht die ganze mühe, damit dann am ende der leser wieder schlauer ist als er. nein, bei haas wollen die hierarchien klar eingehalten werden, gott sei dank. darum hilft er ja hier nach mit all den erläuterungen, warum er das so schrieb und was das bedeutet und was er hätte stattdessen schreiben können. wolf haas als roter faden. prächtig. aufmerksame menschen haben bemerkt: mein erster satz dieser rezension ist kompletter unsinn. er ist falsch. gelogen. dumm. zu kurz gedacht. gar nicht gedacht. oder schlimmeres. denn natürlich - das hat meine als argumention getarnte satzfolge hier ja gezeigt - denkt haas an sich selber und nicht an den leser, also nur vorgelblich an den leser. in der schule hat ein mitschüler immer gesagt: altruisten sind die größten egoisten! ja, mit solchen menschen bin ich zur schule gegangen, ich hatte keine wahl. der mitschüler sagte das und guckte dann so, als erwarte er lob und bewunderung. manchmal bekam er die auch. und er würde sie auch heute noch bekommen, an universitäten, bartheken und feulleitontexten. was dann am ende nur etwas traurig ist: dass es das buch, den roman, dann gar nicht gibt, denn das will man unbedingt lesen, diese geschichte, die natürlich eine liebensgeschichte ist. vielleicht ist das ja ein grund, warum die anderen autoren dieser welt immer zuerst den roman veröffentlichen und die erklärungen dann in echten literaturbeilagen, tv-talksendungen und vorwörtern nachliefern. in vorwörtern nachliefern? geht das denn überhaupt? weiß ich nicht. weiß aber auch niemand besser.

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    anena

    14. May 2010 um 11:24

    Eine tolle Idee: ein Buch über ein Interview über ein Buch. Sehr witzig und intelligent. Am Schluss hatte ich wirklich das Gefühl, das Buch gelesen zu haben. Mit ironischen Seitenhieben auf die gesamte deutsche Kulturszene. Wolf Haas ist immer wieder ein Genuss.

  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    firlefanz

    04. March 2010 um 10:53

    Fünf mal Sibersternchen! Ein Buch von Wolf Haas ohne Brenner. Kann das gehen? Und nicht nur das, hier soll es sich auch noch um einen Liebesroman handeln. Nun, ein typischer Liebesroman sieht sicher anders aus. Dafür sorgt schon die ungewöhnliche Form, die Haas hier gewählt hat. Nämlich ein Gespräch zwischen Autor und Rezensentin über das eigentliche Buch. Das ist für den Leser zunächst ungewohnt, da man die Geschichte zwischen Vittorio, dem Wetterwettkönig aus Essen und seiner Kindheitsliebe Anni aus "Östreich" nur nach und nach aufgetischt bekommt. Aber Haas macht das Ganze so gekonnt, dass es eine Freude ist. Zudem gewinnt man viele neue Einblicke in das Denken eines Autors, etwa beim herrlichen Streit zwischen den beiden Interviewpartnern über die stilistische Form einer bestimmten Buchstelle: Literaturbeilage: Sie hätten es sich auch einfach machen und das Ganze in so einer Art Filmschnitttechnik erzählen können, abwechselnd aus seiner und aus Annis Warte. Wolf Haas: Ja, sicher, man kann sich's auch so leicht machen und das Buch gar nicht schreiben. Haas' Humor trifft einfach genau meinen Geschmack. Und ich hätte den beiden wirklich noch 500 Seiten lang "zuhören" können. Trotzdem freue ich mich auch wieder auf den Brenner.

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    zimmer

    18. January 2010 um 17:15

    5.0 von 5 Sternen Ein orgiastisches Vergnügen - Mit Silbersternchen, 18. Januar 2010 Der deutsche Vittorio Kowalski fährt jedes Jahr mit seinen Eltern in ein österreichisches Bergdorf, wo er mit der Einheimischen Anni Freundschaft schließt. Nach einem nicht näher genannten Ereignis enden die Besuche in Farnach, und das junge Paar verliert sich aus den Augen. Daraufhin entwickelt Vittorio ein eigenartiges Interesse an den kleinen Urlaubsort, und kann die Wetterbedingungen jeden Tages aus den letzten 15 Jahren auswendig nennen. Vittorio beschließt das zu machen, was jeder mit derartigem Spezialwissen anstrebt: Er geht zu Wetten, daß ...? und wird prompt in Thomas Gottschalks Sendung eingeladen. Alles scheint gut, bis die Frage nach dem Wetter eines ganz bestimmten Datums eine Kette von Ereignissen auslöst, mit denen keiner gerechnet hat... Unglaublich, Wolf Haas hat nach seinen Kultkrimis rund um den eigenwilligen Privatdetektiv Simon Brenner tatsächlich einen Liebes- bzw. Heimatroman geschrieben. Doch es wäre nicht Wolf Haas, wenn er nicht auch diesem leidlichen Genre seinen ganz persönlichen Stempel raufdrücken würde. Und was für ein Stempel das ist. Der Leser bekommt nämlich nicht die Geschichte von Vittorio und Anni auf herkömmliche Art und Weise serviert, sondern als Dialog zwischen einer deutschen Literaturbeilage und dem fiktiven Autor der Geschichte, Wolf Haas als Romanfigur. Und diese Buchbesprechung ist einmalig. Die Literaturbeilage und Wolf Haas kennen das Buch natürlich genau, und auch wenn es für uns nicht real ist, so nimmt es während des Gesprächs Form an und wird genauso greifbar, wie es für die fiktiven Gesprächspartner ist. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, wenn vom simplen, ersten Satz über Gestaltung des Umschlags und nicht näher genannten Silbersternchen bis hin zum offenen Ende ein Roman erzeugt wird, der nicht existiert. Neben dieser einzigartigen Erzählweise schenkt uns Haas auch noch eine Menge an Themen, die Raum zur Interpretation bieten. Allein der Gegensatz zwischen deutschen Touristen und österreichischen Einheimischen, der hervorragend umgekehrt wird, als Wolf Haas selbst als Romanfigur während einer Recherchereise in den Ruhrpott fährt, zeugt von dem Ideenreichtum des Autors. Einzig und allein gegen Ende kommt mir vor, als ob zu viele Romanpassagen zitiert werden. Ob das nun gewollt ist und den Effekt der Romanentstehung verdeutlichen soll, oder ob dem Autor die Ideen ausgegangen sind, darüber will ich nicht urteilen. Klar ist auf alle Fälle, dass sich mein Eindruck vom Buch deswegen nicht schmälert. Das Wetter vor 15 Jahren ist die kreativste und humorvollste Geschichte, die ich je gelesen habe und gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    zimmer

