Wolf Kampmann Gustav

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Inhaltsangabe zu „Gustav“ von Wolf Kampmann

`Was Wahrheit ist, entscheide ich! Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens, vom Ende des Zweiten Weltkrieges über den Zusammenbruch der DDR bis zur Jahrtausendwende. Er ist Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Sein Bezugssystem ist das Reich der Fantasie. `Wer Probleme damit hat, ist ein Idiot. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, samt einer mysteriösen Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Abenteuer mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Die Wirklichkeit ist Gustav stets dicht auf den Fersen, doch er ist der Wahrheit immer eine Nasenlänge voraus. Wolf Kampmann erzählt mit Wortwitz die Lebensgeschichte eines Hochstaplers und entführt die Leser in eine bunte Welt voller Mut, Fantasie und Husarenstücke. Mit einem einzigen Satz kann Wolf Kampmann wie seine Hauptfigur `Hunderte in Erstarrung versetzen oder zu Tränen rühren . Dieser Romanheld verspricht: `Ihr werdet euch noch alle wundern!

Wortwitzige Erzählung eines Mannes, der sich die Welt schön redet und sich selbst gern als Held sieht!

— sommerlese
sommerlese

Tolle Geschichte über einen Hochstapler, der zeitlebens versucht, Schuldgefühle zu kompensieren, weil er den Krieg überlebt hat

— britta70
britta70

Hätte stellenweise etwas spektakulärer sein können...

— angi_stumpf
angi_stumpf

Ein Leben lang zwischen Wahrheit, Täuschung und ständigem Selbstbetrug. Für den Leser ist dies auf Dauer einfach nur ermüdend.

— Gulan
Gulan

Erzählung über einen Mann, der ein Leben zwischen Fantasie und Realität führt.

— milapferd
milapferd

Gustavs Geschichte auf dem schmalen Grat zwischen Wahrheit und Fiktion

— esposa1969
esposa1969

Die Geschichte eines Lebenskünstlers, der die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion nicht mehr erkennen kann - Leseempfehlung!

— kleinechaotin
kleinechaotin
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  • Leserunde zu "Gustav" von Wolf Kampmann

    Gustav
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Liebe Leserinnen und Leser, habt Ihr Lust schon vor Erscheinungstermin die tragikomische Lebensgeschiche eines Hochstaplers zu lesen? Dann laden wir Euch ein zu einer Vorab-Leserunde zu "Gustav" von Wolf Kampmann. Unter allen, die sich hier bis Freitag, 11. Juli (13 Uhr) bewerben, verlosen wir 15 Exemplare des Romans! Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr schon mal in der Leseprobe auf unserer Homepage anfangen zu lesen! Zum Buch: »Was Wahrheit ist, entscheide ich!« Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens. Als Fünfzehnjähriger in die Wirren am Ende des Zweiten Weltkriegs geworfen, wird ihm seine kompromisslose Vaterlandsliebe zum Verhängnis. Im Gegensatz zu seinen Kameraden übersteht Gustav – als Deserteur wider Willen – den Krieg zwar äußerlich unbeschadet, bleibt jedoch mit einem lebenslangen Schuldkomplex zurück. Orientierungslos ergreift er die Flucht nach vorn und konstruiert ein beispielloses Zweitleben als Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, eine mysteriöse Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Kämpfe mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Vor den Kulissen ständig wechselnder politischer Systeme verliert Gustav nicht nur das gesunde Verhältnis zu seiner Umwelt, sondern auch zu sich selbst. Als kleiner Appetizer liest Wolf Kampmann Passagen aus seinem Roman: Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen und ganz besonders auf eine spannende Leserunde mit Euch! Eurer Osburg Verlag

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  • Gustav

    Gustav
    abetterway

    abetterway

    01. December 2014 um 17:39

    Inhalt: "`Was Wahrheit ist, entscheide ich! Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens, vom Ende des Zweiten Weltkrieges über den Zusammenbruch der DDR bis zur Jahrtausendwende. Er ist Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Sein Bezugssystem ist das Reich der Fantasie. `Wer Probleme damit hat, ist ein Idiot. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, samt einer mysteriösen Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Abenteuer mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Die Wirklichkeit ist Gustav stets dicht auf den Fersen, doch er ist der Wahrheit immer eine Nasenlänge voraus. Wolf Kampmann erzählt mit Wortwitz die Lebensgeschichte eines Hochstaplers und entführt die Leser in eine bunte Welt voller Mut, Fantasie und Husarenstücke. Mit einem einzigen Satz kann Wolf Kampmann wie seine Hauptfigur `Hunderte in Erstarrung versetzen oder zu Tränen rühren . Dieser Romanheld verspricht: `Ihr werdet euch noch alle wundern!" Meinung: Das Cover ist sehr ruhig und passt wie ich finde gut zu dem Buch. Die Kapitel sind etwas kurz gehalten, für meinen Geschmack könnten diese länger sein. Der Schreibstil ist ruhig und flüssig, das Buch lässt sich locker in drei Tagen wenn nicht schneller lesen ohne das einem langweilig wird. DIe Spannung allerdings hält sich in Grenzen aber dafür unterhaltet es gut. Es hat Charme und ist super für zwischendurch. Ich finde man könnte allerdings die gleiche Schriftart wählen. Fazit: Gutes Buch für zwischendurch, ein paar Kapitel könnten länger sein.

