Wolf J Schmidt Paidirenia. Erwachsene kommen nicht in den Himmel

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 0 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Paidirenia. Erwachsene kommen nicht in den Himmel“ von Wolf J Schmidt

Stöbern in Gedichte & Drama

Kolonien und Manschettenknöpfe

Ein wirrer, irrer Lyrikband, der einen sprachlich durch die Bank weg in Atemberaubendes und Luzides entführt.

Trishen77

Brand New Ancients / Brandneue Klassiker

Ein Buch für alle, die Gedichte mögen, die ins Herz schneiden und doch mal was anderes wollen. Furchtbar realistisch und schön zugleich.

EnysBooks

Südwind

Zügiger und trotzdem intensiver Einblick in hochwertige Arbeiten diverser Haiku-Schreiberinnen und -Schreiber

Jezebelle

Jahrbuch der Lyrik 2017

Der ideale "rote Faden" zur aktuellen Kunst des Gedichteschreibens.

Widmar-Puhl

Gedichte

Wunderschöne Sammlung.

Flamingo

Quarter Life Poetry

Extrem wahr, extrem witzig, einfach nur cool! Definitiv etwas, das man mit Mitte 20 gelesen haben sollte!

Sumsi1990

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Paidirenia. Erwachsene kommen nicht in den Himmel" von Wolf- Jakob Schmidt

    Paidirenia. Erwachsene kommen nicht in den Himmel
    Peter_Pitsch

    Peter_Pitsch

    12. August 2012 um 15:29

    Alles um uns her ist vergänglich, nichts steht still … und nichts wird bleiben. Wir sehnen uns nach Ruhe, und lassen uns doch tagtäglich auf das Kräftemessen ein, welches sowohl die körperlich-biologischen Vorgänge als auch die gesellschaftlichen Interaktionen von uns fordern. Unabhängig davon, welches Los uns währenddessen ereilen mag, dreht der Erdball sich weiter, unentwegt – obschon es dem Einzelnen im Lauf der Jahre, Jahrzehnte wohl erscheinen mag, als knirsche das Getriebe zunehmend lauter. Es sind nur die eigenen Gedanken, angesichts der wachsenden Summe von Irrungen und Wirrungen, die dieses Ächzen unter dem Firmament unserer Weltlichkeit erzeugen. Einen Gegenpol zu dem angeknacksten oder gar zerschlagenen Glauben hat Wolf-Jakob Schmidt in Form seines "Paidirenia" erschaffen, und er belebt es mit harmonischen, ja paradiesischen Gefühlslandschaften und sich erfüllenden Sehnsüchten. Vermag ich persönlich der Idee von einer Weiterexistenz unseres Seins über den Tod hinaus keine Glaubwürdigkeit schenken, nicht einmal als etwas Sinnvolles in Erwägung ziehen. Wo doch an dunklen Tagen Geist und Seele sich darbieten als wären sie verschlissen und unmöglich auszubessern. In Anbetracht ebendieser Lebensbedingungen kann ich nur mit einem "Nein" antworten auf die Frage, ob ich im Herzen gläubig bin. Den Dualismus habe ich als Existenzgrundlage begriffen, die Gegensätze, Glück und Leid, das Yin und Yang, Leben und Tod als Notwendigkeit, und dennoch … … und dennoch existieren (flüchtige) Momente, da mich ein Hauch von Beseeltheit ereilt, und plötzlich scheint allem ein tieferer Sinn innezuwohnen und mein Werdegang wie ein endloser Strom vor mir zu liegen. Vielleicht ist es dergestalt zu betrachten, und endlos ist einzig das irdische Auffassungsvermögen. Wolf-Jakob Schmidt wendet seine Stimme an das Kind in uns, an ein von Pragmatismus und Ernsthaftigkeit noch nicht korrumpiertes Gemüt. Ihm sind die Unkenntnis und die kindliche Naivität Zeichen der Unschuld, eben kein zu bekämpfendes Seelen-Relikt, um im Aufeinandertreffen sozialer Zwänge Tag für Tag bestehen zu können. Dank farbenfroher Illustrationen veranschaulicht die Münsteranerin Nicole Seemann diesen einen Eindruck noch: Wollen wir zu Lebzeiten den Glauben an ein "Paidirenia" aufrechterhalten, kommen wir nicht umhin, das kindliche Wesen in uns wiederzuentdecken – um die Kruste aus gesellschaftlichen Normen, unter der Erwachsene ihre echten Wünsche und Hoffnungen verbergen müssen, aufzubrechen. Das Zarte, Filigrane und Verletzliche zuzulassen in unserer modernen Welt, in der die Verbreitung unheilvoller Nachrichten an der Tagesordnung ist, und endlich die Ruhe durch sich selbst (und das Selbst an sich) zu finden. Oder anders ausgedrückt: in seinem Glauben ruhend, Humanität und Menschenwürde neuerlich wahrzunehmen. "Paidirenia" heißt das Land, der Grund und Boden, den Wolf-Jakob Schmidt mit seinen Texten bereitet hat, und er beschreibt uns den Weg, der nach seinen Vorstellungen dorthin führt. Ob wir ihm folgen können, ob wir ihm folgen wollen, das wird sicherlich die Zeit offenbaren, so oder so. Peter Pitsch

    Mehr