    18. January 2010 um 17:15

    5.0 von 5 Sternen Ein orgiastisches Vergnügen - Mit Silbersternchen, 18. Januar 2010 Der deutsche Vittorio Kowalski fährt jedes Jahr mit seinen Eltern in ein österreichisches Bergdorf, wo er mit der Einheimischen Anni Freundschaft schließt. Nach einem nicht näher genannten Ereignis enden die Besuche in Farnach, und das junge Paar verliert sich aus den Augen. Daraufhin entwickelt Vittorio ein eigenartiges Interesse an den kleinen Urlaubsort, und kann die Wetterbedingungen jeden Tages aus den letzten 15 Jahren auswendig nennen. Vittorio beschließt das zu machen, was jeder mit derartigem Spezialwissen anstrebt: Er geht zu Wetten, daß ...? und wird prompt in Thomas Gottschalks Sendung eingeladen. Alles scheint gut, bis die Frage nach dem Wetter eines ganz bestimmten Datums eine Kette von Ereignissen auslöst, mit denen keiner gerechnet hat... Unglaublich, Wolf Haas hat nach seinen Kultkrimis rund um den eigenwilligen Privatdetektiv Simon Brenner tatsächlich einen Liebes- bzw. Heimatroman geschrieben. Doch es wäre nicht Wolf Haas, wenn er nicht auch diesem leidlichen Genre seinen ganz persönlichen Stempel raufdrücken würde. Und was für ein Stempel das ist. Der Leser bekommt nämlich nicht die Geschichte von Vittorio und Anni auf herkömmliche Art und Weise serviert, sondern als Dialog zwischen einer deutschen Literaturbeilage und dem fiktiven Autor der Geschichte, Wolf Haas als Romanfigur. Und diese Buchbesprechung ist einmalig. Die Literaturbeilage und Wolf Haas kennen das Buch natürlich genau, und auch wenn es für uns nicht real ist, so nimmt es während des Gesprächs Form an und wird genauso greifbar, wie es für die fiktiven Gesprächspartner ist. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, wenn vom simplen, ersten Satz über Gestaltung des Umschlags und nicht näher genannten Silbersternchen bis hin zum offenen Ende ein Roman erzeugt wird, der nicht existiert. Neben dieser einzigartigen Erzählweise schenkt uns Haas auch noch eine Menge an Themen, die Raum zur Interpretation bieten. Allein der Gegensatz zwischen deutschen Touristen und österreichischen Einheimischen, der hervorragend umgekehrt wird, als Wolf Haas selbst als Romanfigur während einer Recherchereise in den Ruhrpott fährt, zeugt von dem Ideenreichtum des Autors. Einzig und allein gegen Ende kommt mir vor, als ob zu viele Romanpassagen zitiert werden. Ob das nun gewollt ist und den Effekt der Romanentstehung verdeutlichen soll, oder ob dem Autor die Ideen ausgegangen sind, darüber will ich nicht urteilen. Klar ist auf alle Fälle, dass sich mein Eindruck vom Buch deswegen nicht schmälert. Das Wetter vor 15 Jahren ist die kreativste und humorvollste Geschichte, die ich je gelesen habe und gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

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  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    Petruscha

    07. December 2009 um 09:39

    In Interviewform geschrieben. Langsam entblättert sich die tragische Liebesgeschichte während des Gesprächs. Prächtig.

  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    tagimmai

    04. September 2009 um 16:26

    Die Idee die Geschichte von Vittorio und Anni nach und nach anhand eines fiktiven Interviews aufzurollen, kam zunächst ziemlich überraschend, aber hat mir wirklich gut gefallen. Eine ganz neue,(meines Wissens) noch nicht dagewesene Erzählform.

  • Rezension zu "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas

    Das Wetter vor 15 Jahren

    Kamila

    16. July 2009 um 03:28

    Geniales Konzept, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig: Das ganze Buch ist ein fiktives Interview, im Zuge dessen der Autor Wolf Haas einer Journalistin von seinem neuesten Buch - "Das Wetter vor 15 Jahren" - erzählt. Ein Frage-und-Antwort-Spiel, in dem der Leser nach und nach erfährt, worum es in dem (ebenfalls fiktiven) Buch geht. Die Handlung dieses Buches ist dabei fast Nebensache; viele Fragen, die Wolf Haas der Journalistin in den Mund legt, sind eine köstliche Persiflage auf selbsternannte "Literatur-Fachleute". Und Haas´ Antworten könnten ein kleiner Seelen-Strip des Autors sein, vielleicht aber auch eine gelungene Vortäuschung. Ich habe noch kein Buch gelesen, das sich von der Grundidee her mit diesem vergleichen läßt. Super!

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