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  • Vom Leben des selbsternannten Helden Gustav B.

    Gustav
    sommerlese

    sommerlese

    "*Wolf Kampmann*" hat mit dem Roman "*GUSTAV*" sein Debüt als Autor geschrieben. Herausgegeben wird das Buch im "*Osburg Verlag*". "*WAS WAHRHEIT IST, ENTSCHEIDE ICH!*" So oder so ähnlich sieht Gustav die Welt, die allein um ihn herum kreist. Doch zunächst einmal zum Inhalt des Buches. Gustav Bülow lebt in Dresden und ist als Kind ein Einzelgänger, der es liebt, sich im Wald und in der Natur zurecht zu finden und seine Abenteuerwelt im Spiel und in seinen Gedanken auszuleben. Als Jugendlicher begeistert er sich für Hitler und sieht nicht die grausame Gefahr eines drohenden Krieges. Als es zu seiner Einziehung zur Wehrmacht kommt, fühlt er sich berufen. Doch während des Durcheinanders der Bombardierung Dresdens gelingt es seinem Vater, Gustav in einem Weinkeller zu verstecken. Als der Krieg beendet ist, sind viele Freunde Gustavs gefallen. Diese Schmach lässt ihn sein weiteres Leben nicht mehr los. Dieses Buch erzählt die Lebensgeschichte von Gustav Bülow, der inzwischen als bettlägeriger alter Mann am Ende seines Lebens angelangt ist und einen Rückblick über sein bisheriges Leben hält. Man erfährt wie er einerseits ganz real in verschiedenen politischen Systemen unter Hitler und später in der DDR lebt, andererseits auch in seiner eigenen Welt mit Geschichten seinen Idealen hinterher läuft. Er malt sich seine eigene Fantasiewelt, in der die Grenzen zwischen echtem Leben und Wunschdenken verschwommen sind. Diese Texte Gustavs sind durch ein anderes Schriftbild im Buch deutlich gemacht und machen den besonderen Reiz dieses Buches aus. In Gustavs Fantasie erlebt er Abenteuer am Yukon, ist in Russland in Kriegsgefangenschaft, hat eine Freundschaft mit Wölfen oder erlebt ein amoröses Abenteuer in hohem Alter. Unweigerlich folgt man den Geschichten, aus denen Gustav immer als Held hervor geht. Dabei weiß man als Leser längst, das Gustav neben seiner erzählerischen Gabe eigentlich ein Aufschneider und Hochstapler ist. Seine Lebensschmach versucht er mit einer heldenhaften Selbstdarstellung zu überdecken. Peinliche Erlebnisse oder Misserfolge werden immer wieder mit einer neuen Geschichte beantwortet, die das Heldenbild von Gustav Bülow wieder geraderückt. Mich erinnern diese Fantasiegeschichten sehr an die legendären Erzählungen von Karl May, auch wenn dort die Helden nicht Gustav heißen. Besonders hervorheben muss ich den wundervollen Schreibstil Wolf Kampmanns. Er spielt mit den Worten und baut bildreich abenteuerliche Szenen wortgewandt nach. Der gehobene Erzählstil hat mit viel Wortwitz Gustavs Leben bereichert und mich amüsiert. Erwähnen möchte ich hier besonders die wissenschaftliche Spezies "Ploppidae Bülow" (S. 282). Auch stilistisch ist dieses Buch gut aufgebaut. Die zeitliche Einordnung ist gelungen mit der Handlung verwoben und man sieht sich als Leser im 2. Weltkrieg und in der nachfolgenden DDR Zeit wieder. Wer Lebensgeschichten mag, geschichtlich interessiert ist und auch Fantasiereisen nicht abgeneigt ist, dem kann ich diesen Roman nur empfehlen.

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    • 4
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    12. November 2014 um 09:22
    BrittaRoeder schreibt Danke für diesen interessanten Tipp! Die Ausgangsidee finde ich klasse. Denn im Grunde entwirft ja jeder von uns sein eigenes Bild von der Welt und von sich. Das der anderen sieht oft ganz anders ...

    die objektive Wahrheit strickt sich jeder selbst, würde ich denken. ;-) Die Rezi macht sehr neugierig auf dieses Buch, ich möchte Gustav auch gern näher kennenlernen. Und seine Heldengeschichten ...

