Wolf Schneider Die Sieger

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Inhaltsangabe zu „Die Sieger“ von Wolf Schneider

Von den Siegern im Wettlauf nach dem Ruhm handelt dieses Buch: von Genies wie Mozart, Glücksrittern wie Kolumbus, Hochstaplern wie Casanova, Staatsmännern wie Churchill oder Wissenschaftler wie Marie Curie. Wie wurden sie zu Siegern? Wer beurteilt Sieger und Genies? Ein Panorama der faszinierendsten Gestalten der Geschichte.

Ein Wahnsinnsversuch dem menschlichen Erfolg auf die Schliche zu kommen !

— Admiral

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  • Wie wird ein Sieger zum Sieger ? Und ist er beneidenswert ? Und hat er es auch verdient ?

    Die Sieger

    Admiral

    22. August 2015 um 11:49

    Was ist ein Genie ? Ist man ein Genie von Natur aus ? Ist ein Genie beneidenswert ? Wie wurden sie berühmt ? Und warum werden bedeutendere oder begabtere Menschen auch mal nicht berühmt ? Diesen und anderen Fragen geht Wolf Schneider in seinem Buch "Die Sieger. Wodurch Genies, Phantasten und Verbrecher berühmt geworden sind" aus dem Jahr 1992 nach. Also eigentlich ist es weniger eine Darstellung als vielmehr ein Versuch. Denn so einfach diese Fragen auch klingen mögen, so schwer sind sie doch zu beantworten. Denn es gibt ziemlich viele Probleme dabei. Beispielsweise neigt der Mensch dazu Massenleistungen auf einen einzelnen Menschen zu reduzieren, um es einfacher verständlich und besser erklärbar zu machen (Kapitel "Die zweihunderttausend Sieger von Tannenberg" 32-41). Ein anderes Beispiel ist die Entdeckung Amerikas. Vor Kolumbus wurde Amerika eventuell 5mal entdeckt. Je nachdem wie zuverlässig die Quellen sind. Aber definitiv nicht der erste. Warum gilt also ausgerechnet er als der erste ("Wer entdeckte Kolumbus ?" und "Der Admiral des Wahnsinns" 10-31) ? Evtl. weil er sich gut vermarkten konnte ? Schwierig. Andere Probleme sind die geschlechtliche Einseitigkeit ("Kann der Ruhm einseitig sein ?" 53-61) und der Katalysator der Tradition, durch den Vorentscheidungen getroffen werden, die von Zeitgenossen oder Nachfolgenden so eventuell nicht getroffen worden wären (zB "Historiker und Hospoeten" 475-486). Ein ebenfalls sehr großes Problem ist: Wie definiert man denn eigentlich "Genie/Sieger/Ruhm/Erfolg" ? Oft wird moralisch argumentiert, doch wenn wir Moral zum Kriterium für Größe machen, fällt ein Großteil der heute Berühmten durch das Tugendraster durch ("Die Wüstlinge der Weltgeschichte" 84-101). Wahnsinnsbuch. Es liest sich runter wie geschmolzene Butter und ist süß wie Zucker. Inhaltlich und sprachlich und methodisch und alles. Der Sprachstil ist super angenehm. Die fachliche Tiefe ist wie in einem Fachbuch. Die Methodik ist wissenschaftlich. Gefällt mir echt gut ! Dabei geht es nMn auch kaum ins Populäre rein. Schneider schlägt die Brücke gekonnt und gut. Besonders hervorragend ist seine nur sehr vereinzelt auftretende eigene Beantwortung der Frage. Oft stellt er Fragen in den Raum ohne dazu eine eindeutige Wertung abzugeben und lässt mich als Leser mein eigenes Urteil fällen. So bei der Fragwürdigkeit von solchen Institutionen wie dem Friedensnobelpreis (482-4). Oder ob Goethe in einem gerechten Maße gewürdigt wird, wo er doch in seiner Brillianz alles andere als unumstritten war (und ist !) (450-3). Oder ist es "gerecht", dass Berühmtheiten wie Caesar berühmt sind, obwohl sie das Blut Tausender an den Fingern haben (216-221) ? Oder dass Elisabeth Kuhlmann eben nicht berühmt wurde (351) ? Und was bedeutet überhaupt "gerecht" ?

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