  • die Geschichte eines Lebens.. des Lebens von Gustav

    Gustav
    Buchraettin

    Buchraettin

    Dieses Buch beschreibt ein Leben, das Leben von Gustav. Das Buch beginnt damit, dass Gustavs Leben zu Ende zu gehen scheint. Der Tod steht vor seinem Bett und will ihn mitnehmen. Als Leser erfahre ich nun die Geschichte von Gustavs Leben. Gustav wird als Jugendlicher mit seiner Schulklasse in den zweiten Weltkrieg geschickt und nur durch seinen Vater vor einem Fronteinsatz gerettet und versteckt. Seine Schulkameraden fallen alle. Dieses Ereignis, Schuldgefühle daran? Das schleppt er durch sein Leben und es wird auch immer wieder erwähnt im Buch. Anfangs als Jugendlicher in der Zeit des zweiten Weltkrieges spiegelt sie die Begeisterung von Gustav für die damalige Führung Deutschlands wieder. Die Anhängerschaft, die Hingabe und dann die Ernüchterung nach dem Krieg. Der Hauptteil des Buches dreht sich schon eher um die Kindheit und Jugend von Gustav, die Zeit, die ihn prägte. Ich muss sagen, die Passagen fand ich auch am Besten. Eingeflochten in die eigentliche Erzählung sind Geschichten von Gustav. Dinge, die er sich ausgedacht hat. Abenteuerliche Erlebnisse, Selbstdarstellungen, Fantasie. Ich denke, es spiegelt wieder, wie er gern gewesen wäre. Der Text liest sich flüssig. Es ist anspruchsvoll, aber zeichnet sich durch eine klare Linie, ohne verschachtelte Sätze aus und ich fand das genau passend für Gustav. Gustav fand ich ist durchdrungen von Prinzipien, andererseits ein Mensch voller Fantasie, die er in den eingefügten Geschichten Preis gibt. Der Abschnitt des erwachsenen Gustav, der gefiel mir irgendwie nicht so, ich fand da findet eine Wandlung statt und Gustav lebt immer mehr in seinen Geschichten, wie einer Art Lebenslüge. Er wirkt eher unsympathisch, seine Geschichten werden immer heldenhafter und er selbst will immer mehr im Mittelpunkt stehen, das macht ihn in meinen Augen eher unsympathischer. Insgesamt aber hat es mit sehr gut gefallen. Anspruchsvoll, aber mit klarer Linie, sehr gut zu lesen. Ein Leben, ein Mann namens Gustav, ein Leben voller Geschichten, auch wenig Lügengeschichten, die sein Leben zunehmend bestimmen. Ich bin ein wenig zwiegespalten, anfangs fand ich es richtig gut, ab der Zeit wo Gustav erwachsen wurde, wurde es mir fast etwas lang.

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    • 3
  • Zwischen Wahrheit und Lüge

    Gustav
    LiberteToujours

    LiberteToujours

    17. September 2014 um 16:01

    Die Geschichte beginnt mit ihrem Ende - Gustav auf dem Sterbebett beginnt, sein Leben noch ein letztes mal Revue passieren zu lassen. Kann er beruhigt abtreten? Wir begleiten ihn auf einer mentalen Reise beginnend in seiner Kindheit, durch den Krieg in seiner Jugend und sein Erwachsenes Ich - immer auf der Suche nach sich selbst. Beginnen wir mit dem positiven : Kampmann hat einen Schreibstil, wie man ihn heutzutage nur noch selten finden kann. Viele Sätze möchte man sich einrahmen. Aufschreiben und immer in der Hosentasche mit sich herum tragen. Sie in die Welt schreien, weil sie viel zu schön sind, um nicht gehört zu werden. Aber leider reicht eine bezaubernde Fassade nicht aus, um ein Buch lesenswert zu machen. Und inhaltlich blieb "Gustav" für mich leider meist im Leerlauf.  Zunächst einmal stört es mich immens, das zwischen Lüge und Wahrheit immer klare Grenzen gezogen werden. Es ist kapitelweise getrennt, die Lügengeschichten sind auch durch das Schriftbild sofort zu enttarnen. Für Gustav ist das natürlich anders - er weiß im Gegensatz zum Leser bald nicht mehr, was Wahrheit und was Fiktion ist. Gefehlt haben mir über weite Strecken aber einfach die Reaktionen seines Umfelds auf seine Geschichten, die teilweise schlicht so an den Haaren herbei gezogen waren, dass es mir nicht glaubwürdig erscheint, dass ein halbwegs intelligenter Mensch (und davon wird wohl auch Gustav der ein oder andere begegnet sein) sie auch nur eine Sekunde schlucken können. Das Buch hat für mich schnell seinen Reiz verloren. Wir bewegen uns nur noch auf der Stelle mit einem Protagonisten, der in meinen Augen im gesamten Roman keinen einzigen Entwicklungsschritt vollzieht. Gustav bleibt unsympathisch, ist irgendwo um der Zeit des dritten Reichs stehen geblieben und fühlt sich auch noch wohl dabei. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zu solchen Menschen keinen Bezug finden kann und auch keinen finden will - ich weiß es nicht. Mich hat das Buch nicht gepackt. Schade!

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  • Gustav, der Geschichtenerzähler

    Gustav
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. September 2014 um 12:45

    Die Geschichte beginnt mit dem Protagonisten Gustav Bülow am Sterbebett, der eine Begegnung mit dem „freundlichen Tod“ hat. Da Gustav allerdings noch nicht das Zeitliche segnen will, lässt er sein Leben noch einmal Revue passieren. Er schwärmt von der Natur, mit der er sich besonders im Kindesalter sehr verbunden fühlte, denkt zurück an seine Eltern, deren Beziehung stets ohne Liebe blieb. Er erinnert sich an seiner Zeit in der Hitlerjugend, an die Nachkriegszeit und die DDR. Obwohl Gustav sehr viel in seinem Leben erlebt zu haben scheint, war ihm sein Leben nie abenteuerlich genug. Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und so verdreht er die Wirklichkeit während seines gesamten Lebens so, dass er als Held, Abenteurer und begehrenswerter Mann erscheint. Kampmann hat einen wundervollen Schreibstil. Er spielt mit den Worten und bildet Sätze, die sind wie flüssiges Gold. Doch inhaltlich konnte „Gustav“ keineswegs punkten. War ich persönlich zu Beginn des Buches noch hellauf begeistert, ebbte diese Euphorie relativ rasch ab und gelangweilt musste ich mich dazu zwingen, Gustav’s Lebensweg weiterhin zu verfolgen. Leider kann ich das Buch nicht weiterempfehlen, obwohl mir Kampmann’s Schreibstil sehr gefallen hat. Deshalb vergebe ich 2 Sterne – einen für die Idee, die durchaus Potenzial hatte und einen für Kampmann’s Schreibstil. Schade!

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  • Gustav - Wolf Kampmann

    Gustav
    garfieldbuecher

    garfieldbuecher

    INHALTSANGABE: `Was Wahrheit ist, entscheide ich! Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens, vom Ende des Zweiten Weltkrieges über den Zusammenbruch der DDR bis zur Jahrtausendwende. Er ist Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Sein Bezugssystem ist das Reich der Fantasie. `Wer Probleme damit hat, ist ein Idiot. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, samt einer mysteriösen Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Abenteuer mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Die Wirklichkeit ist Gustav stets dicht auf den Fersen, doch er ist der Wahrheit immer eine Nasenlänge voraus. Wolf Kampmann erzählt mit Wortwitz die Lebensgeschichte eines Hochstaplers und entführt die Leser in eine bunte Welt voller Mut, Fantasie und Husarenstücke. Mit einem einzigen Satz kann Wolf Kampmann wie seine Hauptfigur `Hunderte in Erstarrung versetzen oder zu Tränen rühren . Dieser Romanheld verspricht: `Ihr werdet euch noch alle wundern! ERSTE SÄTZE: Ein Geräusch. Gustav Bülow erwacht. Er weiß nicht, wie lange er geschlafen hat. MEINE MEINUNG: Gustav ist ein Künstler, er ist ein Forscher, er ist ein Womanizer, aber wer ist Gustav wirklich? Die Geschichte beginnt an Gustav´s Sterbebett. Der Tod möchte ihn schnell und leise zu sich holen, doch Gustav möchte noch nicht. So lässt er seine Lebensgeschichte nochmals Revue passieren. Wir lernen Gustav als naturverbundenen und hitlerfanatsichen Jungen kennen, der es kaum erwarten kann, der Hitlerjugend beizutreten. Als sein Vater ihn dann auch noch vor den Kriegsgeschehnissen versteckt und seine Freunde am Schlachtfeld sterben, fühlt er sich mehr und mehr als Verräter und Deserteur. Seinen einzigen Ausweg findet er in seinen Lügengeschichten, doch die Wahrheit ist ihm stets auf den Fersen. Seitdem versteckt sich Gustav immer mehr in seiner Phantasie bis er selbst nicht mehr genau weiß, was nun Wahrheit ist und was nicht. Der Autor Wolf Kampmann führt uns mit seinen kurzweiligen Schreibstil durch diesen Roman und bringt uns die Geschichte rund um Gustav näher. Trotz der ausführlichen Beschreibungen blieben leider die Nebencharaktere sehr blass und waren nicht greifbar. Gustav ist der absolute Mittelpunkt der Geschichte und nimmt zu viel Raum ein. Teilweise waren die dargestellten Szenen für mich zu gewollt, zu humorvoll und für mich leider nicht mehr nachvollziehbar, so verlor sich die Story in meinem Kopf und vieles geriet schnell wieder in Vergessenheit. Trotz allem hat mir Gustav sehr gut gefallen und ich verbrachte einige doch lustige Stunden mit ihm. Die Idee zu der Geschichte ist toll und hat mir auch gut gefallen, dennoch könnte man noch mehr aus der Geschichte raus holen. Ich wartete auf das Gewisse Etwas das mich restlos in die Geschichte hinein zog. FAZIT: Wer ein paar kurzweilige Stunden mit dem Lügenbaron Gustav verbringen will liegt mit diesem Roman genau richtig. Leider konnte er mich nicht wie gewünscht erreichen, deswegen vergebe ich drei sehr gute Sternchen.

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    • 3
  • Ein Leben zwischen Realität und Fantasie.

    Gustav
    Gulan

    Gulan

    Gustav Bülow ist gerade 16 Jahre alt, als er zusammen mit Gleichaltrigen als letztes Aufgebot zur Wehrmacht eingezogen wird. Während des Chaos bei der Bombardierung Dresdens gelingt es seinem Vater, ihn zu verstecken. Gustav überlebt den Krieg, seine Kameraden kehren nicht zurück. Fortan plagt ihn ein großes Trauma, dass er seine Kameraden im Stich gelassen und seinen Eid auf das 1000jährige Reich gebrochen hat. Er beginnt Geschichten über Heldentaten zu erzählen und zunehmend verschwinden für ihn die Grenzen zwischen Wahrheit und Fantasie. Die Geschichte beginnt an Gustavs Sterbebett. Der Tod taucht auf und fordert Gustav zum Mitkommen auf. Gustav versucht, Zeit zu schinden und beginnt mit einer Rückschau auf sein Leben. Seine Kindheit als Einzelgänger, seine Faszination für die Hitlerjugend. Er ist begeistert, endlich zur Wehrmacht eingezogen zu werden. Als er nun unfreiwillig von seinem Vater versteckt wird, entwickelt er einen Schuldkomplex. Er erzählt Geschichten von zahlreichen Heldentaten. Nach dem Krieg wird er Schauspieler in der DDR und hält Diavorträge von fiktiven Expeditionen. Dabei legt er sich zunehmend auch mit dem Kultur- und Wissenschaftsbetrieb der DDR an. Am Ende seines Lebens lebt er als kranker Rentner in Greifswald. Der Autor stellt die titelgebende Figur absolut in den Vordergrund des Romans. Gustav ist ein Einzelgänger und Misanthrop, gleichzeitig buhlt er jedoch um Anerkennung. Gustavs Leben ist ein einziger Selbstbetrug. Er hat in zunehmendem Maße Schwierigkeit, die Kontrolle über seine Fantasiegeschichten zu behalten, teilweise kann er Wahrheit und Lüge selbst kaum noch auseinanderhalten. Seine Fantasiegeschichten sind vom restlichen Text durch ein verändertes Layout kenntlich gemacht. Gerade das hat mich aber nicht überzeugt, denn man erfährt lange Zeit des Buches nichts von den Reaktionen anderer auf seine Geschichten. Auch sonst hat mich das Buch nicht erreichen können. Das Thema des Trauma der Überlebenden hat Potenzial, aber der überbordende Schuldkomplex, den Gustav aufbaut, und die durchgehend aberwitzigen Fantasiegeschichten waren für mich zunehmend langweilig und ermüdend. Sprachlich ist der Roman durchaus gekonnt, aber die tragische Figur Gustav hat mich nicht berührt.

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    • 10
    parden

    parden

    16. August 2014 um 14:38
  • Interessante Erzählperspektiven, Hauptfigur Gustav blieb mir leider fremd und unsympatisch

    Gustav
    Talitha

    Talitha

    Gustav Bülow ist ein alter Mann, der bettlägerisch und krank auf den Tod wartet, der ihm auch bald erscheint. Doch bevor er mit ihm geht, erzählt er für sich noch seine Lebensgeschichte, die Drittes Reich und Nachkriegszeit in der DDR umfasst. Die Erzählperspektive wechselt dabei von einem relativ objektiven Erzähler der dritten Person Singular mit dem Ich-Erzähler Gustav ab. Das Besondere und Interessante dabei ist, wie Gustav sich in seiner Erinnerung phantastische Abenteuer-Geschichten zur von ihm als mangelhaft und langweilig empfundenen Realität spinnt, die er am Ende selbst zu glauben scheint. Obwohl sich das ganze Buch nur um Gustav und sein Leben dreht, blieb mir die Hauptfigur seltsam fremd. Selbst als Ich-Erzähler nahm er kaum Kontur an. Er entglitt einem ständig, was auf die Dauer sehr anstrengend zu lesen ist. Auch die von ihm fabulierten Geschichten gleichen Landser-Heftchen und Groschenromanen, was ich nicht sehr interessant fand. Besonders die beschriebene Nachkriegszeit wurde dann auch ziemlich langwierig und uninteressant, teilweise auch sehr unrealistisch, selbst beim "objektiven" Erzähler. Für die Idee, die Erzählperspektiven und den gehobenen Erzählstil vergebe ich jeweils einen Stern. Die eigentliche Geschichte und vor allem Gustav haben mir leider nicht so sehr gefallen. Daher kann ich den Roman nur bedingt empfehlen.

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    • 2
    Floh

    Floh

    15. August 2014 um 07:41
  • Der Gustav

    Gustav
    milapferd

    milapferd

    Die Geschichte erzählt uns von Gustav, dem Einzelgänger, dessen einzige wahre Liebe der Natur und seinen Hunden gilt. Als Hitler an die Macht kommt, verschreibt er sich als Hitlerjunge den Idealen der Naziherrschaft. Doch von seinen Kameraden verschmäht zieht er sich  in die Natur zurück und gibt sich seinen Abenteuern hin. Fantasievoll dichtet er hier und da etwas hinzu und schon bald verschwimmen Realität und Fantasie für Gustav zusammen. Sein ganzes Leben läuft er Idealen hinterher, die er für sich nicht erfüllen kann. Die Fantasiegeschichten begleiten ihn dabei. Wortgewand zieht er sich aus einem Schlamassel nach dem Anderen und schmückt seine Taten immer mehr und mehr aus. Noch auf dem Sterbebett spinnt er sich eine Geschichte zusammen, um dem Tod eins auszuwischen. Ich muss sagen, ich wurde anfangs nicht so ganz warm mit dem Buch. Ich brauchte meine volle Konzentration, um nicht den Faden zu verlieren. Aber eigentlich ist es eine schöne Geschichte, um einen Spinner, der sein Leben lang Antisemit war und eigentlich sein Leben auf Lügen, oder sagen wir mal Fantasien, aufgebaut hat. An manchen Stellen hatte ich das Wort "Arschloch" im Kopf. Da das Buch nicht ganz meine Wellenlänge war gebe ich dem Buch 3,5 Sterne.

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    • 3
  • Immer Spätsommer

    Gustav
    TochterAlice

    TochterAlice

    09. August 2014 um 10:54

    war es für Gustav in "seinem" Wäldchen, dem Zschoner Grund nahe Dresden, seinem Lieblingsort in Jugendjahren. Gustav Bülow liebte die Natur, durchstreifte diese Region fast täglich in den glücklichen Tagen vor dem zweiten Weltkrieg. Gustav, der Naturbursche - aber mehr noch und vor allem der Fabulant, Schauspieler und Geschichtenerzähler in jeder Phase seines Lebens - Geschichten, in denen immer er selbst im Mittelpunkt stand, denn "Gustav liebte es, sich selbst zuzuhören." (S. 332) Eine Art männliche Pippi Langstrumpf war er, der sich seine Welt malte, wie sie ihm gefiel, dabei jedoch keinesfalls sympatisch, lustig und integrativ wie die allerseits bekannte Maid mit den roten Zöpfen. Nein, Gustav war einsam, verbittert - und zutiefst egozentrisch: "Gustav Bülow gab in der Tragikomödie des Lebens immer nur Gustav Bülow." (S.345) Er war es, um den die Welt kreiste. War er zu Beginn noch in seine Familie eingebunden, Teil des Verbandes bestehend aus dem herrischen, eigenwilligen Vater, der oft nicht zur Geltung kommenden, dabei jedoch gütigen Mutter und der tonangebenden, durchaus auch mal sadistischen großen Schwester Ingeburg, verblasste sein Umfeld nach und nach - eine stilistische Meisterleistung des Autors, wie ich finde. Ansonsten muss ein Leser durchaus Nerven haben, um sich seitenweise mit einem Protagonisten auseinanderzusetzen, an dem nichts, aber auch gar nichts sympatisch ist, einige Längen und vor allem ein aus meiner Sicht ausgesprochen unpassendes und dem sonstigen Niveau des Buches nicht standhaltendes Ende zu verkraften. Es lohnt sich aber durchaus, denn der Autor Wolf Kampmann verfügt über Sprachgewalt und - wie schon erwähnt - großartige stilistische Fähigkeiten. Zudem hat er - was Kriegs- und Nachkriegszeit in bezug auf beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts - detailliert recherchiert und versteht es, seine Sachkenntnis aufs Trefflichste in die Geschichte einzubauen, die Empfindungen, Wahrnehmungen der handelnden Figuren werden einfühlsam in die Geschichte integriert. Ist Gustav ein Nachkomme von Diederich Heßling, Heinrich Manns "Untertan"? Ich würde im Großen und Ganzen mit "nein" antworten, auch wenn er in weiten Bereichen durchaus ein "häßlicher Deutscher" ist, um diesen Begriff mal zu strapazieren. Aber im Gegensatz zum Untertan, der immer nur möglichst gut dastehen, sich aus der Nummer rausziehen wollte, will Gustav das immer nur im Nachhinein - in seinen Erzählungen. Und was für ihn gut oder wichtig ist, muss es für den Rezipienten - sei es der Leser oder einer seiner Zuhörer im Buch selbst - lange nicht sein. Auf jeden Fall eine lohnenswerte, ungewöhnliche Lektüre, die mir noch lange zu denken geben wird!

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  • Hatte mir etwas mehr erwartet...

    Gustav
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    09. August 2014 um 01:24

    Die Geschichte: Gustav ist am Ende seines bewegten Lebens angekommen, der Tod steht bereits persönlich an Bett des alten Mannes. Doch noch ist Gustav nicht so weit, mit ihm zu gehen. Noch einmal lässt er sein gesamtes Leben Revue passieren und lässt den Leser an seinen Abenteuern teilhaben. Wir lernen Gustav als Kind kennen, der von seiner großen Schwester unterdrückt wird und sich am liebsten in die Natur flüchtet. Dort ist er glücklich und lernt von einem Schäfer viel Nützliches, um in der Wildnis zu überleben. Dann beginnt der 2. Weltkrieg und auch Gustav wird in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 nicht verschont. Zwar ist er noch kein "richtiger Mann", sondern nur ein Jugendlicher, aber zu dieser Zeit war man bei der Wehrmacht nicht mehr wählerisch. Gustavs Vater ist es zu verdanken, dass er den Krieg überlebt und nicht - wie seine ganzen Kameraden - den Heldentod auf dem Schlachtfeld stirbt. Doch Gustav kann einfach nicht dankbar sein: er fühlt sich zeitlebens als Verräter und Deserteur, obwohl sein Vater ihn mehr oder weniger aus der Kaserne entführt hatte, um ihn zu schützen. Von seinen Schuldgefühlen geplagt, wird Gustav erwachsen, macht Karriere als Theaterschauspieler und Fotograf. Doch nichts kann ihn je wirklich befriedigen, es bleibt immer eine Leere, die er mit mehr oder weniger hanebüchenen Lügengeschichten zu füllen versucht... Meine Meinung: Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Erzählung wechselt die Perspektive kapitelweise: Gustavs Lügengeschichten heben sich nicht nur durch eine andere Schriftform hervor, er erzählt sie auch selbst aus seiner Sicht. Hier greift der Autor auch stellenweise auf eine derb-umgangssprachliche Ausdrucksweise zurück, die ganz gut zur Geschichte passt. Gustav ist kein uneingeschränkt sympathischer Protagonist, sondern eher eine tragische Figur mit Ecken und Kanten. Positiv an ihm fand ich seine generell etwas menschenfeindliche Einstellung: er zählt eher auf die Treue und Kameradschaft seiner Hunde. "Über sechzig Jahre in der menschlichen Gesellschaft hatten ihn gelehrt, das angeblich höchstentwickelte Wesen des bekannten Universums mit ganzem Herzen zu verachten. Der Mensch, darüber konnte kein Zweifel bestehen, war ein Ausrutscher der Natur. Allen anderen Gattungen ging es nur ums Überleben und den Fortbestand, der Mensch aber versuchte sich zum Herrn über die Schöpfung und alle anderen Kreaturen zu machen." Seite 299 Leider bleibt sonst wenig seiner Lebensgeschichte in meiner Erinnerung hängen. Die Kriegszeit war noch sehr unterhaltsam zu lesen und oft auch etwas spannend, doch dann beginnt das Theaterleben. Hier kamen für mich zu wenig Emotionen rüber, was sich auch im weiteren Verlauf nicht mehr groß verbessert hat. Viele Stationen von Gustavs Leben werden nur kurz angeschnitten, von seinen vielen Kindern erfährt man praktisch erst am Ende. Andere Details dagegen werden zu ausführlich behandelt. Gustavs Lügengeschichten waren längst nicht so spektakulär wie ich mir erhofft hatte, man liest es und vergisst es auch schnell wieder. Ob das am Erzählten generell oder am doch recht gleichförmigen Erzählstil liegt, kann ich nicht sagen. Es fehlten mir vor allem in der zweiten Hälfte des Buches die Höhepunkte. Die Geschichte ist gut durchdacht und natürlich ist es nicht einfach, ein ganzes Menschenleben inklusive Parallel-Fantasieleben in ein relativ kurzes Buch zu packen. Von manchen Themen hätte ich mir mehr gewünscht, von anderen weniger. Fazit: Ein Buch, das zwar recht unterhaltsam ist, das aber leider ohne großen Nachhall verklingt... Bewertung: 3,5 Sterne

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  • Zwischen Realität und Fiktion

    Gustav
    esposa1969

    esposa1969

    07. August 2014 um 08:59

    Hallo meine liebe Leser, diesen recht kurzweiligen Roman habe ich innerhalb einer Leserunde lesen dürfen: == Gustav == Autor: Wolf Kampmann == Buchbeschreibung: == `Was Wahrheit ist, entscheide ich! Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens, vom Ende des Zweiten Weltkrieges über den Zusammenbruch der DDR bis zur Jahrtausendwende. Er ist Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Sein Bezugssystem ist das Reich der Fantasie. `Wer Probleme damit hat, ist ein Idiot. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, samt einer mysteriösen Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Abenteuer mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Die Wirklichkeit ist Gustav stets dicht auf den Fersen, doch er ist der Wahrheit immer eine Nasenlänge voraus. Wolf Kampmann erzählt mit Wortwitz die Lebensgeschichte eines Hochstaplers und entführt die Leser in eine bunte Welt voller Mut, Fantasie und Husarenstücke. Mit einem einzigen Satz kann Wolf Kampmann wie seine Hauptfigur `Hunderte in Erstarrung versetzen oder zu Tränen rühren . Dieser Romanheld verspricht: `Ihr werdet euch noch alle wundern! == Das Cover == Ich finde das Cover sehr schön und beruhigend: Gustav, als junger aufrechter Mann mit beiden Beinen fest auf dem Boden, den Kopf aber irgendwo bereits im Himmel…. == Leseeindrücke: == Wir lernen Gustav Bülow in seinem Krankenbett kennen, der über sich selbst reflektiert und dem Gevatter Tod begegnet. Der Schreibstil gefällt mir, ist aber dennoch gewöhnungsbedürftig. Ja und obwohl da der Tod im Türrahmen steht, wirkt Gustav gar nicht irritiert, sondern scheint ihm zu vertrauen und als sich der Tod als "der Tod" vorstellt, glaubt Gustav an alle möglichen Scherze, aber nicht an den Tod. Und ähnlich wie bei jedem Sterbenden eine Art Lebensfilm vor dessen Augen abläuft, so erinnert sich Gustav an seine Kindheit, seine Kindheitserlebnisse , seine Träume und Ziele.... So lernen wir also Gustavs komplettes Leben kennen, welches immer mehr Fond er Realität in die Fiktion übergeht, in der sich Gustav ganz schön etwas zusammen spinnt…. Etwas irritiert haben mich die unterschiedlichen Schrifttypen in unterschiedlichen Kapiteln, aber das ist nur sekundär. Die Kapitel sind auch angenehm kurz. Zum Glück gibt es als Protagonisten nur Gustav, den Tod und eine Handvoll erwähnte Nebenpersonen, so ist Gustavs Lebensrückblick überschaubar, aber interessant, gerade da er im selben Jahrgang geboren ist wie meine Mutter erfahren wir doch viel über die Kriegszeit. Diesen Roman konnte ich flüssig innerhalb von zwei Tagen lesen. Er hat mich angenehm unterhalten, war lesenswert, aber so ein wenig hat mir noch das, das mich komplett einnimmt gefehlt. Dennoch ein angenehmer Zeitvertreib. Die 26 angenehm kurzen Kapitel verteilt auf 348 Seiten haben mich recht gut unterhalten und gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen! Vielen Dank! by esposa1969

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  • "Zeit ist eine Erfindung der Erwachsenen, die nur dazu dient, das Unendliche einzugrenzen."

    Gustav
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    04. August 2014 um 18:44

    Das Buch "Gustav" von Wolf Kampmann erzählt die Geschichte des gleichnamigen Mannes, der sein Leben nicht so leben durfte, wie er es gerne getan hätte. Am Anfang begegnet ihm der Tod, genauer gesagt der freundliche Tod. Dieser ist die angenehmste Wahl - jeder würde diesen bevorzugen. Gustav ist nicht bereit zu gehen und erzählt sein Leben.  Gustav ist von der Hitlerjugend fasziniert und freut sich darauf, endlich selbst Teil davon zu werden. Sein Vater ist von dieser Idee nicht begeistert und versucht, seinen Sohn davon abzuhalten. Gustav war mit Begeisterung bei der Sache, er verstand die Abwehrhaltung des Vaters einfach nicht. Kurz nach seiner Einberufung wird die Kaserne bombardiert, Dresden steht in Flammen. Er will kämpfen, er will sich für seine verlorene Jugend rächen - doch es kommt nicht dazu, er wird von einer vertrauten Stimme aus dem Chaos gerettet und versteckt. Er ist ein Deserteur und muss damit klarkommen - doch wie soll er nach Kriegsende sein Gesicht bewahren? Wie werden die anderen sein Überleben aufnehmen? Werden seine Kameraden den Krieg überleben? Wie soll er ihnen jemals wieder in die Augen sehen können?! Gustav kommt damit nicht klar, dass er sich wie ein kleines Kind verstecken musste und nicht aktiv am Krieg teilnehmen konnte. Er fühlt sich betrogen, er fühlt sich Verräter - eine gewisse Leere nimmt von ihm Besitz. Seine Fantasie wird der einzige Ort, an dem er vernünftige Erklärungen für sein Leben findet. Er begibt sich in eine gefährliche Welt, da er schon bald selbst keine Ahnung mehr hat, was wirklich passiert ist und was nur in seinen Gedanken produziert wird...  Mir gefiel das Buch sehr gut - Wolf Kampmann hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der den Leser schon zu Beginn abholt. Sehr gut finde ich auch, dass Gustavs Versionen vom Buch abgegrenzt werden - eine andere Schriftart, eine andere Schriftgröße und ein Wechsel in die Ich-Perspektive.  Das Buch erhält von mir 4,5 Sterne - da dies nicht möglich ist, runde ich auf 5 auf, da es mir wirklich gut gefallen hat.  Vielen Dank, dass ich bei der Leserunde mitmachen durfte und auch für das Buch!

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  • Lügenbaron

    Gustav
    uli123

    uli123

    04. August 2014 um 18:17

    Der Protagonist Gustav Bülow erinnert an den Lügenbaron Münchhausen. Beide lieben es nämlich, Geschichten zu erzählen und es dabei nicht immer ganz mit der Wahrheit zu nehmen. Eine berührende Fantasie entwickelt Gustav bereits während seiner Kindheit, als er die Natur rund um Dresden durchstreift. Seine Liebe zur Natur begleitet ihn die siebzig Jahre seines Lebens. Durch seine Einberufung in den Zweiten Weltkrieg als Fünfzehnjähriger sieht er sich dauerhaft um seine Jugend geprellt. Er hat das Glück, den Krieg zu überstehen, weil ihn sein Vater gegen seinen Willen zum Deserteur macht. Ein lebenslanger Schuldkomplex bleibt bei ihm zurück, weil seine Altersgenossen noch in den letzten Kriegstagen fallen und Gustav selbst doch seinem Führer den Treueeid geleistet hat. Er fristet fortan sein Leben als Künstler, Theaterschauspieler, Forscher, Womanizer, Weltenretter, immer eher zweitrangig. Getreu seiner Maxime „Was Wahrheit ist, entscheide ich!“ erfindet Gustav haarsträubende Abenteuer wie seine persönliche Begegnung mit Hitler, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada oder einen Kampf mit Wölfen in der Zivilisation. Am Ende seines Lebens steht er vor der Frage: “Wer bin ich“?   Es handelt sich um den Debütroman von Wolf Kampmann, der sich als Musikjournalist für Presse und Rundfunk sowie durch die Veröffentlichung des Reclam Jazz-Lexikons und des Rowohlt Rock-Lexikons einen Namen gemacht hat. In der Geschichte geht es überhaupt nicht um Musik. Dennoch soll ihr nach Ansicht des Autors eine Melodie zugrunde liegen und ein zutiefst musikalisches Buch mit einem kontinuierlichen Groove sein, das darauf wartet vorgelesen oder vorgesungen zu werden. Deshalb empfiehlt sich eine Einstimmung mit der online-Lesung des Autors (zu finden über www.osburg-verlag.de/buch/gustav).   Das Buch spricht Leser mit Interesse an der Lebensgeschichte eines Menschen an, der unter verschiedenen politischen Systemen lebt und einiges an deutscher Geschichte erlebt. Gustavs Fantasiegeschichten lassen sich schon äußerlich am Schriftbild von dem übrigen narrativen Text unterscheiden. Sie werden zusehends unrealistischer und hanebüchener. Insoweit übertreibt es der Autor m.E. etwas. Der Protagonist bietet viel Diskussionsstoff, insbesondere stellt sich immer wieder die Frage, warum er zu solch einem Hochstapler geworden ist.   Gustav ist auf jeden Fall ein etwas anderes Buch und sehr lesenswert.  

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